23.02.2012 11:50 | Meine Presse Merkliste 0

Schade um den Optimismus

MICHAEL LACZYNSKI (Die Presse)

Barack Obama versucht, einen Keil zwischen die Reichen und den Rest zu treiben.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Glaube an die rosige Zukunft ist in Amerikas kollektiver Psyche tief verwurzelt. Dieser sympathische Zug erklärt, warum so viele Niedrigverdiener in den USA gegen höhere Spitzensteuersätze sind – wer selbst reich zu werden gedenkt, will später sein schwer verdientes Geld nicht mit dem Staat teilen.

Barack Obama versucht nun, mit dieser Wunschvorstellung aufzuräumen. Das hat Gründe: Zum einen ist die US-Gesellschaft in der Tat nicht mehr so durchlässig wie noch vor einigen Dekaden – was zu einem nicht unbeträchtlichen Teil mit der Globalisierung zu tun hat. Zum anderen hat Obama einen Wahlkampf zu schlagen und muss daher ideologisch klare Kante zeigen.

Sollte es dem US-Präsidenten gelingen, einen mentalen Keil zwischen die Reichen und den Rest zu treiben, kann er damit möglicherweise die Wiederwahl sichern – das geht aber nur auf Kosten dieses optimistischen Weltbilds. Die Träume vom sozialen Aufstieg mögen zwar oft naiv sein – es wäre trotzdem schade um sie.

 

michael.laczynski@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

5 Kommentare
Paul Katz
27.01.2012 13:14
0 0

Qualitätszeitung?

Wurden diese paar Zeilen Gesudere bezahlt? Wenn ja, von der Presse, M.L. oder wem sonst? Ach ja und: Presseförderung einsparen!

Gast: b754
26.01.2012 15:54
1 1

ein noch größerer suderer wie der schellhorn


0 1

einen so großen keil gibt es gar nicht,

der in die lücke der unterschiedlichen kontostände passen würde!

es ist eher das messer, das das hirnrissige band der solidarität mit unsolidarischen asozialen kriegsgewinnlern (plünderungen sind elementarer bestandteil von kriegen) zerschneiden muss.

3 2

Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar

Ich finde die Not in der ein beträchtlicher Teil der Amerikaner lebt als mehr "Schade" als der Verlust eines falschen Weltbilds.

Den Zynismus hätte sich der Autor sparen können...

Gast: Markus Renner
26.01.2012 09:40
0 0

Zur Lage der Nation

"We do not begrudge financial success in this country. We admire it." Barack Obama, State of the Union 2012
Heißt soviel wie: "In diesem Land wird niemandem sein finanzieller Erfolg missgönnt. Nein, wir bewundern ihn dafür."
Ist das der "mentale Keil", den Obama zwischen Arm und Reich treiben will?

Mehr Kommentare:

Top-News