25.05.2012 18:08 | Meine Presse Merkliste 0

Der russische Mister Njet

HELMAR DUMBS (Die Presse)

Was hat Moskau die letzten Monate getan, um die Krise in Syrien zu lösen? Offenbar gar nichts.

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Da ist Sergej Lawrow tatsächlich ein „Kunststück“ gelungen: Mit einem zynischen Auftritt bei der Münchner Sicherheitskonferenz hat Russlands Außenminister zunächst in der schamlos zur Schau gestellten Gewissheit gebadet, dass Moskau der Herr über Gelingen oder Scheitern einer UN-Resolution zu Syrien ist. Wenige Stunden später setzte er den angekündigten „Skandal“ ins Werk und ließ die Resolution, die zwar das brutale Vorgehen des Assad-Regimes gegen die eigene Bevölkerung verurteilt, aber mit keinem Wort den Weg für eine Intervention bereitet, durch seinen Adlatus in New York platzen. Ach ja, China hat auch „Nein“ gesagt, darüber aber kein Wort verloren.

Die Wut in München und in der Welt versuchte Lawrow dadurch zu dämpfen, dass er plötzlich ankündigte, nach Damaskus zu reisen. Nun muss man also tatsächlich hoffen, dass Lawrow aus Damaskus greifbare Resultate zurückbringt. Der große Neinsager als letzter Hoffnungsträger. Weit ist es gekommen.

Merkwürdig ist nur, dass dem russischen Mister Njet die Idee mit der Damaskus-Reise erst jetzt gekommen ist. Was hat Lawrow eigentlich in den vergangenen Monaten getan, während türkische Politiker dem Damaszener Diktator die Türen einrannten, während die Arabische Liga versuchte, ihr Mitglied zur Räson zu bringen? Außer von Waffenverkäufen an Syrien hat man nicht viel von Russland gehört.

 

helmar.dumbs@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)

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10 Kommentare
lasserg
06.02.2012 20:00
0 0

Veto wegen Waffen und Konflikte nicht ok

Ich glaub schon dass Russland und China v.a. wegen ihrer (Waffen)Geschäfte und auch aufgrund von Konflikten im eigenen Land ein Veto eingelegt haben. - Und beide Gründe finde ich in diesem Fall extrem zynisch und grausam, wobei ich v.a. von Russland sehr enttäuscht bin. Denen hätte ich etwas mehr Mut und Selbständigkeit zugetraut.
Und das sage ich obwohl ich mittlerweile den USA sehr skeptisch gegenüberstehe. Doch ich glaube diesmal sind sie, zufällig oder absichtlich, auf der "richtigen" Seite. Und den US-amerikansichen Umgang mit der Georgien-Krise fand ich auch nicht richtig.

cougar
06.02.2012 12:04
0 2

Cougar

Die wollen sich verständlicherweise an der nächsten "Lybien-Aktion" nicht mehr beteiligen. Recht hamse!

derfreund
06.02.2012 12:04
0 2

Die russische Skikunst zeigt in Österreich Wirkung!

So viele Zustimmung zu Russland hatte ich in Österreich nicht erwartet. Es ist dennoch gut. Österreicher schlagen sich wieder auf die Seite des Geldgebers!

Dagobert
06.02.2012 00:52
2 1

Fragezeichen

Wen man sich betrachtet, was nach Zustimmung Russlands in Lybien passierte, dann muß doch jedem Analphabeten klar sein, dass in Syrien keine Zustimmung erfolgen kann, unter Berücksichtigung des letzten verbliebenen Flottenstützpunktes.

Hr. Dumbs: Können sie sich noch an den Konflikt in Georgien erinnern, in dem die Amerkikaner nicht ganz unschuldig waren?

2 0

Die Russen ...

... müssen immer die Bösen sein.
Ich finde auch, dass man die Russen mit Lybien gelinkt hat.
Klar werden sie der USA keine Hintertür mehr öffnen, die deren Kriege sanktionieren.

DFAvJ
05.02.2012 23:15
2 0

Na ja...

... nicht verwunderlich, daß sowohl Rußland wie China ihr Veto einlegten. Hätten sie (durch Stimmenthaltung, oder sogar durch Zustimmung) den Antrag akzeptiert, hätten sie damit übertragend und stillschweigend auch Proteste in ihrem eigenen Land anerkannt. Und das wollen natürlich totalitäre Staaten wie Rußland und China nicht...

Gast: Demokierkratie
05.02.2012 23:11
4 2

Sehr geehrter Herr Dumbs!

Was hat Herr Lawrow getan, fragen Sie? Was hätte er tun sollen, was kann er tun? Fakt ist, dass Russland aus der Vergangenheit gelernt hat. Was dabei herauskommt, wenn man im guten Glauben UN-Resolutionen unterschreibt, haben wir in Libyen gesehen. Tod und Vernichtung folgen, wenn UN-Resolutionen unterschrieben werden. DAS IST DIE TRAURIGE REALITÄT. Und die können Sie mit Ihrem Gewäsch nicht beseitigen.

Gast: Martin_S
05.02.2012 23:04
2 1

Naja,

dem "durchschnittlich" gebildeten Österreicher ist es viel wichtiger, auf die USA zu schimpfen, das macht sich viel besser als über die Untaten/nichttaten der Russen nachzudenken...

Antworten Gast: Hubertus
06.02.2012 09:19
2 1

Re: Naja,

Nein. Aber die Russen sind wenigstens nicht so arrogant Angriffskriege(seit dem Nürnberger und Tokyoter Prozessen Verbrechen gegen die Menschlichkeit) als Verteidigung der Menschenrechte, Freiheit und Demokratie zu erklären.

Antworten Antworten chipotle
09.02.2012 04:17
1 0

Re: Re: Naja,

tschetschenien, georgien,... davor halb europa, afghanistan, korea, ... gute russen:)!

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