25.05.2012 13:29 | Meine Presse Merkliste 0

N wie Neutralität, n wie niederträchtig

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die österreichische Libyen-Politik der vergangenen vier Jahrzehnte erklärt schlüssiger als jede verfassungsrechtliche Expertise, was Neutralitätspolitik heißt.

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Mustafa Zarti überlegt eine Amtshaftungsklage gegen die Republik Österreich. Weil die Republik Österreich nach vier Jahrzehnten der innigen Kollaboration mit dem Gaddafi-Regime den Schalter umgelegt und sich an die Spitze des moralischen Marsches auf Tripolis gesetzt hat. Jetzt zeigen wir es denen Libyern nämlich.

Herr Zarti, der sowohl über einen österreichischen als auch einen libyschen Pass verfügt, weil irgendein Beamter in irgendeinem Passamt vergessen haben muss, darauf hinzuweisen, dass doppelte Staatsbürgerschaften in dieser Form nach der österreichischen Gesetzeslage eher nicht möglich sind, wurde auf österreichischen Druck hin auf die Sanktionenliste der EU gesetzt. Man hat seine Konten gesperrt und ihn auch sonst ausführlich amtsbehandelt.

Herrn Zarti gefällt das nicht, und das muss man aus mehreren Gründen verstehen. Erstens ist es nie lustig, amtsbehandelt zu werden. Zweitens ist es richtig unangenehm, öffentlich amtsbehandelt zu werden. Und drittens versteht er wahrscheinlich die Welt nicht mehr: Warum zum Teufel wird er als jemand, der über Jahrzehnte wohlgelitten war in diesem Land, plötzlich zum Staatsfeind?

Herr Zarti hat leider das Konzept der immerwährenden österreichischen Neutralität nicht verstanden. Es ist das Konzept einer immerwährenden moralischen Neutralität. Warum bitte schön soll sich ein kleines Land, in dem lange Hunger herrschte, zum moralischen Richter über die ganze Welt aufspielen? Der amtierende Bundespräsident, der so etwas wie die Fleischwerdung des österreichischen Neutralitätsverfassungswortes ist, hat das in seiner immerwährenden Neutralitätskarriere an mehreren politischen Beispielen sehr schön erläutert.

Wenn zum Beispiel die umsichtige chinesische Staatsspitze zur Vermeidung von Unruhen mit unabsehbarem Ausgang die Zahl der Sicherheitskräfte auf dem Platz des Himmlischen Friedens erhöht und gemäß ihrer Verantwortung für den Schutz der dort anwesenden Panzer vor der emotional überreagierenden Zivilistenmenge sorgt, sollte man sich als Politiker eines kleines Landes, in dem lange Hunger herrschte und das deshalb ein gewisses Interesse an intakten Außenhandelsbeziehungen hat, nicht extra moralisch wichtig machen.

Man könnte auch einfach sagen, dass die österreichische Neutralität als eine Art verfassungsmäßige Niedertracht konstruiert ist. Man sollte das nicht mit dem verwechseln, was man im Zusammenhang mit echten Staaten „Realpolitik“ nennt: Dort geht es darum, eine Balance zwischen der Durchsetzung der eigenen Wertvorstellungen und irgendeinem modus vivendi mit zweifelhaften Regimen zur Wahrung elementarer Interessen zu finden. Das Konzept der immerwährenden Niedertracht Österreichs hingegen zielt darauf ab, das Nichtvorhandensein von Wertvorstellungen zum immerwährenden Geschäftsmodell zu veredeln.


Heute macht sich diese jahrzehntelange Erfahrung bezahlt: Zentralasiatische Autokraten wissen das österreichische Know-how in immerwährender moralischer Neutralität ebenso zu schätzen wie der chinesische Ministerpräsident, welcher als Liebhaber der österreichischen Heurigenkultur gilt. Die Aufgabe der immerwährenden moralischen Neutralität würde bedeuten, einen groben wirtschaftlichen Schaden in Kauf zu nehmen. Und das kann man einem kleinen Land, in dem lange Hunger herrschte, nicht zumuten.

Vielleicht hätte man Herrn Zarti im Zuge der Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft doch die eine oder andere Lektion in Staatsbürgerkunde und Verfassungsinterpretation abverlangen sollen. Dann wüsste er, dass unsere immerwährende moralische Neutralität im Verhältnis zu Verbrecherregimen und Kleptokratendynastien wie jene, für die er arbeitet, nur so lange immerwährt, als diese auch tatsächlich an der Macht sind. Er wäre dann nicht so enttäuscht, dass er die Ausschöpfung aller ihm zur Verfügung stehenden Rechtsmittel in Erwägung ziehen muss.

Nach dem Sturz von Diktatoren währt unsere Neutralität dann so lange für die Nachfolgeregime immer, als diese an der Macht sind. Das ist praktisch manchmal etwas unübersichtlich, aber prinzipiell immer leicht zu verstehen.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.03.2011)

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82 Kommentare
 
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Gast: Hampelmann
11.03.2011 23:17
0 0

Lockerbie

DAS WIRD AUCH NOCH EIN NACHSPIEL FÜR DIESE GHADAFFI GAUNER FAMILIE GEBEN
DENN ES GIBT ;;PROOF;; DASS ER DEN AUFTRAG GEGEBEN HAT
'DIE GANZE FAMILIE GEHÖRT AUSGEROTET

Gast: ROSIANA
11.03.2011 23:14
0 0

Mustafa Zarti

warum gibt der Gauner nicht den Pass zurück, er ist genauso ein Verbrecher wie der ganze Ghadaffi clan

Antworten Gast: mig29
17.03.2011 15:02
0 0

Warum sollte er?

Jene, die ihm die Staatsbürgerschaft verliehen haben, hatten damals keine moralischen Bedenken gehabt!

Gast: Heidenreich
11.03.2011 13:01
0 0

Mustafa Zarti

Warum haut er nicht ab,m er gehört zum Ghadaffi clan und er soll doch bei diesen bleiben. Wie gejt das überhaupt, dass vele der Familie trotz Reiseverbot sich abgesetzt haben
Frau Ghadaffi ist mit viel Goldeinkauf aus Österreich anscheinend abgereist, wie geht denn das?

Gast: Brablawitz
11.03.2011 12:58
0 0

Hilfe f�r die Rebellen

Bitte dringend en Rebellen zu helfen, damit die Lute in Libyen endlich zu einem normalen Leben finden k�nnen, nach diesen Banditen des ganzen Ghadaffi cleans und deren Freunde
es sind so viele dabei die echt veschwinden sollten. Ghadaffi hat viele Leute in Gef�ngnissen umgebacht um Platz zu machen. Au�erdem hat er organisiert, dass die Leute nicht begraben werden, sondern ins Meer geworfen, damit ihm das nicht nachgewiesen werden kann. Er ist �rger als Sadam Hussein jemals gewesen ist.

Gast: hampelmann
11.03.2011 12:50
0 0

mustafa zarti

er lügt jedes mal wenn er den mund aufmacht
er hat macht und ist gefährlich und hat die besten beziehungen zum ghadaffi clan
warum bestreitet er alles, es gibt ja seinen namen auch für dubai konten?
Bitte prüfen sie auch ob sohn von shorki ghanem einen österr pass hat, ist auch auf listen nachschaun auf
metransparent premliminary black list of ghadaffis finanical aides outside libya
da stehen 26 namen

Gast: GeldGeldGeld
07.03.2011 17:07
0 0

Das hat gar nichts mit Neutralitätspolitik zu tun!

Das hat nur mit unseren Stiftungen und dem Bankgeheimnis zu tun.

Die Politik (oder ÖVP) hat mit unseren Gesetzen ganz bewusst so Typen wie den Zarti angelockt. Und welch Überraschung - diese Typen sind auch gekommen.

Wir müssen uns jetzt nicht künstlich erregen, das war absehbar. Wobei ich den Zarti ja noch als harmlos einstufen würde, verglichen mit den anderen Typen.

Antworten Gast: Lausbub
07.03.2011 17:57
1 0

Re: Das hat gar nichts mit Neutralitätspolitik zu tun?

Ehre wem Ehre gebührt!

Die Nutzung der Milliarden, die auf der ganzen Welt von Spekulaten gebunkert werden, war die "Erfindung" von EX-SPÖ-Finanzminister Lacina. Österreichs Wirtschaft hat dabei - das sei zu seiner Ehre auch gesagt - ganz gut verdient!
Das "Verschieben" von Milliarden hat dann die BAWAG zur Perfektion gebracht. Wie man sieht, besteht auch in der "reinen sozialistischen Lehre" ein gewaltiger Unterschied zwischen Theorie und Praxis!

Gast: Luzifer
06.03.2011 23:49
1 0

Allein schon die Überlegung einer Amtshaftungsklage

zeigt, mit welcher "Sorgfalt" bei der Sperre von Konten vorgegangen wurde. Gegenstand einer Amtshaftungsklage ist nicht jede Rechtsverletzung, sondern nur, wenn die "gröbliche Verletzung" von Gesetzen vorliegt.
Daß Zarti seine libysche Staatsangehörigkeit neben der neu erworbenen Österreichischen beigehalten konnt, ist erstaunlich. Früher war das nur im öffentl. Interesse, zb. bei UniProf., sowie grundsätzlich den Israelis möglich!
Natürlich ist es nicht schwer, die Erklärung dieser Privilegien herauszufinden!

Gast: Luzifer
06.03.2011 16:58
0 0

Der Westen scheint einmal mehr auf der falschen Seite

in einen Burgerkrieg einzugreifen.

Vorweg wäre einmal festzuhalten, daß die europäischen Kolonialmächte d. WK I die Araber gegen die Türkenherrschaft aufgewiegelt haben, in den Friedensverträgen das Siedlungsgebiet aber in englische und französische Kolonien willkürlich aufgeteilt ("Treuhandgebiete") und erst nach teils blutig.Aufständen diese Kolonien in die Freiheit entlassen haben. Der Ausdruck "Treuhand" ist irreführend, dann es wurde das "Mündel" nicht in demokratischem Sinne "erzogen". Auch in den Aufbau einer Infrastruktur hat man wenig investiert. Intessant war nur die Ausbeutung des arabischen Erdöls ....

Eigentlich sollten die laizistischen Staaten mit "arabischem Nationalismus" eher den Idealen der Westmächte entsprechen. Tatsächlich haben sich aber Libyen und der Irak durch ihre pro-palästinensischen Haltung die Sympathien des Westens verscherzt. Dieser akzeptiert daher eher gemäßigt islamische Parteien als "aufgeklärte" arabische Regime.

An dem, was Gaddafi jetzt sagt (Verhinderung eines Dschihadd im Mittelmeerraum) ist offenbar doch einiges wahr!

Und was die Konten von Gaddafi betrifft: Das Vorgehen der ÖNB wird vermutlich von div. Potentaten genau beobachtet. Ob die wieder Geld in Ö. "bunkern" - in Zukunft wohl eher wie ehedem auf den britischen Cayman-Inseln, den Kanal-Inseln etc.


so

sieht man, dass gegenüber anderen staaten wie z.b den usa in österreich wenigstens die "editorial guys" wirtschaftsnaher zeitungen ein schlechtes gewissen möglicherweise ein wenig zelebrieren...

Gast: Seltener Gast
06.03.2011 12:13
0 1

Ihr niederträchtiger Artikel entbehrt nicht der Einsilbigkeit

Den Sinn und Nutzen der Neutralität haben Sie nicht verstanden, ich verstehe aber Unterstüzung von Klientel-Interesse in Ihrem so Artikel und das die APA ihre "Anpassungsjournallisten" ins Feld schickt.
Pfui!

Antworten Gast: Bitte....
07.03.2011 13:34
1 0

Re: Ihr niederträchtiger Artikel entbehrt nicht der Einsilbigkeit

tragen Sie Ihrem Gastnamen Rechnung und bleiben Sie ein seltener Gast.

Antworten modestus
06.03.2011 14:18
1 0

Re: Ihr niederträchtiger Artikel entbehrt nicht der Einsilbigkeit

sicherlich ist es nicht zuviel verlangt wenn sie uns jetzt zweck und nutzen der neutralität erklären...eh grosser meister????

Gast: Gast zehn
06.03.2011 11:15
1 0

Bravo

ein wirklich guter Kommentar, der die dinge pointiert aber völlig richtig auf den punkt bringt! hinzuzufügen wäre noch dass nicht nur österreich von dieser scheinheiligkeit und diesem staatlichen egoismus befallen ist, es teilt sich hier den status der moralischen hinfälligkeit einmütig mit den anderen eu-staaten zuzüglich den usa.

Gast: Gast neun
06.03.2011 10:32
1 0

Ob sich noch zeigt,

wer alles wann wen alles im Land mit vielen Ölmillionen gekauft hat? Herr Zarti sollte vorsichtiger sein. Sein Chef hat sich schon vor Jahren (zu?) viel geleistet. Nicht nur in Österreich.
Unbenommen die banale Erkenntnis, daß es tolle Autos weder ohne deutsch-österreichische -europäische- technische Meisterleistungen gäbe, noch ohne Ölderivate. Was alle bislang hoch zu schätzen wissen...

Gast: Luzifer
05.03.2011 21:11
1 4

Nach der Grasser-Menschenjagd, die sich durch das Fehlen

von stichhältigen Beweisen auszeichnete, konnten jetzt die österr. Medien unter Beihiffe der OeNB eine Kontensperre für Zarti durchsetzen. Beide "Aktionen" zeichnen sich dadurch aus, daß man nicht erst lange nach Beweisen gesucht und im Schnellverfahren entschieden hat. Der Name "Gaddafi" allein hat schon genügt!

Die Peinlichkeit bsteht jetzt, daß Gaddafi nicht einfal davongelaufen ist, sondern um die Macht kämpft, wobei er als Inhalber der Staatsmacht in der besseren Position des beatus possidens befindet. Und das angeblich neutrale Österreich mischt sich in diesem Kampf um ein souveränes Libyen eindeutig auf Seiten einer Bürgekriegspartei ein.

Ich nehme an, daß durch diese Aktion die Sicherheit österr. Bankeinlagen durch Ausländer stark gelitten hat. Geht es doch nicht darum, daß die Finanzierung von Menschenrechtsverbrechen gesichert werden soll, sondern darum, erst einmal zu klären, ob der Staat Libyen als (wirtschaftlicher) Eigentümer legitimiert ist, über die Konten zu verfügen!

Das Ärgste, was jetzt noch passieren könnte, wäre, daß die USA od. die Nato auf Seiten der Protestieren in den Bürgerkrieg eingreift! Dann wäre Ö. endgültig als "westl. Komplize" im arabischen Raum entlarvt!

Antworten Cicero
06.03.2011 18:00
1 0

Bankkonten in Österreich und UNO-Sanktionen

Luzifer, so recht Sie mit Ihrer Einschätzung der Grasser-Hetze haben, so sehr sind Sie im Irrtum, was die Sanktionen gegen den Gaddafi-Clan betrifft.

Nicht Österreich hat da irgend etwas in die Wege geleitet, es war der UN-Sicherheitsrat, welcher die Sanktionen verhängte, die da im wesentlichen lauten, Reiseverbot und Blockieren der Bankkonten.

Laut Statut der UNO, das auch das UNO-Mitglied Libyen akzeptierte, ist die UNO dazu berechtigte. Das ist ein erlaubter Eingriff in die Souveränität eines Einzelstaates.

Alle UNO-Mitglieder, also auch Österreich, sind verpflichtet, diese Sanktionen zu vollziehen.

Die UNO ist oberstes Weltorgan und alle UNO-Mitglieder müssen vollziehen. Einzelne Mitglieder könnten sich weitere Sanktionsbeschlüsse eigentlich sparen. Trotzdem melden sich die USA und die EU separat zu Wort und verhängen Sanktionen, die aber besser als Bestätigung der UNO-Sanktionen zu bezeichnen wären.

Das aber hindert wieder einzelne UNO-Mitglieder keineswegs, die UNO-Sanktionen zu erweitern, wie z.B. daß Großbritannien dem Gaddafi-Clan die diplomatische Immunität aberkennt. Oder daß Österreich den betroffenen Gaddafi-Clan um einen Namen – Zarti – erweitert, weil dieser als Strohmann agiert – sage ich einmal vorsichtig – haben könnte. So er unschuldig ist, wird dies ein unabhängiges Gericht feststellen, sofern er klagt. Wenn er schweigt, wird er seine Gründe haben.

Kein Ausländer braucht um sein Bankkonto in Österreich fürchten, es sei denn er unterliegt UNO-Sanktionen.

Cicero
05.03.2011 20:09
14 1

Offenbar muß man Fakten ignorieren, soll auf „die da oben“ eingedroschen werden

Auf „die da oben“ eindreschen ist immer gut für die Quote, besonders dann, wenn wie hier brillant formuliert eingedroschen wird. Und hat man gar noch einen menschenverachtenden Despoten, der das eigenen Volk massakriert, dem „die da oben“ reihenweise die Hand schüttelten, dann jubelt der Biertisch.

Nur, der gute Hr. Chefredakteur übersieht beim Eindreschen auf „die da oben“ ein paar essentielle Fakten.

Gadaffi war weltweit geächtet, weil er den Terror unterstützte. Keiner redete mit ihm, geschweige denn schüttelte ihn die Hand.

Da trat Bruno Kreisky auf und machte ihn durch eine Einladung zu einem viertägigen Staatsbesuch gesellschaftsfähig. Österreich hatte nichts davon! Der Friedensvertrag Ägypten-Israel war abgeschlossen, aber vertragsgemäß erst in Teilen vollzogen, da galt es eben die Aktivitäten Israels zu stören. Kreisky mit seiner persönlich unbewältigenden jüdischen Herkunft. Das war der Grund!

Es gab Ronald Reagan, er bombardierte Tripolis. Es gab Lockerbie. Libyen wurde massiv sanktioniert.

Und Gaddafi ging in die Knie. Er lieferte die Lockerbie-Täter aus, er leistete Schadenersatz, er schwor dem Terror ab.

Man konnte mit Gaddafi wieder reden. Der Erste, der redete, war der Deutsche Gerhard Schröder, der sich, wieder zuhause, euphorisch über die geänderte Politik Gaddafis äußerte.

Und erst danach trat die Welt zum Händeschütteln in Tripolis an. Man konnte auch gute Geschäfte machen.

Und jetzt, wo Gaddafi neuerlich seine Politik änderte, wird er zu Recht wieder geächtet.


Antworten Paco
06.03.2011 13:45
0 1

Re: Offenbar muß man Fakten ignorieren, soll auf „die da oben“ eingedroschen werden


>>>>Der Erste, der redete, war der Deutsche Gerhard Schröder, der sich, wieder zuhause, euphorisch über die geänderte Politik Gaddafis äußerte<<<<

Schröder war bei Weitem nicht der Erste:

>24 March 2004: The British prime minister Tony Blair visits Gaddafi.<

>7 October 2004: Italian president Silvio Berlusconi visits Libya for the fourth time that year.<

>11 October 2004: The EU foreign ministers meeting in Luxemburg resolve the political barriers to economic cooperation with Libya.<

>14/15 October 2004: Chancellor Schröder, accompanied by German industrialists, visits Gaddafi.<

http://www.statewatch.org/news/2005/mar/12eu-refugee-camps.htm

Antworten Antworten Cicero
06.03.2011 16:49
1 0

Der Zeitablauf der geänderten Politik Gaddafis

2004 brauchte Schröder nicht mehr von einer geänderten Politik Gaddafis zu reden, da wußte es die ganze Welt bereits und Schröder war mit einer Wirtschaftsmission in Libyen. Im wesentlichen ging es um Waffen und Industriegüter gegen Öl und Gas für Deutschland.

1986 gab es den libyschen Anschlag auf eine Berliner Diskothek, bei dem eine Reihe Amerikaner ums Leben kam. Dies führte zum Bombardement von Tripolis und Benghasi, angeordnet durch US-Präsident Ronald Reagan.

Die Antwort Gaddafis das Lockerbie-Attentat und dadurch ausgelöst die allgemeinen Sanktionen der UNO und der Wirtschaftssanktionen der USA. Beide trafen Libyen massiv.

Es dauerte aber ein Jahrzehnt bis Gaddafi nachgab und 1999 die beiden Attentäter auslieferte, denen 2001 in den Niederlanden der Prozeß gemacht wurde. Somit war 1999 die Änderung der Politik Gaddafis zu verzeichnen und nicht erst 2004.

Nach dem Lockerbie-Prozeß zahlte Gaddafi 2002 insgesamt 2,7 Milliarden US-Dollar Entschädigungen. Dies unter dem Vorbehalt, daß die UNO-Sanktionen und die US-Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden und Libyen expressis verbis aus der Liste der „terrorunterstützenden Staaten“ gestrichen wird. Was dann auch lückenlos erfüllt wurde.

Das war die Zeit für die Euphorie Schröder über die geänderte Politik Gaddafis.

Die gegenwärtig wieder aufflammenden Zweifel an der Täterschaft Libyens am Lockerbie-Attentat sind irrelevant. Kürzlich sagte der von Gaddafi abgefallene Justizminister, Gaddafi persönlich hätte Lockerbie angeordnet.

Antworten individual
06.03.2011 09:44
0 2

Re: Offenbar muß man Fakten ignorieren, soll auf „die da oben“ eingedroschen werden

gaddafi war ein gekaufter unterhändler

- welcher gegen viel entgelt der eu
die massen an flüchtlingen vom leibe hielt.

da passt die bezeichnung "kollaborateur".

- sobald dessen nützlichkeit
nicht mehr vorhanden
lässt der """sponsor""" denselben fallen.

- in zeiten von -p.c.- und ethno-marketing
(bei gewissen teilen durchaus ehrlich betrachtet aus idealistischen aspekten: doch bei anderen bloss maske zu höheren margen [öko-larviert]) wird gaddafi erst nun - wo die kuh aus dem stall ist - als unperson ausgewiesen.

soso.
unter "gaddafi new york" findet sich so allerlei. wer suchet der findet...
http://www.google.at/#hl=de&source=hp&biw=1440&bih=710&q=gaddafi+new+york&btnG=Google-Suche&aq=f&aqi=&aql=&oq=gaddafi+new+york&fp=808c1b991201a289


Antworten montiburns
05.03.2011 20:57
6 1

Re: Offenbar muß man Fakten ignorieren, soll auf „die da oben“ eingedroschen werden

Ihr kurzes Kommentar wird leider nicht in der Printausgabe zu lesen sein. Schade.

kfbag
05.03.2011 17:29
2 1

vollkommen einverstanden

man kann zur Liste noch hinzufügen "immerwährendes Bankgeheimnis", "immerwährendes Stiftungswesen", "immerwährendes Wegschauen so lange es geht" und natürlich "immerwährende Opferrolle - weil schuld sind immer die anderen.

Antworten europa
06.03.2011 13:36
0 0

Re: vollkommen einverstanden

und die immerwährende unschuldsvermutung bitte nicht vergessen

Antworten Gast: Gast
05.03.2011 20:26
2 0

Re: vollkommen einverstanden

Um es einmal deutlich zu sagen, schuld sind tatsächlich Politiker, die sich die Gunst des Volkes erschleichen und dann ihre Macht missbrauchen, das Volk hinters Licht führen und dabei die"volle" Verantwortung übernehmen. Das dumme und nur gesiebt informierte Volk hat alle Hände voll zu tun um die immer bunter werdenden Steuerideen der repräsentativen Bonzen zu erfüllen und die wenigsten können es sich leisten stundenlang hinterher zu recherchieren. Ausser sie wären schon arbeitslosoder extra dafür bezahlt.

 
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