25.05.2012 18:13 | Meine Presse Merkliste 0

Also doch ein Steuerpaket

OLIVER PINK (Die Presse)

Der kleinste gemeinsame Nenner – von den Beamten noch kurz hinausgezögert.

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ÖVP-Chef Michael Spindelegger soll wenig begeistert gewesen sein, als sein Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner im Dezember erklärte, der Budgetdefizit-Korrektur werde wohl ein 70:30-Schlüssel zugrunde liegen. 70 Prozent Einsparungen, 30 Prozent Einnahmen. Nun sieht es – allen ÖVP-Dementis zum Trotz – tatsächlich so aus, als würde rund ein Drittel durch Steuern lukriert werden.

Womit der „Keine-neue-Steuern-und-schon-gar-nicht-mit-uns“-Partei ÖVP wohl nichts anderes übrig bleiben wird, als kleinlaut darauf zu verweisen, dass man eben in einer Koalition mit der SPÖ sei, immerhin habe man die Erbschaftssteuer rausverhandelt. Der kleinste gemeinsame Nenner – auch nichts Neues.

Bei den Einsparungen legen sich noch die Beamtengewerkschafter quer. Abgesehen von der Chuzpe, die am Montag stattgefundenen Verhandlungen als „Informationsveranstaltung“ abzutun, hat deren Argumentation, die Beamten würden zweifach getroffen – durch die Einsparungen in ihrem Bereich und durch die Steuererhöhungen und Pensionskürzungen, die alle träfen – durchaus etwas für sich. Aber: Wo soll der Staat denn sparen, wenn nicht in seiner Verwaltung? Dass den Beamten nun wieder genommen wird, was ihnen erst im Dezember gegeben wurde, ist dann allerdings doch eine eher skurrile Koalitions-Facette.

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)

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36 Kommentare
 
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Gast: guest12345
08.02.2012 21:43
0 0

Wahltag

ist Zahltag - schreibt euch das hinter die Ohren oder aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Gast: Stefan Grauermann
08.02.2012 18:14
2 0

Seltsam ...

... warum erstaunt Sie das? Alternative Lösungen hätten doch Intelligenz und Durchsetzungsvermögen gegenüber den diversen Klientelien verlangt - wo aber mag das verborgen sein?

Kleinster gemeinsamer Nenner...

...... Was bitte erwarten wir in der derzeitigen Konstellation, wenn sich zwei Landeshauptleute eine Bundesregierungsspitze halten? Die ÖVP will sparen und hält einen Schutzmantel über die sündteuren föderalen Strukturen, an denen sich etwa 450 Landtagsabgeordente mit Zweit- und Dritteinkommen feudal bedienen und die Parteien mitfinanzieren. Aber ich weiss nun schon, weder die Gehälter dieser Abgeordenten die sich in einer überflüssigen Gesetzgebung bewegen, noch die Gehälter des Bundesräte, noch die paar Millionen der Erbschaftssteuer, noch ........ die paar Millionen dort und da werden das Budget retten. PS: Im übrigen bin ich der Meinung, dass sich nicht Landeshauptleute eine Bundesregierung halten sollten, sondern die Bundesregierung, vielleicht über die Länder oder nur die Bezirkshauptmannschaften, das Land regieren sollten.

Antworten 17und4
08.02.2012 20:36
1 0

Re: Kleinster gemeinsamer Nenner...

man sollte die mittelbare Bundesverwaltung abschaffen, das wäre eigentlich eine wesentliche Sache geworden.
Das wäre billig und könnte echte Einsparungen bringen.
Siehe Finanzamt und Bundesheer

Gast: ggggg
08.02.2012 13:53
3 0

Herr Pink

wo - und wenn, wie hoch - ist denn der Beitrag der Journalisten? Wird z.B. die Presseförderung reduziert? Wo und wie hoch sind denn die Beträge der ÖBBler, der Bauern, der Parteien (Parteienförderung!!), der ASVG-Versicherten (Stichwort: 20% Selbstbehalt, wie bei den bösen Beamten?)

Chuzpe?

Ich verstehe ja, dass alle an sich selber denken, aber NUR an sich selber? Das wird sicher nicht (mehr) funktionieren.

Und zur Verwaltungsreform: die ließe sich durch eine Staatsreform ganz leicht machen - vor allem durch Abschaffung der Landesregierungen. Von Fairness und Gerechtigkeit jedenfalls kann bei diesem (geplanten) ´Sparpaket´ keine Rede sein, die wirklich mächtigen Lobbys setzen sich durch, d.h.: die größten Brocken bleiben nach wie vor im Hals stecken: Gesundheit, (ohne Selbstbehalt für ALLE kann es keine Sanierung geben), Bauern, ÖBB, Länder, Subventionen generell.

Und ich gönne es den Medienleuten, dass sie ungeschoren davonkommen, das ist eben ihr Privileg - aber dann sollten sie wenigstens objektiv(er) und fair(er) kommentieren.

Arethas
08.02.2012 13:03
3 1

Zusammengerauft

In der ersten Republik fanden schwere Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und Christlichsozialen statt.

Nach 1945 hatte man daraus gelernt und sich geeinigt, das Land gemeinsam wiederaufzubauen.

Deshalb haben wir heute -

einen austromarxistischen Ständestaat.

4 1

wo rot draufsteht, sind belastungen, abgaben und neue steuern drinnen!

es ist zu ko++en, wie sich die övp von den sozis hat vorführen lassen - aber kommt nicht unerwartet!

Gast: PAN1
08.02.2012 12:13
1 1

Wenn der gute Spindelegger...

... mehr sparen will, hindert ihn keiner dran, mal bei der eigenen Klientel anzufangen: Bauern, Beamte etc. Aber der Mann ist ja nur mutig, wenn es um andere geht. Siehe auch: http://derstandard.at/1328507159853/Sparpaket-Viel-Wind-statt-weissen-Rauchs

Re: Wenn der gute Spindelegger nicht nur der Hampelmann vom Pröll und vom Neugebauer wäre.....


Gast: eedoo
08.02.2012 11:31
0 2

Wo soll der Staat sparen? Zwei Vorschläge:

Erstens: Den Unsinn mit einer Bundes- und neun Landesverwaltungen abschaffen.

Zweitens: Vermögenssteuern auf EU-Niveau anheben.

Antworten joquer
08.02.2012 15:27
1 0

Re: Wo soll der Staat sparen? Zwei Vorschläge:

Drittens: Steuern auf Arbeit senken, wollten Sie hoffentlich noch sagen, oder?

der staat könnte bei den "presse"-eigentümern sparen


sprich: bei der katholischen kirche, die mit MILLIARDEN subventioniert wird, die steuergeschenke noch und nöcher genießt.
unter anderem damit leistet sie sich dieses blatt für kirche&konzerne, ein nettes investment zur beeinflußung der öffetlichen meinung.

und man könnte die steuerprivilegien der großkonzerne (gruppenbesteuerung) und die stiftungen mal angehen.

wie wärs damit, oli?

aber ich vergaß: steuern von reichen einheben ist raubrittertum und/oder sozialismus, und die privilegien der kirche antasten...sowieso verboten! denn wozu haben wir denn arme, kranke und alte, um nicht bei denen ordentlich reinzuschneiden?

wie heißt es so schön in der bibel: "wer hat dem wird gegeben, den armen wird das wenige auch noch genommen". ist doch eh blattlinie, oder?

17und4
08.02.2012 09:14
2 0

gute Frage "Aber: Wo soll der Staat denn sparen, wenn nicht in seiner Verwaltung?"

leichte Antwort: er könnte da relativ leicht sparen, indem er die Gesetze durchforstet, deren Verwaltung unnötig, teuer und ineffizient ist.

Wobei man durchaus der Verwaltung zubilligen kann, dass effizienzkriterien nicht das ausschlaggebende sein dürfen.
Aber wenn ich daran denke, dass bei vielen Verfahren die persönliche Eitelkeit der Amtssachverständigen und deren persönlicher Durchsetzungswille die treibende kraft ist, und nicht die Sache an sich, dann wäre da ein erhebliches Einsparungspotenzial.
Ich erinnere da an die Verfahren zum Semmeringtunnel.

0 1

Re: gute Frage "Aber: Wo soll der Staat denn sparen, wenn nicht in seiner Verwaltung?"

ein grundsätzlich guter ansatz.

aber, hand aufs herz: glauben sie wirklich, dass solches machbar ist innerhalb von 2 monaten?
das ist ein projekt für viele jahre, wenn es vernünftig und gut gemacht werden soll!

2 0

Re: Re: gute Frage "Aber: Wo soll der Staat denn sparen, wenn nicht in seiner Verwaltung?"

Da haben Sie schon recht! Aber irgendwann sollte die Regierung auch tatsächlich mit diesem Projekt beginnen. Seit Jahr und Tag wird eine umfassende Verwaltungsreform aufgeschoben. Wenn die Zeiten schlecht sind, bringts kurzfristig zu wenig Einsparungen (wie zB jetzt argumentiert wird), in Zeiten der Hochkonjunktur vergisst man schlicht darauf ...

Antworten Wien8
08.02.2012 09:55
1 0

Re: gute Frage "Aber: Wo soll der Staat denn sparen, wenn nicht in seiner Verwaltung?"

Wenn der Staat die Gesetze durchforstet, deren Verwaltung unnötig, teuer und ineffizient ist, trifft das erst recht wieder die Beamten und Verwaltungsbediensteten!

Antworten Antworten 17und4
08.02.2012 14:49
0 0

Re: Re: gute Frage "Aber: Wo soll der Staat denn sparen, wenn nicht in seiner Verwaltung?"

Nochwas: ich denke immer noch mit Schmulneln daran, asl sich Schüssel als Wirtschaftminister nicht entblödet hat, auf den Wegfall einer Verodnung, die die Größe derPapierservietten festlegt, stolz zu sein.
Wie ein Pfau hat er sich in einer 10vor10 Sendung selbst gelobt (aber da war er schon immer gut), und nicht nur dort

Antworten Antworten 17und4
08.02.2012 14:45
0 0

Re: Re: gute Frage "Aber: Wo soll der Staat denn sparen, wenn nicht in seiner Verwaltung?"

noch machen immer die Politiker die Gesetze. Die Beamten helfen ihnen dabei.

dadada
08.02.2012 08:30
0 4

wer kommt nach faymann?

wieder umgefallen.....
keine erbschaftsteuer - wer kommt nach faymann

ein paket ohne erbschaftsteuer aber abkassieren bei denen die eh schon nicht wissen wie es weitergehen soll, nähmlich den pensionisten ist das ende für fayman, rudas und co.

aber eine gründliche erneuerung der spö durch arbeitnehmervertreter wird dieser partei sehr gut tun!

xerxes
08.02.2012 08:29
3 0

Wo kann man sich die nassen Fetzen holen?

Es gibt scheinbar wieder keine Strukturreformen, Besitzstände bleiben gewahrt, Klientelpolitik wird prolongiert, Freunderlwirtschaft wird fortgesetzt, ArbeitnehmerInnnen sollen unverhältnismäßig belastet(gekürzt) und in userem Höchststeuerland sollen weiters die Abgaben und Steuern erhöht werden.

Sehr, sehr einfallsreich von unseren Volks[ver]tretern!

0 1

Re: Wo kann man sich die nassen Fetzen holen?

sie plädieren also ganz im sinne ihres fast-zeitgenossen auf eine zerschlagung des gordischen knotens mit dem schwert.

wer das tut, hat am ende aber nur fetzen in händen und kein verwendbares seil!

ich gebe mittlerweile keinen pfifferling mehr auf die behauptung vieler poster in diesem forum, im richtigen leben erfolgreich und in gehobener position tätig zu sein.
weder in der wirtschaft noch in der politik können echte strukturreformen über nacht ausgedacht und umgesetzt werden.
wer solches fordert, ist vermutlich der nachtwächter, der statt batterien lieber akkus in seiner lampe hätte!

Antworten Antworten xerxes
08.02.2012 10:31
2 0

Re: Re: Wo kann man sich die nassen Fetzen holen?

Geschätzter Herr Oberst,

natürlich lassen sich Strukturmaßnahmen nicht über Nacht verwirklichen.

Was wir aber schleunigt tun sollten - endlich damit beginnen!

Mfg, xerxes

Rinnhofer
07.02.2012 23:41
9 1

Bequemer Populismus

Lohnkürzung für öffentlich Bedienstete ist sicher KEINE Verwaltungsreform (die bitter notwendig wäre), sondern ein bequemer Alibi-Weg, der zudem leicht stimulierbare Neidgefühlen willfährig und veranwortungslos bedient.

Martin_01
07.02.2012 23:38
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Gerechtigkeit ...


... ist NUR über das Steuersystem zu erreichen:

1. Es betrifft jeden, und nicht die einen mehr und die anderen weniger. Nur so geschieht Solidarität, eine gemeinsame Kraftanstrengung.

2. Es gibt die Möglichkeit der Steuerung, dass Vielverdiener mehr beitragen, Wenigverdiener weniger.

Antworten Azona
08.02.2012 08:59
3 0

Re: Gerechtigkeit ...

Die Gerechtigkeit ist sehr subjektiv.
Es ist nicht sehr förderlich für Vermögenssteuern wenn das Kapital fluchtartig aus Österreich abgezogen wird (z.B. nach Jersey, Luxemburg, usw.).
Zudem ist es nicht Gerecht wenn ich viel und hart Arbeite und mir der Staat mein Geld wieder wegnimmt um Menschen durchzufüttern die nichts leisten wollen.

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Re: Re: Gerechtigkeit ...

1. das mit der kapitalflucht ist eine legende!
diejenigen die flüchten, flüchten auch bei einer steuerbelastung von 5% oder weniger.

2. ich halte es für unverschämt und arrogant, leistung mit einkommen gleichzusetzen! wer solches behauptet, stellt sich meist als prototyp des nicht-leisters heraus.

3. wieviel geld wird in diesem staat verwendet, um nichts-leistende menschen durchzufüttern?
und wieviel wird in diesem staat für von ALLEN in anspruch genommene leistungen ausgegeben?
das erste ist kaum sichtbar neben dem berg von zweiterem!

 
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