25.05.2012 13:35 | Meine Presse Merkliste 0

Und haben fast die Sprache in der Fremde verloren

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Religion und Politik haben ein gemeinsames Problem: ihre Sprache. Sie ist hermetisch und erreicht längst nur mehr die Eingeweihten und Überzeugten.

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Die neueren Forschungen über das Verhältnis junger Menschen zu Religion und Glaube zeichnen ein klares Bild: Dem eher steigenden Bedürfnis junger Menschen nach spirituellen Erfahrungen steht die sinkende Bereitschaft gegenüber, sich auf der Suche nach solchen Erfahrungen den etablierten religiösen Institutionen anzuvertrauen. Das erinnert zunächst an die „Jesus ja, Kirche nein“-Mentalität der Post-68er-Generation. Aber es gibt eine entscheidende Differenz: Die Jugendlichen unserer Tage arbeiten sich nicht unter reformatorischen Vorzeichen an der Institution Kirche ab, der sie vorwerfen, sie behindere die religiöse Erfahrung mehr, als dass sie sie ermögliche.

In den säkularisierten Gesellschaften unserer Tage werden religiöse Institutionen einfach ignoriert. Sie haben keine Relevanz, weil sie nicht dazu in der Lage sind – nicht einmal mehr ex negativo – in jene Regionen vorzudringen, in die sich das Religiöse zurückgezogen hat: die Emotionen.

Das erklärt auch bei jenen Jugendlichen, die sich weiterhin innerhalb des kirchlichen Rahmens aufhalten, den großen Popularitätsunterschied zwischen dem regierenden Papst Benedikt XVI. und seinem Vorgänger Johannes Paul II. Der Wojtyla-Papst, der am kommenden Wochenende seliggesprochen wird, verfügte über einen direkten Zugang zu den Emotionen der Gläubigen. Als er gesund war, faszinierte er die Massen durch seine unerhörte Energie und Kommunikationslust, als kranker Mann schlug er die Welt durch die geradezu mystische Erscheinungsform seines Leidens in den Bann.

Der Ratzinger-Papst verfügt über beeindruckende intellektuelle Kapazitäten, aber seine emotionale Bindekraft beschränkt sich auf die Aura des Amtes. Den immer noch starken und vielleicht sogar wieder wachsenden Bedürfnissen nach der öffentlichen Erfahrung des Mystischen kann er nicht sehr viel mehr zur Verfügung stellen als sein schieres Papstsein. Josef Ratzingers Himmelsleiter ist aus Buchstaben gezimmert, und sie ist für die robusten emotionalen Bedürfnisse vieler Gläubiger zu fragil. Was den regierenden Papst und seinen charismatischen Vorgänger eint, ist der fast verzweifelte Versuch, das Lehrgebäude der Kirche trotz der massiven Erschütterungen durch den Zeitgeist stabil zu halten. Joseph Ratzinger war als Präfekt der Glaubenskongregation so etwas wie die dogmatische Sicherung des spirituellen Freikletterers Karol Wojtyla. Ihr gemeinsames Bemühen war es, den Status der Kirche als letzte Instanz für moralische Fragen zu erhalten und die unumstößlichen Wahrheiten der katholischen Lehre gegen den „Relativismus“ der Postmoderne zu verteidigen.
Man wird sagen müssen, dass diesem ängstlichen Rückzugsgefecht nicht besonders viel Erfolg beschieden ist. Die Kirche spricht eine Sprache, die nur noch von den ohnehin Überzeugten und Eingeweihten verstanden wird. Sie fühlt sich fremd in dieser Welt, und ihre Würdenträger zitieren gelegentlich nicht ohne Stolz den Beginn des Hölderlin-Gedichts „Mnemosyne“: „Ein Zeichen sind wir / deutungslos, / Schmerzlos sind wir und / haben fast / Die Sprache in der / Fremde verloren.“

Sprachverlust in der Fremde der Gegenwart: Nicht nur die Kirche ist davon betroffen, sondern auch ein großer Teil der Institutionen, die noch bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts die unangefochtenen Fundamente der gesellschaftlichen Realität bildeten.
Religion und Politik haben in unseren Breiten immer wieder  Versuche unternommen, die unübersehbaren Erosionsprozesse zu stoppen: Die katholische Kirche hat sich dazu entschlossen, ihre dogmatischen Fundamente durch massiven Beton abzusichern. Das ist ihr gelungen, das Haus steht fest – aber es wird kaum noch besucht. Ähnlich ergeht es Politikern, die sich in den Häusern der überkommenen Struktur verschanzen und nicht merken, dass sie auf sandigem Grund stehen.

Es ist die Angst vor der Freiheit und ihren Zumutungen, die den religiösen und politischen Institutionen die Sprache raubt. Sie werden sie erst wiederfinden, wenn die Gegenwart für sie nicht mehr Fremde, sondern Heimat ist. Dann werden sie sehen, dass ein Haus nicht einstürzt, wenn man die Tür aufmacht.

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2011)

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26 Kommentare
 
1 2
Dagobert
27.04.2011 12:30
0 0

Sichtweisen

Hr. Fleischhacker geht davon aus, dass die Kirche falsch liegt. Das muß aber nicht sein.
Von der Warte betrachtet, kann man den Artikel ganz anders lesen.

Aber abgesehen davon: Es gibt auch noch den Grundsatz das, je schlechter es den Menschen geht, desto näher wollen sie zu Gott und umgekehrt.

Insoferne braucht die Kirche aller Voraussicht nach nicht mehr lange auf regen Zulauf zu warten, wenn man sich die Prognosen der nächsten Jahre ansieht :-)

Wer nichts zu bieten hat dem bleibt

nur die verschwurbelte Lingo.

Verschwurbeltheit ist allemal ein starkes Indiz für eine große Lüge.


Fudamental

Hier hat sich Herr Dr. Fleischhacker wieder einmal als Chefredakteur ausgezeichnet und einen fundamentalen Kommentar geschrieben. Wenn die Unterscheidung der Geister immer schwieriger wird, sollte jedenfalls "in hohen Zeiten" Platz für Fundamentales sein, damit uns die Fundamente nicht wegbrechen. Danke!

Sebifredi
23.04.2011 15:33
1 0

Ich habe eher das Gefühl, dass die Kirche schon länger dabei ist, dien Türen zu öffnen-nur gehen die Mitglieder lieber hinaus als hinein!

Viele bunte Worte, Ostern steht vor der Tür und der Leitartikel muss sich dem Fest anpassen.An meinem Ostersonntag hör ich seit vielen Jahren Goethes Faust/Osterspaziergang - auch sehr stimmungsvoll und erbauend!

Steininger
23.04.2011 14:00
2 0

Ein guter, wenn auch mit Metaphern überfrachteter Artikel.

Irgendwie wie eine Barockkirche. Ich hätte meine Leitartikel lieber wie diese Schottergärten in Japan.
Zarte Wellenlinien mit dem Rechen und hier und da ein moosbewachsener Findling.

Ln__
22.04.2011 23:38
0 4

Ich danke @Kyniker für seine Demonstration:

genau das meinte ich mit 'Moderner Intellekt wird immer primitiver' und 'Wichtigmachen auf Kosten der..':
immer mehr auffallen aber umso weniger dahinter - das ist das genaue Gegenteil von Glauben.

Kyniker
22.04.2011 23:05
15 3

@ „den Status der Kirche als letzte Instanz für moralische Fragen zu erhalten“






die Kirche als letzte Instanz für moralische Fragen – die Kirche des Joseph Ratzinger…?






2 1

Re: @ „den Status der Kirche als letzte Instanz für moralische Fragen zu erhalten“

Meine Güte, Kyniker, hauen Sie sich doch endlich über die Häuser mitsamt Ihren vielen pseudointellektuellen Leerzeilen.

Kyniker
22.04.2011 23:04
14 2

@ „Der Ratzinger-Papst verfügt über beeindruckende intellektuelle Kapazitäten, aber seine emotionale Bindekraft beschränkt sich auf die Aura des Amtes“






seine beeindruckende intellektuelle Kapazität versagt aber bei seinen Bischofsernennungen…






Kyniker
22.04.2011 23:04
13 2

@ „Dann werden sie sehen, dass ein Haus nicht einstürzt, wenn man die Tür aufmacht.“






aber bitte nur für die Pius-Brüder und Konsorten…






Ln__
22.04.2011 22:22
1 7

Das, worum es in der Religion geht, der Glaube, kann ebenso wie wahre Liebe, Schönheit usw. nur erfahren werden und letztendlich nicht beschrieben werden.

Das Denken soll letztendlich immer zu Handlungen führen.
Die Schrift hat den Sinn unser Denken in gewisse Richtungen zu lenken – und auch von falschen in die richtige Richtung zu lenken.
Um Glauben reifen zu lassen, müssen allerdings die Voraussetzungen gegeben sein – ein Kind, das vergewaltigt wurde wird schwer Glauben in die Gesellschaft fassen.
Die Welt war noch nie so ungläubig und misstrauisch, wir wussten noch nie so viel, doch jeder sagt etwas anderes, alles ist unsicher und alles ist ‚fake’. Wenn wir etwas glauben wollen, muß es 100% bewiesen sein, und ein eigentliches Armutszeugnis der Menschheit – Naturwissenschaft, Technik, Autoritäten, Computer, etc. wird als Fortschritt verkauft.
Moderner Intellekt wird immer primitiver, und es wird alles getan um den Glauben auszurotten und zarte Pflänzchen zu zertrampeln.
In solcher Umgebung kann nichts Großes reifen.
Und das ist so gewollt, denn sehr sehr viele Menschen leben sehr gut mit dieser Primitivität und dem Wichtigmachen auf Kosten der zarten Pflänzchen.
Es bleibt der Kirche also gar keine andere Wahl als sich einzubetonieren.

(ach ja, bevor ich’s vergess: Religion mit Politik zu vergleichen ist schon wirklich das Allerletzte)


Antworten LiShan
23.04.2011 08:46
2 0

Die Kirche soll sich einbetonieren?

Etwa so wie den Reaktor in Tschernobyl? Dann wäre allerdings jede Ausstrahlung in die Welt unmöglich. Grabesruhe, bis vielleicht eines Tages der Beton wieder morsch und durchlässig wird. Nein, die Kirche darf sich nicht hermetisch verschließen, sondern sie muss das Gespräch mit anderen Denkrichtungen der modernen Welt suchen, gerade auch mit Atheisten und Agnostikern, selbstbewusst in ihrem Glauben, aber ohne jede Arroganz. Ich glaube übrigens, dass die Mehrheit der Bischöfe und auch der gegenwärtige Papst dies begriffen haben und Wege zum Dialog suchen. Abe kleinere fundamentalistische Gruppen in der Kirche haben Angst vor jedem Dialog und igeln sich ein, wie man sehr gut an gewissen katholischen Internetforen sehen kann.

Antworten Antworten Ln__
23.04.2011 17:38
0 0

Ich habe nicht gesagt: sie soll

es ist aber vielleicht besser die Antiquitäten geschützt aufzubewahren, als sie ins Kinderzimmer zu stellen, wo sie nur zerschlagen werden.

Antworten Antworten Steininger
23.04.2011 14:06
1 0

Re: Die Kirche soll sich einbetonieren?

Tja, lateinische Liturgie und Exorzismus ist halt ein Minderheitenprogramm.

Das kann man sehr gut an der nicht-behandlung des Themas Kindesmißbrauch durch den Klerus sehen.
Die Kleriker haben kurzerhand erklärt daß nicht die Strukturen der Kirche verantwortlich sind.
Warum das nicht der Fall ist wird nicht dazu gesagt.
Und dann wird so getan alsob das alles nicht passiert ist. Jeder neu auftauchende Fall wird zuerst abnegiert und dann mit einer gewissen Beleidigtheit ohne Erklägung gelöst.

Das strößt die Menschen ab! Der Schaden ist unermeßlich. Und der Klerus nimmt nicht mal das Problem wahr. Es ist sehr traurig!

Antworten Gast: Ein Humanist
23.04.2011 04:47
3 0

Die Wahrheit tut meistens weh

Religion ist auch nur eine andere Art der Ideologie (ausgerichtet aufs jenseitige Paradies statt aufs diesseitige Arbeiterparadies wie zB im Sozialismus) und mit Politik sehr nahe verwandt. Nicht umsonst ist die kath. Kirche ein eigener Staat.

Naturwissenschaft und Technik sind kein Fortschritt? Wollen Sie ein Bronzezeit-Christentum wie in der Bibel beschrieben?

Der Glaube wird tatsächlich ausgerottet - von der Informationsgesellschaft, in der Wissen* heutzutage über das Internet sofort verfügbar ist und der Herr Pfarrer nicht mehr das ganze Dorf im Griff hat.

* bevor Sie sich beschweren: Nein, nichts ist 100% wahr. Es gibt aber den wissenschaftlichen Konsens, der in alltäglichen Dingen wahrscheinlich nahe an der Wahrheit dran liegt, an den Grenzen des derzeitigen Wissens ist die Unschärfe natürlich grösser.

Antworten Antworten Ln__
23.04.2011 17:24
0 0

Re: Die Wahrheit tut meistens weh

In der Kürze eines Postings muß man sich etwas überpitzt ausdrücken - natürlich hat zB die Naturwissenschaft ihre Vorteile, sie betrachtet Dinge völlig voruneingenommen und nicht zielgerichtet usw. und hat somit ihren Sinn; die Frage ist aber, ob es sich um einen Fortschritt handelt, wenn man kein Ziel mehr hat.

Den wissenschaftlichen Konsens betreffend: in alltäglichen Dingen tatsächlich ausreichend. Gerade bei Religion geht es aber um die Grenzen, und was wäre wenn diese unsichtbaren Grenzen, zu denen wir so schwer Zutritt haben, unsere ganze Welt ausrichten würden? Dann würde doch das ganze Gedankengebäude nicht mehr stimmen.


Gast: corunum
22.04.2011 22:09
3 2

Jeder Mensch hat sein eigenen Fähigkeiten und dass

die bei Benedikt anders liegen als bei JohPaulII ist offensichtlich. Sieht man sich die Massen von Jugendlichen an, die zu den Welttreffen kommen, dann steht Benedikt JohPaul nicht nach und dies schon allein deswegen, weil die meisten Jugendlichen in erster Linie nicht wegen dem einen oder anderen Papst kommrn, sondern um ein Glaubensfest zu feiern, zu hören und Gemeinschaft zu haben.

Religion lebt vor allem von der Suche des Menschen und da mag eine zeitgemäße Sprache durchaus notwendig sein, aber viele wollen ja nicht nur eine zeitgemäße Sprache, sondern eine andere Botschaft. Eine andere Botschaft der Grundlagen aber führt sowohl die Kirche als auch die Politik in den Abgrund. Dort, wo Wort und Wirklichkeit nicht übereinstimmt, dort gelangt man ans Ende.

Das zweite Vatikanum war ja genau diese Türöffnung, die Fleischhacker fordert, die Folgen der Leere der Kirche, der Erosionsprozess kann also auch eine Folge dieser Türöffnung sein. Denn die gewollte Türöffnung war nicht nur eine gewünschte Öffnung, sondern teilweise in manchen Gemeinden ein regelrechter Abriss all dessen, was überliefert wurde. Nicht die Angst vor Freiheit, sondern die Folgen von dieser Beliebigkeit erodieren den Glauben, dann wenn alles gleich gültig ist, dann wird alles gleichgültig.

Die Heimat findet der Mensch eben nicht darin, dass er sich selbst predigt, sondern dass er sich ein Wort sagen lässt und dazu bedarf es zuerst des Hörens, um dann die Freiheit eines Christenmenschen ausleben zu können.

Antworten Sebifredi
23.04.2011 16:43
0 0

Re: Jeder Mensch hat sein eigenen Fähigkeiten und dass

Auf den Punkt gebracht! Kann nur zustimmen!

Antworten Antworten Gast: radius
24.04.2011 18:32
0 0

Schließe mich Ihnen an.


anna89
22.04.2011 21:40
3 2

Ja.


Gemeinsamkeit: Nebulose bis gar keine Aussagen in pompösem Wort-Gewand.

Gast: 12345
22.04.2011 21:04
2 1

Finds lustig wie die ach so gebildeten Medienleute vor dem Islam im politisch korrekten Sumpf herumschwimmen und versuchen die wahre Stimmung der Bevölkerung zu verbergen.

Herrschaften... es wird nix nutzen.
Islam in Europa ist ein Auslaufmodell mit möglicherweise sehr unschönem Ende...

saddam
22.04.2011 20:08
0 0

Können Sie

dem vorletzten Satz zugrunde liegenden Gedanken ausformulieren. Versteh ich nicht.mfg

Gast: Luzifer
22.04.2011 19:44
2 6

Ex-Theologe Fleischhacker nimmt eine unzulässige Verallgemeinerung vor:

Die Sprache hat die Religion nur in einem ganz bestimmten Teil Europas verloren, im nördlichen Europa, dort, wo sich durch massive Zuwanderung hauptsächlich von Menschen aus dem islamischen Kulturkreis die Religionen mischen, aber durch die Konfrontation nicht neu entfachen, sondern sich gegenseitig aufheben. Es ist wahrscheinlich der erste Schritt zum Verlust seine eigenen Identität und (neben wirtschaftlichem) auch zu kulturellem Niedergang.
In Nord- u. Südamerika, Afrika und in vielen anderen Teile der Welt gehen die Uhren ganz anders als von Fleischhacker beschrieben ...

5 0

Re: Ex-Theologe Fleischhacker nimmt eine unzulässige Verallgemeinerung vor:

Luzifer! Wenn schon von Südamerika die Rede ist: Gerade da wurde vom Vatikan leider sehr viel ruiniert. Es war vor allem Herr Ratzinger, der als Präfekt der Glaubenskongregation dafür sorgte, daß die "Theologie der Berfreiung" nachhaltig abgewürgt wurde! Zu Morden an Priestern, Mönchen, Nonnen und aktive Laien, begangen von Handlangern rechter Militärregimes und reichen Latifundienbesitzern, hatte Rom stets ostentativ geschwiegen. Weil man die vitalen Interessen von Indios und landlosen Bauern für bestenfalls drittrangig hielt. Und in diesen Leuten verkappte Kommunisten...

Antworten Ch. Seidl
22.04.2011 22:10
7 0

Re: Ex-Theologe Fleischhacker nimmt eine unzulässige Verallgemeinerung vor:

Das hat doch nichts mit der islamischen Einwanderung zu tun, sondern mit der zwangsläufigen Säkularisierung der freien Gesellschaft. Heute wird einfach offensichtlich, was schon lange so war, aber durch Äußerlichkeiten wie automatisierten, nicht hinterfragten, "traditionellen" Gottesdienstbesuch der Massen noch kaschiert werden konnte.

Antworten Antworten Gast: Luzifer
24.04.2011 00:48
0 0

Re: Re: Ex-Theologe Fleischhacker nimmt eine unzulässige Verallgemeinerung vor:

"Zwangsläufige Säkularisierung"? Warum hat die nicht in den sonst so fortschrittlichen USA stattgefunden?
Und vor allem: warum sollte der sonntägliche Kirchgang "inhaltsleer" sein und nicht Festigung des Glaubens (neudeutsch: Indoktrinierung) dienen?

In Ostdeutschland hat die staatliche Propagierung des Atheismus im Lauf der Jahrzehnte gewirkt und die Zahl der Gläubigen ist drastisch gesunken. In den USA wurde der Kommunismus und indirekt auch der Atheismus als unamerikanisch bekämpft. Und die staatliche Propaganda hat in beiden Staaten gewirkt. Also so ganz an den Haaren herbeigezogen ist meine weiter oben getroffene Aussage, daß das die Einstellung der Staatsbürger zur Religion bzw. ihr Weltbild staatlichen Einflüssen unterliegt, auch wieder nicht!

 
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