24.05.2013 19:14 Merkliste 0

Detektive im Parlament

MANFRED SEEH (Die Presse)

Man muss kein Prophet sein, um abschätzen zu können, dass auch der derzeit in Bearbeitung befindliche Endbericht des parlamentarischen Unterausschusses in Sachen „Kampusch“ viele Fragen enthalten wird.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Man muss kein Prophet sein, um abschätzen zu können, dass auch der derzeit in Bearbeitung befindliche Endbericht des parlamentarischen Unterausschusses in Sachen „Kampusch“ viele Fragen enthalten wird. Zum Beispiel: War es ein Täter, oder waren zwei oder mehr Leute an der Entführung beteiligt? Und man muss kein Kriminalist sein, um zu wissen, dass ein solcher „Jahrhundert-Fall“ nie restlos, bis in alle Winkel, geklärt sein wird. Das liegt in der Natur der Sache, nicht am Unvermögen der Ermittler. Letzteres wurde jüngst von Parlamentariern (etwa bei Pressekonferenzen im Vorfeld des Ausschusses) gegeißelt.

Insofern fühlen sich einige Abgeordnete bemüßigt, selber Detektiv zu spielen. Nun, die Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft im Nachhinein parlamentarisch zu kontrollieren, ist berechtigt. Wichtiger ist aber, endlich die Weichen für ein unabhängiges Arbeiten der Justiz zu stellen. Ankläger, die nicht stets dem politischen Zugriff ihres Ministeriums ausgesetzt sind, würden schon im Vorhinein weniger Angriffspunkte für Verschwörungstheorien bieten. Und hätten auch weniger Ausreden.

 

manfred.seeh@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

5 Kommentare

man muss kein Detektiv sein...

... um auch als begabter Laie, der seinen Hausverstand nicht an der Garderobe abgegeben hat, zu bemerken, dass es hier nicht nur riecht, sondern dass auch objektivierbare Sachverhalte der offiziellen Version der Causa widersprechen.

Nur ein Beispiel: Hier in dieser Tageszeitung war über Monate ein Blogtext von Herrn Seeh mit dem Inhalt zu lesen, dass ein telefonischer Gesprächspartner des besten Freundes von Priklopil oder des Priklopil selbst (Handytauschbehauptung) unter dem Kürzel "Be Kind Slow" sowohl im Rufnummernspeicher des ausgewerteten Mobiltelefons als auch in Internet-Sexforen aufschien.
Der betroffene hohe Bundesheerangehörige, von welchem Fotos existieren, die ihn gleichzeitig mit dem Anwalt des EH wie mit der damals amtierenden BMJ bei einer Charityveranstaltung zeigen, hat öffentlich nie eine Richtigstellung dieser Formulierung begehrt, obwohl in Blogbeiträgen bisweilen sogar sein Rang, sein Vorname und Nachname genannt wurden.
Warum muss ich mir da "Verschwörungstheorien" vorwerfen lassen, wenn es auf der einen Seite ein entführtes minderjähriges Mädchen gibt und auf der anderen Seite der Entführer selbst oder sein bester Freund mit Leuten telefoniert, die unter dem Nickname eines Internet-Sexforums in seinem Handy eingespeichert sind.

Re: man muss kein Detektiv sein...

posting wurde als neue Erkenntnis ans BM.I weitergeleitet

Antworten Antworten Gast: ungeliebter Heike
13.05.2012 15:04
2 1

ha ha ha

*schenkelklopf*

Gast: fake
12.05.2012 16:34
1 0

der glaube an eine autonome unabhängige Justiz

Zitat: "Ankläger, die nicht stets dem politischen Zugriff ihres Ministeriums ausgesetzt sind, würden schon im Vorhinein weniger Angriffspunkte für Verschwörungstheorien bieten."

Das Problem ist wohl eher, das die Politik (Öffentlichkeit) oft nicht wissen (will), welchem Zugriff die Ankläger ausgesetzt sind.

(Die politische Einflussnahme ist leider das geringere Übel)

Gast: fake
12.05.2012 15:56
0 0

der glaube an eine autonome unabhängige Justiz

Zitat: "Ankläger, die nicht stets dem politischen Zugriff ihres Ministeriums ausgesetzt sind, würden schon im Vorhinein weniger Angriffspunkte für Verschwörungstheorien bieten."

Das Problem ist wohl eher, das die Politik (Öffentlichkeit) oft nicht wissen (will), welchem Zugriff die Ankläger ausgesetzt sind.

(Die politische Einflussnahme ist leider das geringere Übel)

Mehr Kommentare:

Top-News