Gasthermen sind ohnehin schon äußerst lästig. Alle Jahre wieder müssen sie gewartet werden, dafür darf man auch noch regelmäßig ein paar Euro ablegen. Doch was die Kontrollen in den kommenden Monaten angeht, kommt noch ein weiteres Ärgernis hinzu – wenn der Rauchfangkehrer bei der Kontrolle nämlich feststellt, dass die Therme die Grenzwerte bei den Stickoxiden überschreitet. Dann müsste die Therme getauscht werden – weil sich die Grenzwerte Anfang des Jahres eben geändert haben.
Gut, es ist ja legitim, derartige Werte an den neuesten Stand der Wissenschaft oder etwaige technische Erfordernisse anzupassen. Doch dass in einigen Monaten wieder eine neue Regelung erlassen wird, die die gerade erst neu zur Geltung gekommenen Regeln zu Tinnef erklärt, das ist ein starkes Stück. Ist es nun gefährlich, wenn die Stickoxidwerte zu hoch sind? Dann sollen die Grenzwerte ruhig streng sein. Spielen sie aber ohnehin keine Rolle, wozu wurden sie dann einst überhaupt geschaffen?
Am Ende steht ein verunsicherter Bürger, der sich zunächst vielleicht in Lebensgefahr wähnt, der womöglich zum Kauf einer neuen Therme gedrängt wird – und am Ende merkt, dass seine alte Therme für den Gesetzgeber plötzlich doch kein Problem gewesen wäre. Es sieht wieder einmal so aus, als entstünden österreichische Gesetze einfach willkürlich – durch Würfeln.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)















