20.06.2013 02:34 Merkliste 0

Warten auf die Dollarkrise

NIKOLAUS JILCH (Die Presse)

Erst wenn der Dollar nicht mehr Leitwährung ist, kann sich der Euro stabilisieren.

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Zwei Jahre Eurokrise können den härtesten EU-Skeptiker weich kochen. Das ewige Hin und Her, die dramatischen Worte, Rettungschirme hier, Billionenspritzen da – Transferunion, Fiskalunion, Bankenunion, Politunion.

Manchmal beschleicht einen sogar der Verdacht, dass hinter den pompösen Worten nur eine Strategie steckt: Verwirrung stiften, bis sich sicher niemand mehr auskennt. Aber trotzdem – oder vielleicht sogar deswegen – will man den Politikern ins Gesicht schreien: Tut endlich etwas!

Ein Kollaps der EU oder des Euro mag manchen erstrebenswert erscheinen, aber selbst wer keine Nationalstaatsphobie aufweist, muss einsehen, dass die ökonomischen Konsequenzen unabsehbar sind und eher in Richtung katastrophal tendieren als in Richtung harmlos. Sollten Merkel und Co. in ihrem Bemühen nach „mehr Europa“ scheitern, werden wir das sehen.

Obwohl: Sogar eine Welt ohne EU, aber mit Euro ist vorstellbar. Die Bürokratie in Brüssel hat mit der Zentralbank in Frankfurt ja eigentlich nichts zu tun. Die Eurorettung kann aber nicht via Notenpresse stattfinden. Damit sich die Gemeinschaftswährung dauerhaft stabilisiert, muss sie die Rolle einnehmen, für die sie konzipiert ist. Und damit das passiert, muss der Dollar sich als Weltreservewährung verabschieden. Barack Obama wird das im Wahljahr wohl zu verhindern wissen. Und die Eurokrise weitergehen.


nikolaus.jilch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2012)

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21 Kommentare
Gast: Theaterwissenschafter?
11.06.2012 05:13
2 0

Der Artikel klingt nach Wodka-Frühstück bzw. ist ein psycholog. Test zum Eruieren der Reizschwelle der "Presse"-Leser

Der Inhalt der "Presse" gleicht sich dem vom Gratisblatt "Österreich" nervenstrapazierend an.

Egal

ob man den Zerfall des Euros herbeisehnt oder befürchtet,
eine "mögliche Stabilisierung des Euros" ist irgendwo zwischen totaler Realitätsverweigung und Wahnvorstellung anzusiedeln.

Gast: iona
08.06.2012 16:40
3 0

meinen sie das im ernst?


Non sequitur.

Weil der Dollar Weltreservewährung Nummer 1 ist, geht es dem Euro schlecht. Aha.

Es liegt also an Obama und nicht an der Überschuldung. Gute Nachrichten für Griechenland und Spanien!

Die Eurorettung kann nicht über die Notenpresse erfolgen, aber durch weitere politische Integration schon?

Wäre ohne diesen Kommentar am Ende gar ein Stück der Printausgabe weiß geblieben?
Online gibt es dieses Problem nicht, man könnte also getrost auf den Link verzichten.

sie verstehen unseren goldjungen nicht


bei gold-j. dreht sich alles nur um das eine: nämlich um das so schön glänzende metall. am goldenen wesen wird die welt genesen, daher: weg mit dollar, yen, euro-reserven in den nationalbanken und her mit der golddeckung! dann wird ALLES gut, versprochen!

gold-anbeter wie j. können daher in aller ruhe "Warten auf die Dollarkrise" - dann schlägt ihre stunde. sie können sich erhaben fühlen über ahnungslose toren die sich mit arbeitslosigkeit, euro, wirtschaftsdepression herumschlagen...es gibt auf all das eine antwort, und die lautet: GOLD!


Was ist mit Ihnen los, Herr Jilch? Woher haben Sie denn so etwas?

"Eine Welt ohne EU aber mit dem Euro" soll "vorstellbar" sein? Die EU an sich funktioniert ja so leidlich, die Mitglieder, die sich vom Euro ferngehalten haben, haben kaum Probleme!

Die verhängnisvolle Fehlentscheidung der EU, die alles Nachfolgende verursacht hat, war die Ausdehnung des Euroraumes auf Volkswirtschaften mit einer grundsätzlch anderen Geldpolitik, was niemals gut gehen kann.

Während die Menchen nördlich der Alpen und in Skandinavien fleißige Sparer sind und deshalb nichts so sehr fürchten, wie eine Geldabwertung, wird im Süden (aber auch im Westen) kaum gespart, extrem niedrige Sparquoten haben Griechenland und Portugal.

Das ist auch ein Gund, weshalb dort Investitionen in eine leistungsfähige Industrie fehlen und die Wirtschftspolitik nur mit regelmäßigen Währungsabwertungen, die dort niemandem wehtun, funktionieren kann.

Weil die einen nicht ohne Hartwährung, die anderen aber nicht ohne Weichwährung leben können, ist die derzeitige Ausdehnung des Euroraumes unhaltbar und die Wurzel allen Übels!

Auch die EU hat einen schweren Geburtsfehler, nämlich die fehlende Einflussnahme der Bürger auf die EU-Politik. Dieser Mangel an Demokratie wird aber vom Volk noch nicht als unerträglich empfunden, weshalb die EU bis auf weiteres nicht gefährdet ist und ohne das unsinnige Festhalten am Euro in der derzeitigen Form keine Probleme mit dem Weiterleben hat!

Die EU kann ohne den Euro existieren, der Euro aber so, wie er jetzt ist, auf Dauer niemals!

Re: Was ist mit Ihnen los, Herr Jilch? Woher haben Sie denn so etwas?

In einer geschlossenen Volkswirtschaft ohne Staat kann es Investitionen nur mit gespartem Geld geben. Es gibt aber auch Investitionen vom Staat und aus dem Ausland. Trotzdem hängt es immer noch von der Sparquote ab, ob eine Volkswirtschaft mit dem technischen Fortschritt mithalten kann oder nicht. Die Südeuropäer haben aber nur geringe Sparquoten, weshalb sie nie die gleiche Wirtschaftspolitik machen können, wie die Nordeuropäer. Sie können ihrer Wirtschaft nicht durch Investitionen neue Impulse geben, sie haben dafür nur die einzige Möglichkeit, die Währung abzuwerten. Wer im Süden den Euro hat, kann das aber nicht mehr und kann mit ihm auf Dauer nicht leben!
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Das “ewige Hin und Her . . . bis sich niemand mehr auskennt” ist ein Zeichen für die Unfähigkeit der Eurokraten, mit den Problemen fertig zu werden und das wieder ist eine Folge der undemokratischen Konstruktion der EU.

Bei den sog. EU-Wahlen kann man ja keine EU-Politik, sondern nur eine nationale Partei wählen, womit der Wähler nur darüber entscheidet, wie viele Leute diese Partei in die EU entsenden darf.

Keine Partei, die Wahlen gewinnen muss, kann einen fähigen Politiker an die EU verlieren, weshalb dorthin nur solche Funktionäre entsandt werden, die zuhause mit Sicherheit niemandem abgehen. Die EU wird keineswegs von der “Elite” gelenkt, sie ist nur eine negative Auslese, eine "Diktatur der Unfähigen"!

Der Euro geht nicht am Dollar, sondern an den Eurokraten zugrunde!

GOOOOOOOLD!


heureka! gold-j. meint natürlich wie immer das gleiche! wir müssen den goldstandard wieder einführen, wenn der teuflische papier-dollar nur endlich als weltreservewährung abdanken würde, könnte könig gold wieder den thron besteigen und uns alle glücklich machen! DAS ist natürlich die lösung aller ökonomischen probleme!

es ist so schön, dass es "Journalisten" wie gold-j. gibt, bei denen man sich auf die wiederkehr des ewig gleichen verlassen kann. vergelts gott mit einem goldbarren!

aber warum denn eigentlich so verklausuliert und kompliziert, man versteht sie ja kaum. oder ist das absicht? schreiben sie nur für die "gold-bugs", die happy few, die morgens, mittags und abends das goldene kalb anbeten?


kryptisch-sinnfrei-surreale assoziationen...

...von unserem star-reporter von der goldfront.

was heißt z.b. der folgende satz:

"Damit sich die Gemeinschaftswährung dauerhaft stabilisiert, muss sie [die EZB] die Rolle einnehmen, für die sie konzipiert ist."

ah ja. das heißt also preistabilität? also währungskrise, explodierende schulden und arbeitslosigkeit, währungsraum vor dem kollaps - ist alles nicht so schlimm, wenn nur die inflation niedrig bleibt, oder wie?

aber ich greife dem gold-ji. mal wieder vor, denn eigentlich gehts um ganz was anders, denn er führt auch aus, auf welchem wege die EZB endlich "die rolle einnehmen kann, für die sie konzipiert wurde":

"...damit das passiert, muss der Dollar sich als Weltreservewährung verabschieden."

hä? können sie uns das näher erläutern, viell. am bestennachdem sie sie sich geistig-moralisch durch ein goldbad erfrischt haben? ich versteh nämlich nicht ganz, warum das einzige, was wir tun können sein soll, darauf zu warten, dass die USA den dollar als leitwährung aufgeben. wieso kann dann die EZB erst die "rolle" spielen, die ein marktfanatiker wie sie ihr zu"denkt"???

bitte erklären's uns das...

Gast: 1. Parteiloser
08.06.2012 09:09
2 0

Der Wettbewern der Schlechtesten ist schlecht für de Bürger!

Es kann doch keine Lösung sein, wenn der angeschlagene USD noch schlechter wird um den Euro wieder relativ gut dastehen lässt.

Beide Währungen sind inzwischen als Wertespeicher, zum Sparen, als Pensionsvorsorge, vollkommen ungeeignet geworden und haben diese Funktion verloren.

Beide Währungen existieren nur noch durch Dominanz der Masse und der Gewohnheit der Marktteilnehmer.

Beide Währungen sind ungedeckt und funktionieren nur noch als Pflaster zum Zudecken schwerer wirtschaftlichen Disblancen.

Diese Währungen sind wirklich nur noch als Tauschmittel für kurzfristige Handelsgeschäfte geeignet und haben alle anderen wichtigen Funktionen verloren.

Auf einen starken Euro hoffen, wenn der USD sein aktuelles gute Image verliert, das wird den Bürgern gar nichts helfen, weil die gewaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Disbalancen in Europa bleiben werden.

Die Krise des Euro hat nur 1 Ursache. Planwirtschaft = Mangelwirtschaft. Staatsausgaben von bis über 50% des BIP
(F, A) p.a. zeigen die Planwirtschaft in Europa deutlich auf. Die Staatsschuldenkrise und die Eurokrise kann als Messgerät für das Verwirtschaften dienen ist aber niemals die Ursache.

Die Evolution wird sich auch nicht betrügen lassen und langfristig beide Währungen wegspülen, bzw. Währungsreformen erzwingen. In der Übergangszeit werden wohl wieder harte Werte (Rohstoffe), mit einem Nutzen für die Gesellschaft, den Handel bestimmen.

Gast: eak
08.06.2012 06:42
4 1

Was

für ein schwachsinniger Artikel.....

Der Dollar trägt die Schuld daran, dass der Euro scheitert. Das wär ja genauso , als würde man sagen, die Presse trägt daran Schuld, dass in der Kronenzeitung Schwachsinn gedruckt wird.....

Oder : Die Kronenzeitung trägt daran Schuld, dass Herr Jilch hier ungehindert seine krausen Theorien verbreiten darf.

Gast: LegendIn
07.06.2012 23:26
4 0

Erst wenn die PIGS und Frankreich aus dem EURO geworfen wurden kann sich der EURO stabilisieren

Die EURO-Schwäche hat nichts mit dem Dollar zu tun sondern mit den absolut nicht mehr konkurrenzfähigen Mitgliedsländern!

Die EU verkommt mehr und mehr zur kommunistischen Planwirtschaft. Das wirkt sich nicht unbedingt Geldwertstabilisierend aus.

Antworten Gast: Tourist
08.06.2012 07:54
0 0

Re: Erst wenn die PIGS und Frankreich aus dem EURO geworfen wurden kann sich der EURO stabilisieren

Ich nehme an dann haette Deuschland schon vor 10 Jahren aus dem Euro austreten sollen, als es nicht konkurrenzfaehig war, die Maastricht Defizitgrenzen gebrochen hat und als kranker Mann Europas galt:

Atikel von 2001
http://www.welt.de/print-welt/article326383/Deutschland-ist-inzwischen-der-kranke-Mann-Europas.html

Hier noch ein Link zur angeblich deutschen Stabilitaetskultur:
http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nderfinanzausgleichIch nehme an dann haette Deuschland schon vor 10 Jahren aus dem Euro austreten sollen, als es nicht konkurrenzfaehig war, die Maastricht Defizitgrenzen gebrochen hat und als kranker Mann Europas galt:

Atikel von 2001
http://www.welt.de/print-welt/article326383/Deutschland-ist-inzwischen-der-kranke-Mann-Europas.html

Hier noch ein Link zur angeblich deutschen Stabilitaetskultur:
http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nderfinanzausgleich

Antworten Antworten Gast: LegendIn
08.06.2012 11:08
1 0

Re: Re: Erst wenn die PIGS und Frankreich aus dem EURO geworfen wurden kann sich der EURO stabilisieren

Sie übersehen eines: Deutschland hatte damals keinen "Rettungsschirm" zu erwarten, keine "Hilfsgelder" und keine "Vergemeinschaftung der Schulden", Deutschland musste sich selbst helfen, und das hat Schröder dann, als ihm das Wasser bis zum Halse stand widerwillig (und unbedankt) mit Hartz4 getan.

Die FIPS-Staaten aber verlassen sich insgeheim darauf, gerettet zu werden, wie der idiotische Hollande-Beschluss in Frankreich (Rentenalter absenken) beweist.

Dieser EURO ist nicht zu retten, so lange die faulen Äpfel im Korb liegen.

Re: Re: Re: Erst wenn die PIGS und Frankreich aus dem EURO geworfen wurden kann sich der EURO stabilisieren

Hartz4 war ja nur ein Teil der Agenda 2010, mit der Schröder aus dem kranken Mann Europas einen kraftstrotzenden Muskelprotz gemacht hat!

Anmerkung: Heute machen Hollandes Sozialisten in Frankreich genau das Gegenteil von Schröder und werden damit Frankreich zu einem weiteren "kranken Mann Europas" (heute haben wir ja schon eine ganze Reihe "Kranke") machen!

Für welche Rolle

ist denn der EURO konzipiert worden, Herr Jilch - klären Sie uns Unwissende doch bitte auf ! Wenn Sie sich auf einen akuten Anfall von Größenwahn beziehen wie z. b. den EURO als Weltleitwährung oder wie bereits 2010 die EU der dynamischste, wissensbasierte und überhaupt oberaffentittengeilste Staatenverband sein wollte, dann tun Sie einem nur noch leid - Sie sind der EU-Propaganda voll auf den Leim gegangen und haben das selbstständige Denken abgestellt.

Gast: radius
07.06.2012 20:13
9 3

Also das, Herr Jilch, ist wohl der größte Blödsinn, den Sie hier schreiben.

Haben Sie was getrunken?

Ursache und Wirkung

Der Euro war auf dem besten Wege, den Dollar als Hauptwaehrung abzuloesen. Aber dieser Prozess ist jetzt, wo die Konstruktionsmaengel des Euro offensichtlich geworden sind, natuerlich gestoppt bzw. umgekehrt.

Und das nicht, weil der Dollar ploetzlich so schoen ist, sondern weil der Euro haesslich geworden ist. Darauf zu warten, dass der Dollar sich auch verunstaltet, und damit die Haesslichkeit des Euro in Vergessenhait geraet, scheint mir keine brauchbare Strategie.

Gast: Albert Deutsch
07.06.2012 19:33
1 0

Wo bleibt die Begründung

für Ihre zentrale These? Wäre schön gewesen, wenn Sie diese Behauptung dass der Dollar zuerst als Weltreservewährung abgelöst werden muss in irgendeiner Weise untermauern könnten.

Re: Wo bleibt die Begründung

ein gold-j. muss nichts untermauern, beweisen, oder logisch argumentieren. wenn sie ihm widersprechen, sind sie schon sozialist, und damit disqualifiziert.

Gast: Vogel Strauss
07.06.2012 19:01
3 0

'Tut endlich was'

Die Politiker tun eh was - das, was sie immer getan haben, nämlich irgendwas beschliessen und hoffen, dass es hält. Genauso sind Länder wie GR, I, F in den Euro reingekommen. Kohl, Mitterand, Juncker & Co haben nämlich ganz genau gewußt, dass die Wirtschaftsleistung dieser Länder niemals den Vorgaben entspricht. Und haben sie trotzdem aufgenommen. Deutsche Wiedervereinigung gegen Währungsunion - wir alle zahlen jetzt dafür! Das ist Solidarität!

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