21.11.2009 18:11 | Meine Presse Merkliste0

Die Kanzlerschaft als gerechte Strafe

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die jüngste Krise zeigt: Die Koalitionsgeschichte wiederholt sich – und zwar als immer größere Farce.

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Seit gestern sprechen die Regierungsspitzen nicht mehr mit Journalisten. Das deutet darauf hin, dass der kollektive hysterische Anfall der vergangenen Wochen Reste von Verstand zurückgelassen hat. Kanzler, Vizekanzler und Regierungskoordinatoren haben während der Interview-freien Osterfeiertage die Gelegenheit, darüber nachzudenken, was da während der vergangenen Wochen eigentlich passiert ist.

Das Ergebnis wird ein bisserl weniger erfreulich sein als die Wonne-EierkuchenKremldepesche, mit der die wirkliche Welt gestern von den Propagandasklaven des Kanzlers und seines Stellvertreters beglückt wurde. Denn die aktuelle Krise ist nicht einer zufälligen Konstellation geschuldet oder einer plötzlichen Wendung des Schicksals, sie ist die gnadenlose Wiederholung jenes Grundmusters, das die Große Koalition schon an ihr Ende gebracht hatte, noch ehe sie wirklich begann.

Erinnern wir uns: Ausgangspunkt für die jüngste Eskalation war die ultimative Forderung Alfred Gusenbauers nach einer Vorziehung der Steuerreform von 2010 auf 2009. In der ORF-„Pressestunde“, ohne Vorwarnung des Regierungspartners. Und mehr der Not gehorchend als dem eigenen Drang: Die Landesparteien und Teile der Gewerkschaft bedrohten den Parteivorsitzenden massiv, weil sie es nicht mehr hinnehmen wollten, dass ihr Kanzler dem kleineren Koalitionspartner immer nachgibt. Gebracht hat es nichts: Nach zwei Wochen politischer Hyperventilation versuchen jetzt die beiden Parteichefs und die Regierungskoordinatoren, einen Weg aus der Neuwahlgasse zu finden, der beide Seiten das Gesicht wahren lässt.

Die Aufgabe ist lösbar: Es gibt kein Gesicht mehr, das es zu wahren gälte.


So ist das eben, wenn politische Dilettanten Strategie mit Taktik verwechseln: Taktik ist, wenn Herr Kalina am nächsten Tag in der „Kronen Zeitung“ die Schlagzeile liest, die er lesen möchte. Strategie ist, wenn man an das Ende denkt. Unter strategischen Gesichtspunkten hätte es diese Koalition für beide Partner nie geben dürfen. Nicht zuletzt deshalb müssen ihre Protagonisten jetzt auch so verzweifelt versuchen, sie noch ein Weilchen über die Runden zu bringen.

Alle Regierungskrisen dieses ersten Jahres sind im Grunde die Wiederholung ihrer Entstehungsgeschichte – als immer größere Farce. Für Alfred Gusenbauer ist die Kanzlerschaft in dieser Koalition die gerechte Strafe für eine proportionslose Kampagne. Er hat einen „totalen Wahlkampf“ geführt, in dem jeder Gedanke an ein Danach vollkommen ausgeblendet wurde. Wer so agiert, begeht am Ende Selbstmord, oder er wird bestraft. Zum Beispiel mit der Kanzlerschaft. Das Gerede davon, dass man in einer Koalition mit einem gleich großen Partner nicht alles durchsetzen könne, ist lächerlich. Gusenbauer hätte seine Versprechen auch in einer SPÖ-Alleinregierung nicht umgesetzt.


Seit Alfred Gusenbauer Kanzler ist, büßt er dafür, dass er nicht ans Ende gedacht hat. Und er ist dazu verdammt, denselben Fehler immer wieder zu machen: Zur Rettung seines Kopfes in der eigenen Partei ultimative Forderungen an den Regierungspartner zu stellen, gegen deren Nichteinhaltung er nichts, absolut nichts unternehmen kann. Das Einzige, worauf er sich derzeit noch verlassen kann, ist, dass sich auch sein Gegenüber Wilhelm Molterer vor dem Äußersten fürchten muss. Hannes Androsch pflegt so etwas gelegentlich eine „russische Pyramide“ zu nennen: Zwei Betrunkene, die sich aneinanderlehnen und fest daran glauben, dass sie deshalb nicht umfallen können.

In der ÖVP reibt man sich wohl schon die Hände beim Gedanken an jene Parteisitzungen in der SPÖ, in denen Alfred Gusenbauer die österlichen Kompromisse schmackhaft machen muss wie ein Stück trockenen Osterschinken. Der Kanzler mag sich damit trösten, dass mit einem Hinauszögern des Scheiterns auch die Position seines Gegenübers prekärer wird: Molterer wird sich irgendwann entscheiden müssen, wie er es mit Wolfgang Schüssel hält. Und er wird sich irgendwann damit auseinandersetzen müssen, dass er ein erfahrener Politiker, Stratege und Taktiker ist, aber alles andere als ein votegetter.

Für beide hätte das Zerbrechen der Koalition ein Ende mit Schrecken bedeutet. Sie haben sich für den Schrecken ohne Ende entschieden: Dabeisein ist offenbar alles. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man den Fortbestand dieser Koalition nur durch den Beschluss eines Mehrheitswahlrechts rechtfertigen könnte.

Ein Schrecken ohne Ende Seiten 1 bis 3


michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2008)

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78 Kommentare
Gast: Christian
02.04.2008 14:36
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Das größte Hindernis für eine gedeihliche Arbeit der Großen Koalition

war sicherlich die Einsetzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses mit seiner Zielrichtung gegen die ÖVP. Denn diese "parteiischen Untersuchungen" ohne Verpflichtung zur Wahrheitsforschung und Objektivität, denen es auch noch an den rechtsstaatlichen Kautelen der Unschuldsvermutung, der Ablehnung von Mitgliedern wegen Befangenheit oder gar Ausgeschlossenheit sowie einer Überprüfung der Rechtmäßigkeit durch eine weitere unabhängige Instanz, wie sie ein Gerichtsverfahren auszeichnet, fehlt, kann jederzeit durch tendenziöse Zeugenbefragungen und polemische Berichterstattungen in den Medien von Opposition und insbes. durch die Fellnerpresse gesteuert und als Wahlkampf-Plattform mißbraucht werden. Die ÖVP wäre daher gut beraten gewesen, nach der glorreichen NÖ-Wahl jeder weitere Zusammenarbeit mit der SPÖ von der Beendigung der UA abhängig zu machen.

Aber auch Gusi keine Freude haben, weil man so jederzeit seine Regierung und seine Kandidatur als BK von links sabottieren kann!

Gast: Gneis
27.03.2008 15:46
0 0

Interessant

d. der Autor des Kommentars in letzter Zeit eine so rege Schreibtätigkeit entwickelt. Mehr als ein Kommentar pro Woche. Woher der plötzliche Fleiß? Jobsuche demnächst? Vielleicht muss er sich ja profilieren, nach dem Absturz seines Blattes in der Mediaanalyse. Von 4,3 auf 3,8 Prozent. Die Konkurrenz hat von 4,9 auf 5,0 zugelegt.

Gast: Gast : 873
25.03.2008 11:57
0 0

Wer die Wahrheit nicht verträgt ...

Wer die Wahrheit nicht verträgt, wer mit ihr nicht so umgeht, wie er soll, wer nicht den Mut hat, sein Land so aufzuklären, wie es verdient, der sollte vielleicht besser kein Medium machen ... er wird nie sein Ziel erreichen, den Beweis zu führen, dass sich Unredlichkeit auszahlen werde, wenn man sie nur lange genug macht, und Unsinn möglichst so oft im Vordergrund platziert, bis das Volk vergessen hat, dass Medien auch dafür verwendbar wären, Sinnvolles weiterzutragen ...

Wer die Wahrheit nicht verträgt,
sollte damit rechnen, dass sie dennoch die Wahrheit ist.
Auch wenn sie eine unangenehme ist ... und eine, die nur im Papierkorb von Redaktionen verschwindet ...


Antworten Gast: N_espresso
25.03.2008 14:22
0 0

Re: Wer die Wahrheit nicht verträgt ...

ja, ich stimme ihnen voll zu, z.b. . . . titel von heute :
"BAUCHFLECK von GUSI ..." ( ? )
nach dem druchlesen, frage ich mich, in welchem land manche redakteure eigentlich leben, denn...

- war es nicht die RETRO_NEINSAGER_BETON_partei ÖVP ( !!! ) die zuerst
... 3 bedingungen (also eine auslieferungserklärung der
spö ?) präsentierten und forderten...
w a s ist daraus geworden : U M G E F A L L E N !!!
... danach durch den heimlichen kanzler ein abgehen
von 2010 als unmöglich erklärt ... wobei allein die
begründung, keine schulden machen zu wollen
e i n d e u t i g widerlegt ist (JEDE steuerreform
der övp wurde so durchgeführt !)
w a s ist daraus geworden : U M G E F A L L E N !!!

solch "objektive" berichterstattung benötigt großes
"journalistisches know-jow" - TOLL !

. . . "verklärte" wirklichkeit : der witz des tages :
MOLTERER = standfeste
GUSI = umfaller.

wer`s glaubt ...

Re: Re: Wer die Wahrheit nicht verträgt ...

Wie kann man sich über so inferiore Politiker, wie in unserer derzeitigen Regierung, nur so aufregen? Oder sind Sie am Ende ein Lohnschreiber?

Antworten Antworten Antworten Gast: N_espresso
26.03.2008 20:01
0 0

Re: Re: Re: Wer die Wahrheit nicht verträgt ...

was ist ein lohnschreiber ?

zur klarstellung :
ich hab mich nicht zu inferioren politikern (da stimme ich ihnen gerne zu !) geäußerst, sondern zu "geradezu schamlos-gefärbten journalismus, der mir - ich sags mal ehrlich und offen - einfach zuwider sind !
und, insoferne ich zeit habe, tue ich das auch in anderen medien...

fehler + verbesserungsmöglichkeiten - ich denke da sind wir uns einig - gibst da und dort mehr als genug - oder ?

Gast: n_espresso
23.03.2008 14:23
0 0

"Chefredakteur" ( ? ) als gerechte Strafe

bei ihnen "brennt" rasch der vorauseilende gehorsam durch, sachliche analysen sind nicht ihre stärke :
"eskalation" ? WO ? WIE ?
1.) im regierungs-papierl steht legislaturperiode - NICHT 2010 !
2.) es dürfte ihnen entgangen sein, dass sich die weltwirtschaftlichen rahmenbedingungen seit Juli 07 fundamental geändert haben - oder ?
3.) dies verlangt eine flexible, am besten international akkordierte (siehe P.Bofinger im STANDARD über die politiker als "autisten"!) politik. (s. auch Strauss-Kahn-IWF).
w a s ist zu tun ?
- die exporte fallen als konjunkturmotor bald aus,
- daher muss der private konsums (am besten EU-weit)gestützt werden (= ca.50 % d. BIP)
- d.h. entlastung der UNTEREN einkommensschichten
- diese zahlen keine ekst mehr - daher streichung der
SV-beiträge (1,3 mrd)
- finanziert d. anhebung d. vermögenssteuern (z.b. 1%
des BIP=2,6 mrd. - USA 4,5% !!!)
DAFÜR kann man allemal Neuwahlen riskieren !
Ausser "NEIN-Sagen" kann die ÖVP ja nichts.

leokoller3
23.03.2008 21:40
0 0

Re:

1. Der Termin wurde im Ministerrat festgelegt, nicht im Koalitionsabkommen.

2. Stimmt.

3. Eine unueberlegte Steuerreform wuerde mehr Schaden als Nutzen anrichten. Die unteren Einkommensschichten auf Kosten der oberen auf Dauer zu finanzieren wuerde auf lange Sicht den Wirtschaftsstandort Oesterreich ruinieren.

Es gibt sicher einiges, das getan werden kann, muss aber zuerst auf der Ausgabenseite erfolgen. Daher brauchen wir eine tiefgreifende Staatsreform, einen schlanken Staat. Die Ersparnisse koennen dann an die unteren Einkommensschichten verteilt werden, ohne die oberen aus dem Land zu vertreiben.

Wenn Ihre Ausfuehrungen so einfach sind, dass man "DAFÜR ... allemal Neuwahlen riskieren" kann, warum macht dann die SPOe das nicht?

Antworten Antworten Gast: N_espresso
24.03.2008 12:18
0 0

Re: Re: Ergänzung ...

letzte info von heute morgen...

Van der Bellen schlägt eine sv-senkung von 200,- euro für die niedrigen einkommen vor - gegenfinanziert durch die anhebung der bem.grundlage auf 5000,-- für höhere
einkommen ...

GUT SO, denn ...
- jetzt kommt endlich bewegung in diese verkorkste politische diskussion,
- die spö kann diesen vorschlag doch einfach mit den grünen (das bzö wird sicher mitgehen - schon allein um der övp eins auszuwischen, und die fpö - ach, war das nicht einmal die partei für die "kleinen, anständigen leute...) + den anderen umsetzen !!!
UND...
wo bleibt dann die "retro-nein-sager - beton-övp - partei" ?
sie sind gerade dabei, sich total ins abseits - natürlich mit dem oberstrategen ! - zu manövrieren . . .
GRATULIERE !

Re: Re: Diesmal volle Zustimmung!

Allerdings würde ich das ewige nervtötende Umverteilungsgeschwafel ganz unkonventionell beenden wollen, nämlich doch durch Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für jeden! Das muß aber alle anderen Sozialleistungen ersetzen, womit die ganze riesige Sozialbürokratie hinfällig wäre, wie auch durch Einbeziehung der Subventionen für Landwirtschaft und übrige Wirtschaft hinfällig, da durch das Grundeinkommen alle Löhne bereits automatisch gestützt wären.

leokoller3
24.03.2008 20:23
0 0

Re: Re: Re: Diesmal volle Zustimmung!

Und wie hoch soll dieses Grundeinkommen sein? Mit einem Grundeinkommen erreichen sie nur eines, den unteren Einkommensschichten den Anreiz zur Arbeit zu nehmen.

Es gibt viele andere Moeglichkeiten, die Steuer- und Sozialabgabenlast besser zu verteilen.

-Die Erbschafts- und Schenkungssteuer wieder einfuehren, basierend auf Verkehrswerte und mit einem Freibetrag.
-Die Progression anders (gleitend) regeln.
-Die MWSt auf Grundnahrungsmittel abschaffen.
-Die persoenlichen Pensionskonten einfuehren und die Selbsvorsorge foerdern.
-Die Arbeitslosenversicherung auf persoenliche Konten umstellen.
----Bundesstaatsreform.

Fragen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: N_espresso
24.03.2008 21:05
0 0

Re: Re: Re: Re: wieder - teilweise - Zustimmung!

interessant - wenn sie auf die orf-seite schauen - denn
dort grassieren (nein ich meinte nicht ihn ...) ähnliche
vorschläge, wie die von uns angeregten :
- grundsicherung : info - 50 % der arbeitslosen + ca. 40 % der pensionen liegen unter 890,- euro (d.h. es geht nicht nur um den anreiz zur arbeit - dies träfe ab ca. 1300-1500 p.m.)
- erbsch. + schenkg.steuer - gut, aber auch die
- vermögenszuwachssteuer laut raidl ist eine gute
möglichkeit !
- progression : ja gefällt mit auch gut, vor allem muss der eingangssteuersatz wieder auf das niveau von 2004 (25 %) gedrückt werden...
- sv-beiträge : vorschlag der grünen - auch eine wirklich diskussionswürdige idee ...
auch ihre anderen anregungen sind ausbaufähig

nun - es ist, wie man hört..., einiges an wirklich guten vorschlägen für die menschen, denen über jahre die kalte progression das leben schwer machte, am tisch.
das stimmt mich sehr positiv !!!

leokoller3
24.03.2008 22:52
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: wieder - teilweise - Zustimmung!

Eine VermögensZUWACHSsteuer (VZSt) kann ich mir auch vorstellen, mit der Ausnahme des Eigenheimes falls es als Hauptwohnsitz benuetzt wird. Auch sollte die VZSt erst bei der Entnahme anfallen.

Beispiel zur Progression:

0 - 10.000 = 0%
10 - 40.000 = 25%
40 - 70.000 = 35%
70 - 100.000 = 45%
ueber 100.000 = 55%
Der Steuersatz bezieht sich nur auf den Anteil des Einkommens, der innerhalb der Steuerklasse liegt.
Z.B.:
Bruttojahreseinkommen = 60.000
Teil des Einkommens => Steuer
10.000 => 0.000
30.000 => 7.500
20.000 => 7.500
Gesamt
60.000 => 15.000

Gesamtsteueraufkommen = 25%

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: N_espresso
25.03.2008 15:02
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: wieder - teilweise - Zustimmung!

ja - gefällt mir auch gut !

leokoller3
25.03.2008 21:49
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: wieder - teilweise - Zustimmung!

Genauso sollten auch all diese anderen Steuern in die Einkommenssteuer (ESt) eingegliedert werden. Wenn jemand Zinsen verdient, werden diese Teil des Jahreseinkommens, ebenso wie Kapitalzuwachs zur Zeit der Entnahme. Sollten Zinsen in einem privaten (staatlich registrierten) Pensionsvorsorgekonto anfallen und dort auch verbleiben, dann faellt die ESt auch erst bei der Entnahme an. Die Beitraege zu einem solchen Konto sind steuerfrei, das heisst verringern das Jahreseinkommen, und die ESt faellt genauso bei der Entnahme an.

leokoller3
24.03.2008 22:56
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: wieder - teilweise - Zustimmung!

Berichtigung

10.000 => 0.000
30.000 => 7.500
20.000 => 7.000

60.000 => 14.500 = 24 1/6 %

Antworten Antworten Antworten Gast: N_espresso
24.03.2008 13:05
0 0

Re: Re: Re: ...diesmal - teilweise - Zustimmung!

- Umverteilung :
leider - ist es ein FAKTUM (siehe östat, oecd, usw.), dass die steuerreformen seit ca. 10 jahren zu einer gewaltigen umverteilung von UNTEN nach OBEN in österreich (als auch in D, USA, GB...) führten ! diese entwicklung dürfte ihnen entgangen sein.
... "nervtötendes...geschwafel" ?
- nur weil es sie nicht betrifft ?
- ihre formulierung zeigt eine herab-lassende einstellung, die sich selbst (dis)qualifiziert !
- reallöhne :
diese umverteilung (die "reichen" tragen in österreich ja kaum mehr zur finanzierung des staates bei - im vergleich z.b. den USA, GB...) führte zu REAL-lohnverlusten und einem stagnieren des priv.konsums.
- grundsicherung - armut :
da bin ich bei ihnen - das würde viel helfen, die luft aus der diskussion zu nehmen und vielen menschen aus der armut helfen ... fischler (ex eu-kommissar) hat gestern im standard dazu einen aufschlussreichen beitrag geschrieben.

Re: Re: Re: Re: ...diesmal - teilweise - Zustimmung!

Sehen Sie, den Standard lese ich nicht, sonst hätte ich auch so eine verzerrte und daher letztlich falsche Ansicht über die Steuerbelastung der Österreicher, wie Sie!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: N_espresso
24.03.2008 17:02
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: ...diesmal - keine - Zustimmung!

ja - sie haben recht, ja NUR KEINE medien lesen, die nicht der eigenen, fixierten meinung entsprechen - pfui aber auch !
für die "falschheit" meiner daten/interpretationen wen-den sie sich bitte an die OECD, IWF, EZB, ÖSTAT, EUROSTAT, WIFO, usw. usw .

sorry, ich vergaß, dass sie ja keine forschungsergeb-
nisse (wie klug ?) lesen, die sich nicht mit ihrer vorge-
faßten ansicht decken...

Antworten Antworten Gast: N_espresso
24.03.2008 01:56
0 0

Re: Re:

erst kürzlich wurde von der OECD die vergleichsweise niedrige steuerbelastung der "oberen einkommen" festgehalten. auch ist es kein geheimnis, dass österr.
die mit ABSTAND niedrigste vermögensbesteuerung hat
(s. wifo, iwf). u n ü b e r l e g t ist daher, ...
- das auslaufen der erbsch.- u. schenkungssteuer und
- die bevorzugte behandlung der "stifter"...kurzer hinweis: der einstiegssteuersatz der lohnsteuer beträgt 38 % - er ist doppelt so hoch wie die besteuerung der stiftungen !
...das aufgrund dieser einseitigen steuervorteile die obe-
ren einkommensbezieher" das land verlassen werden (nach liechtenstein ?) ist ziemlich unwahrscheinlich,
...genausowenig würde der wirtschaftrsstandort durch eine gerechtere, dem konsum stützende, umverteilung ruiniert werden - ein ziemlich plattes argument !
...ausgaben : wo sind denn die einsparungen der seit 10 jahren propagierten verwaltungsreform ? z.b.
- spö: nun - weil sie längst das "neo-liberale GESUDERE"
nachpfeiffen!

Gast: cicero
22.03.2008 10:20
0 0

redundanz

wenn Fleischhacker - in Anlehnung an ein Vorbild im alten Rom - seine mit engem Blickwinkel behafteten Artikel immer mit dem gleichen Stehsatz - in seinem Fall mit der Aufforderung einer Wahlrechtsreform zur Umsetzung des Mehrheitswahlrechtes abschließt, ändert das nichts an dem Faktum, das dies ein zutiefst undemokratischer Schritt wäre. ÖVP oder SPÖ würden sich - je nach dem - die Republik aufteilen. Buona Notte Austria!
Es ist ja pikant, wenn der Chefredakteur - noch heute mit seiner "Salieri" Kritik an der Polizei eine nationale und internationale Lachnummer - Anleihen bei geistigen Grössen nimmt, denen er weder das Wasser, noch die "Saliera" reichen kann. Wie lange wird die Intelligenz der Leser noch mit den ewigen Redundanzen des Chefredakteurs beileidigt? Ach ja, vermutlich eine Vorgabe der Volkspartei, hatte ich vergessen. Da muß er ja dann auch parieren.

Antworten Gast: Konrad D.
26.03.2008 22:07
0 0

Re: redundanz

Guter Alter, "Redundanz" passt hier nicht. Oder würden Sie die unablässig wiederholte Forderung Ihres Kollegen Cato nach Zerstörung Karthagos redundant nennen? Wahrscheinlich meinten sie irgendetwas in Richtung "repetitiv". Fremdwörter sind Glücksache, wenn einem eine gute Schulbilldung fehlt. Wie oft habe ich Sie schon aufgefordert, Fremdwörter zu meiden - die sind nicht Ihre Stärke. ==> Und noch eine Frage: Einmal schreiben Sie "Salieri", und dann "Saliera". Was meinten Sie eigentlich? Das sind zwei absolut verschiedene Themen - googeln Sie doch einfach einmal danach.

Antworten Gast: Isaak Goldfisch
22.03.2008 13:31
0 0

Re: redundanz

Wenn Zitzerl, das geistige Nackerpatzerl unter den Kommentatoren, von Redundanz plappert, tut er das, ohne sich bewusst zu sein, Mister Fleischhacker Honig um's Maul zu schmieren. Denn "redundante Teile sorgen dafür, dass eine Nachricht auch dann noch verstanden werden kann, wenn sie Fehler enthält". Und das ist das Letzte, was Zitzerl erreichen will.

leokoller3
22.03.2008 11:09
0 0

Re: redundanz

Soll das heissen "beleidigt" oder "beileibigt"? Und was das Ganze mit irgendeinem Salieri seiner Saliera zu tun hat, geht mir nicht ganz ein. Was es jedoch zu tun hat, ist die einzige Legitimation, die diese Regierung noch hat, aufzuzeigen. Und das ist, eine vernuenftige Bundesstaatsreform inkl. Wahlrechtsreform durchzufuehren. Sollte Ihnen das entgangen sein, dann ziehen Sie sich auf's Warten und Sehen zurueck.

Antworten Antworten Gast: N_espresso
24.03.2008 02:48
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Re: Re: redundanz

ad) beleidigt & beileibigt ...
tippfehler kommen allemal vor, ich hätte ihnen, unbekannterweise, etwas mehr an geistiger flexibilität zugestanden.
ad) reformen : ja verwaltungsreform ist gut. a b e r,
hat nicht die övp seit 1999 regiert...und gibt es nicht mehrheitlich schwarze landesfürsten - ALSO ...
- gesundheitsreform ? - oder lieber noch ein
"schweinsbratenbuch" ?
- steuerreform haben sie wohl vergessen in ihrer eile, ich verstehe.
bevor sie sich aber ganz aufs warten und sehen zurückziehen, sollten sie ein bisserl makroökonomische
zusammenhänge studieren (neo-liberales gesäusel be-
eindruckt nicht wirklich) als auch ein "kurze" recherche - oecd, iwf, eurostat, destat, östat, wifo, ihs, ezb usw - zum besseren verständnis nicht schadet.
nun denne :

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Ceterum censeo...

"Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!"

Dieser Satz wird auf Äsops Fabel 45 zurückgeführt. In den pseudo-pythagoräischen Goldenen Sprüchen heißt es „Βουλεύου δὲ πρὸ ἔργου, ὅπως μὴ μῶρα πέληται.“ - „Überlege vor der Tat, damit nichts Törichtes daraus entstehe.“ Aus dem apokryphem Buch Jesus Sirach (7, 36)

Aber leider ist ja Latein nicht mehr gefragt!
(von Altgriechisch ganz zu schweigen!)


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