Einmal die einen, einmal die anderen

OLIVER PINK (Die Presse)

Die Politik regiert den ORF. Das wird immer so sein – solange der Staat Rundfunkunternehmer spielt.

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Da war der langjährige Washington-Korrespondent des ORF. Nach seiner Rückkehr und dem Regimewechsel von Rot zu Schwarz fand er sich auf einmal im Radiokammerl wieder, später durfte er immerhin in „Wien heute“ die neuesten News aus Floridsdorf rapportieren. Heute – das Regime wechselte mittlerweile wieder von Schwarz zu Rot – moderiert er die „Zeit im Bild“.

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Da ist der langjährige „Report“-Chef, nach dem Regimewechsel von Rot zu Schwarz aufgestiegen, der nach dem abermaligen Regimewechsel von Schwarz auf Rot nun fernab des großen Scheinwerferlichts Dokumentationen verantworten darf – was höchstwahrscheinlich gar nicht uninteressant, aber machtpolitisch relativ unerheblich ist.

Mit den sich ändernden Machtverhältnissen im ORF werden nicht nur echte Politiksekretäre wie heutzutage Nikolaus Pelinka (SPÖ) oder seinerzeit Kurt Bergmann (ÖVP) beziehungsweise Gerhard Zeiler (SPÖ) nach oben gespült – in allen erdenklichen Ebenen wechseln die Farben. Das war immer so. Das wird immer so sein.

Solange der Staat sich einen eigenen Rundfunksender leistet. Der die Allgemeinheit die jährliche Kleinigkeit von knapp 600 Millionen Euro an Gebühren kostet – und nächstes Jahr noch einmal zusätzliche, von der Regierung genehmigte 30 Millionen Euro an „Gebührenrefundierung“.

Die entscheidende Frage ist also: Muss ein Staat heutzutage wirklich noch als Rundfunkunternehmer tätig sein? Noch dazu mit längst nicht mehr zeitgemäßen Strukturen?

Solange diese Frage mit Ja beantwortet wird und mit einem nebulösen „öffentlich-rechtlichen Auftrag“ begründet, so lange sollte man sich nicht wundern, wenn geschickte Karrieristen wie Nikolaus Pelinka die ORF-Chefbüros erobern und dies dann mit einer nachgereichten Pro-forma-Ausschreibung nicht einmal mehr als objektive Bestellung zu tarnen versucht wird.

Wobei: So ein bedeutungsvoller Job ist der Büroleiter des ORF-Generaldirektors dann auch wieder nicht. Laura Rudas wird, wenn sie das Verlangen danach verspürt, Alexander Wrabetz wohl weiterhin – auch ohne die Vermittlung Pelinkas – höchstpersönlich anrufen.

 

E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.12.2011)

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20 Kommentare
Gast: alles alt
01.01.2012 05:21
0

Einmal die einen, einmal die anderen

...nur leider bei den anderen (ÖVP), hält ´DIE PRESSE´die Gosche!

Umbenennen!

Gebühren kassieren, Öffentlich-Rechtlichkeit vorschützen, Primitivität von Privatsendern, SPÖ-Propaganda ...

Also ich brauche keinen Fernseher und kann über jeden, der sein sauer verdientes Geld in dieses Loch hineinpumpt, nur mitleidig lächeln.

Statt ORF sollte es heißen:
FRC: Faymann-Rudas-Channel

Solange der Staat sich einen eigenen Rundfunksender leistet

wird der auch immer unglaubwürdiger und teuer für die Staatskassen.

Gerade Parteien welche auf morschen Ästen sitzen, bedienen sich einer solch Macht gerne und weit über Gebühr in der Angst, sonst nicht wahrgenommen oder gewählt zu werden !

Dieses Beispiel zeugt bestens davon, da man ihre bisher gewohnten Alternativen (Inserate) reglemtieren versucht.

Gast: namenser
31.12.2011 14:02
0

ORF-PRIVATISIERUNG JETZT !!!!!!!!!!!!!!!!!!


Gast: tom green
30.12.2011 17:36
0

laura rudas,...

laura rudas, des austrosozialismus stärkste weibliche speerspitze seit hertha firnberg.
und vergeßt nicht the one and only grete laska, guys.

Gast: der Zeitungs-Regulator
30.12.2011 17:18
6

... das hat Krone-Niveau

Gratulation, Herr Pink !
Einen ähnlichen Artikel habe ich vor einigen Tagen in der Krone gelesen ...
Zeichnet sich da bei Ihnen ein Wechsel des Arbeitgebers ab ?

Gast: Niederösterreicher
30.12.2011 16:46
4

Nachrichten und Magazine des ORF

geraden im Regelfall geradezu zu Belangsendungen der SPÖ (bzw. der Rathaus-Grünen)!

Was wir da erleben, ist das reinste "Umerziehungs-Programm", obwohl Rot und Grün bei weitem nicht die Hälfte der Wählerschaft bei NR-Wahlen stellen.

Es ist nicht nur, daß die ständige Berieselung mit sozialistischen Ideen zum "roten Pferch" führen und jede Gedankenfreiheit behindern! Auch Kultur- und Kunst werden wegen der Sponsor-Tätigkeit des ORF im linken Sinn beeinflußt. So hören sich etwa die Kabarett-Sendungen, soweit ist im Wege von FS-Sendungen der Öffentlichkeit bekannt werden, zum Gutteil als reine Kritik an allen Nicht-Linken an.

Leider sind FPÖ u. BZÖ trotz ihrer medialen Verfolgung durch linke "Gutmenschen" nicht bereit, an einer Änderung deser Konstellation im ORF mitzuwirken. Damit sind sie trotz ihres jetzigen Lamentos an dem jetzigen Zustand wesentlich schuld!

eine der ursprünglichen aufgaben des öffentlichen rundfunks...

...ist es wirtschaftlich sowie politisch unabhängig zu sein. da dies in österreich nicht so ist, sollten die bürgerInnen auch das recht besitzen, die verpflichteten gebühren nicht zahlen zu müssen. die frage stellt sich hier nämlich, warum die bürgerInnen nicht einfach auf das zahlen der gebühren verzichten, sowie der rundfunk seit jahrzehnten darauf verzichtet politisch unabhängig zu sein?

Gast: Gast 2011
30.12.2011 15:34
7

die Dummheit der Roten

ist unübersehbar. Sowohl der unverschämte Inseratenkanzler wie dessen Parteifunk ORF zeigen nur wie tollpatschig sie ihre Manipulationen inszenieren!

Re: die Dummheit der Roten


Noch dümmer sind die, die sich von diesem Medium beeinflussen lassen.
Schließlich werden über den ORF die Wähler so manipuliert, dass sie bei der nächsten Wahl brav ihr Kreuzerl bei SPÖ machen. Bis jetzt hat's ja so funktioniert, als wird's auch in Zukunft so funktionieren, nur verstärkt, denn in dem Maß, in dem die SPÖ-Vertreter den Rahmen der Gesetze verlassen oder nur noch als unverbindliche Empfehlungen sehen, umso stärker muss an den Nachrichten gedreht werden. Ist doch klar - oder?

Interessant ist ja nicht nur, was der ORF bringt, sondern auch, was er NICHT bringt!!

Gast: jajajaja
30.12.2011 14:10
2

So ein bedeutungsvoller Job ist der Büroleiter des ORF-Generaldirektors dann auch wieder nicht.

naja, fuer 5200e/monat stellt sich ein normalbuerger was anderes vor. sonst taeten es 2000e/monat auch.

aber um das geld der wherlosen buerger ist dem orf und der politik nix zu teuer!

Nordkorea

Solange die Bevölkerung sich die Allmacht der politischen Parteien gefallen lässt, geschieht ihr recht.
Auch die Zwangsgebühren sind in Zeiten des freien Marktes mehr als überholt, noch dazu man via Satellit dutzende Sender empfangen kann.
Ansonsten: Siehe oben.
Schlimm nur, das unsere sogenannten Volksvertreter an Dummheit kaum mehr zu überbieten sind.

dann ist ja eh alles in Ordnung ....


.... oder ist der Fall Pelinka doch etwas ganz anderes?

Es lebe der kleine/große Unterschied Herr Pink. Und den solle ein guter Zeitungsmann herausarbeiten können. Wenn er will. Oder er bleibt an der Oberfläche = oberflächlich. Dann passt er nicht in die "Presse".

Re: dann ist ja eh alles in Ordnung ....

Also?
Ich bin gespannt!
Was ist er jetzt, der kleine/große Unterschied?
Nachdem ihn Herr Pink nicht herausgearbeitet hatte, können ja vielleicht Sie mir die Augen öffnen?

Re: dann ist ja eh alles in Ordnung ....


Wie Sie so richtig schreiben: "...ein GUTER Zeitungsmann...". Oben stehender "Kommentar" stammt aber von Pink.

Die Ansprüche im ORF-Gesetz sind nicht einmal in der Theorie realisierbar....

Schon das ORF Gesetz als Legitimation ist in der Anmaßung dessen, was dieses Medium so leisten soll, ein unsäglicher Unfug: Da wird imn § 4 ORF Gesetz gefaselt davon, dass der ORF über, "alle wichtigen" Fragen informieren sollte, die Themen sollten natürlich objektiv ausgwählt werden, was nicht einmal in der Theorie möglich ist, denn ausgewählt werden können Themen zB nach Selektionskriterien, die auf höchster Entscheidungsebene immer subjektiv sind, weil man eben ein Thema wichtig findet oder eben nicht.

Weiter wird in diesem Gesetz gefordert die
b) Wiedergabe und Vermittlung von für die
Allgemeinheit WESENTLICHEN Kommentaren,
Standpunkten und kritischen Stellungnahmen

Man muss sich diese Anmaßung einmal auf der Zunge zergehen lassen: Da nehmen es sich die Autoren dieses Gesetzes heraus, dass es tatsächlich Kommentare gibt, die für die ALLGEMEINHEIT wesentlich wären, womit eine Meinung in der Werthierarchie über andere gestellt wird.

Es wäre zB die eine Sache, wenn alle Sitzungen des Nationalrates ungekürzt wiedergegeben würden - da könnte man von umfassender Information betr. die Sitzungen sprechen. Was davon dem einzelnen Bürger wesentlich ist, entscheidet dieser in einem demokratischen Staat selbst.

Das Problem sind Bürger, die sich diese Bevormundung unter dem niemals verwirklichbaren Anspruch der Objektivität bieten lassen. Eine Demokratie lebt von der Vielfalt subjektiver Meinungen und nicht von der "Wahrheit" die sich Einzelne anmassen, verbreiten zu wollen.


Re: Die Ansprüche im ORF-Gesetz sind nicht einmal in der Theorie realisierbar....

wenn man Gesetze im Stil sozialistischer Jubelorgien verfasst vergleichbar mit der Beschreibung von sozialistischen Plattenbauten als Wohnparadiese und architektonische Meisterleistungen, dann wundert es einem nicht, dass Anspruch und Realität gar so weit voneinander entfernt sind. Da fehlen nur noch Sätze, dass der ORF für Glück und Frieden der Bürgerinnen und Bürger geschaffen wurde und ähnliches Geschwafel. In der Realität ist der ORF ein Karrierecenter für Parteibonzen samt Anhang und in der Theorie ein Leitbetrieb für die Medienbranche. Wie Sie auch richtig schreiben, ist umfassende Information quantitativ nicht erfüllbar, genausowenig wie der unbegrenzte Reichtum für alle. Wie überall entscheidet letztendlich der Kunde und der hat sich dem ORF abgewandt. Der ORF als Medium wird nicht mit Qualität assoziert, sondern als Staatssender (Parteisender), in dem linientreue Nachrichten verlesen werden und in dem jedes Wort mit der Parteiführung abgestimmt ist.

Zu weit gegangen...

Die Empörung könnte in diesem Fall vielleicht wirklich dazu führen, dass die SPÖ schlussendlich einen Rückzieher machen wird.

Aber letztlich bedeutet das für die Parteien nur folgendes:
- bereits eine Woche später ist das alles doch nur Schnee von gestern,
- Lektion gelernt, das nächste Mal wird halt etwas subtiler vorgegangen werden.

Gast: bergziege
29.12.2011 21:58
9

Wer keine Skrupel hat, bewegt sich überall frei

Das führen die Regierung und der ORF neben teilweise phantasielosen, schlechten Programmen auf Kosten der Gebührenzahler seit Jahrzehnten vor. Die Akteure - egal aus welchem politischen Lager sie kommen - gehören in die Schranken gewiesen. Im Grunde genommen braucht den ORF außer dessen Profiteure niemand.

Gast: Yacutorix Vivax
29.12.2011 20:26
8

Solange es kein unabhängiges und glaubwürdiges Medium gibt, wird auch die sozialistische Umerziehung kein Ende haben!


Wir können also nur hoffen, daß es bei der Jugend irgendwann zu
einer Art Imunisierung gegen die SOZI-Propaganda kommen wird .

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