25.05.2012 13:28 | Meine Presse Merkliste 0

Wer nichts zu verlieren hat, kann leicht moralisch sein

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Der zögerliche Umgang der Amerikaner und Europäer mit der ägyptischen Revolution widerspricht dem unmittelbaren Moralempfinden. Aber er hat Gründe.

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Schwer zu sagen, was man aus den etwas mehr als zwei Jahrhunderten europäischer Revolutionsgeschichte für den Fortgang der ägyptischen Ereignisse lernen könnte. Denn Alexis de Tocqueville wird wohl recht haben mit dem Wort, das Rudolf Burger in dieser „Presse“-Ausgabe zitiert: „Ich habe immer beobachtet, dass man in der Politik untergeht, wenn man ein zu gutes Gedächtnis hat.“

Es hilft einem also die Erinnerung an vergangene Revolutionen nicht, um gegenwärtige zu stoppen, zum Erfolg zu führen oder für sich zu instrumentalisieren. Das sind ja im Wesentlichen die Optionen der großen Mächte angesichts revolutionärer Ereignisse an strategisch neuralgischen Orten. Die Moral rät zur Unterstützung, die Taktik zum Stopp, die Strategie zur Vereinnahmung. Was könnte man aus der – ebenfalls wie aus dem Nichts kommenden – iranischen Revolution 1979 lernen? Nichts.

Einige Muster der Großmachtpolitik angesichts revolutionärer Volkserhebungen scheinen allerdings relativ konstant zu bleiben. Das entscheidende Ideologem amerikanischer Außenpolitik im Umgang mit karibischen, mittel- und südamerikanischen Volksaufständen gegen die herrschenden Diktatoren hieß seit jeher: „Er ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund.“ In den 1950er-Jahren galt es für den kubanischen Machthaber Fulgencio Batista.

Man ließ ihn und später die rechten mittelamerikanischen Diktatoren gewähren, weil die 1950er- und dann wieder die 1980er-Jahre besonders stark von der Angst geprägt waren, die Sowjets könnten Lateinamerika und die Karibik ihrem Imperium einverleiben.

Nach dem Untergang der Sowjetunion haben die islamischen Fundamentalisten die Rolle der Großbedrohung übernommen. Und man agierte wieder nach dem Prinzip „Er ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund“. Das galt lange für den irakischen Diktator Saddam Hussein, es gilt für das saudische Königshaus, die Haschemiten und den ägyptischen Machthaber Hosni Mubarak.

Wie so oft barg auch dieser strategische Pragmatismus ein gutes Stück historischer Ironie: Nach dem Ende der sozialistischen Phobie waren es die Vertreter und Nachfahren des arabischen Sozialismus, die der amerikanischen Außenpolitik als Garanten gegen eine islamistische Machtübernahme galten.

Solange sich die arabischen Kleptokraten damit begnügten, sich und ihre Familien zu bereichern, und ihre systematischen Menschenrechtsverletzungen unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwellen blieben, funktionierte das ganz gut. Saddam Hussein hat es irgendwann übertrieben.

Die amerikanische Reaktion auf Saddams Versuch, sich den Nachbarn Kuwait einzuverleiben, war eher von energiestrategischen Überlegungen getrieben. Den zweiten Golfkrieg führte Bush junior aber aus Überzeugung. Er und seine von Paul Wolfowitz angeführten Berater, die sich zur „neokonservativen“ Schule des Chicagoer Philosophen Leo Strauss zählten, glaubten auf naive Weise an die Möglichkeit einer Demokratisierung des Nahen Ostens durch den Sturz von Diktatoren.


Was jetzt in Ägypten passiert, ist für die europäische und für die amerikanische Außenpolitik etwas ziemlich Irritierendes. Man merkt das auch an den teils peinlichen Diskrepanzen zwischen EU-Außenministerin Catherine Ashton und den Regierungschefs der großen europäischen Mächte (Silvio Berlusconis Lobeshymne auf Mubarak stellt einen Sonderfall von Hirn in der Hose dar und zählt nicht): Das Demokratiepathos der Kommission hat unmittelbar mit ihrer De-facto-Entmachtung durch die Staats- und Regierungschefs zu tun. Moral war immer die Zuflucht der Machtlosen.

Wer nichts zu verlieren hat, kann leicht moralisch sein. Für die großen Mächte stehen ökonomische Beziehungen, strategische Interessen und militärische Konstellationen auf dem Spiel. Man hat ihnen immer den Vorwurf gemacht, sie stellten solche Interessen über die Moral.

Seien wir froh, dass sie es tun. Denn im Namen einer höheren Moral agieren die Selbstmordattentäter in Tel Aviv, Kabul und Bagdad.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2011)

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42 Kommentare
 
1 2
Svenco
08.02.2011 14:43
0 1

„Ich habe immer beobachtet, dass man in der Politik untergeht, wenn man ein zu gutes Gedächtnis hat.“

Jetzt verstehe ich, warum europa. Politiker "gestern" schnell vergessen!

Svenco
08.02.2011 14:37
0 1

Nein, Herr Fleischhacker!

"Nach dem Untergang der Sowjetunion haben die islamischen Fundamentalisten die Rolle der Großbedrohung nicht übernommen sondern wurden von der Nato dazu gemacht!"
Es war ein Nato-Beschluss. Nato suchte sich einen neuen Feind und hat vom Westen gegründeten Terrorvereine zur Grossbedrohung erklaert! Der Grund war auch einfach. Weil man die Strukturen dieser Vereine kannte und man hat angenommen, dass man mit denen leicht zu Recht kommt. Pustekuchen... Jetzt zittert der Westen vor der selbst gegründeten Al Kaida!

Gast: Conan der Knusperkönig
06.02.2011 13:44
1 5

Mal ganz nüchtern betrachtet...

Fleischhacker meint, dass Bush & Co. in den Irak einmarschiert wären, weil sie Demokratie und Wohlstand verbreiten wollten. Mittlerweile solle jedem klar ersichtlich sein, insbesondere dem Chefredakteur der Presse, dass hier wirtschaftliche Interessen im Vordergrund standen.

Weiters argumentiert er, dass man nicht versuchen sollte moralisch zu handeln, weil man ja an den Selbstmordattentätern sehen könne wohin eine solche Einstellung führe. Viel besser wäre es, zum Wohle Europas und der USA, aber zum Schaden der Bürger Ägyptens, einen weiteren Diktator zu unterstützen, da die demokratischen Wahlen ja von einer uns missliebigen Partei gewonnen werden könnten.

Selbst wenn man hier einen Pragmatismus herauslesen möchte, so wäre es ein sehr egoistischer und auch kurzsichtiger. Die Verlängerung einer Diktatur führt nicht zu einer Beseitigung ihrer Missstände, sondern zur Fortsetzung selbiger. Der Volksaufstand ist also nur verschoben, und je länger das Volk leidet, desto vehementer wird sich eine Revolution abspielen. Wer jetzt den Ägyptern einen Despoten auf's Auge drückt, der riskiert in zehn Jahren einen Bürgerkrieg.

Es gibt jetzt nur noch zwei Möglichkeiten Herrn Fleischhacker einzuschätzen: Entweder er ist ein antihumanistisch und antidemokratisch eingestellter Mensch, oder er denkt nicht all zu lange über das nach was er schreibt.

Auf jeden Fall hat er in einer Qualitätszeitung nichts verloren.

Ihr Knusperkönig

Antworten Gast: Pragma
07.02.2011 17:49
0 0

Re: Mal ganz nüchtern betrachtet...

Man sollte Bush & Co nicht noch im Nachhinein überschätzen. Die waren wirklich so dumm und naiv, was mir nicht ungwöhnlich für Amerikaner erscheint. Ein Amerikaner sagte mir dazu einmal: "The policy is like a Bull in a chinashop." Er gehörte nicht zu diesen Amerikanern. Außerdem haben natürlich Amerikaner kein Monopol auf Dummheit.

Gast: Pragma
05.02.2011 20:16
3 0

Die USA und der Westen, die größten Förderer des islamischen Fundamentalismus.

Insbesondere der USA ging immer darum den sowjetisch-kommunistischen Einfluss zurückzudrängen, koste es was es wolle, nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. So war es in Afghanistan, in Ägypten, in Jemen usw.. Dabei merkte der Westen nicht, daß die sozialistischen (nationalen) Bewegung in den arabischen Ländern dem westlichen Werten näher waren als die islamischen Strömungen. Mindestens genauso blöd wie die interessengeleitete Politik der USA ist die moralisierende Politik der EU, allen voran Deutschlands, z.B. gegenüber der Türkei. Die Türkei war weit sekularer als Deutschland als das Militär noch genügend Einfluss hatte. Schließlich ist die Türkei auch durch den Druck der EU vielleicht demokratischer aber auch von Staats wegen religöser geworden. Demokratie und Menscherechte gehen nicht immer zusammen. Schließlich ist Iran auch eine Demokratie. Auch der Mop als Mehrheit kann sehr unmenschlich sein.

Logos21
05.02.2011 14:47
5 1

Was haben IRAK und ÄGYPTEN gemeinsam?


Der Glaube, das Volk des Irak würde nach der Beseitigung Husseins ein "demokratisches" will heißen ziviles, sicheres, gemäßigtes, zivilisiertes Gemeinwesen aufbauen, ist ein Irrglaube gewesen.
Von daher sind die Amerilkaner in der Tat kulkturelle Nichtwisser und Tölpel, die sich für tolle Strategen halten. Sie haben die Rechnung ohne den Faktor KULTUR gemacht.
1.) Es gibt nicht EIN Volk im Irak, sondern Ethnien, Stämme und Religionen. Hussein war weg, schon haben sich Sunniten und Schiiten abgeschlachtet, so "nebenher" wird die chrlistliche Urbevölkerung ausgerottet.
2.) Die islamisch-arabische (Un)Kultur macht jeden Versuch, eine staatliche Zivilisation zu etablieren, von vornherein zunichte.

Gilt auch für Ägypten.


Gast: Altemanze
05.02.2011 13:49
0 1

Überheblichkeit im Dienste der Mächtigen?!

...und wer ein Sprachröhrchen für jetzt Mächtige ist, kann leicht überheblich sein, gell...?!

helga88
05.02.2011 13:39
2 4

Kriegsgrund Irak: Euro statt Dollar

Eine Anmerkung zum Kriegsgrund im Irak: es waren nicht die Menschenrechtsverletzungen durch Saddam Hussein - so etwas hat in der Politik noch nie sonderlich gestört. Was Hussein das Genick gebrochen hat, war dass er für irakisches Öl nur noch Euro statt Dollar akzeptierte, außerdem wechselte er seine Dollarreserven zum Teil in Euro um. Hätte das Schule gemacht, wäre das Ende des US-Dollars als Weltleitwährung gewesen und hätte damit zum Zusammenbruch des amerikanischen Wirtschaftssystems geführt. Ähnliches hat Achmadinedschad mit seiner Iranischen Ölbörse vor (Rial statt Euro), er pokert hoch und ist auch prompt auf der Liste der Schurkenstaaten gelandet, der die Welt (sprich die amerikanische Wirtschaft) bedroht.
Man verstehe mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Amerika und die Amerikaner, ich habe nur etwas gegen einen Teil seiner Politiker.

Gast: ASVG-Sklave
05.02.2011 13:21
2 9

ein saublöder Artikel von Fleischhacker

Lassen wir alles wie es ist?!

Antworten montiburns
05.02.2011 14:14
3 1

Re: ein saublöder Artikel von Fleischhacker

Er spricht bloß an, dass das Leben nicht schwarz oder weiß ist.

Antworten Antworten heduda
18.02.2011 18:29
0 0

Re: Re: ein saublöder Artikel von Fleischhacker

Das wissen wir aber längst.

Arethas
05.02.2011 12:54
2 0

Naiv

"Er und seine von Paul Wolfowitz angeführten Berater, die sich zur „neokonservativen“ Schule des Chicagoer Philosophen Leo Strauss zählten, glaubten auf naive Weise an die Möglichkeit einer Demokratisierung des Nahen Ostens durch den Sturz von Diktatoren."

Auf naive Weise? Die und naiv?
Herr Chefredakteur, ich bitte Sie ... nicht einmal Bush ist so dumm, wie gerne dargestellt wird, und Wolfowitz und Konsorten schon gar nicht.

Antworten Gast: SosoLala
05.02.2011 13:56
0 0

Re: Naiv

stimme zu.
Das QE (=Quantitativ Easing) von Fed-Chef Bernank enteignet successive die Massen unten, weil zuviel money von oben reinfließt...und sich incl. Vermehrungszwang per Zineszins inzwischen alles wichtige an Gütern aneignet, zwecks Gewinnsucht..
und DAS verteuert längst z.B. so ganz automatisch auch; Grundnahrungsmittel.
Was widerum die unteren Mitglieder der Hierarchie-Pyramiden in den Gesellschaften besonders trifft..
Ergo; (drohender) Hunger befördert reihum Revolten!

Wünsche noch reihum *viel Spaß* in nahender Zukunft.
Die Ägypter haben ja wenigstens keinen kalten Winter, in dem geheizt werden muß.

Gast: Gast
05.02.2011 11:34
1 0

Keine Konstante?

Ist es wirklich so, dass diese Ereignisse, wie auch die iranische Revolution, vollkommen überraschend auftreten und nichts gemein haben?

Ich denke nicht.
Es ist das im Menschen angelegte Verlangen ein sinnvolles Leben gestalten zu können, etwas abgelutscht formuliert, sich selbst verwirklichen zu können. Besser formuliert, seiner Bestimmung nach zu kommen (können) (Prinzip Hoffnung).
Überall dort, wo das prinzipiell möglich ist gibt es sozialen Frieden. Wo nicht, kracht es. Solange die Menschen Hoffnung haben, dass sie sich in einer Übergangs-Aufbauphase befinden, die mit Einschränkungen zwangsläufig verbunden ist, hoffen sie geduldig und harren aus. Aber diese Zeiten dauern nicht ewig, was vermutlich derzeit in Tunesien,Ägypten etc der Fall ist. Übrigens aus dem selben Grund gingen die kommunistischen Regime zu Grunde bzw fiel "die Mauer".
Beschleunigt werden solche Entwicklungen durch internationale "Vernetzungen" durch Kommunikationsmittel. Oder einfach ausgedrückt, dass es Menschen möglich ist zu vergleichen oder ihre Neugier geweckt wird.
Es ist doch bestimmt kein Zufall, dass in Ägypten die "Facebook-Generation" die treibende Kraft ist.

Die Frage ist nur, wie geht das weiter? Kommt wieder eine "Zwischenlösung" im obigen Sinne zu stande oder gibt es "echte Demokratie".
Und da beginnt das Bauchweh.
Woher soll die kommen? Aus welcher Tradition?
Eine demokratische Entwicklung muss breit getragen werden. Kann man das von Menschen erwarten, die nur Feudalsysteme kennen???

citoyenne
05.02.2011 10:26
3 0

30 Jahre Mubarak

Natürlich ist jetzt, wo die Scheinwerfer der Weltöffentlichkeit auf Ägypten liegen, jedermann klar, dass das Regime von Mubarak völlig korrupt und versteinert ist und jede Reform im Sinne einer Verbesserung für die Bürger versäumt hat. Aber: Anwar al Sadat hat den Friedensvertrag mit Israel ebenso wie I. Rabin mit dem Leben bezahlt. Die Stabilität, die dem Westen so wichtig war, hat Mubarak als Sadats Erbe immerhin 30 Jahre lang aufrecht erhalten - nicht zuletzt auch zum Wohl des ägyptischen Volkes!

Antworten Gast: schlÄchter
07.02.2011 16:55
1 0

Re: 30 Jahre Mubarak

sg citoyenne!
guter kommentar - passt auch zu der aussage die herr chefrdeakteur fleischhacker bezüglich gedächtnis bemüht.
er übersieht dabei, dass es einst die afghanischen mujahiddin und die islamistischen diktatioioren wie al huq in pakistan waren, ebenso wie die strengismsichen königshäuser auf der arab. halbinsel oder die ebenfalls ismlisch ausgerichteten massen in indonesien, die hofiert und massiv unterstützt wurden, als es galt die kommunisten zu beklämpfen. ebenso glaubte man khomeini im iran als prowestl-islmischen stadthalter einsetzen zu können - in bester kulturrelativistischer verkennung der eigenständigkeit nichtwestl-oft jahhundertealter kulturen und religionen.
bin auch gespannt wie die beurteilung zb des so hochgeblobten wechsels in südafrika ausfällt, wenn nelson mandela tot ist und die gewaltige korruption und misswirtschaft das land in einen bürgerkrieg treibt.
oder bei aller berechtigter kritik am iran, so ist die dortige mullakrathie doch im verhältnis noch ein hort der stabilität und ein versuche der silamischen welt (schiiten) eine neue -ihrer kultur-angepassten staatsform.

mfg
s.

volle zustimmung


Staunton
05.02.2011 10:00
4 7

Ja, ja, die Märchen der US-Propaganda und ihre österreichischen Varianten...

Die NATO-Panzerschlachten hätte es auch so nie gegeben. Wenn russische Panzer nach Westen vorgedrungen wären, hätte es einen Atomkrieg gegeben. Man darf daran erinnern, dass die USA schon wegen geringerer Gefahren zum Atomkrieg bereit waren (Vietnam, Kuba).

Und die russische Gefahr hat auch nie aufgehört zu bestehen. Russland war jederzeit(!) in der Lage, die Welt inklusive USA durch einen atomaren Erstschlag in den A...h zu schicken. Natürlich waren auch die USA dazu in der Lage. Übrigens in der Regel auch immer eher dazu bereit!

Und dass die NATO-Länder mehrmals verbrecherische Angriffskriege ohne Zustimmung der UNO geführt haben, dürfte auch einigen entfallen sein.

Und was Ägypten betrifft: Da hat der Westen jahrzehntelang eine wahlbetrügerische Diktatur, die jede Opposition in krimineller Weise bis aufs Messer bekämpfte, unterstützt. Wobei in dieser Diktatur außerdem unfassbare Korruption und Wirtschaftskriminalität gang und gäbe waren. Von der unglaublichen Arbeitslosigkeit (bis 80% unter den Jugendlichen) abgesehen. An Ägypten gab es überhaupt nichts Positives. Außer dass diese Diktatur die Bevölkerung gegen ihren Willen und mit Gewalt auf politische Linie mit dem Onkel aus Amerika gebracht hat, dessen Geldschenke fast zur Gänze unter korrupten, nimmersatten Vasallen der ägyptischen Führung verschwunden sind.

Nix Demokratie und Rechtsstaat!

Antworten Gast: RationalistAbroad
05.02.2011 15:16
2 0

Re: Ja, ja, die Märchen der US-Propaganda und ihre österreichischen Varianten...

Ich hoffe, Sie fühlen sich jetzt besser nachdem Sie wieder mal die tägliche Portion Antiamerikanismus von sich gegeben haben. Manche Leute brauchen dass offenbar!
Da Ihr Geschimpfe über Amerika und NATO nichts mit dem Artikel zu tun hat will ich mich auch nicht dazu äußern - selbst wenn ich es für Schwachsinn halte - seien wir froh, dass es nie soweit kam und die Lage in Europa mit Vietnam & Kuba zu vergleichen ist schlichtweg Unsinn).
Was Ägypten betrifft stimmt es schon, das es sich da bestenfalls um eine Scheindemokratie handelt und das sich viele Misstände angesammelt haben und Erneuerung sicherlich Not tut. Aber immerhin war auch Ägypten unter Mubarak 30 Jahre lang ein Stabilitätsfaktor in der Region und dass braucht die Region dringentst. Denken Sie etwa, dass es den Ägyptern oder einem einzigen anderen arabischen Land mit einem zweiten Ahmadinejad auch nur EINE SPUR besser ginge???

Antworten Logos21
05.02.2011 14:40
1 0

Demokratie und Rechtsstaat? Eine Frage der Kultur!

Natürlich nicht. Aber was jetzt nachkommt, wird in keiner Weise besser werden.
Den Mehrheitsägyptern (Kopten ausgenommen) fehlen dafür die kulturellen Voraussetzungen.

Dass Al Kaida seine Wurzeln in Ägypten hat (Muslimbrüder und Isalm"universität" in Kairo), blenden sie aus. Mubarak war - nach unseren Maßstäben nach gemessen - ein Übel, ein größeres wird nachkommen.

schwejk
05.02.2011 09:49
6 0

Islam gefährlicher als Sozialismus

Wenn die Amerikaner den Islam gefährlicher als den Sozialismus halten und einen alten Sozi wie Mubarak jahrelang unterstützen, ja dann sollten auch wir in Europa etwas daraus lernen....


Antworten Svenco
08.02.2011 14:42
0 0

Re: Islam gefährlicher als Sozialismus

Ist Mubarak Sozialist? Mann, mann... Das habe ich gar nicht gewusst!

galli leo
05.02.2011 09:34
1 3

„Ich habe immer beobachtet, dass man in der Politik untergeht, wenn man ein zu gutes Gedächtnis hat.“


ein bisserl ein besseres gedächtnis in bezug auf 'unser schweinehund' wäre aber sehr hilfreich.

denn es zeigt: wann immer der westen sich in diesem sinn eingemischt hat, ist die sache schief gegangen.
nicht immer sofort, das hat manchmal ganz schön lang gedauert.
aber jedesmal mit unendlichem leid, schmerz und tod verbunden!

ach SO war das gemeint: ein zu gutes gedächtnis ist hinderlich, weil man die EIGENE blutspur dann zu gut sieht.....

Antworten montiburns
05.02.2011 14:15
1 0

Re: „Ich habe immer beobachtet, dass man in der Politik untergeht, wenn man ein zu gutes Gedächtnis hat.“

Der moralische Machtlose spricht :D

starclimb
05.02.2011 09:34
4 1

Moral ist Stärke

Ich möchte der Aussage des Artikels widersprechen, weil der besondere Clou der USA war ja, dass sie zu den Stärksten wurden gerade weil sie moralisch waren und sich lange einer europ. (primär ökonomische) Interessen Außenpolitik entzogen haben (Monroe-Doktrin).

Genau deshalb sind im 19 Jhdt unzählige wirtschaftlich Tatkräftige Europäer in die USA ausgewandert und im 20 Jhdt Wissenschaftler gefolgt und die USA zu dem gemacht haben was sie sind.

Das Problem der USA ist eher dass sie so ab 1950 das alt-europ Denken in der Außenpolitik also nüchterne Interessens-Macht-Politik übernommen haben und damit im inneren Widerspruch zu ihrer eigenen geschichtlich gewachsenen Identität stehen, dadurch keine klare Strategie haben und so trotz aller Stärke extrem geschwächt sind.

Und da wir - vor allem Mittel- - Europäer nach 1950 durch unsere eigenen geschichtlichen Verbrechen in Sachen Außenpolitik praktisch blind der US-Denke folgen trifft diese Schwäche auch uns.

Antworten Gast: Altemanze
05.02.2011 14:03
0 1

Witzig diese eigennützigen Verdrehungen

der Wahrheiten
Je nach dem wie`s halt grad`so passt..;-)

Da hat der *American Way of life* via Hollywood die ganze Welt mental korrumpiert, incl. Wild-West-Moralismen zuhauf, Schöner Wohnen Hütte & SUV samt heiler Kleinfamilie drin undund...und jetzt sind`s; ziemlich pleite wg. den Schuldenorgien.
Soso.

Und JETZT sollen die Anderen sich nur bescheiden müssen, dürfen, ewiglich?

Irgendwie haperts da wo. Rein geistig, irgendwie.

 
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