04.07.2009 17:08 | Meine Presse Merkliste0

Die Moralisten sind die Geiselnehmer

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Politiker und Medienleute bedienen sich immer öfter erpresserischer Methoden im Namen einer höheren Moral.

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Die Grünen erhöhen den Druck in Sachen Abschiebung abgewiesener Asylwerber, sagt deren Parteichef Alexander Van der Bellen. Weil auch der Innenminister den Druck erhöht. Zeitungen, Radiostationen und Fernsehsender werfen sich in die Schlacht um das Schicksal der kosovarischen Familie Zogaj.

Arigona, die 15-jährige Tochter der Zogajs, die Ende September mit dem Hinweis untergetaucht ist, sie werde das Land lebend nicht verlassen, hat sich am Freitag mit einer Videobotschaft gemeldet, die beim oberösterreichischen ORF-Landesstudio abgegeben wurde. Der Kampf der guten Menschenrechtsfreunde gegen die bösen Menschenverächter wird geführt wie jeder zeitgenössische Krieg: auch und vor allem über die Medien.

Tag für Tag treffen in den Redaktionen Leserbriefe ein, in denen Menschen unterschiedlichster weltanschaulicher Herkunft erklären, sie schämten sich für dieses reiche Land, das arme Menschen, die schon fünf Jahre hier leben und sich gut integriert haben, des Landes verweist. Der Innenminister, der mit massenkommunikatorischen Fähigkeiten nicht überdurchschnittlich ausgestattet ist, wiederholt wacker-weinerlich seinen Standpunkt, dass geltendes Recht auch vollzogen werden müsse.

Und, im Lichte der medialen Kriegsführung besonders interessant: Der Staat dürfe sich nicht erpressen lassen. Das erinnert nicht zufällig an die zahlreichen Geiseldramen des Irak-Krieges: Die Opfer melden sich, in der Regel eher unfreiwillig, per Video, das gesunde Menschlichkeitsempfinden sagt der Masse und ihren Medien, man könne doch nicht den Tod dieser Menschen riskieren. Die Politik knickt entweder, wie in Italien oder Spanien, ein und wird dann mit immer neuen Forderungen konfrontiert. Oder aber sie sagt, was Günter Platter sagt: Der Staat darf sich nicht erpressen lassen.

Natürlich spielen im Hintergrund auch inhaltliche Fragen eine Rolle. Der Innenminister zum Beispiel scheint nicht zu wissen, dass das Argument, man müsse geltendes Recht jedenfalls vollziehen, die Standardausrede von Mitläufern totalitärer Regime gewesen ist. Nein, wenn sich herausstellen sollte, dass das geltende Recht übergeordneten Rechtstiteln, zum Beispiel den Menschenrechten, widerspricht, darf man es nicht vollziehen. Herr Platter sollte sich also nicht auf den Ausredenstandpunkt subalterner Vollzugsbeamter herablassen, sondern seine Argumente für die Rechtmäßigkeit des Gesetzes darlegen, und wenn er keine Argumente hat, soll er das Gesetz zu ändern versuchen.

Die Gegner des geltenden Rechts wiederum scheinen den fundamentalen Widerspruch in ihrer eigenen Argumentation nicht zu bemerken: Sie erklären, man müsse Asylwerbern, die wegen langer Verfahrensdauer schon seit Jahren hier sind, ein Bleiberecht gewähren, weil ja der Staat an ihrem langen Hiersein schuld sei. Zugleich wird jeder Versuch, die Verfahren abzukürzen (etwa durch Straffung des Instanzenzuges, Neuerungsverbote etc.) wütend als Verstoß gegen die Menschenrechte gebrandmarkt. Wer so argumentiert, hebelt das Asylverfahren als solches aus und sagt: Wer es einmal irgendwie hierher geschafft hat, der darf auch bleiben.

Genau auf diese Haltung, die die unintelligenteste Form der Zuwanderungspolitik darstellt, setzen Asylwerber wie die jetzt abgeschobenen: Sie wissen genau, dass es für sie Jahre nach dem Ende des Kosovo-Krieges keine Asylgründe gibt. Weil sie auch wissen, dass sie auf regulärem Weg keine Chance auf Zuwanderung nach Österreich haben, versuchen sie es trotzdem. Am Beginn der Geschichte steht also die bewusste Missinterpretation des Asylgedankens durch jene Menschen, die am Ende der Geschichte eindeutig als Opfer einer inhumanen Staatsgewalt dastehen.


So inhuman ist dieser Staat indes nicht: In diesem Jahr wurden an die 800 humanitäre Aufenthaltstitel gewährt, eben weil der Staat weiß, dass ein Teil der langen Verfahrensdauer auch auf seine eigenen Versäumnisse zurückzuführen ist. Dafür, dass eine solche diskrete Lösung im Fall der Familie Zogaj nicht möglich ist, sind genau die verantwortlich, die sich jetzt werbewirksam als moralische Instanzen der Republik aufspielen, von „Österreich“ bis „Ö3“. Sie agieren nach dem klassischen Muster des politischen Moralismus, wenn sie sich, indem sie den Beginn der Geschichte verschweigen, über alle Regeln der korrekten Darstellung und des journalistischen Handwerks hinwegsetzen, weil sie angeblich im Auftrag einer höheren Moral der Menschlichkeit agieren.

Sie sind die Geiselnehmer, die die Freilassung der Geisel verlangen.

„Staat darf nicht erpressbar werden“ Seite 6


michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2007)

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77 Kommentare
Gast: kritzkratz
07.10.2007 21:17

Bravo!

Dialektisch sehr schön.

Was war denn jetzt genau der Anfang der Geschichte, den alle verschweigen?

Hat das irgend einen Grund?

nasenbaerli
07.10.2007 11:10

politiker zur verantwortung ziehen

Die Abschiebung mag rechtlich in Ordnung gehen. Aber: ein Staat, der mehr als 5 Jahre benötigt, um zu einem Ergebnis zu kommen, ob jemand hier bleiben darf oder nicht, verliert sehr stark an Glaubwürdigkeit. Die Behörde hat alle vorkehrungen zu treffen, daß sie innerhalb der vom Gesetz gesetzten Fristen entscheidet. #'Tut sie dies nicht, macht sie sich schuldig, schuldig in dem Sinne, daß sie zur Rechtsunsicherheit beiträgt. Selbstredend ist der amtierende Innenminister als oberster politisch Verantwortlicher in die Pflicht zu nehmen und hat sofort zurückzutreten.
Oder aber, er ordnet an, daß es bis zur Aufarbeitung der anhängigen Fälle keine Abschiebungen gibt.
Wer einmal fünf Jahre hier ist, egal ob legal oder illegal eingereist, ist hier daheim.

Antworten heduda
07.10.2007 17:51

falsch

ich hab mal 10 jahre in einem stück in thailand gelebt.hab auch getrickst.wäre ich mal abgeschoben worden.ich hätt mich nicht beschwert.zwischen daheim ,und hier gefällt es mir supergut,besteht ein grosser unterschied.daheim ist halt mal ein bisschen langweiliger,als der ort wo man gerade mal illegal lebt.

Antworten Gast: Niederösterreicher
07.10.2007 15:43

Re: politiker zur verantwortung ziehen... bla,bla,bla..

Haben Sie denn überhaupt eine Ahnung, wie sich im Zeitalter der Menschenrechte Verfahren mit fremdsprachigen Ausländern abspielen. Sie müssen für jede Vernehmung Dolmetsch beiziehen. Das ist bei der Vielfalt der Sprachzugehörigkeit der A-Werber (die oft aus Afrika oder Asien kommen) überaus zeitraubend, weil oft nur wenige, für lange Zeit ausgebuchte oder oft gar keine Dolmetsch zur Verfügung stellen.
Dazu kommt, daß die Asylwerber oft den Wohnsitz wechseln und nicht auffindbar sind. Und zu den "guten Tips" div. "Gutmenschen" gehört auch, Alter und Staatszugehörigkeit zu verweigern, weil die Heimatländer die Zusammenarbeit mit österr. Behörden verweigern, Standesdokumente auch sonst fehlen usw.

Und für all das einfach die Asylbehörde oder gar den ÖVP-Minister verantwortlich zu machen, ist mehr als polemisch und verrät, aus welcher politischen Ecke Sie kommen!

Antworten Antworten Gast: kh123
08.10.2007 05:54

Re: Re: politiker zur verantwortung ziehen... bla,bla,bla..

Was sollen diese Argumente hier?? Für die hier diskutierte Familie bedarf es keines Dolmetschers, da zumindest einige Familienmitglieder offensichtlich Deutsch sprechen, sie verschweigen nicht ihre Herkunft, sind nicht durch ständigen Wohnortwechsel untergetaucht. Falls Sie mal versuchen könnten nachzudenken: sind nicht Sie hier der Polemiker, den ÖVP Minister hier von aller Verantwortung freizusprechen, indem Sie mit hier absolut nicht zutreffenden Negativargumenten kommen?? Und genau diese Unfähigkeit, völlig unterschiedliche Fälle zu differenzieren, kann man einem zuständigen Minister sehr wohl als Inkompetenz vorwerfen - ganz unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit.

Antworten Antworten Antworten Gast: Niederösterreicher
08.10.2007 23:34

Re: Re: Re: politiker zur verantwortung ziehen... bla,bla,bla..

Sie geben also zu, daß die Zogajs unter Mißbrauch des Asylrechts sich nach Österreich "schleppen" ließen. Und jetzt sollen sie, weil sie schon da sind, auch da bleiben. In Ihrer Fantasie ist die ganze Welt ein Dorf, wo jeder nach belieben und zu seinem Vorteil sich niederlassen kann. Na dann probieren Sie einmal, in eines der wohlhabenden Länder wie USA, Canada, Australien etc. auszuwandern! Überall ist die Zuwanderung nach bestimmten Kriterien (Kapital, bestimmte Berufsausbildung etc.) geregelt und endet eine illegale Einwanderung sehr schnell mit einer Abschiebung. Denn diese Staaten suchen sich die Zuwanderer zu eigenem Vorteil und nach deren Wünschen aus!
Wenn mich bei der ganzen Problematik immer stört ist, daß wir zwar alle Arme dieser Welt nehmen sollen, nur bei den Bodenschätzen, die den Staaten Wohlstand bringen, will man uns nichts kostenlos abgeben! Auch da sollte einmal eine Relation hergestellt werden!

Antworten Antworten raeter
07.10.2007 18:00

Re: Re: politiker zur verantwortung ziehen... bla,bla,bla..

Der SP Landesrat Ackerl verlangt einmal eine Mitwirkungspflicht der Asylwerber in Zusammenhang mit präpotenten Tschetschenen. Da haben sich die gleichen aufgeregt, die jetzt die langen Verfahren kritisieren. Arbeitet ein Asylwerber nicht mit - indem er untertaucht - hat er Pech gehabt. Dem Steuerzahler wird die Steuer schließlich auch nicht gestundet, wenn er untertaucht.

Die Menge ist das Problem!

Gast: Deutsch-Muttersprachler
06.10.2007 22:01

Moralverfechter = Geiselnehmer

Was meinte der Leitartikler mit dem Titel?
Doch was drückte er damit eigentlich aus?

Antworten Gast: kritikus.at
07.10.2007 12:44

Re: Moralverfechter = Geiselnehmer

Na "die Guten" sind eigentlich "die Bösen" - ist leider oft so...

Gast: Oberösterreicher
06.10.2007 19:08

Das ganze "Prekariat" soll Bürgerrechte in Österreich bekommen.

Unlängst las ich, daß 30 % der Burmesen Minderheiten angehören und harte Verfolgungen durch Regierung und Mehrheitsvolk erdulden müssen.

Mein Vorschlag: Eine der Minderheiten, nämlich die Shan sollten doch hier um Asyl ansuchen. Da sie keine Standesdokumente haben und eine uns völlig fremde Sprache sprechen (sodaß es in Ö. keinen Dolmetsch für ihre Sprache gibt), könnte man das Asyl-Verfahren jahrelang hinauszögern, bis es in einer dauerhaftes Niederlassungrecht für die Shan übergeht. Die Kosten für die Versorgung der Shan, die keinen für Österreich brauchbaren Beruf erlernt haben, könnten ja die Reichen bezahlen bzw. müßte es den Wohlhabenden wohl ein Vernügen sein, die Erbschaftssteuer für solche Zwecke verwendet zu wissen.

Denn auch Österreich gehört zum Weltdorf, wo zwischen Staatsbürgern und Zuwanderer kein Unterschied gemacht werden darf. Nur bei den Bodenschätzen der Welt ist das anders. Die bleiben im Besitz der mächtigen Staaten!

Gast: Deutschlehrer
06.10.2007 18:51

Die Verfechter der Moral sind die Geiselnehmer

Was soll das bedeuten?
Moralverfechter = Geiselnehmer???

Antworten lukas56
07.10.2007 13:25

Re: Die Verfechter der Moral sind die Geiselnehmer

sie sind vielleicht doch kein deutschlehrer, wie sie vorgeben

Antworten Antworten Gast: Deutschlehrer
08.10.2007 10:44

Re: Re: Die Verfechter der Moral sind die Geiselnehmer

Antwort in der Sache gaben Sie keine!
(Lukas geht nur bis 24,53 Amen)

roger
06.10.2007 17:19

Wohltuender Kommentar

Diese versuchte Erpressung in Form eines Medienkrieges, allen voran durch den ORF, ist ja mehr als durchsichtig.

Gast: Gast
06.10.2007 16:54

Diese(n) schleimigen Fellner(s)

hat Österreich noch gebraucht.

Jedenfalls sollte man sich diese versuchte Aushebelung des Rechtsstaats durch die linken Meinungs-/Moralterroristen merken und vor allem bei der nächsten Wahl daran denken.
Das würde schon Sinn machen.

Antworten Gast: burgenländer
06.10.2007 18:57

Re: Diese(n) schleimigen Fellner(s)

Eigentlich sollte dieses Mädchen wegen Erpressen angeklagt werden ! Wenn sonst irgendwer jemanden erpresst, kommt ser Staatsanwalt. Die FR. Nationalratpräsidentin sollte eigentlich die Staatsanwaltschft beschäftigen wegen Erpressung !

Antworten Antworten modestus
07.10.2007 16:01

Re: Re: Diese(n) schleimigen Fellner(s)

die frau prammer ist da nicht zuständig...wenn schon, dann das erpresste ministerium....aber die suppe ist zu dünn...oder gar nicht vorhanden...erpressung im strafrechtlichen sinn liegt hier nicht vor....mehr im moralischen bereich

ceterum...frau prammer ist anscheinemnd für gar nichts zuständig und holt sich ihre tagesbefehle im bundeskanzleramt

Antworten Gast: Niederösterreicher
06.10.2007 18:55

Re: Diese(n) schleimigen Fellner(s)

Die linken Medien sind bereits voll in den Wahlkampf gegen die ÖVP eingestiegen. Auf besonders üble Weise jetzt Fellner gegen ÖVP-Minister.

Beispiel gefällig: Vor einiger Zeit wurde in den Medien diskutiert, daß Politiker nur als Personen des öffentlichen Interesses sich gefallen lassen müssen, wenn in Medien Details ihres Privat- bzw. Familienlebens in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Daher sollte ein Minister der Öffentlichkeit darüber kurz Auskunft geben und dann in Schweigen üben.

An diesen Ratschlag hat sich Ges.M. Gdolsky gehalten, weshalb sie - ätsch - sofort bekrittelt wurde, weil sie ihr Familien der Öffentlichkeit preisgebe.

Umgekehrt kam durch die Geschwätzigkeit eines kleinen Boulvardblattes auf, daß ihr Ministerkollege Buchinger Frau und Kinder verlassen und zu einer Freundin gezogen sei.

Dieser Vorfall wurde sofort von "Österreich" zum Anlaß genommen, Buchinger wegen seiner (im Vergleich zu Kdolsky) "zurückhaltenderen" Vorgangsweise einmal mehr zu loben!

Manuela Korn
06.10.2007 12:47

Abschiebung geht O.K.

Die Familie Zogaj befindet sich seit Jahren illegal in Österreich. Zuerst kam der Vater im Jahr 2000 (illegal wohlgemerkt) nach Österreich. Zwei Jahre später folgte der Rest seiner Familie nach. Ebenfalls illegal. Ab dem Jahr 2003 wurde der gesamte Instanzenzug österreichischer Gerichte strapaziert (auf Kosten des Steuerzahlers) um ein Aufenthaltsrecht zu erwirken. Es gab und gibt keinen Asylgrund, ab 2005 stand die Abschiebung der Familie in ihre Heimat rechtlich fest. Als endlich 2007 mit der Abschiebung begonnen wurde, flüchtete die Tochter Arigona in den Untergrund und droht (wem eigentlich?) unterstützt von diversern Boulevardblättern mit ihrem Selbstmord. Damit befindet sie sich erneut im Rechtsbruch. (Versuchte Erpressung.) Dass nicht nach ihr gefahndet wird, und sie in Schubhaft kommt, wie tausende andere abgelehnte Asylwerber, denen der oberste Gutmensch Fellner nicht zur Seite steht, ist ein (erzwungenes) Entgegenkommen des Innenministers, von dem andere nur träumen können.

j.r.tm
06.10.2007 11:03

man sollte

auch die ursachen des betroffenheitsjournalismus erwähnen. das eine reaktion auf die angstpropaganda der rechten, dieoft auch mit einzelfällen operiert.

eine entemotionalisierung der migrationsdebatte wäre schon hilfreich.

Gast: Heimo
06.10.2007 10:11

Klar und Deutlich - Bravo

Ein Leitartikel - mutig und rational wie man ihn selten findet. Sich der veröffentlichten Meinung öffentlich entgegenzustellen bedarf Courage und einer festen Meinung. Ich kann Herrn Fleischhacker nur gratulieren. Die moralinsaure Verlogenheit der zutiefst Betroffenen aus Redaktionen, Vorstadtvillen und BoBo Bezirken ist widerlich. Wer nach Österreich kommt und hier leben will, muss sich an die Gesetze halten. Es gibt klar definierte Asylgründe nach der Genfer Flüchtlingkonvention und damit hat sichs. Ja zu Schutz vor Verfolgung, Nein zu Asylmissbrauch durch Wirtschaftsflüchtlinge die glauben über den Verfahrensweg und die Medien das Recht beugen zu können und ein generelles Bleiberecht auch für abgewiesene Asylwerber erzwingen zu können. Wenn sich die Medien nicht bald eines Besseren besinnen, dann werden Haider und Westenthaler bei den nächsten Wahlen eine reiche Ernte einfahren.

Mietzekatze07
06.10.2007 09:49

Richtig - und?

Die intelligenten Analysen von Herrn Fleischhacker, der derzeit zweifellos mit Abstand der beste Kommentator der österreichischen Medienlandschaft ist, sind immer exzellent, auch diese. Aber er legt sich kaum jemals fest - stets sind seine Kommentare von einer kühlen, leidenschaftslosen Eleganz, die über den Dingen steht und dadurch nicht klar Stellung bezieht.

Wofür tritt Herr Fleischhacker ein, was sind seine Überzeugungen - würden diese nicht von seiner Leserschaft aufgrund seiner Position als Chefredakteur der Presse als bekannt vorausgesetzt, könnte man sie eigentlich aus seinen Kommentaren deutlich erkennen?

Antworten Reinhold Sulz
07.10.2007 20:12

Darfs das geben in Österreich?

Herr Fleischhacker schreibt für eine Zeitung, die für Österreich äußerst ungewöhnlich ist: Dort steht nicht vorgefertigtes, politisch sauber einordenbares drin. Da muss man als Leser selber denken. Es wird schon so sein, dass ein Blatt wie die Presse bei vielen Konsumenten Ratlosigkeit hervorruft. Diese Ratlosigkeit ist aber bestens dazu geeignet den eventuell eingerosteten oder von Parteipolitik zugepappten Denkapparat anzuwerfen.
Herr Fleischhacker ist drauf und dran Galionsfigur des anständigen Journalismus zu werden in unserer kleinen Welt der sich nach jedem Wind drehenden Boulevardblätter.

Antworten Gast: Gusti
06.10.2007 10:04

Schwammig ist er schon ein wenig...

Wenn Sie Qualität und Offenheit möchten, dann schauen Sie mal da rein:
http://tinyurl.com/35u7vl

Antworten Antworten Gast: ego
06.10.2007 10:22

Re: Schwammig ist er schon ein wenig...

So kann man sich letztendlich aber auch aussuchen mit wem man ins Bett steigt.

Antworten Antworten j.r.tm
06.10.2007 10:17

Re: Schwammig ist er schon ein wenig...

nein er ist nicht schwammig. er bleuchtet das problem von mehreren standpunkten. das ist auch das was ich mir von einem qualitätsblatt erwarte.

sonst könnte ich gleich presseaussendungen lesen.

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