25.05.2012 13:34 | Meine Presse Merkliste 0

Der tägliche Neubeginn im ständischen Funktionärsstaat

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

In diesem Land herrscht die „Pappschicht“ aus Funktionären der zweiten und dritten Ebene. Das ist ungefähr das genaue Gegenteil von Demokratie.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wie man aus den jüngeren Elaboraten des österreichischen Hausfrauenjournalismus weiß, ist jede Krise auch eine Chance. Jedes Ende ist schmerzhaft, aber bald keimt Neues, und die Zeit heilt alle Wunden, und es gibt nichts Schlimmes, das nicht auch sein Gutes hätte, und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Zauber ist vielleicht kein schlechtes Stichwort: Michael Spindelegger gilt derzeit in der ÖVP als eine Art Wienerwald-Gandalf, der die verschreckten Hobbits aus dem schwarzen Auenland vor Werner Sauron Faymann und den Strache-Orks beschützen soll. Und interessant: Gandalf ist in Tolkiens „Herr der Ringe“ zunächst „der Graue“. Der böse Saruman, ein Weißer, ist nicht wirklich nett, aber stärker. Erst nachdem Gandalf, von einem Urzeitungeheuer ins glühende Innere der Erde mitgerissen, für tot gehalten wird, kehrt er als „Gandalf, der Weiße“ zurück, um die Tapferen im Kampf um Mittelerde anzuführen.

Solche Geschichten müsste man sich in Österreich im Allgemeinen und in der ÖVP im Besonderen öfter erzählen. Dann könnte es vielleicht gelingen, dass Funktionäre, Journalisten und Bürger an das glauben, was ihnen derzeit erzählt wird: dass der Wechsel von Josef Pröll auf Michael Spindelegger der Beginn eines politischen Selbstreinigungsprozesses sei, der zunächst die Volkspartei, dann die Regierung, schließlich das Land und am Ende vielleicht auch die bewohnbaren Regionen des Alls erfassen würde.

Stellen wir uns einfach vor, dass statt der grauen, von keinerlei demokratischer Legitimation angefochtenen Funktionärsmassen, von denen die österreichische Politik dominiert wird, am Ende lauter strahlend weiße Ritter aus der Hölle des Umfragentiefs zurückkehren, um den Kampf für die freien Entfaltungsmöglichkeiten der Bürger dieses Landes aufzunehmen. Franz Vranitzky hat dieses Heer einmal die „Pappschicht“ genannt, nach den Worten Bruno Aigners ist es eine „Isolierschicht“. Diese Papp- oder Isolierschicht aus Funktionären der zweiten und dritten Ebene, die für eine relativ vollständige Abschottung der politischen Mandatare von der gesellschaftlichen Wirklichkeit sorgt, neigt gleichermaßen zu Expansion und Verhärtung: Je weniger sie aus der wirklichen Welt zu ihren Vorgesetzten durchdringen lassen, umso wichtiger wird ihre eigene Einschätzung. Je mehr Raum sie im politischen System für sich gewinnen, umso sicherer und langfristiger funktioniert das System der wechselseitigen Versorgung mit Geld und Macht.

In Österreich hört diese Pappbetonmauer, die verhindert, dass auch nur die geringste Dosis von Wirklichkeitsstrahlung in den erdbebensicheren Politmeiler dringt, auf den Namen Sozialpartnerschaft. Sie ist ungefähr das Gegenteil der Demokratie, in ihr herrscht nicht das Volk, sondern der Funktionär. „Aber hallo“, pflegen Kammerpräsidenten und sonstige Funktionärspaladine auf diesen Vorhalt hin zu sagen, „wir sind doch auch gewählt.“ Na klar sind sie gewählt. So wie ja auch der Vorsitzende des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken in einer ziemlich einwandfreien Wahlkaskade zu seinem Amt gekommen ist. Da hat es formal an nix gefehlt. Alle Wahlen waren geheim, konnte ja keiner wissen, ob er eine Stimme abgegeben hat oder nicht.


Österreich ist ein ständischer Funktionärsstaat, daran hat sich seit den 1930er-Jahren nichts geändert. Das soll nicht heißen, dass seine Repräsentanten nichts dazugelernt hätten. Man hat kapiert, dass es viel lukrativer ist, sich den Staat und die Gesellschaft einzuverleiben und dann aufzuteilen, als darum unter großen Opfern zu kämpfen. Die Große Koalition mit einem ehemaligen Wiener Wohnbaustadtrat und einem niederösterreichischen ÖAAB-Funktionär ist das Beste, das dieses System zu bieten hat. Man sollte den beiden also eine Chance geben: Lasst Spindelmann und sein Funktionärsteam arbeiten! Wählen könnt ihr ja ohnehin den Vorsitzenden eures Sparvereins und den Rechnungsprüfer der Schützenkompanie.

Ja, dieser Wechsel ist die Chance auf einen Neubeginn. Das ist ja genau das Problem: der tägliche Neubeginn Österreichs als Funktionärsständestaat.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.04.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

67 Kommentare
 
1 2
wamann
18.04.2011 20:50
0 0

Vielleicht...

...hilft ein allgemeiner Wahlboykott beim näxhstemal...

Gast: Steiner-Proell
17.04.2011 20:22
0 0

Zur Charakterisierung der österreichischen Demokratie

In einer Anlehnung an Clemenceaus Ausspruch muß man unsere spezielle österreichische Demokratie charakterisieren wie folgt:

"Egalitarismus ist der Weg von der Barbarei in die Dekadenz ohne den Umweg über die Kultur."

Gert.Steiner@yahoo.de

Gast: BeobachterinWien
17.04.2011 13:56
1 1

Eben KEIN Staendestaat, Herr Fleischacker

Der Staendestaat ist naemlich in der Tat die einzig geeignete Staatsform fuer ein republikanisches Oesterreich. Was wir derzeit haben ist zwar nicht die Diktatur des Proletariats, aber sehr wohl eine Diktatur der Proleten. Diese rekrutieren sich ausschliesslich aus dem geschuetzen Bereich, also aus denjenigen, die auf Kosten anderer leben. In einem Staendestaat haetten wir jedoch eine Repraesentation eben ALLER Staende. Also bitte nicht auf die Propaganda der Sozen reinfallen und glauben, dass Staendestaat stead schlechtes ist .

Antworten alpentiger
17.04.2011 16:56
0 0

Hätten wir Österreicher einen klaren Blick auf unsere Geschichte ....

könnte man auch solche Überlegungen einmal wertfrei diskutieren.

Der Ständestaat ist u.a. auch deshalb in den 30ern gescheitert, weil sich die katholische Geistlichkeit mit besonderer Dreistigkeit zuständig fühlte.

In einer repräsentativen Demokratie muss nur darauf geachtet werden, dass alle gesellschaftsrelevanten Gruppen den gleichrangigen Zugang haben. Damit kämen zwangsläufig eine Unmenge von "Kleinparteien" ins Parlament, womit die Frage der Regierbarkeit schon zu stellen ist.

Kokopelli
17.04.2011 10:29
0 0

Alte Zöpfe neu geflochten

Wird endlich Zeit, dass wieder einmal jemand einen Roman über Österreich schreibt. Der letzte große Wurf gelang Jörg Mauthe mit dem wunderbaren Buch "Die große Hitze - Die Errettung Österreichs durch den Legationsrat Dr. Tuzzi". Nur Mut, Herr M.F., Sie hätten ebenfalls das Zeug dazu! Ansonsten lese ich hier nur von alten Zöpfen, köstlich neu geflochten. Sie vergessen allerdings, dass in den Köpfen der Mehrheit der Österreicher und Österreicherinnen einzig ein Funktionärsgehirn brodelt! Österreich ist unwandelbar eine Parteien- und Vereinsbühne. Spätestens wenn Sie zum Professsor oder Hofrat ernannt worden snd, werden Sie die Wahrheit meiner Worte verstehen...

Antworten bula sagt
17.04.2011 21:14
0 0

Re: Alte Zöpfe neu geflochten

da haben wir - vermutlich - einen gemeinsam geschätzten autor.

bula sagt
16.04.2011 22:24
1 0

die wahlvorgänge zu unserer

"isolierschicht" - vranitzky dürfte bei "pappschicht" eher an "papp" in den köpfen gedacht haben - sind doch deutlicher von der bevölkerung beeinflusst als in kommunistischen systemen. auch wenn wie zb. bei ak wahlen die wahlbeteiligung sehr gering ist.
aber der ironie sei die übertreibung erlaubt.
wie dies zu ändern ?
papp weicht man mit wasser auf. eine der bewässerungsarten ist jene, die der orf general seinem programmdirektor zum vorwurf machte.
die isolierschichten (die wasserdichten) flämmt man auf.
diese methode kann natürlich nur in der tradition einer "fackel" den intellektuellen "roten hahn" auf die funktionärsdächer tragen.
der "kanzleroid" hat mir schon sehr gefallen.
spindelmann und fayegger werden auch noch populär werden.

Antworten Kokopelli
17.04.2011 11:08
0 0

Re: die wahlvorgänge zu unserer

Gut gesungen, Löwe. Allerdings ist das Funktionärsgehirn integrativer Teil des österreichischen Großhirns. Und die gute Seite daran ist die geniale Fähigkeit, hoffnungslose Situationen für nicht ernst zu halten und vice versa. So überlebt Ö alle Zeiten. Auch die jetzige. Es sei denn, ein österreichischer Obergefreiter betritt wieder die politische Bühne...

1 0

Um es mit Trapatoni zu sagen: Alles Flasche leer! Ich habe fertig!


Spindelegger ist wie Pröll hauptsächlich als Träger eines großen Namens in der höheren Politik gelandet - Familienprotektion, oder -korruption, wie man heute sagen würde.

Wei Fleischhacker richtig ausführt ist es ein leichtes für Leichtgewichte aller Arten, den Durchmarsch zum General-, Zentral- oder Sonstwas-Sekretär einer Parteiorganisation oder Kammer zu schaffen. Dabei zählt nur Angepasstheit und zumindest nicht unterdurchschnittlicher IQ. EIn derart grobes Sieb würde jede Chefetage in der Privatwirtschaft bankrottieren lassen.

Als nächster Schritt aber droht dann der in dieser Form Hochgekommene als "Zukunftshoffnung" verkauft zu werten. Und die Quote (es gibt neben der unsäglichen Frauenquote ja auch die Kammer-, Gerwerkschafts-, Bünde- Bundesländer....-Quote) bringt dann den geduldigsten Wicht auch mal ganz nach vorne.

Und da alle Parteien nach diesem Muster funfktionieren sitzen alsbald nur solche dienstbaren (Un)Geister an der Spitze der Politik. Und damit leider auch an der Spitze der Republik Österreich.

So lange die Prämisse nicht "wer kann es?" sondern immer "wer ist jetzt dran" heißt wird Österreich so "Spitzenpolitiker" wie Faymann, Darabos, Bures, Karl, Berlakovits, Prammer,...hervorbringen, die wiederum ihre Spitzenleistungen dem österreichischen Volk aufbürden.

Antworten Gast: frau111
18.04.2011 18:56
0 0

Re: Um es mit Trapatoni zu sagen: Alles Flasche leer! Ich habe fertig!

So lange die Prämisse nicht "wer kann es?" sondern immer "wer ist jetzt dran" heißt ...oder wie unten zu lesen "wer tut uns nicht weh".....



...das zieht sich nicht nur durch die Politik, sondern auch durch die Wirtschaft.



Wenn man in der Regionalpolitik meines Umfeldes schaut, wer in der Politik ist und aus welchem Motiv, da darf man sich über die Spitze nicht wundern...dass kann ja nur schief gehen.



Eine Politikerin oder Politiker, der die Wahrheit ausspricht, wird zum Rücktritt gezwungen oder muss sich entschuldigen, wo führt das alles hin.



Das Ziel ist ja nicht für Österreich das Beste zu wollen, sondern für sich das Beste rauszuholen.



Wer heute hier und morgen da MinisterIn ist, muss ja ein besonderes Genie sein, eine sogenannte "Wollmilchsau" die alles kann...



ich für meinen Teil sehe für unsere Politik schwarz.

Antworten alpentiger
17.04.2011 11:04
0 0

Volltreffer - das ist klar umrissen ....

Wo bei "Wer ist dran?" zunehmend von "Wer tut uns nicht weh?" verdrängt wird.

Am Ende scheint aber die finale Frage immer zu sein: "Was war mei Leistung" wenn man von der Unschuldsermutung ausgeht.

In der Politik sollte der Namenszusatz EGUV und als Berufstitel SUPASAUBA endlich verbindlich eingeführt werden.

alpentiger
16.04.2011 17:25
2 0

Bitte einmal einen Parteitag - egal welcher Partei als Gast besuchen ....

dann erfährt man, wieviel Hinterfotzigkeit und Verlogenheit in einen Saal passen. Einzig beim Gratiswürstel vorn im Foyer findet Politik und Programm statt, vornehmlich hinter vorgehaltener Hand, manch geballte Faust in der Hosentasche vergraben.

Mit pauschalem Applaus, der 99,3 % Funktionärswahl-Schiebung, absingen der Landes- und Bundeshymne endet die ansonsten nur aus Beschimpfung der anderen Parteien dienende Jahrmarkt. Die Programmdebatte hat man schon zuvor im Morgengrauen im Container versteckt, natürlich, einig Volk, einig Partei, Sch---ss Ausland, EU und politischer Gegner.

Das ist die Masse die wie beton sich über die Hirne vergießt.

Und die obersten Funktionäre versuchen dann: 1. ins Fernsehen mit Jubelbilder
2. den nächsten Parteitag möglichst erst in 20 Jahren.

Das ist übrig geblieben von der Freiheit des Menschen, seines Gewissens und seiner Entscheidung:

Hände falten - Goschn halten - Pfote heben.

Antworten Kokopelli
17.04.2011 10:36
0 0

Re: Bitte einmal einen Parteitag - egal welcher Partei als Gast besuchen ....

Dann besuchen Sie einmal die Mieterversammlung einer x-beliebigen heimischen Siedlung! Viele österreichische Zeitgenossen haben nicht einmal Papp im Hirn! Sie erwarten zu viel von den Alpenländlern! Der Österreicher ist doch schlechthin berühmt durch seine freundliche Falschheit und Doppelbödigkeit! Sind Sie die berühmte Ausnahme? Gratuliere...

Antworten Antworten alpentiger
17.04.2011 16:51
0 0

Dabei gibt es nirgends so viele Vereine wie in Österreich

Daraus schließe ich, dass die Leute an irgend einem Ziel, ob politisch, humanitär, sportlich oder sonst wie ausgeprägt, teilnehmen und teilhaben wollen. Dabei sein heißt sich einzubringen und daraus im besten Falle auch was rauszubekommen.

Die größte Befürchtung ist, dass viele zwar dabei sein wollen, aber in ihren Erwartungen längst gekündigt haben. Sind diese zu satt zur Revolte? Reicht es nicht einmal zur Empörung über bestimmte Zustände. Oder glauben manche gar, auch einmal Nutzniesser dieser Systeme zu sein?

"Das Publikum weiß erst dann, was es will, wenn es das, was es will, zu sehen bekommt."
Samuel Goldwyn (1882-1974), US-amerikanischer Filmproduzent

"Fürchte nicht die, die nicht mit dir übereinstimmen, sondern die, die nicht mit dir übereinstimmen und zu feige sind, es dir zu sagen."
Napoleon I (1769-1821), Bonaparte, Kaiser der Franzosen 1804-1815

"Der Idealismus wächst mit der Entfernung vom Problem."
John Galsworthy (1867-1933), englischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger 1932


Lupus67
16.04.2011 12:48
1 1

super artikel

also dass die presse solche wahrheiten von sich gibt ist wirklich erstaunlich. na vielleicht weil gerade die roten am ruder sind. seit bestehen dieser republik hat kein einziges mal "das volk" gewählt, sondern die vorsitzenden irgendwelcher kammern und bünde. stimmt, wir sind so weit von der demokratie weg wie die ex-sovjetunion. un din zeiten wo es allen halbwegs gut geht interessiert das keinen ( genauso wie in der sovjetunion). wenn ale sehen, dass die felle davon schwimmen kommt die wahrheit leichter ans licht. also dann, 2013 nächsten vorsitzenden der zentralkomitats in den medien verkünden. aber genauso wie halt im rest der eu, leider.

Re: super artikel

Und würden alle zu lügen aufhören, wäre Wahrheit nicht "erstaunlich", sondern ganz normal.

Gast: Semjon
16.04.2011 12:33
0 1

Anders Wählen!

Sie haben wieder mal völlig recht. Und was könnte man tun? ANDERS WÄHLEN.

Nur leider ist mir meine Stimme für die zur Wahl stehenden Parteien ein bisserl zu schad...

Antworten Lupus67
16.04.2011 19:50
0 0

Re: Anders Wählen!

das ist das problem. lenin hat gesagt religion ist das opium fürs volk, weil es aufs jenseits vertröstet wird. heute gilt, demokratie ist opium fürs volk, weil es ihnen die hoffnung gibt, in 4 od 5 jahren was zu ändern. in wirklichkeit vertritt die interessen der mehrheit der bürger heute keine partei mehr. parteien sind wie osterhasen: hinter der farbigen fassade steckt immer derselbe schoko"genuss"

Zapflhuber
16.04.2011 11:15
1 0

Absolut perfekte Analyse

nur wie kann man das System ändern? Wie sich gegen dieses Funktionärssystem das an allen wichtigen Schalthebeln sitzt durchsetzen? Ich weiß es nicht!

Antworten ADAXL
16.04.2011 15:10
0 0

Re: Absolut perfekte Analyse

Solche Systeme lassen sich nur nach einem politischen Erdbeben reformieren, wie z.B. einem massiven Absturz in der Wählergunst.

Antworten thotho
16.04.2011 12:37
2 0

Re: Absolut perfekte Analyse

eben, das ist das problem. die analyse ist richtig. dieses system wird sich nicht selbst abschaffen, jemand muss es von außen vollbringen.

starclimb
16.04.2011 10:58
0 0

Wenn man Bildung auch als Ermöglichung betrachtet zeitgemäße Texte zu verstehen

dann ist die Kenntnis von Tolkin sicher wichtiger als die von Fontane.

Kurz: Sie haben eine Bildungslücke.

Abhilfe: unbedingt "Herr der Ringe" lesen oder anschauen macht sogar Spaß.

Antworten starclimb
16.04.2011 10:59
0 0

Entschuldigung

Das war unten für @Pandah gedacht.

Gast: Pandah
16.04.2011 10:21
0 0

Wichtiges Thema, aber der Ausflug

in die Phantasy macht den Leitartikel nicht lesbarer.

Gast: thomas123
16.04.2011 10:08
2 1

Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient

Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Nur, die Österreicher sind Weltmeister in der Analyse und im Lippenprotest. Wenn es dann zur Wahl geht, verhalten sie sich im Sinne ihres Konservatismus und wählen wie gewohnt. So wird sich nie etwas ändern. Es ist auch leichter sich aufzuregen, als die Dinge einmal selbst in die Hand zu nehmen. Und falls der Nachbar einmals ein größeres Auto haben sollte, dann soll der Staat helfen od. zumindest die Steuern für 'Reiche' erhöhen.

starclimb
16.04.2011 09:32
1 0

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied

Vorweg: diese graue praktisch unantastbare Funktionärs-Schicht hat auch den Vorteil, dass von ihnen die Österreicher wie ein Betrieb (besser ein Bauernhof) bewritschaftet werden und so kursichtige populistsiche Volksaufwiegelungen nie so heiß kommen. Neues mögen wir nicht.

Das entspricht vielleicht nicht dem demokratischen Idealtypus aber die Österreicher stört das nciht sonst würden sie dieses System a) nicht immer wieder in sehr wohl freien, gleichen, geheimen und allgemeinen Wahlen bestätigen b) stärker kritisisieren weil Meinungsfreiheit und Rechtsstaat herrscht und c) nicht selber reichliche ausnutzen wo sie nur können.

Um nun zu "Jeder ist seines eingenen Glückes Schmied" zu kommen: Genau wie auf jedem anderen freien Arbeits- Waren- und Finanzmarkt der Welt kann auch jeder an diesem Funktionärsmarkt teilenhem, er kann selber als Funktionär oder Beamter direkter Nutznieser werden, als Unternehmer im Parteinahmen Bereich sehr viel und leicht Geld verdienen (besser machen), durch die Begünstigten Parteispenden-Regelung kann man sich - ab einer Gewissen Größe - sogar ganze Gruppen dieser Funktionäre wohlgestimmt halten (sowhol bei SPÖ, ÖVP als auch FPÖ, nur die Grünen ziehren sich).

Und die, die zu blöd sind am ungebremsten Funktionärsmarkt zuzuschlagen, werden halt wie die Ziegen vom Bauern gemolken und geschoren aber auch sozial gepflegt und behütet angebunden.

Freiheit und Anständigkeit ist was anderes, aber für den Österreicher sind das wirklich rein ideelle Wert

 
1 2

Top-News

Mehr Kommentare: