KOMMENTAR
Eine „Sphinx ohne Rätsel“ nannte Bruno Kreisky einst spöttisch seinen Nach-Nachfolger Franz Vranitzky. Zumindest bei den Rätseln herrscht bei Frank Stronach wenig Mangel.
Da legt er den großen Boulevardmedien Broschüren bei, in denen er eine „geistige Revolution“ ausruft – quasi sein politisches Manifest, „mit Lösungen“, wie Stronach mit Nachdruck betont. Eine eigene Partei gründen, um diese Inhalte an den Wähler zu bringen, will er aber auch wieder nicht. Und eine Kooperation mit dem BZÖ oder eine Unterstützung desselben scheint derzeit ebenso ausgeschlossen.
Was genau will der gütige Onkel aus Amerika jetzt also? Man weiß es nicht.
Manche seiner Ideen klingen durchaus vernünftig. Dass man nicht mehr ausgeben soll, als man einnimmt, etwa. Dass ein Staat allerdings so geführt werden kann wie ein Unternehmen, wird wohl nicht einmal der „neoliberalste Neoliberale“ behaupten. Denn der Staat hat in Bereichen wie Bildung oder Gesundheit Aufgaben zu erfüllen, die sich wirtschaftlich nicht rechnen.
Dass jenes Geld, das der Steuerzahler dem Staat für seine Aufgaben zur Verfügung stellt, derzeit nicht selten ineffizient oder gar falsch eingesetzt wird, ist allerdings wieder eine andere Geschichte. Das sehen mittlerweile aber auch schon Sozialdemokraten vom Schlage eines Hannes Androsch so.
Ein Frank Stronach könnte dieses Thema sicher noch zuspitzen. Fragt sich nur: wo, wann und vor allem: wie?
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2012)















