26.05.2013 06:58 Merkliste 0

Spindelegger plaudert zumindest

RAINER NOWAK (Die Presse)

Der Vizekanzler hielt eine Grundsatzrede, die ganz vernünftig war. Die Umsetzung wäre die Sensation.

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Die Gelegenheit, sich über Michael Spindelegger lustig zu machen, wäre günstig. Der Vizekanzler lädt die mehr oder weniger rechte Reichshälfte – vormals also die der ÖVP – in die Hofburg. Der ÖVP-Chef holt sich mit Tennis-Trainer Ronnie Leitgeb einen Laudator zur Einstimmung, der ihn prompt als „grundsolide“ zeichnet. Dann spricht er selbst, erzählt von seinen Eltern und wagt sich auf dünnes Eis. Er versucht sich in Selbstironie. Die Überraschung: Es funktioniert einigermaßen. Zumindest in der ÖVP wird gelacht.

Wichtig war inhaltlich vor allem der Vergleich zu seinen bisherigen Aussagen und Reden: Am Montag predigte nicht der ÖAAB-Chef, der sich um die Beamten sorgt, sondern einer, der in Österreich so einiges vermisst. Also etwa die Möglichkeit durch eigene berufliche Leistung Vermögenswerte zu schaffen. Oder die individuelle Freiheit, etwa im Sozial- oder Bildungssystem. Aus Spindelegger wird sicher kein Dietrich Mateschitz der Innenpolitik werden, aber er ruft nicht: „Her mit dem Zaster!“ Sondern das Gegenteil.

Vor allem aber: Spindelegger unternimmt wenigstens irgendwas, macht sich Gedanken und formuliert – angesichts einer Parteikrise – Ideen. Der Kanzler hingegen geht zwischen Ministerräten und PR-Interviews auf Tauchstation. Heinz-Christian Strache dürfte die Sommersaison in Ibiza eröffnet haben und grinst nur noch von Plakaten. Und die Grünen freuen sich auf Rot-Grün im Bund. Nur Josef Bucher erhebt ein paar Forderungen. (Die könnte allerdings auch Frank Stronach nicht umsetzen, selbst wenn er sich das Land kauft.)

Wirklich relevant bleibt diese Rede des ÖVP-Chefs freilich nur, wenn dem Geplauder irgendwelche Taten folgen. Josef Pröll hielt einst eine vergleichbare staatstragende Rede an die Nation. Dabei sprach er von Staatsreform, einem eigenen Konklave dafür und dem weißen Rauch, der aufsteigen würde.

Es blieb beim wolkigen Bild, Pröll konnte sich nicht durchsetzen. Dass dieser damals mit der Transparenz-Datenbank auch eine wichtige Debatte startete, die bis heute andauert, ist fast vergessen. (Diese Offenlegung ist leider noch immer in weiter Ferne.)

Michael Spindelegger muss vor der Wahl 2012 irgendeinen Erfolg vorweisen können. Sonst bleibt es bei ein paar netten Haltungsnoten.

 

E-Mails an: rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.05.2012)

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28 Kommentare
 
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Gast: Apollo 13
16.05.2012 12:51
0 0

Am Montag predigte nicht der ÖAAB-Chef, der sich um die Beamten sorgt, sondern einer, der in Österreich so einiges vermisst.

Das einzig wahre an dem Satz ist das Wort "predigen". Das war eine Predigt voll von nichtssagenden Plattitüden, ohne jede Selbstkritik und voll mit primitivem Hinhauen auf die anderen Parteien (so viel zum Spindeleggers Verständnis von Anstand) - typisch ÖVP eben: Verlogenes Pack

Gast: Red Zacken
15.05.2012 13:33
0 0

Red Bull

Ab in den Schlachthof

Gast: U. Lechner
15.05.2012 12:42
0 1

Vollkommen richtig:

Die Gelegenheit, sich über Michael Spindelegger lustig zu machen, IST günstig.

Pech für Spindelegger,...

dass sich politische Schaumschläger, Sprücheklopfer und Blender besser verkaufen als grundsolide, integre Politiker wie er.

Das ist in Österreich nicht anders als sonstwo auf der Welt.

Die Welt will betrogen sein. Die Rattenfänger haben leider wieder Hochkonjunktur.


Gast: gast444
15.05.2012 10:29
0 0

treffend

Spitzenkommentar

Antworten Gast: Ich habe die Nase voll
15.05.2012 11:03
0 2

Spitzenpropaganda für die Partei der Superreichen

von der Zeitung finanziert durch die Superreichen

Re: Spitzenpropaganda für die Partei der Superreichen

geh bitte! Jetzt hörts doch auf mit dem ewig gestrigen Klassenkampf! Wer bitteschön sind denn die "Superreichen" und wer der "kleine Mann"? Und warum sind die einen alle schlecht und der andere immer gut? Das ist doch alles nur der Ausfluss der "keinem solls besser gehen als mir"-Mentalität einiger (hoffentlich) weniger, die sich selbst und einem Lösungsorientierten Arbeiten im Wege stehen.

Gast: lofton
15.05.2012 09:16
1 1

Gab

es in letzter Zeit größere Inseratschaltungen von Seiten der ÖVP,Giebelkreuz oder ähnlichem hier in der Presse.

Bezeichnend auch der Mateschitz Vergleich.

Den Herr Mateschitz hat ja der Herr Spindelegger schon bei Erklärung des Sparpaketes,zusammen mit unserem Volkskanzler,strapaziert.
Schon länger her aber nicht vergessen.

Gib's da was?

Presse-Red Bull-ÖVP

Das Red Bull Magazin wird ja auch seit nich all zu langer Zeit als Beilage in der Presse verteilt.

Sehr interessante Konstellation und ein sehr schlechter und plumper Kommentar.

Die Freie Presse? Was ist los, das ist plumpe Propaganda, habts das notwendig?


Gast: dragoner
15.05.2012 08:56
0 1

Na

wenigstens kann ich jetzt ruhigen Herzens mein "diePresse" Abo kündigen.

Peinlicher Kommentar.

Parteimedium.

Gast: Pensionist, der jeden Tag kämpfen muss
14.05.2012 23:39
0 1

Aus der Ö. Volkspartei wurde eine Interessenvertretung der Superreichen

und Spekulanten. Daher dieser Hinweis auf den Herrn Matteschitz. Lächerlich das ganze.
ich wünsche der ÖVP einen Absturz unter die 15 Prozent-Marke obwohl ich sie vor mehr als 15 Jahren noch fast immer gewählt habe.
Jetzt muss ich mit meiner Pension von 1200 Euro brutto (!) überleben und werde auch noch verhöhnt.

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Re: Aus der Ö. Volkspartei wurde eine Interessenvertretung der Superreichen

@Pensionist, der jeden Tag kämpfen muss.
Na, dann wirst aber wenig oder nur sehr kurze Zeit wirklich -sv-pflichtig - gearbeitet haben. Vom Kreisky-Studenten ohne Studiengebühren mit 30 gleich in die Frührente...Wie man ja auch in der Kriminalberichterstattun häufig das Phänomen der 35-jährigen "Frührentner" zu lesen bekommt...

Re: Aus der Ö. Volkspartei wurde eine Interessenvertretung der Superreichen

Sie standen und stehen sich selber im Weg, weil Sie immer noch meinen, ich und alle anderen müssten für Sie sorgen, statt dass Sie das selber tun. Und wenn Ihnen das einer sagt, fühlen Sie sich verhöhnt und betreiben Beton-Klassenkampf, der keinen mehr interessiert.

3 0

Die außerparlamentarische Opposition ist der ÖVP mit so einer Strategie sicher

denn die Piraten werden 2013 ohne jedes Programm und Strategie aus dem Stand mehr Stimmen kriegen als diese schwammige ÖVP mit diesem farblosen Wappler an der Spitze.
Er schämt sich nicht: Er beklagt sich und lamentiert öffentlich wie ein Klageweib über exakt jene Politik die die ÖVP seit 26 Jahren in Regierung sitzend verantwortet & "mitgestaltet" - der Mann ist, das mag seine Entschuldigung sein, von der Realität völlig entrückt.

Gast: Frage
14.05.2012 22:17
3 0

Würden Sie von diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen?

Von einem Schwafler?

Antworten Gast: Gegen die Dummheit
14.05.2012 23:41
0 0

Auch vom Herrn Nowak würde ich nichts kaufen

der die verkommene ÖVP noch deckt

Antworten Antworten Gast: mayerz
15.05.2012 10:11
0 0

Re: Auch vom Herrn Nowak würde ich nichts kaufen

Er deckt hier niemanden, er sagt nur die Wahrheit. Es müssen Taten folgen, damit die ÖVP wieder vertrauenwürdig werden soll. Sonst bleibt es bei einer netten Plauderei. Und mit der ÖVP wird es ganz bergab gehen.

0 1

Re: Würden Sie von diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen?

Die Frage stellt sich nicht nachdem der Führer der Unternehmerpartei ÖVP nicht einen Tag in der Realwirtschaft tätig war sonder immer nur im ellbogenwarmen Funktionärswesen nach oben geschwommen ist.
Zum Gebrauchtwagenverkäufer hat es nie gereicht - also ist er halt ÖVP Parteiobmann geworden...

Gast: Vogel Strauss
14.05.2012 21:02
2 1

Spindi ist nicht die ÖVP

Er ist eine nette, bemühte Marionette, die Strippen ziehen die Landeshäuptlinge in Nö u. Oö sowie die Giebelkreuzler ... und die ÖVP-Wähler wissen das, die sind nicht mittels Rotfunk, Krone u. Heute gleichgeschaltet.

Gast: Es ist nicht mehr zum Weinen, es ist nur zum Lachen.
14.05.2012 20:42
2 2

Der Herr Nowak glaubt wohl er ist in der Kirche

und wachelt mit Weihrauch-Fassl , um hinter dem Rauch die Lächerlichkeit dieser Rede des Herrn Spindelegger und seiner Marionettenmeisters Erwin Pröll zu verschleiern

Gast: Die Zeit vergeht
14.05.2012 20:37
1 1

Die "Presse" ist ebenso wie der Herr Spindelegger u. zuvor schon W. Schü

in den 1990er Jahren stehen geblieben. Doch wir leben in einer ganz anderen Epoche, und zudem ist dieser Kommentar Propaganda.

Gast: krachmandel80
14.05.2012 20:15
3 1

Aha

Na gehn's Herr Nowak.
Wollen Sie wirklich einen ÖVP Listenplatz für die Wahl 2013 ?

Anders lässt sich diese versteckte Lobhudelei,dass Herr Spindelegger was,irgendwas,etwas sagt nicht erklären.

Gesagt hat er schon viel bei seinem Amtsantritt und wo steht die Partei heute ?

Hätten Sie die Antrittsversprechen den Taten gegenübergestellt.
Wäre interessanter gewesen.

Abseits des Antikorruptionsblabla hätten Sie die Antrittsversprechen mit den heutigen vergleichen können.
Wäre auch interessant gewesen.

"Michael Spindelegger muss vor der Wahl 2012 irgendeinen Erfolg vorweisen können."

Dieser Satz verstört überhaupt.

Meinen Sie,dass er vor der Wahl und im Jahre 2012 noch Erfolge vorweisen muss ?
Was ja nicht sein muss,er könnte ja auch im ersten Halbjahr 2013 noch Erfolge verbuchen.

Oder handelt es sich um einen Tippfehler ?

Gast: Hihihihihi
14.05.2012 20:11
2 2

Lächerlich dieser Kommentar, wie auch die Rede des Herrn Spindelegger

Aber das ist ja die "Presse" und das ist die ÖVP ...

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Wie Ronnie Leitgeb sagte "grundsolide" -

aber: genügt das, um Wähler für die ÖVP zu begeistern? Sein Regierungspartner, der Inseratenkanzler, ist ja keine große Leuchte, aber er hat die Medien der kleinen Geister eingekauft und die trommeln für ihn. Der Michael Spindelegger müsste demnach allein mit seinem Charisma ankommen. Da sehe ich noch einigen Nachholbedarf.

Ich Spindelegger er bemüht sich, aber wählen kann ich die ÖVP deshalb trotzdem nicht mehr

weil die wirklcihen mächtigen wollen sozialistische Politik - mehr Steuern, mehr Politikereinfluss (siehe leztens Pröll).

Und das ist nicht bürgerlich. Tut mir leid für Spindelegger.

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Re: Ich Spindelegger er bemüht sich, aber wählen kann ich die ÖVP deshalb trotzdem nicht mehr

Einverstanden, aber was wählen wir dann?

 
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