25.05.2012 18:13 | Meine Presse Merkliste 0

Die Medizin in der Schublade

GEORG RENNER (Die Presse)

Höchste Zeit für schärfere Gesetze gegen Korruption.

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Fein: Die Ermittlungen gegen vier Beamte und einen Unternehmer wegen der möglicherweise illegalen Vergabe 50 Mio. Euro schwerer Putzaufträge im AKH gehen zügig voran. Offenbar haben Beamte den Bietern schon bei der Ausschreibung klargemacht, dass sie sich den Auftrag abschminken können – wer ihn erhalten wird, stünde ohnehin fest.

Man braucht keine große Fantasie, um Parallelen zu anderen Institutionen zu sehen – mit dem Unterschied, dass die Justiz gerade einmal mit den Achseln zuckt, wenn etwa der Chef einer öffentlichen Rundfunkanstalt den Gewinner einer Jobvergabe kennt, bevor diese überhaupt begonnen hat – auch wenn er das letztlich zurücknimmt.

Es ist mehr als nur ein wenig faul im Staate Österreich: Die Vielzahl an Korruptionsfällen zeigt, dass der Eindruck vom „sauberen“ Land vor allem der inexistenten Transparenz des staatlich-politischen Komplexes geschuldet ist.

So rühmlich es ist, dass die Vorgänge im AKH verfolgt werden: Es wird neue Gesetze brauchen, um der systemischen Korruption, die sich in den schattigen Ecken der Republik breitgemacht hat, Herr zu werden. Medizin gegen diese Seuche liegt seit Jahren in den Schubladen der Politik – transparente Parteienfinanzierung, klare Regeln für Lobbyisten, öffentliche Gebote bei Ausschreibungen wären schnell umsetzbar. Worauf wartet man da eigentlich noch?

 

georg.renner@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2012)

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7 Kommentare
Luzius
15.02.2012 13:13
0 0

Höchste Zeit für schärfere Gesetze gegen Korruption.

wäre geboten und höchst an der Zeit, würden sich die beiden Krokodile nicht weiterhin (erfolgreich) dagegen wehren dürfen !

Auch hier scheinen Parteispenden im Spiel zu sein, weshalb man eben erneut nicht daran interessiert zu sein scheint, diesen ja selbst auf beiden Augen blind sehenden Sumpf trocken legen zu wollen oder dürfen ?!

Antworten insigma
15.02.2012 17:42
0 1

Re: Höchste Zeit für schärfere Gesetze gegen Korruption.

die Gesetzte sind in ausreichender Anzahl und Schärfe vorhanden. In Österreich wird halt drauf gepfiffen, seitens der korrupten Stellen genauso wie seitens der Justiz.

Tango Korrupti - Reinhard Fendrichs Lied ist jetzt gefühlte 20 Jahre alt - der Text könnte auch von 2012 sein und in der Zwischenzeit hat sich Nullkommanix geändert.

Antworten Antworten Luzius
17.02.2012 15:09
0 0

Re: die Gesetzte sind in ausreichender Anzahl und Schärfe vorhanden.

wären sie das, könnten nicht einmal die obersten darauf pfeiffen !

Warum schaffte man denn das 2008 fertig beschlossene Antikorruptigesetz 2009 wieder ab ???

Fendrichs Song hatte damals wie heute Gültigkeit, nur solange Täter sich selsbt Gesetze zusammenbasteln dürfen, wird sich daran eben nichts ändern.

nachdenken
09.02.2012 18:58
2 0

z.B: ermittelt die staatsanwaltschaft noch gegen faymann? oder gibt es einen deal beim sparpaket!??


Gast: gggggggg
09.02.2012 12:53
3 0

Früher mal war das immer eine Art Witz

wenn man gesagt hat, dass wir in Österreich keine Mafia brauchen, weil sich bei uns eh alles genauso abspielt wie im finstersten Kalabrien, aber: keiner denkt dabei an ´organisierte Kriminalität´, sondern an eine elegante Praxis, die sich in langer Tadition gewissermaßen organisch entwickelt hat und einfach selbstverständlich ist. Der Unterschied zur ´richtigen´ Mafia: es gab kaum (es gab immerin welche) Tote hierzulande im Zusammenhang mit Korruption. Wie diese Praxis konkret ausschaut? Siehe Beispiel AKH oder ORF: ALLES läuft in unserem Operettenstaat über Freundlern - und weil das alle - vor allem alle politischen Parteien - machen, regte sich bislang keiner auf. Und dass sich jetzt vor allem die Linken furchtbar, geradezu hysterisch, aufregen, ist der FPÖ zu verdanken - denn wenn die Rechten (die ja kaum Gelegenheit dazu hatten) so etwas machen (gemacht haben) DANN IST DAS ETWAS GANZ ANDERES, dann geht ein wildes Heulen durch das Land - weil die Bösen sind nur dort angesiedelt. Aber glaubt jemand wirklich, dass die anderen Parteien besser sind??? Wie naiv - genauer: wie verblendet, oder auch wie verlogen - wäre das! Tztztz...

derfreund
09.02.2012 10:09
1 0

Nur die Österreicher denken,

dass Österreich sauber ist...
Man könnte hierbei unabhaengige Beobachter holen!

Antworten Gast: Jaja
17.02.2012 16:01
0 0

Re: Nur die Österreicher denken,

Das ist so ziemlich das Letzte, was ein Oesterreicher tun wuerde: das kaeme ja einem Eingestaendnis von Fehleranfaelligkeit und Schwachheit gleich und als Mittelpnkt der Welt geht das aben nicht.


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