25.05.2012 18:25 | Meine Presse Merkliste 0

Medikamente für die Parteisekretäre

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die Parteien werden gegen das Mehrheitswahlrecht sein. Logisch: Das Mehrheitswahlrecht ist gegen die Parteien.

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Die gegenwärtigen Ränkespiele, Intrigen und Skandale rund um das Innenministerium werden von Kritikern gern als Argument gegen das Mehrheitswahlrecht angeführt: Da sehe man nun, sagen sie, was herauskommt, wenn eine Partei allein regiert. Da würden Allmachtsfantasien in die Tat umgesetzt, es würde drübergefahren, Beamte würden vor den Karren der Partei gespannt, weil kein Regierungspartner als Kontrollor fungiere.

Mit einiger Sicherheit ist das Gegenteil der Fall: Wenn zwei große Parteien miteinander regieren, wird jede in ihrem Einflussbereich versuchen, die Apparaturen des Staates bis an die Grenzen des Zulässigen für die Zwecke der Partei einzusetzen. Statt transparenter Kontrolle wird ein Gleichgewicht des Schreckens etabliert.

Klare Zuschreibung von Verantwortung: Das ist eines der wesentlichen demokratiepolitischen Argumente für ein Mehrheitswahlrecht. Wäre die SPÖ heute nicht in der Großen Koalition mit der ÖVP gefangen, sie würde in der „Causa Haidinger“ ganz anders agieren. Nehmen wir, obwohl das längst nicht belegt ist, einmal an, die Vorwürfe des Herwig Haidinger träfen zu: Dann war die „Alleinregierung“ der ÖVP (so wurde die schwarz-blaue Koalition ja mehrheitlich wahrgenommen) möglicherweise ein zusätzlicher Anreiz zum Machtmissbrauch. Dass er in einer Alleinregierung stattfand und nicht in einer Großen Koalition, ist aber sicher der Grund dafür, dass er jetzt ans Licht kommt.

Noch wichtiger als im Negativen ist das Vorhandensein klarer Verantwortung aber im Positiven. Koalitionen zwischen Parteien, die in den Grundfragen der Politik stark divergierende Konzepte verfolgen, führen nur im Märchen zum vernünftigen Kompromiss. Im wirklichen Leben enden sie im Stillstand, das erleben die Deutschen derzeit genau so wie die Österreicher. Der an dieser Stelle übliche Zwischenruf „Aber die Schweizer!“ ist unangebracht: Die dortige Praxis der Konzentrationsregierung wäre erstens ohne die starke plebiszitäre Tradition nie denkbar gewesen und erlebt zweitens trotz dieses Gegengewichts derzeit eine schwere Krise.

Nein, ein Mehrheitswahlrecht schützt nicht vor politischem Machtmissbrauch und Korruption. Aber es erleichtert die politische Aufklärung und Bewertung der Vorgänge. Nicht nur, weil es immer eine große Oppositionspartei gibt, die effiziente Kontrolle ausüben kann. Sondern auch, weil die Parlamente nicht mehr von Menschen bevölkert würden, die ihre politische und materielle Existenz Parteiapparaten verdanken, denen sie auch dann zu Diensten sein müssen, wenn das inhaltlich längst nicht mehr gerechtfertigt ist.

Das ist das zweite wesentliche Argument für ein Mehrheitswahlrecht: Es würde aus der herrschenden Parteiendemokratie eine parlamentarische Demokratie machen. Mit direkt gewählten Abgeordneten kann man nicht so umspringen wie mit dem Großteil der heutigen Parlamentarier, denen vor Abstimmungen mitgeteilt wird, was sie zu denken und wie sie zu stimmen haben. Das würde vermutlich die Profilierungsneurosen der Parteisekretäre weiter verschärfen, aber dieses Problem ließe sich zur Not pharmazeutisch lösen.


Die Chancen für die Umsetzung stehen freilich schlecht. Die Parteiapparate sind dagegen, weil sie wissen, dass sie entmachtet werden. Und die gegenwärtigen Parlamentarier sind dagegen, weil sie wissen, dass sie unter den Bedingungen eines persönlichkeitsbezogenen Mehrheitswahlrechts heute nicht im Nationalrat sitzen würden. Beide, die Parteien und die derzeit von ihnen alimentierten Mandatsinhaber, werden versuchen, über Umwege zu argumentieren: Rote und schwarze Abgeordnete werden ihre tiefe Besorgnis darüber zum Ausdruck bringen, dass die nächste Gesetzgebungsperiode möglicherweise ohne die wertvollen Beiträge des BZÖ auskommen müsste und mit weniger Grünen und Blauen als heute.

Darin liegt auch die Schwäche des von Klaus Poier entwickelten „minderheitenfreundlichen Mehrheitswahlrechts“: Es stellt – um den Preis einer extremen Verzerrung der Stimmenanteile – fast ausschließlich auf den Aspekt der Mehrheitsbildung ab. Tatsächlich geht es aber erst in zweiter Linie um die Verhinderung einer Großen Koalition. Hauptziel muss es sein, Menschen ins politische Spiel zu bringen, die nicht bereit sind, sich von Parteien und ihren Funktionären gängeln zu lassen.

Dazu eignet sich am besten das „klassische“ englische Wahlrecht: Wer in einem Wahlkreis die meisten Stimmen auf sich vereint, hat einen Sitz im Parlament.

Varianten des Mehrheitswahlrechts Seite 1
Josef Pröll im Interview Seite 2


michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2008)

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50 Kommentare
 
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leokoller3
18.02.2008 10:06
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Hr. Fleischhacker

Endlich einmal traut sich jemand, die Dinge beim Namen zu nennen. Oesterreich hat keine Demokratie, sondern eine Parteiendiktatur. Mit einem Wahlrecht, wie in England oder hier in Canada, waere diese Dominanz zerschlagen und, wie Sie richtig ausfuehren, fuer die Parteien unakzeptabel. Und ich glaube nicht nur fuer die Parteien, sondern auch fuer die Leute. Wir sind ein Volk von Parteigaengern, wie armselig das auch immer klingen mag.

Antworten Ernst Heim
18.02.2008 18:37
0 0

Volk von Parteigaengern

Dass die Diskussion zum Mehrheitswahlrecht begonnen hat, ist einzelnen zu verdanken.

Die wachsende Zahl an Zustimmungen zeigt, dass die Richtung stimmt.

Antworten Antworten leokoller3
18.02.2008 21:26
0 0

Re: Volk von Parteigaengern

Wichtig ist jetzt, dass die Diskussion nicht in ein paar Tagen verstummt oder von den Politikern monopolisiert wird. Das ist eine Frage fuer uns, das Volk, und wir muessen uns aktiv einbringen.

Antworten Antworten Antworten Ernst Heim
19.02.2008 08:38
0 0

wir muessen uns aktiv einbringen

@ leokoller3,

dazu biete ich Ihnen eine gute Gelegenheit an: http://wiki.comanitas.com/index.php/Spezial:Userlogin


Antworten Antworten leokoller3
18.02.2008 21:26
0 0

Re: Volk von Parteigaengern

Wichtig ist jetzt, dass die Diskussion nicht in ein paar Tagen verstummt oder von den Politikern monopolisiert wird. Das ist eine Frage fuer uns, das Volk, und wir muessen uns aktiv einbringen.

Antworten modestus
18.02.2008 11:27
0 0

Re: Hr. Fleischhacker

bravo...sehr gut formuliert

Ernst Heim
17.02.2008 18:28
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Steter Tropfen höhlt den Stein

« Wer in einem Wahlkreis die meisten Stimmen auf sich vereint, hat einen Sitz im Parlament. »

@ Michael Fleischhacker,

die Zahl der zustimmenden Beiträge wächst von Tag zu Tag.

Bitte machen Sie so weiter !

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Unmündigkeit erhalten!

Interessant, wie hier viele Kommentare die gegebene Entmündigung des Wählers fortschreiben wollen.

Wollen wir als Wähler die Zukunft bestimmen oder lassen wir die Parteien weiterhin die Vergangenheit bewahren?

Ergötzen wir uns wirklich am dauernden Herumdilettieren, vorbei an den Problemen, die dringend gelöst werden müssten.

In einer Koalition will ohnehin niemand regieren - man sieht es gerade jetzt wieder! Die Angst, dass dann eine Minderheit regiert ist also unbegründet. Hauptsache sie regiert!


Gast: hawkeye
16.02.2008 01:39
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Dr. Hawkeye's Sprechstunde.

Es wäre vielleicht günstig, mit diesen Vorschlägen abzuwarten, bis uns die Herren Bush und Blair (beide von nicht einmal einem Viertel der Wahlberechtigten tatsächlich gewählt) nicht mehr so intensiv vor Augen stehen ...

Was die Parteien angeht -- ihre Existenz ist das Symptom, nicht die Krankheit.

Ersparen wir uns den napoleonischen Firlefanz!

Gast: Jack
16.02.2008 00:22
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Also

um wieviel besser muss es doch unter Kreisky gewesen sein, da regierte ja nur eine Partei.Die Opposition konnte auf ein ausuferndes Budgetdefizit hinweisen, sie konnte auf Skandale aufmerksam machen und sie thematisieren,brachte das den Machtwechsel?Hat das das Konsumdebakel oder die Milliardenverluste bei der VOEST verhindert?Viel mehr gestört als der AKH-Skandal hat die Österreicher 1982 die Einführung der "Sparbuchsteuer ".
Es ist vielleicht nicht so schlecht, wenn sich beide Großparteien gegenseitig auf die Finger schauen und auch die Macht haben, einer den anderen aus gegebenem Anlass auch auf die Finger zu hauen !Machtloses Herumjammern bringt gar nichts, das hat uns eindrucksvoll die Ära Kreisky vor Augen geführt!!

Gast: Nobody
15.02.2008 23:46
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Es lebe die Geistlosigkeit

Es lebe der Senf !

Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

Natürlich hat das klassische Mehrheitswahlrecht
Nachteile. Das Verhältniswahlrecht und das aus diesem entwickelte Proporzsystem war auch eine Lösung für das Erlernen der Demokratie, was in der 1. Republik letztlich aber nicht gelungen ist, da das Vertrauen in das demokratische System nicht ausreichte. In der 2. Republik war das Proporzsystem aufgrund der historischen Ereigniss und damit verbundenen Prägungen eine Notwendigkeit. Eine Kompromiss- und Konsensmentatlität verstärkt durch die "verfassungsrechtlich"begründete Haltung der Neutralität - für die der amtierende BP ein lebendes Beispiel ist, wenn er nicht gerade seiner SPÖ zu Hilfe eilen muss - hat zu einer Situation geführt die ich als Sackgasse wahrnehme. Aus diese Sackgasse kann ein Mehrheitswahlrecht durch das Hervorbringen von glaubwürdigeren Persönlichkeiten für das Parlament sein. Der Preis ist gewiss mehr Konfliktdemokratie, der Lohn ein höheres Maß an Zivilcourage. Jedenfalls kein Kanzler als Litfasssäule für die KRONE.

Antworten leokoller3
18.02.2008 09:47
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Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

Danke fuer den Kommentar.

Wir brauchen einen neuen Verfassungskonvent mit Leuten wie Sie und ohne Politiker.

Antworten Antworten Ernst Heim
18.02.2008 18:30
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Neuer Verfassungskonvent

Weder in der ersten noch in der zweiten Republik wurden die Landes- bzw. Bundesverfassungen und deren vielfache Änderungen vom einzig dafür zuständigen Volk bewilligt.


Antworten modestus
16.02.2008 07:19
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Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

hervorragend argumentiert...bravo

Re: Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

Darüber hinaus denke ich, dass damit Österreich nicht "Kopf gestellt würde", sonder eher wieder "vom Kopf auf die Füße kommen könnte".

Antworten Antworten Antworten Gast: florenzso
17.02.2008 10:38
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Re: Re: Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

Das sehe ich nicht so.

20-30% der Wähler wären dann nach heutigem Stand der Dinge mit 1-2% an Mandataren repräsentiert.
So hat man dann die Qual der Wahl zwischen 2 Macht-Blöcken,die sich dann mehr oder weniger abwechseln.
Das finde ich nicht sehr demokratisch.

Ein minderheitenfreundliches Mehrheitswahlrecht,mit stabiler Mehrheit (mind. 95 Mandate für den Wahl-Sieger) wäre da schon wesentlich besser.
Das könnte man ja mal auf Landesebebene "testen".f

Antworten Antworten Antworten Antworten modestus
17.02.2008 16:29
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Re: Re: Re: Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

das von ihnen bevorzugte modell..ala bartenstein...ist ein sogenanntes hybrid oder besser bastard-modell.
es vereinigt die nachteile des verhältniswahlrechts mit den nachteilen des mehrheitswahlrechtes...obendrein wäre jede regierung mit so einer minimalen mehrheit bei jeder grippewelle abwahlgefährdet.
sie gehen von der annahme aus, dass es nach einführung des MWR eine gleichbleibende parteienlandschaft geben wird....wird es nicht!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: florenzso
17.02.2008 20:33
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Re: Re: Re: Re: Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

Natürlich ändert sich die Parteienlandschaft, das ist ja meiner Meinung auch der wesentliche Nachteil des klassischen Mehrheitswahlrechtes!

Es muss nicht das Bartenstein-Modell sein.
Wichtig ist mir ein Wahlrecht, dass nicht wie das reine MWR kleinere Parteien aus demokratischen Prozessen ausgrenzt.

Natürlich würden dann mehr Menschen für eine von den beiden Grossparteien votieren, dass aber durch den Zwang des neuen Wahlgesetzes.
Man sieht ja in England, wie sehr die Liberalen oder Grünen im Vergleich zu Laber und Tories benachteiligt werden.

Die "unabhängigen" Abgeordneten, erreichen nur etwas, wenn sie einer der beiden Blöcke angehören.
Somit wird das momentante Parteinsystem durch ein 2-Parteien-System ersetzt, also auch nicht viel besser.

Es sind ja einige Möglichkeiten da, da wird es ja möglich sein, ein Wahlrecht zu finden, dass für klarere Verhältnisse sorgt, aber nicht gleichzeitig unserer pluralistisches System einschränkt.f


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: §§§§§§§§
18.02.2008 12:30
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

"Würden dann mehr Menschen für eine der Grossparteien votieren"
sie haben das MWR nicht verstanden. Man wählt keine Partei sondern Mandatare>>>Personen.
Eine Konstellation die unserer diametral entgegengesetzt ist, dass sie (von Ihnen) nicht verstanden wird

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: florenzso
19.02.2008 00:05
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

Ich habe das MWR sehr wohl verstanden.
Es bekommen jene Kanditaten ein Mandat,die in ihrem Wahkreis gewinnen.
Somit ist die Wahl direkter,das ist ein wesentlicher Vorteil.

In der Praxis gewinnen aber jene Personen,die für eine grosse Partei antreten und dann Teil einer grossen Fraktion (Partei) sind.
Unabhängige Kandidaten können natürlich auch ein Mandat erreichen,haben aber anschliessend wesentlich weniger Möglichkeiten als jene mit Unterstützung eines Klubs.

Deshalb sind im amerikanischen Kongress bis auf wenige alle Demokraten oder Republikaner,detto im Senat.

Somit verlieren die Parteien nicht sehr an Einfluss.
Die Politik wird weiterhin von den Parteien bestimmt,diese muss der Mandatar dann möglichst gut verkaufen.

Es wird natürlich einfacher,wenn wie die Praxis zeigt nur zwei Gruppierungen realistische Chancen auf einen Wahlgewinn haben.
Der Preis,dass unabhängige Kandidaten bwz. kleine Parteien keine Chance haben ist aber viel zu hoch.f

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten modestus
18.02.2008 08:34
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klassisches Mehrheitswahlrecht - Risiko und Lohn

kleine und kleinstparteien finden unterschlupf...die grünen bei den sozialisten....die wirtschaftsliberalen in der övp....das ist kein verlust. die aufsplitterung ala weimar (die zu hitler führte) und bei uns zu grosskoalitionärem stillstand, wird vermieden.die vielfalt
innerhalb den parteien gewährleistet. obendrein werden entscheidungen im parlament getroffen, statt in der parteizentralen.
kein vorteil ohne nachteil...das kleinere übel ist das MWR

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Klubzwang auch abschaffen!

Zusätzlich zu einem Mehrheitswahlrecht müsste der unselige Klubzwang durch eine anonymisierende Abstimmungsanlage im Parlament abgeschafft werden.

Dann wäre eine ganz neue Qualität der Gesetzgebung möglich und damit griffe erst eine zukunftsorentierte Politik Platz, nicht wie jetzt, wo alles auf die Erhaltung der Vergangenheit ausgerichtet ist.

Aber da werden die nun in der Verfassung einzementierten Sozialpartner schon vorsehen - ihre Bedeutung wäre nämlich endgültig dahin!

Antworten modestus
16.02.2008 07:24
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Re: Klubzwang auch abschaffen!

überflüssig...im MWR gibt es keinen klubzwang. die regierung muss sich jedesmal um eine mehrheit bemühen. dafür gibt es "the whip" >>>einpeitscher.
niemand kann einen unabhängigen mandatar zur zustimmung zwingen...im gegensatz zu unserem wahlrecht, wo der abgeordnete der sich widersetzt, nicht mehr auf die liste kommt.

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Re: Re: Klubzwang auch abschaffen!

Der Klubzwang kann nur durch eine anonymisierende Abstimmungsmaschine im Parlament beseitigt werden. Unabhängig vom Wahlrecht. Da braucht es auch keinen Einpeitscher. Jeder Abgeordnete wäre ausschließlich seinem Wahlkreis bzw. Wähler verantwortlich, weil der ihn sonst das nächste Mal "stanzt".

Und der HPB müsste nach den wahlen Daumen drehen, statt mit "tiefer Besorgnis" das Ergebnis von Koalitionsverhandlungen kommentieren!

Bleiben wir lieber bei unserer bewährten Parteienoligarchie, es will ohnehin niemand regieren!

Antworten Antworten Antworten modestus
17.02.2008 09:32
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Re: Re: Re: Klubzwang auch abschaffen!

ich empfehle ihnen das studium des polit-usus in den usa und grossbritannien....klubzwang ist im mehrheitswahlrecht nicht nur unüblich, sondern auch unmöglich. die bindung des wahlkreises an einen kanditaten macht die bindung an eine partei zweitrangig.
der mandatsträger ist völlig frei von parteizwängen. manchmal kommt es auch vor, dass abgeordnete mitten in der legislaturperiode die partei wechseln (walking the floor) oder als wilde abgeordnete weiter im parlament sitzen und ihre stimme jeweils nach sache und nicht nach partei abgeben.
für österreicher, ohne längere auslandserfahrung ist das alles nicht vorstellbar, daher auch die seltsamen wortmeldungen in diesem forum.
die whips sind daher notwendig um abgeordnete der eigenenb partei hinter der regierung zu vergattern, wenn es zu abstimmungen kommt, damit die regierung weis ob sie mit ihren vorlagen im parlament eine mehrheit findet.

 
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