25.05.2012 13:27 | Meine Presse Merkliste 0

Tunesien ist die Lösung nicht nur für Ägypten

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die säkulare Freiheitsbewegung, die in Nordafrika Fuß fasst, lässt auf Alternativen zur Herrschaft der Islamisten hoffen. Doch das Risiko eines Rückschlags ist groß.

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Die Parole könnte zum Label einer neuen Ära werden: „Tunesien ist die Lösung.“ Die jungen Leute, die in Ägypten auf die Straße gehen, um das Mubarak-Regime zu stürzen, konterkarieren so die Parole der Moslembrüder, die seit Jahrzehnten mit dem Schlachtruf „Islam ist die Lösung“ gegen das autokratische Regime zu Felde ziehen.

„Tunesien ist die Lösung“ heißt: Die Alternative zu den Autokraten ist nicht ein islamistisches Regime, sondern eine säkulare Freiheitsbewegung. Bisher hatten Autokraten wie Ben Ali in Tunesien und Mubarak in Ägypten, aber auch das saudische Königshaus, ihre Herrschaft damit legitimiert, dass die Alternative das Chaos oder die Herrschaft der Islamisten wäre. Ein Argument, das auch für die Staatenwelt überzeugend war.

Tunesien und jetzt Ägypten lassen erstmals die Hoffnung aufkeimen, dass es säkulare Alternativen geben könnte. Die jungen Leute, die ihre Angst vor den Despoten abgeschüttelt haben, riskieren ihr Leben nicht für die Religion, sondern für die Möglichkeit, ihre individuellen Vorstellungen von einem geglückten Leben zu verwirklichen.

Es wäre naiv zu glauben, dass mit dem tunesischen Aufstand in der islamischen Welt von einem Tag auf den anderen der Weg zur Etablierung liberaler Demokratien nach westlichem Vorbild frei wäre. An dieser Naivität ist letztlich auch die Nahost-Politik der Bush-Administration gescheitert: Die Neocons haben ernsthaft geglaubt, ein erzwungener „regime change“ in Schlüsselstaaten würde eine groß angelegte Demokratisierung im Nahen Osten in Gang setzen.

Aber es wäre ebenso naiv zu glauben, dass die Strategie, Autokraten um jeden Preis zu stützen, um islamistische Machtübernahmen zu verhindern, einfach fortgesetzt werden könnte. Die alternativlose Frontstellung zwischen autokratischen und islamistischen Machtansprüchen ist zwar ein besser kalkulierbares Risiko als der unkontrollierte Machtverlust der Despoten, aber eben auch ein Risiko: Sie ermöglicht den Islamisten, einen Märtyrerbonus zu lukrieren.

Es ist keine Übertreibung, von einem historischen Moment zu sprechen, und es ist ein kritischer, ein gefährlicher Moment: In Ägypten ist das Risiko, dass die Islamisten das Ruder übernehmen, viel größer als in Tunesien, sie können auf eine stärkere Verankerung in der Bevölkerung zählen als in den Maghreb-Staaten; auch die Gefahr, dass mit al-Qaida vernetzte Gruppen durch Terrorattacken das Chaos vergrößern, ist erheblich. Für den Westen wäre entscheidend, eine Figur wie Mohamed ElBaradei als Alternative zu haben. Der Nobelpreisträger hat sich in die Auseinandersetzung auf der Straße begeben, offensichtlich, um seine Glaubwürdigkeit bei den Aufständischen zu stärken.

Eines haben der tunesische und der ägyptische Aufstand gemeinsam: Sie drängen die westliche Welt zu einem differenzierteren Blick auf die „islamische Welt“. Man könnte beide Bewegungen als Aufstand der bisher schweigenden Massen lesen, die ein Leben führen wollen wie der Rest der Welt auch. Ihr Werteensemble wird nicht kollektivistisch-religiös geprägt, sondern individualistisch-konsumorientiert. Auf viele junge Menschen in den islamischen Ländern wirken die Verheißungen des „westlichen“ Lebensstils stärker als jene der Religion.


Wer in unseren saturierten Breiten über diese Entwicklung kulturpessimistisch die Nase rümpft, sollte nicht vergessen, dass die Entkoppelung von Politik und Religion, die zu Recht als eine der großen Errungenschaften des Westens gilt, auch bei uns nicht durch die massenhafte Lektüre der französischen Aufklärer, nicht nur durch den Zugang der Massen zu höherer Bildung, sondern auch und vor allem durch Massenkonsum erreicht wurde. Wer sich über die Auswüchse unserer „Konsumreligion“ beklagt, sollte zumindest anerkennen, dass es sich, anders als bei den forcierten Ausprägungen des Monotheismus, zumindest um eine friedliche Religion handelt. Wo Geld fließt, fließt kein Blut.

Wir haben in den vergangenen Wochen erlebt, dass sich sprichwörtlich aus dem Nichts eine Situation ergeben hat, die entweder in eine lang ersehnte Zukunft oder in eine lang befürchtete, blutige Vergangenheit führt. Für den Westen steht dabei so viel auf dem Spiel wie bei der „Zeitenwende“ 1989.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2011)

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31 Kommentare
 
1 2
galli leo
30.01.2011 09:39
2 0

fleischhackers wunschträume....

egal welches system, es muss immer eine 'ideologie' im hintergrund vorhanden sein, sonst hat sie keine chance.

die diktatoren a la ben ali, mubarak, saud usw haben die ideologie des totalitären staatenlenkers hinter sich.

die islamisten haben ihre ideologie hinter sich.

was aber haben die 'tunesien ist die lösung'-leute hinter sich? einige tage aktionismus auf der straße...

zu wenig!
sowohl für tunesien als auch für ägypten wird es nur die wahl zwischen den ersten beiden alternativen (ein neuer diktator oder islamisten) geben.
alles andere ist wunschdenken.

Logos21
29.01.2011 20:27
3 0

Es ist völlig offen

was der Umsturz - nennen wir ihn so - unter dem Motto "Tunesien ist die Lösung" bringen wird.

Ps: auch interessant: in Istanbul veranstalten vorwiegend islamistische Demonstranten Solidardemos gegen "Diktator Mubarak". Von daher wehr der Wind.

Gast: magra
29.01.2011 19:30
0 0

a bisserl naiv

Wo Geld fließt, fließt kein Blut, die Konsumreligion ist einer der Gründe warum Blut fließt. Der Konsum Chinas nach Agrarflächen in Afrika, der Konsum unserer westlichen Welt und Chinas nach Bodenschätzen, nach Erdöl. Warum unterstützen denn soviele Demokratien diese Diktaturen, damit sie stabile Verhältnisse haben, um ihren Hunger, ihren Konsum stillen zu können. Das Volk muß dafür bluten. Oder waren nicht Lebensmittelknappheit und stark gestiegene Preise ein Grund für den Beginn der Revolten?
Mich erinnert das ein wenig an 1989, an jenen Dominoeffekt in Osteuropa, nur der Jubel der USA und der EU klingt sehr verhalten bzw. hat die EU sowieso keine einheitliche meinung zu diesen Thema. Die Angst vor dem islamischen Fundamentalismus ist berechtigt, doch unsere Politik versucht nicht annähernd den Nährboden jener zu entziehen, stattdessen propagiert man passives Zuschauen.

modestus
29.01.2011 17:55
4 1

irreal

herr fleischhacker, islamische länder sind demokratieresistent.
nach jeder diktatur folgt eine "bessere" diktatur.
bis auch diese wieder verjagt wird.
diesmal kommt der islam als staatstragendes übel zurück...auch in tunis

wenn es soweit ist werde ich ihnen schreiben
" I TOLD YOU SO"

grinch
29.01.2011 16:51
0 0

Mubarak verwehrte bis jetzt Reformen.

Politik ist in diesen Diktaturen eine Einbahnstraße,
Gegenläufiges ist untersagt.

Wenn einem die Mitbestimmung versagt wird,
flüchtet man in andere Sphären(z.B. in die Wirtschaft wie einst das Bürgertum in Europa).

Da die Wirtschaft nicht gerade floriert
und von der Politik korrumpiert ist,
bleibt eben oft nur die Religion,
als "Fluchtmöglichkeit".

Der Slogan der Moslembruderschaft „Islam ist die Lösung“,
kann daher auch als "stiller"(früher auch mittels Anschlägen wesentlich "lauter")
Protest gegen das Regime("Abkapselung") gewertet werden.

"Tunesien ist die Lösung",
heißt in diesem Zusammenhang,
dass es anstatt der Flucht auch andere Möglichkeiten gibt,
nämlich den Angriff/Gewalt.
"Tunesien ist die Lösung" bedeutet daher,
die Gewalt der Straße soll ihnen die gewünschte Veränderung bringen.

PS:
Die Moslembruderschaft fordert schon seit Jahren eine Demokratisierung in Ägypten!!!
Der Grund liegt auch auf der Hand,
es ist ihr Weg an die Macht,
denn sie haben den Rückhalt in der Bevölkerung.

Und dass es eine "säkulare Freiheitsbewegung" ist liegt daran,
dass die Moslembruderschaft schon öfter am ägyptischen System angeeckt ist
und nur zu gut die Konsequenzen eines Scheiterns kennt.

Fällt jedoch Mubarak,
werden sie sicher mehr als nur "Zuseher" sein,
außer es folgt ein neuer Diktator.

Logos21
29.01.2011 13:32
1 0

Gut gemeint, aber daneben:

"Die säkulare Freiheitsbewegung, die in Nordafrika Fuß fasst .."
+
Die Realität sieht wie folgt aus: bei den letzten "Wahlen" vor wenigen Monaten hat der erstarrte Despot Mubarak dafür gesorgt, dass die Muslimbrüder gar nicht ins Parlament kommen können, durch Verbot der Kandidaten usw. Er hat sich damit eine Scheinrealität geschaffen, die gerade zusammenbricht.
Vor ca. 2-4 Jahren gab es einmal freie Wahlen in Ägypten, die Muslimbrüder haben triumphiert, mit bis zu 60% der Stimmen.

FAZIT: gäbe/gibt es freie Wahlen, werden die Muslimbrüder stärkste Kraft werden, und nicht Liberale oder andere.

Herr Fleischh.: Zuerst recherchieren, dann meinen, ja?!

Re: Gut gemeint, aber daneben:

Danke für die Empfehlung. Ich hab auch eine: zuerst sinnerfassend lesen, dann posten. Lg, Fle

Antworten Antworten Gast: Gast
30.01.2011 10:02
0 0

Re: Re: Gut gemeint, aber daneben:

Sie lassen keine Möglichkeit aus, dass sich in diesen Ländern durchsetzen könnte. Das beweist doch nur, dass Sie keine Ahnung haben!!

Antworten Antworten Logos21
29.01.2011 21:34
1 0

Gerne, und es kommt sogar noch eine:

Nicht einfach nur blind von der APA abschreiben, vorher lesen oder auch selber nachprüfen, ja?! Sinn erfassen wäre dann next level ..

"www.diepresse.com in einem Artikel die Behauptung verbreitet, Elisabeth Sabaditsch-Wolff .. „Der Euro-Islam ist einfach nur Scheiße“ von sich gegeben. Diese Behauptung ist falsch.
Anmerkung der Redaktion
Der betroffene Artikel beruhte auf einer Meldung der Austria Presse Agentur, deren absolute Richtigkeit sich leider nicht erhärten ließ. Wir bedauern."

Antworten Antworten Logos21
29.01.2011 15:43
3 0

Re: Re: Gut gemeint, aber daneben:

Sogar eine Antwort, bravo ich staune.
- Ich habe die Wahljahre usw. nur vage angeben können, ihre Aufgabe wäre Präziseres zu liefern, sie werden dafür ja bezahlt.
- "unseren saturierten Breiten". Das sehen sie so? Ich sehe eine sehr deutliche neue Verelendung, ganz genau bei uns, aus verschiedensten Gründen wie z.B. falsche Zuwanderung, Absenkung aller Bildungsniveaus usw.
- zu unserem "westlichen Lebensstil" gehört die christliche Individualreligion (arbeite an dir selbst, das ständige Dictum Jesu ".. wie dich selbst") als Ursache und Wirkung unbedingt dazu. Den Westen als Sphäre des a- oder ersatzreligiösen Massenkonsums zu deuten, greift entschieden zu kurz.

Gast: Nemesis
29.01.2011 08:42
2 1

Unsere Medien sind doch eh große Islamistenfans!

Also macht es nichts wenn die Islamisten triumphieren!
Dann hat das politische korrekte Gutmenschentum doch gesiegt!
Oder ist es doch nicht so wie uns immer erzählt wird von den Medien?

Ophicus
29.01.2011 07:55
0 0

Ja, ja

Wo Geld fließt, fließt kein Blut. Noch nie war Geld ein Motiv für Gewalttaten oder Kriege. Im finsteren Mittelalter hat man ja auch die Andersgläubigen nur wegen religiöser Motive umgebracht - dass man ihr Vermögen eingezogen hat war eine unvermeidliche Nebenerscheinung und sicherlich nie beabsichtigt. Die Plünderungen auf Kreuzzügen waren auch nur religiöser Eifer. Dass man mit sarazenischem Gold den eigenen Konsum erhöhen konnte war allen völlig egal.

Gast: Niederösterreicher
29.01.2011 00:58
2 5

Jahrzehntelang lief die Propaganda der Israelis im Nahostkonflikt

auf der Schiene: Wir haben Israel erst fruchtbar gemacht. Der Besitz des Landes wurde so zum Lohn für den Bearbeiter.

Als Negativbild galten jahrzehnte lang die Fellachen in Ägypten, die wie zu Pharaos Zeiten immer noch mit dem Wasserrad ihre Felder bewirtschafteten.

Diese (beleidigende) Vorstellung des Westens über die Araber hat sich bei diesen tief eingeprägt. Auch die Beherrschung der Heiligen Stätten des Islams wird von den Arabern äußert negativ wahrgenommen und prägt ihre - sagen wir vorsichtig - Einstellung zum Israel und den diesen unterstützenden Westen.

Es ist anzunehmen, daß die stärkere Einflußnahme des Volkes auf die arabischen Regierungen dem Westen eher eine Verschlechterung ihrer Position bringen wird. Man wird eher auf arabisch-palästinensische Positionen Rücksicht nehmen müssen. Und Veröffentlichungen im arabischen FS über die weitgehenden Zugeständnisse der Fatah-Führung an die israelischen Verhandlung werden auch nicht gerade dazu beitragen, Sympathien für Israel und den Westen zu verstärken.

Zu Recht mischt sich derzeit der W. nicht in innerarabische Konflikte ein. Besser ist es, derzeit dort nicht wahrgenommen zu werden, um "den Leu nicht zu wecken"! Andererseits sollten die Revolten ein Weckruf für die rechtsextremen Siedler und die sie unterstützende Regierung in Israel sein, endlich zu einer Friedenslösung zu kommen. Denn das Fehlen dieser Lösung gibt der Unzufriedenheit der arabischen Massen immer neuen Auftrieb!

Antworten Logos21
29.01.2011 13:34
4 0

Bizarr

die hausgemachen Problem der Araber auf Israel zu schieben.
Sie vertreten die Propaganda der Araber/Islamis: ich bin unfähig, und Schuld ist Israel.

petarius
29.01.2011 00:17
0 0

Pyramiden ade

schade, jetzt wird wohl lang keine Möglichkeit gegeben sein, eine ausgelassene Ägyptenreise zu machen.

Gast: gast
28.01.2011 23:06
1 1

die Märkte reagieren sehr nervös

Öl heute plus 4%.
Öldurstiges u. rohstoffarmes Euroland mit starkem Euro minus.

Gast: schlÄchter
28.01.2011 23:06
7 0

sg herr chefredakteur fleischhacker!

"Man könnte beide Bewegungen als Aufstand der bisher schweigenden Massen lesen, die ein Leben führen wollen wie der Rest der Welt auch. Ihr Werteensemble wird nicht kollektivistisch-religiös geprägt, sondern individualistisch-konsumorientiert. Auf viele junge Menschen in den islamischen Ländern wirken die Verheißungen des „westlichen“ Lebensstils stärker als jene der Religion."

ihr wort in gottes ohr, ich würde es gerne, kann aber ihren optimismus leider nicht teilen

ich fürchte sie unterschätzen völlig die macht der religion und überschätzen die anziehungskraft unserer westl. zivilisation (=rest d. welt?)
individualismus ist ausfluss der westl. kultur bzw christentum (vergib m i r m e i n e schuld wie auch i c h m e i n e n schuldigern vergebe, liebe d e i n e n nächsten wie d i c h selbst) und der antiken philosophie, nicht aber im orient/islamischen kulturkreis, der die gemeinschaft der rechtgläubigen und die familie/den stamm in den vordergrund stellt.

die jetzige massenrevolte in den arabischen staaten ist jedenfalls längst überfällig und mmn sind wir im westen gut beraten uns möglichst nicht einzumischen, nur wenn tatsächliche konkrete bedrohungsszenarien auftreten (zb ein arabischer rais/führer der offen mit gewalt gegen den westen droht). die derzeitige wahre bedrohung besteht in einer massenimmiration ausgelöst durch die gewaltige demographische verschiebung mit ihren sozialen/kulturellen sprengsätzen
mfg
s.

Gast: FGH
28.01.2011 22:38
7 0

Nun ja,

ob eine Religion politische Ziele verfolgt, d.h. ob eine Entkopplung von Politik und Religion überhaupt möglich ist, hängt doch wesentlich von eben dieser Religion ab - nicht von einem "Westen", "Osten" oder einer sonstigen Himmelsrichtung.

Warten Sie es ab, Herr Fleischhacker: Bald schon wird es eine Islamische Republik Ägypten geben.

Gast: Bece
28.01.2011 22:09
2 1

Spezialisten?

Hat die Presse keine Kommentatoren, die sich in der Region auskennen?

3 0

Dein Wort in Gottes Ohr

lieber Herr Fleischhacker. Doch wer soll das Konsumvergnügen für diese Abermillionen finanzieren? Wieder die EU, also wir? Da das nicht möglich ist, ohne unser selbst erarbeitetes Leistungs- und Sozialniveau komplett zu zerstören (nachdem Motto: wir haben nichts mehr und ihr habt noch immer nicht genug) wird die Revolution wie befürchtet enden.

Gast: gast
28.01.2011 21:14
4 1

ein iranisches Ägypten wäre der Horror für den Westen

Fällt Ägypten, fällt auch der arabische Golf.

Wer sichert dann die Ölwege? Wieder Amerika ohne Europa.

Unser Verteidigungsminister entwirft wahrscheinlich schon Schlachtpläne, wie die Straße von Hormuz freizuhalten ist.

chefa
28.01.2011 21:12
3 2

Naivität

Während man die Wunschvorstellungen eines Karim El-Gawhary ( auch ägyptische Wurzeln, Studium an der sozialistisch ausgerichteten FU Berlin ) von einem sozialistischen Ägypten noch nachvollziehen kann, fehlt mir beim sonstigen journalistischen Jubel jedes Veständnis.
Wer glaubt, mit der Beseitigung von Autokraten sei das Problem gelöst, der ist schon mehr, als nur naiv.
Armut und Arbeitslosigkeit werden als Folge von Geldabfluß ansteigen und neue totalitäre Regime werden nachfolgen. Ob gefährlicher für Europa wird sich zeigen, jedenfalls für Israel kann es lebensgefährlich werden.
Und zu glauben, unser über immer mehr Schulden finanziertes Wohlfahrts-Demokratie-Modell sei ein Lösungsansatz für diesen Raum,
lebt in einer Traumwelt.

Giftpfeil
28.01.2011 19:52
3 2

zu diesem Thema würde ich mir einen Leitartikel von einem kompetenten Mann erwarten


Es ist nicht ausreichend, einmal im Leben die Pyramiden umrundet zu haben, ein Buch von Peter Peter Scholl-Latour gelesen oder den Film "Tod auf dem Nil" gesehen zu haben, um über die Moslembrüder schreiben zu können.

Antworten Gast: Obergscheiter Giftzwerg
28.01.2011 21:09
7 1

Re: zu diesem Thema würde ich mir einen Leitartikel von einem kompetenten Mann erwarten

Die wichtigsten Zusammenhänge wurden hier sehr gut dargelegt, dazu braucht man keine Diplomarbeit über die MB geschrieben zu haben.
Die MB sind nur ein Gruppe unter vielen Verwirrten.
Zeitverschwendung, sie bis ins Detail zu kennen.

Logos21
28.01.2011 19:27
4 0

Geschätzte Leser!

aktuell aus orf.at:
"Sowohl Anhänger der islamistischen Opposition als auch Mitglieder von Gewerkschaften und linksgerichteten Organisationen versammelten sich in der Hauptstadt Amman .. Die größte Demonstration ging von der Husseini-Moschee aus."
+
"islamistischen Opposition .. und linksgerichteten Organisationen"
Und genau aus diesem Gemisch ging 1978 im IRAN der Mullah-ISLAMISMUS als Sieger hervor.

Logos21
28.01.2011 19:09
4 0

Es wäre naiv zu glauben,

dass diejenigen, die jetzt auf der Straße agieren, auch jene sind, die in 6 Monaten regieren.
Bei der iranischen Revolution waren vor allem Linke anfänglich begeistert, ging es doch gegen den Schah usw. Ein halbes Jahr später war der islamistische Mullahstaat etabliert.


 
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