25.05.2012 13:29 | Meine Presse Merkliste 0

Realpolitik in Ägypten, Zynismus in Libyen

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die Zeitungen gleichen derzeit Wäldern von erigierten Moralzeigefingern. Jetzt haben es wieder einmal alle immer schon gewusst.

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Die Frage ist alt: Darf ein Einzelner, darf eine Gesellschaft, darf ein Staat seinen eigenen Prinzipien- und Wertekanon ignorieren, um seine Interessen durchzusetzen? Ist es moralisch vertretbar, dass die europäischen Staaten sich sowohl in Ägypten als auch in Libyen unter Verweis auf humanitäre Interessen mit Stellungnahmen oder gar Maßnahmen zurückhalten? Solange eigene Landsleute zu Opfern des sich im Endkampf befindlichen Terrorregimes von Tripolis werden könnten, halte er ein entschiedeneres diplomatisches Vorgehen für nicht angemessen, erklärte der österreichische Außenminister.

Gaddafi versteht sich – das war einer der wenigen roten Fäden durch seine absurden Fernsehauftritte – nicht einfach nur als Präsident oder Herrscher des reichsten nordafrikanischen Landes. Er fühlt sich als eine Art revolutionärer Göttervater, der jetzt, wie in Goyas berühmtem Gemälde „Saturn frisst seine Kinder“, die Nachkommen umbringt, damit sie sich nicht gegen ihn erheben können. Es ist der Höhepunkt einer politischen Psychopathenkarriere, die als solche zu jeder Zeit mit freiem Auge erkennbar gewesen ist.

Und zwar für Politiker wie für Journalisten. Für Letztere scheint wieder einmal der Grundsatz zu gelten: Moral ist, wofür man hinterher eingetreten ist. Gewiss, es war moralisch höchst zweifelhaft, mit dem Terrorpaten aus der libyschen Wüste Geschäfte im ganz großen Stil zu machen. Jetzt, da die Libyer dabei sind, das Joch des Diktators unter großen Opfern abzuschütteln, sagt sich das besonders leicht.


Realpolitik“ nennt man den pragmatischen, die eigenen Wertvorstellungen hinter politische und ökonomische Interessen stellenden Zugang in den internationalen Beziehungen. Was früher als ambivalentes, aber prinzipiell akzeptiertes Mittel der Politik der großen Mächte galt, wurde mit dem Siegeszug des politischen Moralismus, der mit großem Abstand schlimmsten Errungenschaft der sogenannten Revolution von 1968, zum Inbegriff der moralischen Verderbtheit des „Systems“.

Die mit erigiertem Zeigefinger vorgetragenen Moralismen des politisch korrekten Meinungsmainstreams sind zur sinnentleerten Kulthandlung verkommen. Da werden Rechnungen aufgemacht, von denen man nicht einmal mehr wusste, dass sie noch in der politischen Buchhaltung liegen. Imperialismus, Kolonialismus, Rassismus, die ganze alte Leier, an der sich die 68er-Opas abgearbeitet haben. Als der arabische Sozialismus noch Seite an Seite mit der großen Sowjetunion gegen den US-Imperialismus kämpfte, da waren ägyptische Diktatoren Helden; seit sie den USA als regionale Schlüsselmacht dienen, sind sie grausame Despoten. Weiter reicht der dialektische Horizont des politischen Moralismus einfach nicht.


Max Weber hat das Begriffspaar geprägt, das hinter all diesen Debatten steht: „Gesinnungsethik“ gegen „Verantwortungsethik“. Der Gesinnungsethiker ist der Prinzipienreiter, der bereit ist, dem Bewusstsein seiner höheren Moral auch um den Preis des Gemetzels Geltung zu verschaffen. Der Verantwortungsethiker wägt seine eigenen Prinzipien gegen die möglichen Opfer ab, die ihre Durchsetzung kosten könnte. Journalisten sind in der Regel Gesinnungsethiker, Politiker verstehen sich überwiegend als Verantwortungsethiker. Das Gespräch zwischen Journalisten und Politikern hat oft die Grenze zum Inhalt, jenseits der die verantwortungsethische Argumentation nicht mehr greift, weil sie zum erkennbaren Zynismus verkommen ist.

Derzeit liegt diese Grenze zwischen Ägypten und Libyen. So angebracht Realpolitik und Verantwortungsethik im Umgang mit der ägyptischen Revolution aus Rücksicht auf die prekäre Lage Israels sind, so deutlich tritt der Zynismus des Westens im Umgang mit Muammar al-Gaddafi zum Vorschein. Der Mann gehört aus dem Verkehr gezogen.

Der österreichische Bundeskanzler hat ihn vor vielen Jahrzehnten international salonfähig gemacht. Es ist kein Wunder, dass sich heute der österreichische Außenminister in Sachen Libyen für unzuständig erklärt. Kanzler haben wir ja keinen mehr.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.02.2011)

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28 Kommentare
 
1 2
Gast: mysterium
02.03.2011 10:15
0 0

Auf jeden Fall ist Gaddafi Gesinnungsethiker,

wie die Zunft der Journalisten, wie es scheint.

Die Verantwortungsethiker unter den Politikern gibt es eh erst seit absehbar ist, dass Gaddafi früher oder später stürzt.
Es ist noch nicht lange her, da lagen diese Verantwortungsethiker alle im Staub vor Gaddafi um seine Ölmilliarden, die er in Europa aus Expansionsbestreben investierte.

Wir sollten uns wirklich fragen, wie viele dieser Geschäfte von der Kontrollbank finanziert werden müssen, sprich Steuerzahler?

Gast: Leon
28.02.2011 20:38
0 0

Wieso?

Ist der Typ noch immer Chefredakteur? Wie peinlich muss der noch werden?

Svenco
28.02.2011 16:57
0 0

Doppelmoral heisst bei Österreichern Realpolitik!


Grüffelo
28.02.2011 11:17
0 0

wann findet verzeihung statt?

jaja, heute sind die zeigefinger erhoben, doch schon morgen wird der schlächter hofiert...

warum bis lybien schauen, wenn doch völkermörder im eigenen land nicht nur geduldet wurden, sondern in amt und würden belassen, wenn diktatoren bis heute in parteigemächern bildlich verehrt werden...

es geht doch nur um scheinmoral. und da hat fleischhacker einfach recht!

Antworten Gast: radius
02.03.2011 10:17
0 0

Schauen Sie für den Mörder Wallisch gibt es Denkmäler,

an denen jährlich die Roten und Kommunisten "beten".

galli leo
26.02.2011 15:48
0 1

hmmm....

es gibt also, nach max weber gesinnungsethik und verantwortungsethik...

es gibt aber auch eine fleischhackerethik, die bestimmt, wo die grenze zwischen beiden obigen zu ziehen ist - genau zwischen ägypten und libyen.

samma ein bisserl überheblich heute, hr. CR?

Antworten Gast: Vogel Strauss
26.02.2011 20:21
0 1

Re: hmmm....

Nur heute? Zu jung in eine verantwortungsvolle Position geraten ...

Antworten raeter
26.02.2011 17:41
0 0

Re: hmmm....

Wissen Sie es?


Gast: Kannitverstan
26.02.2011 15:04
0 0

Was heißt das?

Weltfremde goodies...laufen fordern lautstark...

Antworten raeter
26.02.2011 17:49
1 0

Re: Was heißt das?

Noch nie einen Textfehler gemacht? Mit etwas Verstand ist der allerdings leicht erkennbar.

Für ganz einfache Gemüter. Das Wort "laufen" ist in den Text "hineingerutscht" und sollte "weggedacht" werden.

Dr.Schwejk
26.02.2011 15:01
1 1

Kehr vor Deiner eigenen Tür

Sg. Herr Fleischhacker!
Merken Sie eigentlich, dass Sie in erster Linie sich selber kritisieren?
"...Der Mann gehört aus dem Verkehr gezogen." schreiben Sie und auch:
"Die mit erigiertem Zeigefinger vorgetragenen Moralismen des politisch korrekten Meinungsmainstreams sind zur sinnentleerten Kulthandlung verkommen."
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Selten haben Sie sich selbst so vorgeführt.

raeter
26.02.2011 14:55
1 0

EUdssR:

Vergessen wird: die autochthone, heimische Bevölkerung. Von der schreibt niemand. Die sind als Pack- und Zahlesel gedacht.


raeter
26.02.2011 14:55
1 0

Das Ende der europäischen Welt

Weltfremde goodies und die mit ihnen verbündeten Vertreter (Medien, Justiz, EU-Bürokratie) des Großkapitals laufen fordern lautstark, häufig mit der Begründung europäischer Schuld:

1. Finanzkrise mit massiver Überschuldung, von Banken, Privatleuten und Staaten
2. Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Italien bankrott, müssen saniert werden
3. der ganze Balkan und die Türkei soll in kurzer Zeit in die EU kommen
4. die Mittelmeerunion steht plötzlich im Raum und braucht eine "europäische" Perspektive
5. 15 Milli S i n ti und Ro m a innerhalb der EU harren sozialer Verbesserungen
6. Euro kurz vor dem Absturz, muss saniert werden, damit verbunden, ein radikaler Umbau der EU
7. Entwicklung der osteuropäischen EU-Staaten
8. überschuldete EU Länder müssen sanieren, also nahezu alle 27
9. 25 % arbeitsresistente Jugendliche aus unseren Bildungssystemen müssen erhalten werden.
10. Umbau der Pensionssysteme, um dem demografischen Wandel zu meistern, mit massiven Kosten in den nächsten Jahrzehnten
10. massive kurzfristige Entwicklungshilfe für den afrikanischen Mittelmeerraum, mit seiner dramatisch wachsenden Bevölkerung
11. dem Klimawandel soll massiv begegnet werden
12. ein radikaler Umbau der Wirtschaft in Richtung Ökologie soll geschultert werden

http://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc~E5E42C5FDEE2C4BD19F708B52F6B9CF88~ATpl~Ecommon~Scontent.html


raeter
26.02.2011 14:44
0 0

12 Herkulesaufgaben für das schwerkranke Europa

Unsere weltfremden goodies und die mit ihnen verbündeten Vertreter (Medien, Justiz, EU-Bürokratie, Lobbies der Großindustrie) des Großkapitals laufen zur Hochform auf:
Folgende Forderungen stellen gesinnungsethisch orientierte Medien in den Raum, oft mit der Begründung europäischer Schuld.

1. Finanzkrise mit massiver Überschuldung, von Banken, Privatleuten und Staaten
2. Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Italien bankrott, müssen saniert werden
3. der ganze Balkan und die Türkei soll in kurzer Zeit in die EU kommen
4. die Mittelmeerunion steht plötzlich im Raum und braucht eine "europäische" Perspektive
5. 15 Millionen Sinti und Roma innerhalb der EU harren sozialer Verbesserungen
6. Euro kurz vor dem Absturz, muss saniert werden, damit verbunden, ein radikaler Umbau der EU
7. Entwicklung der osteuropäischen EU-Staaten
8. überschuldete EU Länder müssen sanieren, also nahezu alle 27
9. 25 % arbeitsresistente Jugendliche aus unseren Bildungssystemen müssen erhalten werden.
10. Umbau der Pensionssysteme, um dem demografischen Wandel zu meistern, mit massiven Kosten in den nächsten Jahrzehnten
10. massive kurzfristige Entwicklungshilfe für den afrikanischen Mittelmeerraum, mit seiner dramatisch wachsenden Bevölkerung
11. dem Klimawandel soll massiv begegnet werden
12. ein radikaler Umbau der Wirtschaft in Richtung Ökologie soll geschultert werden

12 Herkulesaufgaben, von Medienvertretern locker in den Raum gestellt, argumentiert mit moralischer Verpflichtung.

Gast: spontaner Beifall
26.02.2011 10:55
5 0

Wahre Worte

Sehr gelungener Artikel, viele wahre Worte in pointierter Formulierung. Dass vor allem Journalisten, die immer besser wissen wie "man" sich richtig, moralisch usw. verhalten hätte, unsere ängstlichen Politiker treiben, ist einer der großen Schwachpunkte der aktuellen Demokratie Typ "Österreich 2011". Für einen Politiker reicht es heute oft nur "korrekt" in der öffentlichen Wahrnehmung zu bleiben, Mut, Führung, Verantwortung sind nur unrentables Risiko.

1 1

Wie bereits von mir gesagt:

Europa hat es mit in der Hand was aus Nordafrika schlussendlich wird. Die Bevölkerung will eine Veránderung und die Chance ist gross diese Staaten aufzubauen. Steht das muslimische Nordafrika in einer Demokratie mit einer funktionierenden Wirtschaft schwappt der Funke auch auf andere Teile der islamischen Welt womöglich früher oder spáter über. Es wird kurz- vllt. auch mittelfristig einen nicht zu unterschátzenden Einfluss auf die Weltwirtschaft insbesondere auf den Ölpreis haben. Ein relativ geringer Preis, wenn man spáter das volle Potenzial ausschöpfen kann auch in Bezug auf den restlichen afrikanischen Kontinent. Auch wenn es den einen oder anderen Kapitalisten nicht gefallen wird.

MFG

Gast: Samtpfote
26.02.2011 09:29
3 4

Zur Lage

Im Gegensatz zu der allgemein verbreiteten Ansicht bezeichnet F. William Engdahl, die Massenprotestbewegung in Ägypten als keineswegs spontan. Seiner Ansicht nach ist sie eine Neuauflage der von den USA inszenierten Farbenrevolutionen, die in den ehemals kommunistischen Ländern des Sowjetblocks zum Regimewechsel führten. Dasselbe Drehbuch und dieselbe Besetzung finden sich erneut: Oppositionsführer vor Ort, die von der NED und anderen US-finanzierten Organisationen in der Kunst der Inszenierung „spontaner“ Aufstände ausgebildet sind. Die Konturen der zugrundeliegenden US-Strategie für die Region sind seit einiger Zeit deutlich erkennbar. Die Frage ist: Wird sie Erfolg haben?


beaumont
26.02.2011 09:16
3 1

Journalistengrundsatz

"Moral ist, wofür man hinterher eingetreten ist."

Sehr gut Hr. CR!
Wohltuend zu lesen.

Gast: theologe
26.02.2011 01:05
0 3

u-u

"...für Politiker wie für Journalisten. Für Letztere scheint wieder einmal der Grundsatz zu gelten: Moral ist, wofür man hinterher eingetreten ist."

Also wer in der "Presse" von vorhinein für Moral eintritt wird, wie man hört, gern vom Herrn Fleischgacker zertreten. Bitte, genau der soll nicht von Moral sprechen, der Kathol.

3 1

Der Zynismus der Europäer oder: Biederman und die Brandstifter

Natürlich kann man jeden Kommentar, jede Analyse als Geschwafel abtun. Das Gefühl habe ich bei diesem Presse-Leitartikel nicht.

Wesentlich unerträglicher dagegen sind die "realpolitisch" abgehobenen Kommentare von im geistigen Abseits befindlichen Postern wie z.B. Kokopelli und Arethas, denen die Nähe zum eigenen Schrebergarten viel wichtiger zu sein scheint als Brandverhütung.

Dass durch die Brandherde in Nordafrika bald auch Funken auf das morsche Dach der behäbigen Schrebergärtner gelangen könnten, wird gern vergessen, genauso wie die geographische Nähe zu Nordafrika. Sizilien ist nur 24 h Bahnfahrt von Wien.

Absurd ist auch das ständige Ignorieren der Notwendigkeit der Hilfestellung von im Umbruch befindlichen Ländern. Wir haben die arabischen Diktatoren gehätschelt und gepflegt, haben ihre Hand geküßt und andere Körperteile geleckt, und jetzt haben sie die Brandherde in unser Haus getragen. Wie es Biedermann letztlich ergeht, hat aber Max Frisch gezeigt.

Wichtig wäre: "realpolitische" Entwicklungshilfe zu leisten, Export von knowhow in Sachen Verwaltungsaufbau, Justiz, Menschenrechte, demokratischer Prinzipien, anstatt nur verächtlich auf die "Kameltreiber" zu schauen. Wenn das Umfeld stimmt, wird sich auch die Wirtschaft dort wieder ansiedeln.

Dass die rein nach ökonomischen Aspekten erfolgte Zusammenarbeit mit Diktatoren kontraproduktiv ist, hat ja letztlich das Beispiel Libyen bewiesen.


Antworten Arethas
26.02.2011 12:08
1 0

Re: Der Zynismus der Europäer oder: Biederman und die Brandstifter

"Wir haben" schon einmal gar nichts.
Ich war gegenüber Gaddafi schon kritisch eingestellt, als sich Sozialisten aller Couleur für ihn und seine Familie noch aufs Wärmste begeistern konnten.
Wo Argumente fehlen, sollen wohl Unterstellungen aushelfen.

Ansonsten sind Ihre Ausführungen viel zu vage, um sinnvoll darauf einzugehen. Oder was soll man unter einem Satz verstehen wie: "... wird sich auch die Wirtschaft wieder ansiedeln?"

Reden wir hier von Habitaten?

Antworten Antworten Gast: gast
26.02.2011 15:13
0 0

Einseitigkeit

"Ich war gegenüber Gaddafi schon kritisch eingestellt, als sich Sozialisten aller Couleur für ihn und seine Familie noch aufs Wärmste begeistern konnten."
Ein kleiner Seitenhieb auf die Sozialisten und dabei vergessen Sie ganz, dass Persönlichkeiten aus - wahrscheinlich - allen Parteien Gaddafie hofiert haben, wenn es ihren Geschäften nützlich war.
Sie haben wahrscheinlich nie Geschäfte mit libyschen Geschäftspartnern gemacht und können aus dieser Perspektive heraus genauso besserwisserisch argumentieren, wie Fleischhacker.
Nebenbei kriegt noch der politische Gegner 'eins über die Birne' .
Weit ist es mit Ihrer Moral aber auch nicht her.

Antworten Antworten Antworten Arethas
26.02.2011 17:46
1 1

Re: Einseitigkeit

a) In Österreich gibt es nur sozialistische Parteien (zwar abgestuft, aber immerhin - am schlimmsten Grün und F, gefolgt von SP und dann ÖVP, Anm. BZÖ ohne Relevanz).
b) "Weit ist es mit Ihrer Moral aber auch nicht her."
Ich geh´mit meiner Moral auch nicht hausieren. Im Gegensatz zu anderen.

Arethas
25.02.2011 22:44
2 1

Realpolitik

Realpolitik ist die einzig sinnvolle Art von Politik, alles andere ist entweder Dummheit oder Heuchelei.

Kokopelli
25.02.2011 21:32
0 1

Trommelfeuer der klugen Worte

Könnte ich auch daherschwafeln als kleiner Ableger der 68er, wie es damals wirklich war. Heute kann man logo über alles die Häme der Blöden und Idioten ausschütten. So ganz war es nicht. Die Welt sah anders aus, hatte völlig andere Machtverhältnisse, Zustände und Kriege. Was damals geschah, das hatte genauso mit Volkszorn und Aufstand zu tun. Es war eine echte Initialzündung, die dann ja bekanntlich durch den Einmarsch des Warschauer Paktes in der CSSR ad absurdum geführt wurde, leider. Heute erleben wir ein ähnliches Spektakel, wenn auch mit anderen Darstellern. Beklemmend genug, dass ausgerechnet Gaddafi sowohl damals wie heute bereits eine ansehnliche Rolle spielte. Moral, da pflichte ich Ihnen nicht bei, spielt in der sogenannten Realpolitik nicht einmal eine untergeordnete Rolle. Da irren Sie. Was wir hier betreiben ist wortreiches Gestikulieren aus der Ferne, wobei wir innerlich beschwören, dieser nicht kalkulierbare Flächenbrand möge uns erspart bleiben...

 
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