Sanitäter und Ärzte zeigen großen Einsatz und riskieren häufig auch ihre eigene Gesundheit, um Menschenleben zu retten. Zuletzt etwa im Fall jener Wiener Tourengeher, die sich auf der Schneealpe verirrten und nach einer nächtlichen Suche mit Erfrierungen gerettet wurden – auch einige Retter erlitten dabei Unterkühlungen und Erfrierungen. Leichtsinn und schlechte Vorbereitung brachten also nicht nur die Tourengeher, sondern auch die Bergretter in Gefahr. Dass es immer wieder solche Einsätze gibt, ist bedauerlich. Ein organisatorisches Problem ist es allerdings nicht.
Sehr wohl ein organisatorisches Problem ist es aber, womit die Rettungsfahrer des Roten Kreuzes in Tirol konfrontiert sind. Damit sie Einsatzorte innerhalb einer gewissen Zeit erreichen können, müssen sie oft stundenlang mitten in der Pampa stehen – im Fachjargon spricht man von Bereitstellungspunkten – und auf den Einsatzbefehl warten. Ohne WC, ohne Waschraum – und in vielen Fahrzeugen auch noch ohne Standheizung.
Was damit enden kann, dass ein Sanitäter mit klammen Fingern einen Verband anlegen oder ein vor Kälte zitternder Arzt eine Injektion geben muss. Stimmt schon, das müssen Bergretter im alpinen Einsatz manchmal auch machen, und sie kriegen es trotz allem gut hin. Doch Rettungskräfte ohne Not in die kalte Einöde zu setzen, das kann nicht die Lösung sein.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2012)















