Die Austria muss handeln

Fans werfen die ersten Steine. Trainer Vastić aber bleibt unbeirrbar. Oder stur.

Es waren Fernsehbilder, die man im Stadion nicht sehen will. Aufgebrachte Fans zündeten Rauchbomben, gewaltbereite Anhänger waren bereit, die Versager zu jagen, notfalls auch mit einer Tracht Prügel heimzuschicken. Ein Vereinsmitarbeiter brachte das Klubmaskottchen in Sicherheit, der Geißbock flüchtete in die Katakomben, er ist allergisch gegen den beißenden Rauch. Der Schiedsrichter hat immerhin mitgedacht, er pfiff die Partie einfach ab – und damit war der Abstieg des 1. FC Köln endgültig.

Auch in der Südstadt vor den Toren Wiens ging es so richtig wild zu. Die Austria-Fans haben nämlich nach den erbärmlichen Leistungen der Mannschaft „die Schnauze voll“. Zunächst boykottierten sie das Spiel gegen die Admira, dann entlud sich der ganze Frust so richtig nach dem Schlusspfiff. Schon im Stadion steigen einige auf die Barrikaden, hingen drohend auf den Zäunen, konnten nur von den Spielern im Zaum gehalten werden. Der Mannschaftsbus aber musste trotzdem dran glauben, er wurde mit Steinen beworfen, die Mannschaft später an der Abfahrt gehindert.

So aufgebracht die Fans, so verunsichert die Mannschaft. Der heftigst in der Kritik stehende Trainer Ivica Vastić hat seine Auswahl kaputt rochiert, es gibt keine eingespielte Elf. Das macht die Austria noch schlechter, als sie ohnedies schon ist. Und das darf man als Klub nicht (länger) dulden.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2012)

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