12.02.2012 00:36 | Meine Presse Merkliste0

So ist er eben, der Serbe

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die Unruhen von Belgrad machen es den ignoranten Europäern zu leicht, ihr Balkan-Klischee zu pflegen.

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So ist er nämlich, der Serbe: Wenn er nicht kriegt, was er will, oder wenn man ihm wegnimmt, was er nicht hergeben will, brüllt er sich die slawische Seele aus dem Leib und zündet Häuser an. Drum mögen wir ihn nicht. Und wenn wir gerade einen auf Bildungsbürger machen wollen, zitieren wir nicht ohne Begeisterung für unsere Originalität und Belesenheit aus „Die letzten Tage der Menschheit“: Serbien muss sterbien.

Ungefähr in dieser Preisklasse bewegt sich das, was die Belgrader Bilder von brennenden Botschaftsgebäuden und randalierenden Säuferbanden in den österreichischen Wohnzimmern auslösen. Das Klischee vom brutalen, unzivilisierten Balkan-Menschen, bei dem das Messer besser sitzt als die Krawatte, scheint nur darauf zu warten, dass es durch jenen Teil der Realität aktiviert wird, den wir fernsehbildlich vermittelt bekommen. Den anderen Teil, der von einer scharfsinnigen, hochpolitisierten, weltoffenen und kunstsinnigen jungen Szene berichtet, kennen wir nur aus privaten Erzählungen. Freunde und Kollegen, die in dieses junge Belgrad eingetaucht sind, sprühen vor Begeisterung für eine Dynamik, die sie zu Hause nie gespürt haben.

Dafür brennen in Wien keine Botschaften. Stimmt. Aber die geistige Wohlstandsverwahrlosung unserer properen Sozialstaatssprösslingskaffeekränzchen lässt sich halt auch etwas leichter administrieren als das Feuer einer Gesellschaft, die am Ende einer Geschichte des Niedergangs so etwas wie eine Perspektive entwickeln muss. Vom dominierenden Faktor des südslawischen Reiches über die bestimmende Kraft eines derivativen Kommunistenregimes zum narkosefrei amputierten Rest zu schrumpfen, den keiner will: Wer kann sich das vorstellen?


Es muss wohl ungefähr so sein, wie es in Österreich gewesen ist, als von Kakanien der Clemenceausche „Rest“ geblieben ist: acht Millionen Menschen, die nicht mehr so recht wissen, wer sie sind. Vielleicht sollte eine Gesellschaft, deren Vorgängergenerationen auch einen weiten, teils schrecklichen Weg gegangen sind, bis sie sich mit der neuen Situation anfreunden konnten, etwas weniger besserwisserisch mit den großserbischen Phantomschmerzen umgehen, als deren Ausdruck man das aktuelle Geheul aus Belgrad wohl wird interpretieren müssen.

Besonders aus Brüssel sollten vorsichtige, einladende, ja entschuldigende Töne kommen: Die Europäische Union hat während der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte auf dem Balkan in einem Ausmaß Unheil zugelassen und seine Unfähigkeit zur Konfliktlösung demonstriert, das jedes großsprecherische Auftreten gegenüber der heutigen serbischen Führung zur Farce geraten lässt. Als man dem Massenmörder Milosevic gegenübersaß, beließ man es im Wesentlichen beim Reden und ließ sich des Langen und Breiten darüber aus, wie wichtig es sei, auch mit schwierigen Partnern im Gespräch zu bleiben. Jetzt, wo man mit dem Risiko konfrontiert ist, dass sich ein verunsichertes, gedemütigtes Land noch einmal den Lockungen des Nationalen hingibt, will der Brüsseler Rachitiker den starken Mann spielen? Lächerlich.


Man gewinnt den Eindruck, dass hinter der ostentativen Abscheu des Westens vor dem nachgerade irren Pathos der serbischen Nationalisten auch eine Portion versteckter Neid steckt: Irgendwo da unten gibt es noch Menschen, die etwas jenseits ihrer Gehalts- und Pensionsansprüche für unverhandelbar halten. Die das großzügige Angebot des österreichischen Bundeskanzlers, als Gegenleistung für die Anerkennung des Kosovo ein paar Euronen nach Südosten zu schupfen, mit Fassungslosigkeit quittieren. Tausche U-Ausschuss gegen Gusi-Hunderter: So weit sind die Serben noch nicht.

Noch lässt sich schwer abschätzen, wie weit die rückwärtsgewandte Hälfte der serbischen Gesellschaft gehen will und kann, noch weiß man nicht, was die bosnischen Serben mit ihrer „Republika Srpska“ wirklich vorhaben. Aber egal, was passiert: Serbien wird sterbien, wenn es nicht gelingt, dem Land und seiner Bevölkerung eine europäische Perspektive von Wohlstand und Sicherheit zu bieten. Wenn sich die Europäer damit begnügen, die wütenden Proteste, das nationale Pathos und die großserbische Rhetorik ins Mosaik seiner Balkan-Klischees einzuordnen, machen sie sich ein zweites Mal am Balkan schuldig: Sie hätten dem Despoten Milosevic ins Messer fallen müssen. Und sie müssen die proeuropäischen Kräfte in Serbien mit allen Mitteln unterstützen.

Belgrad nach den Unruhen Seite 8


michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2008)

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60 Kommentare
 
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Gast: ichauch
27.02.2008 03:48
0 0

danke herr fleischhacker

ein wirklich guter ansatz das problem mit etwas abstand ohne rassistische veralgemeinerungen zu betrachten

ich bin vor wut fast zersprungen als ich als "österreicher" für die 27% protestwähler ohne hirn, den "schüssel putsch" und die folgende verhaiderung österreichs verantwortlich gemacht wurde.

so geht es mindestens der hälfte der menschen in serbien heute

dazu noch ein paar ganz einfache zahlen zum kosovo
jahr %srb %alb
1900 93 7
25 84 14
45 61 35
80 33 60
2007 8 90

keinerlei schuldzuweisungen - jeder mag über die ursachen, das völkerreicht und die "wiege serbiens" nachdenken und über besofffene, aufgehetzte arbeitslose jugendliche unbekannter herkunft, über regierungspräsidenten und minister die massenproteste organisieren und finanzieren, gewalt verharmlosen und amtlich billigen, über die verbrechen vergangener "führer" dieses WK-folgekonstrukts jugoslawien und die politische unfähigkeit der EU

Re: danke herr fleischhacker

Vielleicht sind das wirkliche Problem Leute, die anderen das Hirn absprechen
(und mit HTML nicht umgehen können)

leokoller3
26.02.2008 03:33
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Ich habe mir den Grossteil der untenstehenden Kommentare durchgelesen,

kann aber nicht nachvollziehen, was diese mit dem Artikel zu tun haben. Hr. Fleischhacker spricht von der Einstellung des Durchschnittsoesterreichers zu den gegenwaertigen Vorkommnissen. Ich kann eine Parteiergreifung nicht erkennen. Soweit ich sehe, bemueht er sich in Ringel'scher Tradition, die oesterreichische Seele zu beschreiben, ohne Seiten zu nehmen.

Antworten Gast: Christian
26.02.2008 14:33
0 0

Re: Klarheit tut not... Wenn man sich im Völkerrecht zu keinen Prinzipen durchringen kann,

steht die Weltordnung auf tönernen Füssen bzw. ist nur Ausdruck eines Gleichgewichts zwischen den Mächtigen. Und der Österreicher (mit der von ihnen beschriebenen Seele) laviert da herum...

Mit Demokratie hat aber das ganze dann nichts mehr zu tun.

Antworten Antworten leokoller3
27.02.2008 13:04
0 0

Re: Re: Klarheit tut not... Wenn man sich im Völkerrecht zu keinen Prinzipen durchringen kann,

Stimmt schon. Die Oesterreicher sind eben ein Volk von Lavierern. Und "Demokratie" ist ja fast schon ein Schimpfwort, wenn's nicht im gleichen Satz mit "Partei" steht.

0 0

Wer ist das eigentlich - "der Serbe"? (Teil 1)

Und dann spricht Herr Fleischacker von einer "geistigen Wohlstandsverwahrlosung". Ja wäre es Ihnen denn lieber, wenn bei den nächsten Demos in Österreich Mollotow-Cocktails fliegen würden? Ich würde eher von einer "geistigen (Wohlstands)-Höherentwicklung" sprechen - weg von der primitiven Randale mit geschwungenn Keulen hin zur sachlich/diplomatischen Ebene. Etwas was ich für meinen Teil zu 100% bevorzuge.

Daher bin ich auf den "irren Pathos der serbischen Nationalisten" definitiv nicht neidisch. Ich halte Nationalismus für Menschen-trennend und schlicht und einfach dumm.

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Re: Wer ist das eigentlich -

Das vorherige ist eigentlich Teil 2

Teil 1

Ich kenne eine serbische Familie, der die Kosovo-Thematik völlig egal ist. Gehören die auch zu "der Serbe"?

Oder könnte es sein, dass es "den Serben" genau so wenig gibt wie "den Deutschen", "den Österreicher" oder überhaupt "die Ausländer"?

Es ist nur eines evident: es gibt in Serbien Menschen, die bereit sind für ihre Interessen zu schreien und zu zerstören. Dieses Verhalten ist unzivilisiert und primitiv.

Antworten Antworten leokoller3
26.02.2008 03:42
0 0

Re: Re: Wer ist das eigentlich -

Und in Oesterreich lassen wir uns seit Jahrzehnten von unfaehigen Politikern regieren, weil wir halt nur gerne am Stammtisch schreien und im Bierzelt zerstoeren. Wir lassen uns als Souveraen von den Parteien als Haustiere vorfuehren. Wir gehen ja nicht einmal zu einer friedlichen Demonstration, diese im Fernseher anzuschauen, ist ja viel kuschelweicher.

Antworten Antworten Antworten leokoller3
26.02.2008 03:49
0 0

Re: Re: Re: Wer ist das eigentlich -

...gespannt mit einem Doppler sitzt man da...
...genussvoll beisst er in sein Schnitzelbrot...

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Wer ist eigentlich

Ich kenne eine serbische Familie, der die Kosovo-Thematik völlig egal ist. Gehören die auch zu "der Serbe"?

Oder könnte es sein, dass es "den Serben" genau so wenig gibt wie "den Deutschen", "den Österreicher" oder überhaupt "die Ausländer"?

Es ist nur eines evident: es gibt in Serbien Menschen, die bereit sind für ihre Interessen zu schreien und zu zerstören. Dieses Verhalten ist unzivilisiert und primitiv.

Antworten Gast: Christian
25.02.2008 11:22
0 0

Re: Und wie ist es dann mit den Kärntner Slowenen?

Ist der österr. Staatvertrag in diesem Punkt in Hinblick auf die geänderten Wertvorstellungen obsolet?

Ist der Verf.GH in seinem diesbzgl. Erkenntnis altmodisch?

Gast: Christian
24.02.2008 12:40
0 0

Warum soll sich ein Volk, das die gleiche Sprache spricht und

in einer Region die Mehrheit bildet, sich nicht als Staat (allf. Gliedstaat) organisieren dürfen? Da die Sprache in einer Gesellschaft die Grundlage der Kommunikation bildet und auch Fühlen und Denken sowie die Wertvorstellungen bestimmen, entspricht der "Nationalstaat" einem natürlichen Ordnungssystem. Die demokratischen Grundrechte auf Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung in der eigenen Sprache sind hier am besten gewahrt. Entsprechend dem demokratischen Prinzip regiert die Mehrheit, aber auch die Rechte der Minderheiten müssen gewahrt werden.

Sogar der Vielvölkerstaat SU gab den national organiserten Sowjetrepubliken das Recht, aus dem Staatsverband auszutreten. Entsprechend dem demokratischen Prinzip hat keine Nation das Recht, gegen deren Willen über fremde Völker zu herrschen.

Würde die UN dieses Recht der Völker auf Selbstbestimmung beherzigen, statt sich als Instrument der Großmächte zu verstehen, würde es auf der Welt viel friedlicher zugehen.

Gast: Dragan
24.02.2008 03:31
0 0

clu@gmx.de

So einfach sollte man sich die Meinungsbildung nicht machen. Nimmt man die Intensität an Ausschreitungen als Gradmesser für die Unmut die die Bevölkerung plagt, müsste man sich tatsächlich Fragen, ob man nicht etwas falsch gemacht hat. Immerhin ist es ja auch gegen Milosevic aufgestanden. Aber nein, stattdessen wir verkündet, das Serbien an einer Art Realitätsverweigerung leide. Mal Ehrlich, lehnt sich Serbien nicht viel mehr gegen eine aufgezwungene Realität auf? Auch wenn jedes Land seine eigene Realität (Mythos) hat, ist es dann nicht umso wichtiger sich an das Fundament internationalen Rechts zu halten, damit auch alles halbwegs im Lot ist? Was spricht dagegen? Kosovo ist nicht auf diesem Fundament aufgebaut, genau wie Bosnien, und damit haben wir zwei Phantom-Staaten, Tendenz steigend (abwarten). Europa, du kriegst Ausschlag, pass auf Dich auf, sonst meidet man Dich. Dabei hast Du so viel errungen! Steh auf oder falle, aber krieche nicht umher!

Gast: rudolf
24.02.2008 01:16
0 0

So ist er eben, der Serbe....

Ja so ist er eben der Serbe,
-nimmt sich was ihm nicht gehört mit Gewalt (Kosova),
-versteckt häufiger gerne mal Kriegsverbrecher (Karadzic, Mladic),
-führt gerne mal Krieg gegen seine Nachbarstaaten (Kroatien, Sloweníen, Kosova, BuH,...),
-fühlt sich von dem Rest der Welt nicht verstanden, und zu Unrecht behandelt
-verkauft sich gern und billig an das große russische Idol
(Öl-Industrie von Nis)
-beseitigt ab und zu mal unliebsame Demokraten (ehem. Präsident Z. Dzinzic),
-sein liebstes Spielzeug: Die Propaganda
-redet des öfteren Kriegsverbrechen an den Nachbarn klein (Srebrenica, Kosova),
--und ist des Balkans Volk der unliebsamste Nachbar.

die Liste könnte ins Unendliche weiter gehen, doch Zeit ist Geld

Gruß

Antworten Gast: Jacky
20.06.2009 16:27
0 0

Re: So ist er eben, der Serbe....

@Rudolf

haha das ich nicht lache, wieso verkrichst du dich hinter einen Deutschen Namen? Du lächerlicher Albaner. Es heisst immernoch Kosovo und nicht Kosova, hör auf die Wörter zu albaniseren!!!!

Antworten Gast: viceversa
25.02.2008 08:18
0 0

Sie projizieren:

"nimmt sich was ihm nicht gehört mit Gewalt",
"sein liebstes Spielzeug: Die Propaganda"!

Georges Clemenceau hat niemals gesagt "Der Rest ist Österreich"

Führende österreichische u. andere Historiker sagen dass diese angebliche Aussage Clemenceaus nirgendwo belegt ist.

Bitte lernen Sie Geschichte geschätzter Herr Fleischhacker, und zwar bei anerkannten Historikern.

Gast: Andi
23.02.2008 18:28
0 0

Ja wie ist er denn, "der Serbe" ???

Was ich bei den ganzen Diskussionen, nicht nur über Kosovo sondern auch bezüglich der ehemaligen Republiken Jugoslawiens wirklich außerordentlich zynisch finde ist die Tatsache das "der Serbe" immer als supernationalistisch, ja gar größenwahnsinnig und nur als sich selbst liebende "Rasse" charakterisiert wurde und wird, der alle anderen ständig unterdrückt!

Wenn man sich aber die ganzen neuen Bananenrepubliken aus EX-Jugo ansieht, die sich kriegerisch aus dem Staatenbund gelöst hatten,
erkennt man schnell, wer hier die waren Nationalisten sind. Egal ob Slowenien, Kroatien, Bosnien mit seinen 2 Entitäten sowieso und nun auch das Kosovo! Überall ein Bevölkerungsanteil des "eigenen Volkes" von bis zu 98%!

Alles Super-homogene Staaten, andere Minderheiten nicht erwünscht und so gut wie Fehlanzeige! Das einzige Land aus EX-Jugo dass sich auch heute noch als einzig wahrer multikultureller Staat bezeichnen kann ist Serbien, der ganzen verlogenen Propaganda zum Trotz!


Gast: Christian
23.02.2008 18:24
0 0

Was ist eigentlich schlecht daran, wenn sich Menschen, die die gleiche Sprache sprechen,

staatlich organisieren wollen? Was ist schlecht daran, wenn die Unterrichtssprache in den Schulen die eigene Muttersprache ist, wenn man vor den Verwaltungsbehörden und vor Gericht die eigene Muttesprache gebrauchen darf, wenn der Gesetzgeber Gesetze in der Mutterspache beschließt und zwar in einem Geiste, der allen Menschen mit gleicher Muttesprache gemeinsam ist.

In der eigenen Muttersprache denkt und fühlt man. Menschen mit gleicher Sprache stehen einem bes. im Ausland näher.

Ist das Selbstbestimmungsrecht daher nicht ein Ausfluß demokratischer Grundrechte?

Selbst Altstalinist Hrdlicka bekannte unlängst in einem Radio-Interview, daß er ein "Großdeutscher" sei, weil er gegen einen Zusammenschluß mit Deutschland nichts einzuwenden hätte.

Diese Art v. "Nationalismus" hat aber eine Grenze: und das ist der Respekt vor dem "Nationalismus" anderer Völker. Und diesen Respekt haben die Serben gegenüber den Albaner im Kosovo vermissen lassen. Und das ist die Krux des Problems


Cicero
23.02.2008 18:11
0 0

So ist er eben, nein, nicht der Serbe, der Chefredakteur Fleischhacker (2)

Als Milosevic die Kosovaren malträtierte, waren die Amerikaner (George W Bush) sofort zur Stelle und zeigten durch die NATO den Serben, wo der Bartl den Most holt. Milosevic landete in Den Haag.
Nach dieser Vorgeschichte sollen die Kosovaren stillhalten? Und die Serben? Haben die Serben irgend etwas begriffen? Nein! Die Kosovaren verlangten zunächst nur Autonomie. Das lehnten die Serben bis zuletzt, trotz aller Bemühungen der Kosovo-Konferenz – unter wesentlicher Beteiligung Österreichs – strikte ab. Jetzt haben die Kosovaren eben die Unabhängigkeit erzwungen.
Die Serben aber sind nicht einmal bereit ihre Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic an Den Haag auszuliefern. Beide leben ungestört in Serbien. Mindestens Mladic erhält weiter sein „Beamtengehalt“. Wie sonst könnte er leben.
Das sind die rauhen Fakten.
Die EU schuld? Ja, aber in ganz anderem Sinne. Die EU hat noch kein Militär, mit dem sie derartige (serbische) Auswüchse im Zaum halten könnte.

Cicero
23.02.2008 18:09
0 0

So ist er eben, nein, nicht der Serbe, der Chefredakteur Fleischhacker (1)

Es ist schrecklich mit welcher Oberflächlichkeit Fleischhacker an die Sache herangeht. Alle sind schuld, nur die Serben nicht. Die Fakten zeigen aber etwas ganz anderes.
Das Nach-Tito-Jugoslawien zerbrach, weil die Slowenen, die neben den Kroaten das Geld verdienten, in Belgrad mitreden wollten beim Geldausgeben. Die Serben (Milosevic) lehnten ab, worauf die Slowenen ausscherten.
Milosevic begann Krieg gegen Slowenien und verlor. Die Kroaten sagten, was Slowenien kann, können wir auch und wieder gab es Krieg mit den Serben. Und wieder verlor Milosevic.
Darauf begannen die Serben Krieg gegen Bosnien. Trotz dringender Bitten der Europäer war das außenpolitische Nackerpatzl Bill Clinton nicht bereit einzugreifen. 200.000 Tote und 2 Millionen Flüchtlingen später konnten die Amerikaner mit ganzen 12 Jagdbombern den Krieg beenden und Milosevic zum Dayton-Frieden zwingen.
Worauf die Serben unter Milosevic sofort begannen gegen die eigenen Landleute im Kosovo vorzugehen.

So ist er eben, der Serbe

Ja so ist er, der Serbe, ziemlich unbeliebt und falsch eingestuft!

Das größte Problem ist, er ist nicht einschätzbar und neigt stets zu Überraschungen, je aussichtsloser die Lage, umso größer der Widerstand!

Er ist stolz, ehrenvoll, sehr freiheitsliebend und enorm widerstandsfähig.
Er wird niemals seine Überzeugung für ¿ne handvoll Dollar oder Euro verkaufen. Er weiß wer er ist, wo seine Wurzeln liegen. Er gehört nicht zu denen die Ihren Glauben für ein Frühstück hergeben. Er ist Angst und Schrecken für jede Großmacht (ettliche Großmächte haben wegen ihm ihren Untergang erlebt). Er ist fähig enorm viel und lang zu leiden und bereit große Opfer zu bringen.

Er ist gläubiger orthodoxer Christ, aber kein großer Kirchengänger, er ist enttäuscht von Amerika, aber nicht antiamerikanisch. Er ist europäischer als die Europäer, weil er unabhängiger und freier denken mag, er duldet keine Autorität, die feindliche Züge hat, ist aber sehr offen für Autorität mit freundlichen Zügen.

Antworten modestus
23.02.2008 18:09
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Re: So ist er eben, der Serbe

schön geschrieben nicolic....aber abgeschrieben von milo..

Gast: Gast
23.02.2008 14:53
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Informationsauswertung

Ich muss mich sehr beherrschen, wenn ich so manchen Kommentar hier lese. Menschen die hier scharfe Kritik an diesem Artikel äußern, haben das Prinzip der demokratischen Gesellschaft und das Prinzip vom Umgang mit den Medien nicht verstanden. Die Kunst der Informationsaufnahme besteht NICHT darin, Informationen 1 zu 1 zu übernehmen, sondern vielmehr diese richtig zu filtern. Es ist ganz klar, dass es viele unterschiedliche Ansichten über Informationen geben kann, jedoch ist gerade die Variabilität der Berichtserstattung für die allgemeine Meinungsbildung von größter Bedeutung. Die meißten, natürlich nicht alle, negativen Kritiken, zeugen von der Voreingenommenheit der Kritiker. Diese könnten sich genauso gut ein Heft nehmen und ihre eigene Meinung niederschreiben, und erst dieses Heft würden sie als gelungene "Zeitung" empfinden. Deshalb mein Dank an Menschen wie MICHAEL FLEISCHHACKER, die uns die von den Mainstream-Medien gezeigte Medaille umdrehen und somit die andere Seite zeigen.

Antworten modestus
23.02.2008 18:11
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Re: Informationsauswertung

sie üben kritik, weil es kritik gibt?
sonderbar..

geheimrat
23.02.2008 11:50
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Irgendwann wird man schon noch drauf kommen


aber dann werden natürlich alle heute beteiligten Gscheiterln sagen, daß man das ja nicht hat wissen können. Wie hat Churchill gesagt ? "Wir haben das falsche Schwein geschlachtet".

 
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