Die SPÖ sitzt am Küniglberg

THOMAS KRAMAR (Die Presse)

Pelinkas Wechsel zum ORF ist symptomatisch für die dreiste und plumpe SP-Medienpolitik.

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Der Mann, der bisher offiziell die Anliegen der SPÖ im ORF vertreten hat, ist nun Büroleiter des ORF-Chefs; dessen enger Vertrauter war und ist er sowieso. Die Optik ist, wie man in Medienkreisen sagt, fatal. Und es ist strengstens zu befürchten, dass es sich nicht nur um ein optisches Phänomen handelt, sondern um die unverschämt deutliche Manifestation eines Faktums: Die SPÖ besteht darauf, von dem (nicht wirklich erfolgreichen) ORF-Chef, dem sie bei der letzten Wahl doch die Treue gehalten hat, verlässlich gut behandelt zu werden. Und da sich das womöglich in manchen Fällen doch nicht so einfach organisieren lässt – wer weiß, was manchen Redakteuren so einfällt in ihrem Wahn, parteiunabhängig zu sein? –, schickt sie ihren Mann gleich mitten ins Zentrum der Macht. Ist doch praktisch so.

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Da hätte man gleich Laura Rudas nehmen können, hat ORF-Moderator Armin Wolf gehöhnt. Er hat recht und doch wieder nicht: Rudas wäre zu ungeschickt, ihr fehlt die „slickness“ von Nikolaus Pelinka, der (scheinbar) tolerant lächelte, wenn ihn Kabarettisten als direktes Sprachrohr der SPÖ im ORF darstellten. Er lächelte zu Recht: Denn es stimmte und stimmt, und es war und ist ihm nicht peinlich.

Doch die SPÖ tut sich mit dieser Beschickung nichts Gutes. Sie ist genauso kurzsichtig wie Werner Faymanns Fütterung der Boulevardzeitungen mit Inseraten, wie die skurrilen Versuche seines Büros, den Internetauftritt des Kanzlers zu „optimieren“. Eine alte, stolze, staatstragende Partei wie die SPÖ hat es nicht nötig, sich die Gunst der Medien so zu sichern: Wer davon (noch) überzeugt ist, ist bestürzt. Die anderen fühlen sich bestätigt. Man kann sie verstehen.

 

thomas.kramar@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.12.2011)

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76 Kommentare
 
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Boulevard

Ist alles ganz logisch: Faymann sieht den ORF in einer Linie mit "heute" und "Österreich" - und dort gehört er ja auch hin; nur braucht er dort kein Inseraten-Geld hinschicken, nur seine Leute.

Gast: blankenstein husar
25.12.2011 15:05
0

na so eine überraschung

die grösste regierungspartei ist auch im orf ...

ganz was neues in österreich ...

alarmiert schnell die uno ...

gäääähhhhn

Antworten Gast: Luzifer
25.12.2011 16:41
9

Re: na so eine überraschung:

Nicht einmal 1/3 der Wählerstimmen, aber die 1/1 Macht!!!

Antworten Antworten Gast: blankenstein husar
25.12.2011 22:11
0

du hast schwierigkeiten mit der demokratie (und mathematik)?

eine menge länder freuen sich auf dich ... saudiarabien, russland, nordkorea, sudan, ...

einfach nur ein Witz...!!!

...seit Jahren schon, eigentlich wahrscheinlich schon ewig...

dort wo die Parteien Ihre schmutzigen Finger im Spiel haben kann sich Kunst & Kultur (und wahrscheinlich sonst auch nichts anderes) nicht weiterentwickeln!!

Abschaffen, sofort, Parteiproporz raus!!!

Fasch

Die SPÖ tut sich mit der Beschickung sehr wohl was gutes, denn viele Bürger dieses Landes sind einfach zu gesättigt und unfähig, demokratiepolitisch zu denken.
In keinem anderen Land sind solche Fußtritte gegen Demokratie und Gleichheitsgrundsatz möglich, wie in der Alpenrepublik.
Würde so ein Postenschacher in den nordeuropäischen Demokratien auch nur angedacht werden, müsste die gesamte Regierung den Rücktritt einreichen.
Nur wir raunzen etwas, sind etwas bestürzt, andere fühlen sich bestätigt, aber alle halten den Mund und in einem Jahr werden, jene, die der Demokratie ein AUgeausgeschlagen und den Mund verklebt haben, wieder demokratisch legitimiert.
Es ist zu wenig, bestürzt zu sein, es ist zu wenig, sich bestätigt zu fühlen und es ist vor allem undemokratisch, nach solchen Vorgängen den Mund zu halten und diese Leute wieder zu wählen.
Aber solange sich die Leute aus gekauften Medien informieren, solange selbst unabhängige Medien in Kommentaeeren wiederholt der Opposition Regierungsunfähigkeit vorwirft, solche Demokratieverstöße aber mit fast entschuldigenden Kommentaren abtut, solange wird sich hier nichts ändern und solange hat die SPÖ und jede andere Partei das Recht, den Bürgern auf der Nase herum zu tanzen, sie auszusackeln und sie weiter zu belügen. Nicht die Politik und ihre Repräsentanten sind schuld, sondern wir alle, weil wir uns das gefallen lassen. Wir verdienen es nicht besser.

Re: Fasch

der beste Beitrag seit langen!

Re: Fasch

d'accord

Ihr posting sollte landesweit plakatiert werden!


Faymanns Plan

Wenn man das so betrachtet, dürfte der Kanzlerdarteller Faymann eine primitiven, aber sehr perfiden Plan verlogen:

Die drei wirklichen Massenmedien des Landes sichern: Krone (mit Inseraten aus Steuermitteln und netten Leserbriefen), Österreich (nur mit Steuermittel finanzierten Inseraten) und nun endgültig und unverfroren den O-Rot-Funk ...

guggi ausgucker

Gibt es wem, der regelmäßig Orf Sendungen hört, im Besonderen Infosachen.
Bitte die Behinderung angeben.
guggerl

Freiheitlich

ich habe gehört, der Pelinke soll der fpö ideologisch nahestehen. Stimmt das?

Antworten Gast: hihihaha
26.12.2011 16:15
0

Re: Freiheitlich

ja, also geh in dei bierzelt und feier schee

Gast: pächter der wahrheit
24.12.2011 20:42
11

Wo Pelinka draufsteht

ist Fadesse drinnen. Beim Onkel und seinen Moderationen im ORF Zentrum ist es auf jeden Fall so: Redet wie ein klassischer abgehalfterter Sozi: Frei nach Shakespeare: Viel Lärm um nichts.

Genau wie bei Rudas (Onkel und Nichte), beim Faymann und seinem Osterhasen sowieso.

Worthülsen nach aussen, harte Muntition (panzerbrechend, da kennen sich die Sozis aus) nach innen.

"Eine alte, stolze, staatstragende Partei

wie die SPÖ"

Die Zeiten sind doch offensichtlich schon längst vorbei.

der orf gehört privatisiert

und die rundfunkgebürhen abgeschafft.

der stiftungsrat wäre dann überflüssig, und der unfähige genosse wrabetz seinen job los

dann sollte man den staatlichen, oder staatsnahen unternhemen noch eine werbebudgedgrenze aufbinden, damit die spö nicht wieder mit dem bestechen per inserat/werbeblock anfängt, und dann ist eindlich mal frieden

dann haben wir zwar mehr werbunge, aber uu wenigstens bessere filme, und keine zwangsabgaben

Die SPÖ sitzt am Küniglberg

leider nicht nur dort wie man als aufmerksamer Leser weiss, sondern auch leider in vielen anderen wichtigen Bereichen (Justiz, Medien) welche allesamt eine direkte Demokratie nicht zulassen wollen und wahrscheinlich dürfen um weiterhin zu versuchen sich so den MAchterhalt sichern zu wollen.

Ja selbst das optische Phänomen ist wenn nicht auf den ersten Blick, doch seitens feinsensorischer Damen mehr als ersichtlich.
Ob da nicht eine Portion Grün mit im Spiel ist ?

test

die presse ist eine "unabhängige" zeitung, und daher werden meinungen zugelassen

Gast: eamonclever
24.12.2011 13:12
1

interessant wäre

was der onkel politologe dazu sagt oder ob er den niko eventuell anders beraten hätte

14

Der Pelinka Clan


sitzt nun offiziell auch am Küniglberg und dort lässt sich der ehrenwerte Pate durch seinen jüngsten Sprössling vertreten.

So weit so klar.

Re: Der Pelinka Clan

richtig !!! Aber die Aktion wird denen für die nächste Wahl auch nicht helfen. Wenn die Leute die täglichen Preise in Schilling umrechnen, wissen die wie die Lügner heißen.

Gast: mens sana
24.12.2011 12:38
13

ORF abschaffen!!!


Gast: MH
24.12.2011 12:28
14

SOS-ORF

Wo bleiben die Aktionen und Demonstrationen?

Oder war der Sinn der einstigen SOS-ORF-Aktionen die Manifestierung eines linken Propagandasenders?

ORF gehört privatisiert !

Antworten Gast: Österreicher
24.12.2011 15:43
3

Re: SOS-ORF

No na! Jedenfalls sind die Initiatoren des ORF-Pusches, mit dem die roten Machthaber am Küniglberg wieder in Amt und Würden gekommen sind, nämlich A.Wolff, Fichtenbauer u. Konsorten dupiert!

Der Pate sitzt an Künigelberg


und zwar in Form des ehrenwerten Pelinka-Clans.
Jene alteingesessene Familie die in der Wissenschaft und in (fast) allen österreichischen Medien das alleinige Sagen hat.

Nun offiziell im ORF vertreten durch den jüngsten Spots des Paten.

Gast: franzl
24.12.2011 11:27
12

fup

Leider gilt bei Armin Wolf, dass er selbst frustriert ist, dass er zu kurz gekommen ist. Selbst hätte er natürlich ein solches Angebot angenommen. Sein Charakter zeigte sich am besten in seinem Verhalten bei der Linder-Abwahl und seinem Schweigen zur Wrabetz Wiederwahl: Wenn es Linken um die Macht geht, kann der Partner (Helfer) ruhig auch Orange oder Blau sein. Wolf ist tatsächlich ein (linker) Wolf im Schafspelz der Objektivität

Re: fup

Absolut lächerliche Erklärung. Meinen Sie im Ernst, dass Wolf, der mit Abstand populärste Journalist dieses Landes, damit zufrieden wäre, die Füllfeder eines der lächerlichsten Generalsekretäre des ORF zu tragen, statt selbst Meinung formen zu können durch eine sehr wortgewaltige Medienpräsenz?
Ein Wolf wäre sicher als Generalsekretär des ORF interessant gewesen, als Büroleiter von Wrabetz wäre er überqualifiziert gewesen, da deutlich intelligenter als sein Chef und nicht wie dieser offen der Prostitution unterworfen.

 
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