25.05.2012 13:34 | Meine Presse Merkliste 0

Mit dem Essen landet unsere Verantwortung auf dem Müll

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die Grundnahrungsmittel erfüllen ihren symbolischen Zweck, uns an einige der Grundbedingungen unserer Existenz zu erinnern, immer noch ganz gut.

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Nahrungsmittel gehören zu den wenigen Dingen, die in unserer spätindustriellen Gesellschaft ungefähr dieselben emotionalen Reflexe hervorrufen wie in der vorindustriellen Gesellschaft unserer Vorfahren. Sie gelten zumindest der heutigen Generation 40 plus, deren Eltern noch die Nahrungsmittelengpässe der unmittelbaren Nachkriegszeit erlebt haben, als Dinge, denen über ihren Gegenwert in Geld hinaus etwas Erhabenes zukommt. Der symbolische Wert, über den Nahrungsmittel verfügen, kommt wohl daher, dass die Notwendigkeit der mehrmaligen Nahrungsaufnahme die einzige Erinnerung an die Zeiten darstellt, in denen das Leben des Menschen überwiegend von der Sicherung seiner basalen Lebensgrundlagen in Anspruch genommen wurde.

Es ist eine Ironie unserer sogenannten Wissensgesellschaft, dass zwar tatsächlich noch nie so viele Menschen über so viel Wissen verfügten wie heute, dass aber gleichzeitig noch nie so viele Menschen so wenig darüber wussten, woher die Dinge kommen, mit denen sie ihr Überleben sichern und ihre Grundbedürfnisse befriedigen: Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf. Die Grundnahrungsmittel stellen so etwas wie die einzige Verbindung des heutigen Menschen mit seiner Herkunft dar.


Das könnte bis zu einem gewissen Grad auch den sehr ambivalenten Umgang mit Lebensmitteln erklären. Einerseits werden in den entwickelten Ländern Abermillionen von Tonnen an unverdorbenen Lebensmitteln weggeworfen. Andererseits führen steigende Lebensmittelpreise zu Ausbrüchen kollektiver Hysterie, ganz so, als würde eine Erhöhung der Getreidepreise um einige Prozent den unmittelbaren Ausbruch einer Hungersnot bedeuten.

Dabei würden nicht einmal verdoppelte Rohstoffpreise etwas daran ändern, dass die Menschen noch nie einen so geringen Teil ihres Einkommens für Nahrung ausgegeben haben wie heute. Das zeigt, dass die Frage nach der Verfügbarkeit von leistbaren Nahrungsmitteln rational nicht zu beantworten ist.

Also behilft man sich der handelsüblichen Muster der Pseudo-Rationalisierung. Die beliebteste hört auf den Namen „Spekulanten“. Überall dort, wo sich das Bewusstsein der Erkenntnis eigener Verursacherschaft verschließt, müssen es die Spekulanten sein, die für unser Unglück verantwortlich sind. Jeder könnte wissen, dass die – im Übrigen als Risiko-Absicherung für von der Natur abhängigen agrarischen Produzenten in die Welt gekommene – Spekulation auf zukünftige Ernteerträge an den Getreidebörsen nur für einen ziemlich kleinen Teil der zuletzt beobachteten Preisanstiege verantwortlich ist.

Womit man bei Pseudo-Rationalisierung Nummer zwei wären: die neuheidnische Gaia-Religion, der auch Klimaapokalyptiker, Radikalökologen und Risikoforscher angehören. Sie sehen alles, was uns derzeit so passiert, von der Nahrungsmittelknappheit bis zum Tsunami als Rache der gequälten Mutter Erde. Dass die Früchte dieser Mutter Erde in den kalten Stahltanks böser Automobile verbrannt werden, halten die akademischen Alm-Öhis für einen Frevel. Dabei wäre es doch viel vernünftiger, Zuckerrohr und Getreide zu Biotreibstoff zu erarbeiten und damit Autos zu betreiben, als sie zu Lebensmitteln zu verarbeiten, um sie auf den Müll zu kippen.


Die Geschichte der Nahrungsmittelmüllberge erzählt vor allem von Menschen, die nicht mehr bereit sind, Verantwortung für die unmittelbaren Folgen ihres Verhaltens zu übernehmen. Wer nicht darüber nachdenken will, wie er seine Einkäufe so gestaltet, dass möglichst wenig davon weggeworfen werden muss, sollte sich nicht zugleich über steigende Lebensmittelpreise beklagen. Nicht Spekulation und Naturfrevel führen dazu, sondern durch Verhalten beeinflusste Nachfrage. Wer erwartet, dass sein Bausparvertrag mindestens fünf Prozent jährliche Rendite abwirft, sollte sich nicht über die Wachstumsideologen und ihre Gier beklagen.

Die Grundnahrungsmittel erfüllen ihren symbolischen Zweck, uns an einige der Grundbedingungen unserer Existenz zu erinnern, immer noch ganz gut. So schlimm kann es also noch nicht sein mit der Entfremdung des Menschen von seiner Natur.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.04.2011)

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29 Kommentare
 
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Verantwortung - Wohin damit ?

Großen Teilen des Kommentars : "Mit dem Essen landet unsere Verantwortung auf dem Müll" können gewiss viele Menschen zustimmen. Es klingt logisch, wenn man den Menschen die offensichtlich nicht richtig Einkaufen können - d.h. in diesem Fall zu viel Lebensmittel kaufen - und damit ihre eigenen finanziellen Dispositionen einengen, auch die Verantwortung dafür zuschreibt. Allerdings dürften dabei die irreführenden Kennzeichnungen die mittels nationalen Gesetzen und EU- Richtlinien bzw. Verordnungen vorgegeben wurden, das Verhalten der Verbraucher erheblich beeinflusst haben. Ablauf eines Datums, auf den Müll damit! Wenn es sich im Kommentar um einen Appell an die Menschen zu vernünftigerem Umgang mit Lebensmitteln und ihrem eigenen Budget handelt, dann hat sich Herr Fleischhacker einer pädagogischen Aufgabe gewidmet. Geht man von der Aussage von Paul Samuelson aus, der meint "die bestimmende Figur am Markt ist der Verbraucher", dann sind die Ausführungen in diesem Kommentar sogar von dieser volkswirtschaftlichen Hypothese bestätigt. Die Wirtschaftsbedingungen haben sich allerdings im Raketentempo verändert, auch Samuelson hatte schon die Bedeutung - Dominanz - der Produktionsmittel und deren Inhaber erkannt.

Re: Verantwortung - Wohin damit ?

Sollte dieser Kommentar jedoch von der "hintergründigen" Absicht inspiriert sein, bei dieser „guten“ Gelegenheit die Verantwortung für die vielen negativen Auswirkungen des dominierenden Wirtschaftssystems von jenen Akteuren zu nehmen die überproportional von den Ungleichgewichtigen im System profitieren, dann müsste hier eine anständige Diskussion folgen. Der sogenannte „kleine Mann“ – ich selbst messe 1,78 Meter – wird diese Zuschreibung von Verantwortung nämlich nur dann akzeptieren können, wenn auch jene Personen ihre Verantwortung angemessen wahrnehmen , die die größeren Werkzeuge zum Bedienen der „Schrauben“ im Wirtschaft und Gesellschaft in der Hand haben. Das Verhalten der Banker ist jedenfalls kein Hinweis auf diese Erwartungshaltung des „kleinen Mannes“. Die unverständlichen Bonis für Kurzzeitbilanzerfolge oder auch die überdimensionalen Spekulationsblasen, sind keine Fiktionen des Stammtisches sondern Tatsache, die nur aufgrund des herrschenden Rechtssystems keine Konsequenzen haben. Die Verantwortung für die Dynamik der gegenwärtigen Dominanz des Produktionsfaktors Kapital und damit der katastrophalen Auswirkung des Faktors Zinsen, d.h. der ständigen Erhöhung des Schuldenjoches, könnte dann bei Gelegenheit wohl auch ausschließlich den Kreditnehmern zugeschrieben werden.

Re: Re: Verantwortung - Wohin damit ?

Hier müssen wir aber schon auch die Frage stellen, wer dabei die größeren Summen beansprucht. Werter Herr Fleischhacker, ich bin auch gerne bereit auf die staatliche Prämie beim Bausparvertrag zu verzichten, wenn als Gegengeschäft die Herrn Banker ihre Bonis nicht für den kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Bilanzerfolg eines Jahres, sondern auf anderen – etwas faireren – Grundlagen kassieren.

Svenco
10.04.2011 11:59
0 0

Die Leichtigkeit des Beweisens der Unwichtigkeit!

Österreich ist ein unwichtiges Land auf der Welt, das nicht zum Kenntnis genommen wird, wenn das Land aus der Weltkarte verschwinden würde! Daher wird Österreich meistens mit Australien verwechselt!
Das wissen die Journalisten dieses Landes auch. Sie schreiben über das weggeworfenes Essen, wo auf der Welt mit Beteiligung von Verbündeten von Österreich viele Kriege geführt werden!
Österreich kann im Libyenkrieg keine Position beziehen, da es von Gaddafis Gnaden abhaengig ist. Über das französische Verbrechen in Libyen oder in Elfenbeinküste können sie auch nicht schreiben, da sie Frankreich aergern sich nicht leisten können! Sie können über das Gemüse schreiben und gegen die Hilfslose Minderheiten im Lande hetzen! Das ist eben die östrr. Realitaet!

Antworten gofy
11.04.2011 19:03
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Re: Die Leichtigkeit des Beweisens der Unwichtigkeit!

eine frage, was machst du dann im unwichtigsten land der welt?
wieso kommen soviele in dieses unwichtige land?

Ka_Sandra
09.04.2011 22:47
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Sehr zutreffend und entlarvend....

....und außerdem glänzend formuliert ;-)

Gast: Winston S.
09.04.2011 17:23
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Word!

Großartiger Artikel!

Arethas
09.04.2011 13:21
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Auch Qualitätsproblem

Hängt auch teilweise damit zusammen, dass der Konsument zu überlisten versucht wird:

Die leuchtend rote Paradeiser sieht schön frisch aus, schnell eine Rispe gekauft und nachhause getragen. Dann wird ein Stück gegessen, das exakt nach nichts schmeckt, der Rest verschimmelt und wird entsorgt. Viele "künstliche" Produkte schmecken bei der ersten Portion, man kauft einen Vorrat, nach der zweiten, dritten Portion wandern die Joghurts, Fertigpuddings etc. in den Müll.

Die Biorindfleischwurst hingegen, vom persönlich bekannten Erzeuger nach eigenem Rezept hergestellt und bei richtiger Lagerung monatelang haltbar, war bei uns nach drei Tagen restlos verputzt.

Offensichtlich kann der Organismus zwar optisch, aber auf Dauer nicht
"geschmackssensorisch" überlistet werden.

Gast: Laaer
09.04.2011 13:06
1 0

Verrotten

Bei uns im "Land um Laa", schmeißen die Bauern die hoch subventionierten Zwiebeln tonnenweise weg!

Jack 3
09.04.2011 12:49
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Diese Zahlen sind in anderem Zusammenhang interessant.

Die Medien jammern zwar täglich, wie viele Menschendurch die Katastrophe in Fukushima gefährdet wären, Aus Berichten der UNO (UNESCO) geht hervor, dass jährlich ca 1 Million Kinder verhungern. Österreich mit seinen 780.000
Tonnen weggworfenen Lebensmitteln hinkt deutlich hinter Deutschland mit 20 Millionen Tonnen pro Jahr( Quelle: 3 SAT) hinterher. Medien, die sich ihrer ethisch moralischen Verantwortung bewußt wären, würden diesen Skandal täglich zu ihrer Schlagzeile machen, nicht die zwar auch bedenkliche, in seinen Folgen aber nicht abschätzbaren Folgen von Fukushima!

Antworten Gast: markus trullus
09.04.2011 15:26
0 0

Re: Diese Zahlen sind in anderem Zusammenhang interessant.

ok; zugegeben, ist eine Sauerei; aber mal andersrum ohne zu meckern: wie könnte man das lösen? 20 Mio tonnen könnten den weltweiten Hunger zumindest zu einem großenen Teil stillen, nur: wie karrt man das Zeugs zu denen hin, die's brauchen? Eine Frage, deren Antwort Nobelpreisverdächtig scheint....

Antworten Antworten Jack 3
10.04.2011 23:43
0 0

Re: Re: Diese Zahlen sind in anderem Zusammenhang interessant.

Lieber Markus trullus.
Natürlich kann man die 20 Millionen tonnen weggeworfener Lebensmittel nicht direkt nach Afrika verschicken.Wenn aber die Konsumenten in Westeuropa nur das einkaufen würden, was sie auch verzehren und das so erparte Geld caritativen Hilfsorganisationen, die sich um die Kinder in der dritten Welt kümmern, spenden würden,dann bedürfte es keiner nobelpreisverdächtigen Antwort...das wäre mit vernünftigen Konsumenten, die sich ihrer ethisch moralischen Verpflichtung bewußt sind,leicht machbar. Dazu müßte aber ein Medien-Hype wie um Fukushima in unseren Medien - eine Art Medien-Tsunami-ausgelöst werden. Aber das will wahrscheinlich keiner lesen, hören oder sehen, die Auflagenzahlen und Einschaltquoten würden eher zurückgehen, daher lieber Fukushima...

Antworten Antworten Antworten Gast: lou
11.04.2011 13:43
0 0

Re: Re: Re: Diese Zahlen sind in anderem Zusammenhang interessant.

der nährwert eine münze oder banknote hält sich aber auch in grenzen. Egal wieviel du spendest hinbringen muss das essen wer, und daran scheiterts. Nur wer spendet schon für infrastruktur?

Gast: Otto F. Krammer
09.04.2011 10:26
1 0

Es ist bedenkliche Tatsache, dass im Wahn des Diktierens der EU,

zwar die Glühbirne verboten wurde aber die allgemeine Informationspflicht über
Inhalt der Produkte generell nicht gegeben ist.
Aber seitenlange, unnötige Begleittexte über die Entsorgung eines Produktes, zu
lesen sind.
Solche Informationen kosten keinen einzigen Cent mehr, erbringen aber einen
wesentlichen Teil am Erhalt des Volksvermögens, (s.a. dieser Artikel, v.Fle.)
Wenn ein Begleitbuch vollgeschrieben mit fast unverständlichem, sonstigem Text,
als Gebrauchsanleitung mitgeliefert wird, ist es nicht erklärbar, dass wesentliche
Informationen fehlen, wie bei den Lebensmitteln der Umgang zur Erhaltung und
Genießbarkeit und Zubereitung, bei den technischen Artikeln, über deren
Instandhaltung, Reparatur, Einstellungen, Schaltpläne, Stückliste, etc.
Es ist nicht gleichgültig für die gesamte Volkswirtschaft, wenn zu einem
technischen Gerät zB. ein Schaltschema beigebracht ist oder nicht, denn ein
solches Gerät ist unabdingbar von der Existenz eines solchen, für Erhalt oder
abhängig und nur davon hängt es ab ob Importgeräte unbekannten
Herstellers im Müll landen oder gebrauchsfähig bleiben. Z.B. Keinerlei Angaben
über das Verrosten von metallenen Konsumartikeln, wie, ein neues Elektrorad, bei
welchem die Radkette innerhalb 14 Tage völlig überraschend so stark
rostig war, dass sie gebrauchsuntauglich war!
Ich könnte darüber ein Buch schreiben!

Westend
09.04.2011 10:06
0 0

Kochen sollte man können..

im Seniorenheim. Nicht bloß jeden zweiten Tag einen Parkplatz für den Fertigfutterlieferanten freihalten. Dessen Mischcomputer das Zeugs immer gleich würzen, jahrelang.

Gast: Lumpazi
09.04.2011 09:04
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Wer sind die Nutzniesser ?



Natürlich auch die internationalen Nahrungsmittelkonzerne,
angefangen von Nestlé, Kraft Foods, usw.

Diese Konzerne freuen sich nicht nur über die Preissteigerungen, sondern erst recht über die oftmalige Sinnlos-Entsorgung und damit den Sinnlos-Einkauf der Lebensmittel durch die Verbraucher.

Ganz schlimm wird es aber, wenn man einem Mächtigen der Lebensmittelkonzerne zuhört:

Peter Brabeck, gebürtiger Österreicher und Präsident des Verwaltungsrates von Nestlé (bis 2007 Vostandsvorsitzender von Nestlé).

Brabeck ist ein vehementer Vertreter der Lobby für Privatisierung von Wasser. Er sieht im Vertrieb von Wasser ein großes, zukünftiges Umsatzpotenzial der Nahrungsmittelkonzerne.

Wehret den Anfängen!










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Re: Wer sind die Nutzniesser ?

Seit dem man ja mittels vorgehaltener Schrotflinte zum Kauf dieser Markenprodukte gezwungen wird ist das wirklich schlimm, nicht wahr Herr Ziegler?

Antworten Antworten Gast: Lumpazi
09.04.2011 15:31
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Re: Re: Wer sind die Nutzniesser ?


Ich fühle mich geehrt, daß Sie mich mit Herrn Ziegler verwechseln.

Übrigens: Sie können gerne Ihren Wasserleitungsanschluß versiegeln lassen, um ausschließlich Mineralwasser der Marken Perrier, Vittel oder S.Pellegrino (alles Produkte von Nestlé) zu kaufen und damit zum Umsatz einen kleinen Beitrag zu leisten.



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Biosprit treibt die Lebensmittelpreise in die Höhe und das ist gut so

Das scheint mir am ehesten eine Kampagne pro Biosprit zu sein. Seht her, wird da behauptet, wenn ihr soviel Essen wegwerft, dann ist es immer noch nicht teuer genug und darum müssen wir jetzt unbedingt mehr Biosprit erzeugen. Biosprit wird nicht nur wegen seiner klimarettenden Eigenschaften so hoch subventioniert, sondern auch deshalb, weil soviel Lebensmittel weggeworfen werden. Dieser Frevel muss schleunigst eingestellt werden. Und sollten die Leute dann hungern, na, dann bringen wir halt Studien darüber, dass die Ösis viel zu dick sind und wie ungesund das ist...

Gast: Gastleser
09.04.2011 07:11
1 0

Ist ihnen die Zensur der Presse nicht peinlich?

Glauben sie damit die Meinung der Menschen manipulieren zu können?
Irrtum mein Herr.

Gast: Otto F. Krammer
09.04.2011 05:41
0 0

Es ist bedenkliche Tatsache, dass im Wahn des Diktierens der EU,

zwar die Glühbirne verboten wurde aber die allgemeine Informationspflicht über Inhalt der
Produkte generell nicht gegeben ist.
Aber seitenlange, unnötige Begleittexte über die Entsorgung eines Produktes zu lesen sind.
Solche Informationen kosten keinen einzigen Cent mehr, erbringen aber einen wesentlichen Teil am Erhalt des Volksvermögens, (s.a. dieser Artikel)
Wenn ein Begleitbuch vollgeschrieben mit fast unverständlichem, sonstigem Text, als Gebrauchsanleitung mitgeliefert wird, ist es unverständlich, dass wesentliche Informationen fehlen, wie bei den Lebensmitteln der Umgang zur Erhaltung und Genießbarkeit und Zubereitung, bei den technischen Artikeln, über deren Instandhaltung, Reparatur, Einstellungen, Schaltpläne, Stüchliste, etc.
Es ist nicht gleichgültig für die gesamte Volkswirtschaft, wenn zu einem technischen Gerät zB. kein Schaltschema beigebracht ist oder nicht, denn ein solches Gerät ist unabdingbar von der Existenz eines solchen, für Erhalt oder dessen Entsorgung abhängig und nur davon hängt es ab ob Importgeräte unbekannten Herstellers im Müll landen oder gebrauchsfähig bleiben. Z.B. Keinerlei Angaben über das Verrosten von metallenen Konsumartikeln, wie, ein neues Elektrorad, bei welchem die Radkette innerhalb 14 Tage völlig überraschend so stark
rostig war, dass sie gebrauchsuntauglich war!
Ich könnte darüber ein Buch schreiben!

Gast: simmons
09.04.2011 01:00
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dekadent

bis auf wenige fälle, wo man die entsorgung von lebensmitteln auch tolerieren kann, handelt es sich bei diesem phänomen schichtweg um dekadenz,..und je ungebildeter und dümmer die konsumenten, desto
häufer trifft man auf derartges verhalten.
wir leben mittlerweile in einer völlig werte(wert)losen gesellschaft,..und man hat selbst den größten idioten und blendern das gefühl gegeben, sie könnten alles erreichen, ....und bräuchten vor nichts und niemandem achtung und respekt haben.
die perfektion dieses tiefen benehmens beherrscht das blaue proletariat,..deshalb ist es auch so erfolgreich,..
gleich und gleich gesellt sich gerne,..
und hier schliesst sich der kreis...nur werfen die nicht nur essen weg, sie entsorgen zivilisation.

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Den Leuten ging´s schon zu lange gut

Wer wie ich die Kriegs- und Nachkriegszeit erlebt hat, kann das Unwesen, das hier getrieben wird, nur als Frevel bezeichnen. Die Leute rütteln schon wieder am Watschenbaum und sind durch nichts und niemanden zu beeinflussen. Spekulanten halten die Lebensmittelpreise hoch, indem sie Getreide ins Meer kippen, Ackerflächen dienen der Gewinnung von Bio-Sprit, und wenn zahllose Kinder in der Dritten Welt verhungern, so nimmt man das in Kauf, weil es ja ohnehin zu viele Menschen auf der Welt gebe. Das gleiche macht die Atomlobby, und die UN-Organisationen propagieren, fleißig nach Menschrechten rufend, die Abtreibung speziell für die afrikanischen Kinder. Wenn sie eines Tages das kriegen, was sie verdienen, könnten sie schon einmal beginnen, mit den Zähnen zu klappern. Vielleicht finden sie aber auch hier wieder einen Trick.

Antworten Gast: nestbeschmutzer
09.04.2011 15:29
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Re: Den Leuten ging´s schon zu lange gut

Ja, ja, die ganze Welt ist soooo schlecht, und ich bin sooo gut! Wollten sie doch sagen, oder?

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Re: Re: Den Leuten ging´s schon zu lange gut

Die ganze Welt nicht, aber jener Teil, dem Sie anscheinend die Stange halten.

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Ja, eh, aber auch Nahrungsmittel sind "nur" Güter mit innerem Wert und handelbar. Wie fast alles auf der Welt.


Verschwendung gibt es in vielen Spielarten.

Ein gut funktionierendes, sicheres Atomkraftwerk abzuschalten ist volkswirtschaftlich so als ob man täglich 500.000 Kilogramm Brot wegwerfen würde!

Vor allem wenn man den Atomstrom dafür dann eben importiert.

In weiten Teilen der Welt kämpfen Menschen dafür, ein paar Watt Strom nutzen zu können und in Deutschland schließt man funktionierende Anlagen.

Das ist nur noch vom Zwentendorf-Unsinn zu überbieten.

Aber auch die "Tierschützer" arbeiten mit dieser Methode: Käfigeier, in Österreich verboten, werden jetzt eben massenhaft importiert. So viele Auslagenscheiben können die gar nicht mehr einschlagen.


 
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