Schon fast eine Woche lang gibt es nur noch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Der Gasverbrauch erreichte jüngst einen Rekordstand, auch der Strombedarf legt mit jedem Grad, das die Quecksilbersäule im Thermometer „Richtung Süden“ fährt, kräftig zu. Kein Wunder also, dass auch die Energiepreise wieder Thema sind.
Denn die Preise für Strom und Gas sind um gut zehn Prozent zu hoch, wie die E-Control sagt. Sekundiert wird der Energieregulator nun von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner: Die Firmen würden die niedrigen Großhandelspreise nicht an ihre Kunden weitergeben.
Womit Mitterlehner recht haben dürfte. Der Verweis der Versorger auf den „funktionierenden Wettbewerb“ löst sich schon beim ersten Blick auf die Werbeaktivitäten der Branche in Luft auf: Das Nichtvorhandensein jeglicher Bemühungen, neue Kunden zu werben, zeigt in der Regel das Gegenteil von Wettbewerb an.
Dennoch sind die „Haltet den Dieb“-Rufe des Ministers nicht ganz schlüssig. So zeigt ein E-Control-Bericht aus dem Vorjahr Interessantes über die vor zehn Jahren durchgeführte Liberalisierung. Diese brachte deutliche Einsparungen. Davon schnappte sich der Staat aber mittels erhöhter Energieabgabe bis zu zwei Drittel – ein „Körberlgeld“ von knapp 300 Millionen Euro pro Jahr.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)















