25.05.2012 18:12 | Meine Presse Merkliste 0

Vergessene Reformen

CHRISTOPH SCHWARZ (Die Presse)

Die Koalition hat auch abseits der Sparthematik nichts zu bieten. Das wird sich rächen.

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In ihrem wenig souveränen Ringen um ein Steuer- und Sparpaket ist der Bundesregierung gleich mehrerlei gelungen: Sie beweist nicht nur (einmal mehr), dass sie wesentlich besser darin ist, sich mit sich selbst und mit dem politischen Schlagabtausch zu beschäftigen, als wirkliche Reformen – etwa bei den Pensionen – voranzutreiben. Sondern hat es zudem geschafft, ganz trefflich davon abzulenken, dass sie im neuen Jahr auch abseits der Sparthematik nichts zu bieten hat: Angesichts des kräfteraubenden Minivorwahlkampfs, den SPÖ und ÖVP inszenieren, kann es schon einmal passieren, dass angekündigte Reformen wieder in Vergessenheit geraten, scheint man sich in den Parteien wohl zu denken.

Bei der Verschärfung der Korruptionsbekämpfung ist die Koalition ebenso säumig wie bei der Transparenz der Parteispenden. Beides hätte längst fixiert werden sollen – liegt aber derzeit im Parlament. Und da liegt es offenbar gut. Ähnlich verhält es sich in der Bildung, die im Vorjahr noch zum Zukunftsthema schlechthin hochstilisiert wurde. Mittlerweile ist es still geworden um die Minister Claudia Schmied und Karlheinz Töchterle. Bei der neuen Lehrerausbildung geht nichts weiter. Und auch bei der neuen Uni-Finanzierung und beim Hochschulplan blieb es bislang bei (leeren) Ankündigungen.

Eines sollte der Regierung aber klar sein: Es gibt auch eine Zeit nach dem Sparpaket. Und dann wird sie wieder an ihren anderen Leistungen zu messen sein. In beiden Fällen sieht es nicht wirklich gut aus.

 

christoph.schwarz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2012)

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15 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
07.02.2012 17:34
0 0

Die Österreicher bekamen doch Faszinierendes geboten!

Man erinnere sich nur an das Strasser Video!

Man erinnere sich nur an korrupte Inseratenaffäre des Kanzlers!

Man erinnere sich nur an die "Privatstiftung" der Stadt Wien und deren "Veranlagungen" von Volksvermögen.

Man erinnere sich nur an die Linzer Swapper.

Man erinnere sich nur an die Details zur Übernahme der MAV Cargo. Die haben sogar Schmiergeld bezahlt um dann das Doppelte bezahlen zu dürfen.

Man erinnere sich nur an die Resultate des Pisa Tests.

Man erinnere sich nur daran, dass von den vielen Korrupten nicht Einer einsitzt. Das scheint auch die beste Leistung der Versager zu sein.

Die Österreicher haben doch schon eine faszinierende Vorstellung der Regierung gesehen. Bei der "Sparthematik" ist es ja auch so, dass es eine Thematik bleiben wird, weil es eben keine brauchbaren Lösungen für Österreich geben wird.

Ein wahrlich faszinierendes Versagen, der Kanzler der Schattenregierung bleibt dann auch gleich auf Urlaub.

Gast: Gerd
07.02.2012 17:02
0 0

So sieht wohl der Anfang vom Ende aus..

Politiker aufgrund ihrer Korrupion, Vetternwirtschaft und Gier vom Volk verachtet.
Gesetze nicht nur von der Polit und Wirtschaftsmafia sondern auch von der linken NGO Mafia mit Füßen getreten während die Justiz parteiisch gegen den Willen der eigenen Bürger arbeitet.
Sparpakete für die die arbeiten um illegale Wirtschafts und Sozialflüchtlinge aus dem Ausland durchzufüttern während es sich ein Pfründesystem wie ORF, ÖBB, Bauen und Banken sich richtet.
Abbau der sozialen Netze und Pensionen für Einheimische während anderenorts gepraßt um einer politisch korrekten Klientel zu gefallen.
Offensichtliche Versuche der Politik die Bürger über die Medien mundtot zu machen oder sie zu belügen und zu täuschen.
Scheint die Abenddämmerung dieser Republik zu sein.

0 1

weder für die einen

noch die anderen wird es eine zeit NACH 2013 geben!

WHHW
07.02.2012 11:31
1 1

Faymann-Spindelegger-Effekt

Die Tendenz inkompetenter Menschen, sich selbst zu überschätzen, wird heute als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet - heute sollte das dringend umbenannt werden.
Die Realität ist doch mehr der Faymann-Spindelegger-Effekt.


7 1

it's the BÜRGER, stupid!

das kritisierte nichts-tun ist doch nicht ein privileg der koalition. in einer intakten demokratie würde nämlich in so einer situation die opposition vorpreschen und IHRE papiere vorstellen. (auch auf die gefahr hin, keine mehrheit zu bekommen).

doch nicht nur die koalition schweigt in diesem land (weil sie nichts in der schublade hat), auch die opposition schweigt (weil detto).

in einer funktionierenden demokratie würde der bürger jene partei(en), die nichts zu bieten haben, durch entzug der stimme bestrafen.
doch nicht in ö!
hier zählt nicht leistung oder vision am wahltag. hier zählen wahlgeschenke oder blödeste wahlslogans.

die wurzel des übels ist der ö-bürger. solange er sich mehrheitlich als handaufhalter und volldepp outet, KANN das politische system nur so ausschauen, wie es eben ausschaut!

Antworten Gast: demokratieidealist
07.02.2012 11:39
0 1

sinneswandel beim oberst?

das fördersystem, der aufgeblasene ÖD, funktionärsgschaftln, ... sind u.a. ja jene systeme die den bürger blind und gefügig machen die rot/schwarzen voll.eppen zu wählen!

das die opposition eine einziges trauerspiel abgibt zeigt ja nur wie korrupt alle im parlamentsklub der nehmer geworden sind.

mongoose
07.02.2012 09:00
4 1

Als Waehler haette ich gerne Alternativen, hab ich aber nicht.

Leider

Gast: Demokratieidealist
07.02.2012 07:22
5 1

Lediglich die Unfähigkeit der Parteifunktionäre

wird sichtbar und führt dieses System der korrupten Partei und Freunderlwirtschaft vor.

Nur wird der Steuerzahler nicht mehr lange zuschauen und die Angst des ORF (oder doch nur der SPÖ?) ist dann das geringste Übel!

5 0

Leidensthemen

Schulen, Krankenhäuser, Pensionen, Bundesheer, Universitäten. Ein Haufen leidige Themen, keiner packt sie an.

Antworten Kokopelli
07.02.2012 18:41
0 0

Wer sollte es in Angriff nehmen?

Die Politik seilt sich ab, die Experten flöten ihre widersprechenden Analysen, die Bürger sitzen wie gelähmt daheim vor der Glotze, einige tippen wie ich blöd in den Computer und suchen nach neuen Ansätzen einer modernen politischen Teilnahme. Könnte es sein, dass einerseits sich niemand mehr um das Gemeinwohl kümmern will und andererseits keine Alternativen mehr zur Verfügung stehen? Als wäre nun endgültig die geistige Windstille eingetreten, die politische Erstarrung fortgeschritten...

presser
06.02.2012 21:44
8 1

Die Regierung ist so schwach wie ihre Protagonisten!

Es ist weit und breit niemand da der Leadership ausstrahlt.
Im Gegenteil, alle Beteiligten wirken so als könnten sie den Ernst der Lage und die Tragweite ihres Nichtstun gar nicht erkennen.

Das gesamte politische System ist am Ende, nur eine Expertenregierung samt Ausbau der direkten Demokratie = Volksabstimmungen kann einen Ausweg bieten.

2 3

Re: Die Regierung ist so schwach wie ihre Protagonisten!

experten?

es werden sich keine finden!
zumindest keine seriösen.

einen bruchteil jenes gehalts kassieren, das ausserhalb der politik für einen spitzenjob üblich ist PLUS als öffentliche person sich von hinz und kunz aufs übelste beschimpfen lassen --> das macht niemand, der tatsächlich etwas auf dem kasten hat!

es werden sich wieder nur leute vom format eines faymann, spindelegger oder strache finden!

Antworten Antworten Kokopelli
07.02.2012 18:52
0 0

Nicht anstecken lassen vom Pessimismus!

Ich teile auch diese Gedanken, aber könnte mir vorstellen, dass zumindest europaweit noch Persönlichkeiten gefunden werden könnten, die sehr wohl Wissen, Weisheit, Mut und Lust an der Politik hätten! In deutschen Talks sehe ich immer wieder Kapazunder mit einer großartigen Performance an Klugheit, Herzensbildung und einer hohen Diskussionskultur, die bei uns in Ö total verrottet ist und zurzeit auf Kindergartenniveau dahinvegetiert!

Endgültig

Nun denke ich endlich: Von dieser Regierungsspitze kann nicht mehr erwartet werden. Zwei Landeshauptleute halten sich eine Bundesregierungsspitze und dieser Zustand muss endlich beendet werden.

Gast: Karl Schlosser
06.02.2012 19:08
3 0

Belastungspaket ohne Zuckerl wird zur Bombe

Die Leute wissen, dass es so nicht weitergehen kann. Also werden sie ein Belastungspaket (siehe Umfragen) akzeptieren - wenn zugleich als Zuckerl Reformen angegangen werden, die glaubhaft vermitteln, das wir dadurch leistungsfähiger werden und es in Zukunft wieder aufwärts geht. Die Steirer gehen schon ein wenig in diese Richtung.

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