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Julian Assange, das Opfer

HELMAR DUMBS (Die Presse)

Die totale Transparenz: Der WikiLeaks-Chef demontiert sich öffentlich selbst.

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Erinnert sich noch jemand an WikiLeaks? Ja, genau diese Enthüllungsplattform, die einmal angetreten ist, die Mächtigen dieser Welt das Fürchten zu lehren. Durch totale Transparenz: Alles soll, nein, muss an die Öffentlichkeit. Das war das Credo von Julian Assange, dem Gründer. Weltweit flogen dem Robin Hood der Geheimdokumente und seiner Organisation Sympathien – und Spenden – zu.

Der Transparenz ist Assange treu geblieben: Während es um WikiLeaks still wurde, zelebriert er vor der Weltöffentlichkeit seit Monaten seine Selbstdemontage, die darin gipfelte, dass er für den Kreml-Sender „Russia Today“ einem Terrorpaten wie Hisbollah-Chef Hassan Nassrallah Honig ums Maul schmierte.

Statt die laut seiner Aussage haltlosen Vorwürfe zweier Frauen vor der Justiz in Schweden zu entkräften, stilisiert er sich zum politischen Opfer und setzt der Sache noch die Krone auf, wenn er jetzt um Asyl ansucht. Wenn Assange ein Opfer ist, dann das seiner eigenen Hybris.

 

helmar.dumbs@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2012)

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11 Kommentare

Vorverurteilt

Die Amerikaner wollen Assange, denn er hat sie bis auf die Knochen blamiert und was noch wichtiger ist, er würde weitermachen. Und das wird gefährlich.
Und was für die Amerikaner gefährlich ist, lebt nicht lange !!!
Und davor dar man schon Angst haben, auch als Assange.
Er demontiert sich nicht, sondern er weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat.

Gast: Bradley Manning
21.06.2012 17:28
0 2

Freunderlwirtschaft

Auch hier Freunderlwirtschaft. Allerdings zwischen den österreichischen Medien, USA und Israel (welches übrigens immer noch illegaler Besetzer in Palästina ist!).

Bradley Manning der ein schweres Kriegsverbrechen aufgedeckt hat sitzt in Einzelhaft und darf nicht mal von UN Beauftragten besucht werden.

Der Herr Dumbs ist meiner Meinung nach über die Maßen ignorant und selbstgefällig!

Wie soll er die Vorwürfe...

entkräften??? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Als Mann hast du in so einem Fall IMMER die Ar*karte!!!

Gast: spf
21.06.2012 12:56
3 1

"Den Anfang machte ein 'Kollateral-Mord' genanntes Video, das einen Helikopter-Angrif von US-Truppen auf Zivilisten in Bagdad zeigt, darunter ***zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters***."

Wie schön wird doch hier verharmlost: Kein Wort davon, dass die Amis dabei mehrere Personen grundlos, feige und hinterlistig erschossen haben.

Ich habe mir das Video (samt Ton) angeschaut: Die "US-Truppen" (wieso eigentlich "Truppen", es war doch ein Helikopter-Angriff) haben eine Gruppe von ca. 10 Männern, die in der Hitze gemächlich dahinspazieren, um Fotos zu machen, plötzlich grundlos unter Feuer genommen.

Mehrere Personen sind bei dieser (feigen) Aktion ums Leben gekommen.

Besonders aufschlussreich sind allerdings die Kommentare der Schützen im Helikopter, die von tiefster Geringschätzung der Menschen zeugen.

Bei einem anderen Angriff ist das deutlich hervorgekommen: Ein Vater führt seine zwei Kinder zur Schule. Plötzlich wird das Auto unter Beschuss genommen. Vater stürzt hinaus, um die verletzten Kinder in Sicherheit zu bringen. Ca. 30 Sekunden später nochmals Beschuss der Personen inklusive der Kinder.

Der Gipfel war folgender Kommentar der Schützen aus dem Helikopter: "Selber schuld, wenn er die Kinder in die Schule führt."


3 1

Re: "Den Anfang machte ein 'Kollateral-Mord' genanntes Video, das einen Helikopter-Angrif von US-Truppen auf Zivilisten in Bagdad zeigt, darunter ***zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters***."

Feig und feig sind 2 verschiedene Sachen. Hauptsächlich bei den Amateuren, die hier ihre Kommentare abgeben. Der Sichtwinkel ists.

Gast: Gast: Leser
21.06.2012 10:50
3 3

Opfer

Assange ist - auch wenn ihn einiges in ein schiefes Licht rückt - zweifellos ein Opfer, einerseits der mehr als eigenartigen schwedischen Rechtssprechung in Sexualangelegenheiten (noch dazu mit Beweislastumkehr, d.h. er muss seine Unschuld beweisen), andererseits des Zorns der amerikanischen Regierung, die ihn - weil er wahre Dinge veröffentlicht hat, die den Amerikanern höchst peinlich sind - umbringen will. Sein Asylansuchen ist durchaus nachvollziehbar.

der unterschied

zwischen assange und presse-kommentatoren:

ersterer hat wenigstens belege für seine behauptungen !
letzteren werden sie wegen ihrer bedeutungslosigkeit offenbar erlassen.

Gast: UKW
20.06.2012 20:25
5 5

Ein richtiger Journalist würde nicht neben seinem Schreibtisch sitzen und Schuldzuweisungen betreiben, sondern nach Schweden fliegen und in der Sache einfach recherchieren

Im übrigen: Wie soll er in Schweden die angeblichen oder tatsächlichen "haltlosen Vorwürfe" zweier Frauen entkräften? Da steht eine Aussage (Assange) gegen zwei andere (die der zwei Frauen).

Herr Dumbs weiß zwar nicht ob er schuldig ist oder nicht, aber er weiß ganz bestimmt, dass die Erbringung eines solchen Beweises fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Die Amerikaner wissen das auch. Aber die haben wenigstens ein Motiv Herrn Assange habhaft zu werden.


3 0

Re: Ein richtiger Journalist würde nicht neben seinem Schreibtisch sitzen und Schuldzuweisungen betreiben, sondern nach Schweden fliegen und in der Sache einfach recherchieren

und was würde ein richtiger journalist wie Sie in schweden tun?

Gast: ffggggre
20.06.2012 19:54
5 1

DANKE FÜR IHRE WORTE, HELMAR DUMBS !!

Sie sprechen heute hundertausenden und abermillionen normal gebliebenen Menschen aus der Seele damit, auch wenn viele Forum-Kommentare einen anderen Eindruck erwecken wollen ....

Gast: ass-ange
20.06.2012 18:57
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Der Typ

ist widerlich bis zum Excess. Alles und jeden diffamieren, mit Dreck anschütten und niedermachen.
Austeilen ohne Ende , aber nicht einmal eine rechtsstaatliche Untersuchung einstecken können.

Ein Mann stellt sich einem Vorwurf, aber Ass-ange ist keiner. Sondern nur ein Manderl.

Nichts weiter als ein zeitgeistiger Feigling.

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