Da ist Sergej Lawrow tatsächlich ein „Kunststück“ gelungen: Mit einem zynischen Auftritt bei der Münchner Sicherheitskonferenz hat Russlands Außenminister zunächst in der schamlos zur Schau gestellten Gewissheit gebadet, dass Moskau der Herr über Gelingen oder Scheitern einer UN-Resolution zu Syrien ist. Wenige Stunden später setzte er den angekündigten „Skandal“ ins Werk und ließ die Resolution, die zwar das brutale Vorgehen des Assad-Regimes gegen die eigene Bevölkerung verurteilt, aber mit keinem Wort den Weg für eine Intervention bereitet, durch seinen Adlatus in New York platzen. Ach ja, China hat auch „Nein“ gesagt, darüber aber kein Wort verloren.
Die Wut in München und in der Welt versuchte Lawrow dadurch zu dämpfen, dass er plötzlich ankündigte, nach Damaskus zu reisen. Nun muss man also tatsächlich hoffen, dass Lawrow aus Damaskus greifbare Resultate zurückbringt. Der große Neinsager als letzter Hoffnungsträger. Weit ist es gekommen.
Merkwürdig ist nur, dass dem russischen Mister Njet die Idee mit der Damaskus-Reise erst jetzt gekommen ist. Was hat Lawrow eigentlich in den vergangenen Monaten getan, während türkische Politiker dem Damaszener Diktator die Türen einrannten, während die Arabische Liga versuchte, ihr Mitglied zur Räson zu bringen? Außer von Waffenverkäufen an Syrien hat man nicht viel von Russland gehört.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)















