Der Ansatz ist gut: Die Kassen und die Länder, die bisher Kosten und Verantwortung hin- und her- und sich gegenseitig zuschoben, sollen künftig gemeinsam planen. Zudem soll der Schwerpunkt der ambulanten Versorgung weg von den Ambulanzen hin zu den niedergelassenen Ärzten gelegt werden.
Nur: Was bedeutet das, wenn die Gesundheit – wie die Länder das wollen – aus „Landestöpfen“ finanziert wird? Im besten Fall wissen die regionalen Verantwortlichen am besten, wo welcher Arzt und welches Spital nötig ist. Im schlechtesten Fall – und das ist nicht selten der Fall – setzen Bürgermeister und Landeshauptleute, die wiedergewählt werden, (gesundheits-)ökonomisch widersinnige Taten. Herausragendes Beispiel sind bekanntlich jene Spitäler in Baden und Mödling, die im Umkreis von 15 Kilometern liegen.
Und dann wäre da noch die Frage: Wie kommen die Länder zu ihrem Geld, das sie dann ausgeben? Das wird wohl vom Bund (bzw. den Kassen) kommen, der dafür „Zielvorgaben“ machen darf.
Je unverbindlicher diese sind, desto gefährlicher. Der Zentralismus hat zwar seine Tücken. In einem kleinem Land wie Österreich könnte er aber das geringere Übel sein.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2012)















