Sparen nur auf dem Papier?

09.02.2012 | 18:25 |  ANNA GABRIEL (Die Presse)

Die Einigung ist da – nun muss das radikale Paket aber auch umgesetzt werden.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Griechisches Drama, letzter Akt. Selbst ausgewiesene Pessimisten hätten wohl nicht mit jener Hartnäckigkeit gerechnet, mit der die Athener Hauptakteure in leichtsinniger Manier die eigene Bevölkerung und die internationalen Geldgeber monatelang vor den Kopf gestoßen haben. Hilflos musste Regierungschef Lukas Papademos zusehen, wie sich die Parteichefs mit Blick auf die nahenden Wahlen um jeden Punkt und Beistrich des verfassten Sparpapiers stritten.

Mehr zum Thema:

Europas Politik ist schon viel zu lange abhängig von den innenpolitischen Spielchen der griechischen Akteure. Und die Vergangenheit hat gelehrt: Selbst wenn das Parlament die mit EU und IWF vereinbarten drastischen Maßnahmen nun tatsächlich billigte, heißt das noch lange nicht, dass sie tatsächlich umgesetzt werden – damit aber steht und fällt die internationale Finanzhilfe.


Um diesem Treiben ein Ende zu bereiten, hilft jetzt nur noch eines: das Land unter Kuratel zu stellen und die Regierung gleichsam zu den nötigen Sparvorgaben zu zwingen. Ob das von Berlin und Paris ins Treffen geführte Sparkonto der Weisheit letzter Schluss ist, darf zumindest bezweifelt werden. Zwar sollen so die Gläubiger befriedet werden, ein Bankrott wäre deshalb aber nicht vom Tisch.

Und in diesem Fall würde sich der Vorhang für Griechenland in der Eurozone wohl für immer schließen.

 

anna.gabriel@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

5 Kommentare
Gast: TEST TEST TEST
09.02.2012 20:17
3

Kanonenbootpolitik

toll was das Friedensprojekt alles hervor bringt. Selbst die gute alte Kanonenbootpolitik feiert im 21. Jh wieder fröhliche Auferstehung. Demokratie? Nix. EU befiehl wir folgen Dir. Und das Beste zum Schluss: es nutzt alles nix, sie sind pleite, so pleite wie nur irgendwas. PS: will die Gabriel dann auch Truppen zur Unterdrückung griechischer Volksaufstände schicken?

Gast: hodeldoedel
09.02.2012 20:11
0

typisch österreichisch,

wieder einmal haben wir ein "Expertengutachten "
zu einer Frage,die niemand gestellt hat.Beliebter Sport im Land der Töchtersöhne.
Es geht um unterlassene Hilfeleistung,der Herr
Experte will uns doch hoffentlich weismachen,Frau Dr.habe eine zutreffende Ferndiagnose vorgenommen.

Steininger
09.02.2012 18:57
1

Ein Land unter Kuratel stellen ist unmöglich!

In einer Demokratie geht alle Macht vom Volk aus! Dem eigenen Volk wohlgemerkt!
Solche populistischen Anmerkungen wie oben hätte ich in einer Qualitätszeitung wie der Presse nicht für möglich gehalten!

Antworten europa
10.02.2012 09:54
1

Re: Ein Land unter Kuratel stellen ist unmöglich!

Ich gebe Ihnen gerne recht, dass obiger Kommentar ein bisserl dümmlich ist. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Griechen gerne ihrem Volk die ganze Macht geben können, solange sie selber dafür bezahlen.

Was ist den das für ein Unsinn: das griechische Volk entscheidet und das deutsche zahlt - oder wie stellen sie sich das vor?

Antworten roli123
09.02.2012 19:28
3

Re: Ein Land unter Kuratel stellen ist unmöglich!

leider ist die europ. realität etwas komplexer als ihre alten Klamotten aus dem 19. Jhdt. es beschreiben können. es gibt inzwischen mehr als nur das eigene Volk, wir leben in einer solidargemeinschaft und das ist nie eine Einbahnstraße.

Top-News

  • Die Spaltung der roten Bastion
    In der wichtigsten roten Landespartei brechen nun die Dämme. Es gibt öffentlich gegenseitige Rücktrittsforderungen, Flügelkämpfe und einen Michael Häupl, der versucht zu retten, was zu retten ist.
    Sobotka in Rom: "Keine Mauer am Brenner"
    Massive Kritik an Österreich: MSF warnt vor einem "Idomeni am Brenner", die Schließung des Brenners wäre eine Aktion "gegen die Vernunft", sagt Italiens Innenminister.
    Öllinger: "Hofer vertritt klassisch rechtsextreme Positionen“
    Der Grüne Karl Öllinger ist seit Donnerstag wieder Nationalratsabgeordneter. Dem FPÖ-Kandidaten für die Hofburg wirft er rassisch-völkisches Denken vor – und ein Interview für eine Neonazi-Zeitung.
    Banken im Bankomat-Mikado
    Kein Finanzinstitut will sich bei der Einführung von Bankomatgebühren als Erstes bewegen. Sozialminister Alois Stöger will dennoch vorsorglich ein Verbot derselben prüfen lassen.
    Wo Wiens neue U-Bahnen fahren
    Finale Pläne für Trassen und Stationen von U2 und U5 liegen vor. Baustart: 2018. Die U4 ist ab Samstag gesperrt.
    Die Welt, wie Trump sie sieht
    Der republikanische Präsidentschaftskandidat präsentiert eine widersprüchliche Weltsicht und umgibt sich mit Beratern, die das Image von Diktatoren wie Mobutu aufpolierten.
AnmeldenAnmelden