Die Armee der Unbelehrbaren

Gut, dass es die Beschwerdekommission gibt. Auch wenn sich möglicherweise die Falschen an sie wenden.


Gut, dass es die Beschwerdekommission gibt. Auch wenn sich möglicherweise die Falschen an sie wenden.
Man würde annehmen, dass die Bundesheer-Beschwerdekommission für die Grundwehrdiener geschaffen wurde, für jene, die dem bekannt zivilisierten Umgangston ihrer Vorgesetzten wenig abgewinnen können.

Im Vorjahr sind die Beschwerden zwar um 50 Prozent gestiegen, allerdings wurden nur 17 Prozent von Grundwehrdienern eingebracht – damit ist die Tendenz sogar sinkend, 2010 sind es noch 25 Prozent gewesen.
Das Gros der Beschwerden kommt von Unteroffizieren (46 Prozent), auch Offiziere beschwerten sich zu elf Prozent. Es ging hierbei in erster Linie um unerfüllte Karrierewünsche. Solches soll es allerdings auch in anderen Berufsgruppen geben.

So weit, so unspektakulär, könnte man meinen. Zumal der Vorsitzende der Kommission auch befand, Beschimpfungen oder Schikanen durch Ausbildner seien „Einzelfälle“. Man wird allerdings davon ausgehen können, dass nicht jeder betroffene Rekrut sich getraut haben wird, sich an die Beschwerdekommission zu wenden. Man wird somit wohl mit einer etwas höheren Dunkelziffer rechnen müssen.
Und das, was angezeigt wurde, reicht eigentlich, um zu wissen, dass sich beim Bundesheer auch im Jahr 2011 nicht viel geändert haben dürfte. Da war ein „Sautrottel“ noch das Harmloseste. Auch wenn ein Berufsheer grundsätzlich sinnvoller wäre, dieses spezielle Problem dürfte sich dann wohl noch weiter verschärfen.

oliver.pink@diepresse.com

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