21.05.2013 20:14 Merkliste 0

Schulen gründen gegen das Diktat des Mittelmaßes

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Gäbe es in diesem Land liberales Denken, gäbe es unsere Schuldebatte nicht mehr. Aber die Sehnsucht nach politisch hergestellter Gleichheit scheint unstillbar zu sein.

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Es gibt kein politisches Feld, in dem sich die Diskutanten so einig über die Wichtigkeit des Gegenstandes und gleichzeitig so uneinig darüber sind, was denn zu tun sei, wie beim Großthema „Bildung“. Seit wir in einer sozialen Ordnung leben, in der der gesellschaftliche Platz, den der Einzelne einnimmt, nicht von Geburt an determiniert ist und nur noch durch Gnadenakte übergeordneter Instanzen verändert werden kann, ist Bildung der Schlüssel zu dem, was wir „soziale Mobilität“ nennen. Früher hätte man dazu „Aufstieg“ gesagt, aber die Nomenklatur der politischen Korrektheit hat alles, was nach Unterschied klingt, aus der Alltagssprache eliminiert.

Darin zeigt sich eine der Paradoxien dieser Debatte: Dieselben Aktivisten, die sich mit glaubwürdiger Leidenschaft für Aufstiegsmöglichkeiten von Unterprivilegierten einsetzen, lehnen alles ab, was einen Unterschied macht. Sie verstehen unter „Chancengleichheit“ identische Ergebnisse und verstehen nicht, dass Chancengleichheit naturgemäß das Gegenteil davon liefert: Wenn ein Hochbegabter und ein weniger Begabter über die gleichen Entfaltungsmöglichkeiten verfügen, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erheblichen Unterschieden kommen. Das mag man ungerecht finden, ändern kann man es nicht. Es sei denn, man tut, was linke Ideologen gedacht und leider auch in die Tat umgesetzt haben: Man erzwingt eine Einheitlichkeit der Ergebnisse. Die zeichnen sich dadurch aus, dass alles gleich schlecht ist, dass alle gleich arm sind und dass diejenigen, die für diese Art von Gleichheit sorgen, sich über alle anderen erheben. Das sind im Bild des Schweinekommunismus, den George Orwell in der „Animalfarm“ gezeichnet hat, diejenigen, die „more equal“ sind.

Eine solche Gesellschaftsordnung will heute niemand mehr. Aber die Sehnsucht nach politisch hergestellter Gleichheit scheint unstillbar zu sein. Sie ist ähnlich hartnäckig wie die Dünkelhaftigkeit von Menschen, die sich zwar „bürgerlich“ nennen, die aber nichts anderes tun und wollen, als die Entfaltungsfreiheit des Einzelnen, die den Kern jeden bürgerlichen Programms ausmachen müsste, auf ihresgleichen zu beschränken.

Die Unausrottbarkeit dieser beiden ideologischen Fantasien verhindert in Österreich jede vernünftige Schuldebatte. Linke Ideologen tun so, als ob mit der Einführung der Gesamtschule eine Art Begabungsgarantie verbunden wäre. Bürgerliche Dünkelträger verharren in der Idee, dass ein städtisches Gymnasium, das ausschließlich dazu dient, die eigene Brut nicht mit Ausländerkindern in Kontakt kommen zu lassen, irgendetwas mit Differenzierung zu tun hätte.

Gäbe es in diesem Land nur einen Funken von liberalem Denken, gäbe es unsere Schuldebatte nicht mehr. Die Bürger würden über Bildungsschecks in einheitlicher Höhe verfügen – Chancengleichheit. Mit diesen Schecks bezahlten sie jene Bildungseinrichtungen, die sie für den Begabungsgrad ihrer Kinder für angemessen halten – Ideenwettbewerb.

Weil aber in Österreich „liberal“ nur ein Synonym für Standpunktlosigkeit ist oder für die Unlust, sich mit moralischen Fragen auseinanderzusetzen, brauchen wir die Krücken, mit denen Bildungswissenschaftler, Pädagogen, besorgte Eltern und wohlmeinende Politiker in Richtung Schulzukunft stolpern. Es ist schon eine böse Ironie, die es zulässt, dass die Debatte über Institutionen, in denen Menschen lernen sollen, selbstbewusst, selbstbestimmt und kraftvoll ihr Leben zu leben, ausschließlich von Kleinmut und Parteipolitik bestimmt wird.

Um in der Entwicklung eines leistungsfähigen Schulsystems weiterzukommen, müsste man die Schulen von der Politik, die Lehrer von der Gewerkschaft und die Schüler von den Beschränkungen ihrer sozialen Herkunft befreien, die noch immer die Bildungswege unserer Kinder bestimmen.

Es ist niemand in Sicht, der das von oben nach unten leisten könnte. Das ist auch der Grund dafür, dass der Ruf nach neuen Formen des politischen Engagements laut wird. Vielleicht sollten alle, die sich bereit erklären, eine neue politische Partei zu finanzieren, ihr Geld in die Gründung von Schulen investieren, in denen Kinder dazu erzogen werden, sich gegen die Diktatur des Mittelmaßes zur Wehr zu setzen, von der dieses Land beherrscht wird.

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2011)

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56 Kommentare
 
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Gast: genausonicht
14.03.2012 15:29
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Soziale Mobilität in Österreich

Unser Schulsystem ist sehr durchlässig:
"Werner Amon, Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher der ÖVP... schaffte den Imadec-Abschluss sogar ohne Matura oder Studienberechtigungsprüfung."
Quelle: http://www.zeit.de/2011/51/OE-Privat-Uni/seite-2
Und obwohl die Universität kurz danach die Zulassung verlor, darf er seinen MBA weiterhin stolz tragen und wurde sogar Bildungssprecher einer Regierungspartei.
Die große Frage ist nur: Wäre das auch dem Herr Maier von nebenan gelungen, für den nicht die Wirtschaftskammer und die ÖVP intervenieren.

Gast: Zen Su Riert
05.07.2011 11:07
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guter Artikel

nur bei einem bin ich nicht d'accord: dass heute niemand mehr eine Gesellschaftsordnung will, in der alle gleich dumm und gleich arrm sind, stimmt nicht. Die Sozialisten und auch Teile der ÖVP (vor allem der Beamtenflügel) wollen genau das; denn sie glauben, dass sie die dummen und armen leichter regieren und ausnehmen und damit ihre Pfründe und ihre Macht erhalten können. Das ist aber ein Irrglaube; denn schließlich sind es immer die unterprivilegierten Massen, die eine Revolution tragen. Im besten Fall wie 2011 in Nordafrika und 1989 in Osteuropa; im schlechtesten Fall wie 1917 in Russland und 1789 in Frankreich.

Gast: Karl Berger
04.07.2011 14:26
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Gute Ansätze : dennoch schlechter Artikel

Ich kann die dem "Bürgertum" von Herrn Fleischhacker unterstellten "Standesdünkel" nicht verstehen. Dass es wenige "Ausländer" ins Gymnasium schaffen, liegt nicht an den Standesdünkel heimischer Eltern, die sich um ihren Nachwuchs kümmern, sondern am Schulsystem, das es nicht schafft, dort, wo das Elternhaus versagt, Potentiale zu heben. Das einzige was in unserem Schulsystem ja funktioniert, sind die Lernerfolge der Kinder aus dem "Bildungsbürgertum". Ich kenne aber niemanden, der per se keine Ausländerkinder in der Klasse haben möchte. Wogegen sich aber Eltern naturgemäß wehren, ist, dass schlechte Schüler, nur weil sie Ausländer sind, in gute Schulen gemischt werden: abseits linker Träumereien darf als bekannt vorausgesetzt werden, dass dies zu einer weiteren Verwässerung, der ohnehin bescheidenen Schulleistungen führen wird. Herrn Fleischhacker und der geschätzten Leserschaft darf ich die Tatsache in Erinnerung rufen, dass Kinder derzeit auf Basis ihres Zeugnisses aus der 4. Klasse Volksschule in ein Gymnasium aufgenommen werden. Von einer standesdünkelnden Kommission aus Elternvertretern habe ich noch nichts gehört.

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Kurzsichtig...

Die Tüchtigkeit im wirtschaftlichen Bereich hat oft nichts mit der Schulbildung zu tun- das hat sich schon herumgesprochen. Interessant wäre eine Studie, wie viele von den (angeblich) 10000 (oder mehr ) Millionären in Österreich keine Matura haben, sondern einfach nur in ihrem Leben tüchtig waren? Das festzustellen, wäre ein soziologisch lohnendes Projekt!

Keine Chancengleichheit, sondern Chancengerechtigkeit für jeden Schüler!

Für jeden die rechte, die richtige Chance!Und die muss nicht unbedingt mit der Matura oder einem Studium verbunden sein. Wie viele Talente gehen auf dem langen Weg durch viele Klassen verloren, wieviel Chancen, z.B.in Handwerksberufen sehr erfolgreich, weil dafür begabt,zu sein, werden nicht genützt!

Sogar bei jedem simplen Schul-Skikurs.....

.....werden nicht inhomogene Gruppen gebildet, sondern differenzierte Leistungsgruppen, mit einem up- oder downgrading, wenn sich ein Schüler falsch eingeschätzt hat.

Aus einem unsportlichen Tollpatsch, der sich womöglich außerdem nicht anstrengen will, kann man halt einfach keinen Superskifahrer machen. Und außerdem kann mir niemand weismachen, dass sich jemand wohlfühlt, wenn er ständig überfordert ist und merkt, dass er die Anderen nur aufhält und behindert.

Warum sollte dieses Prinzip, das im Sport jedem einleuchtet, nicht auf die Schule Anwendung finden? Die innere Differenzierung in einer Gesamtschule nur in den Hauptfächern ist zu wenig. Auch in Fächern wie Geschichte, Biologie etc. ist es für Lehrer wie für Mitschüler eine Zumutung, ständig auf niedrigem Niveau dahinzudümpeln, um die leistungsunfähigen oder –unwilligen Schüler nicht zu überfordern.

Unser derzeitiges Schulsystem ist überaus durchlässig. Ein Hauptschüler kann problemlos in ein Oberstufengymnasium oder eine BHS überwechseln, wenn ihm plötzlich der Knopf aufgeht. Sogar ein Lehrling, den plötzlich der Ehrgeiz packt, kann eine Studienberechtigungsprüfung ablegen und ein Diplom machen.

Jedem Schüler, der fähig und leistungswillig ist, stehen in Österreich derzeit alle Möglichkeiten offen.

Antworten Gast: Genausonicht
14.03.2012 15:26
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Re: Sogar bei jedem simplen Schul-Skikurs.....

Unser Schulsystem ist sehr durchlässig: "Werner Amon, Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher der ÖVP... schaffte den Imadec-Abschluss sogar ohne Matura oder Studienberechtigungsprüfung."
Quelle: http://www.zeit.de/2011/51/OE-Privat-Uni/seite-2
Und obwohl die Universität kurz danach die Zulassung verlor, darf er seinen MBA weiterhin stolz tragen und wurde sogar Bildungssprecher einer Regierungspartei.

Chancengleichheit ....

Meines Erachtens eine bemerkenswert prägnante Analyse des Status quo in der Bildungsdebatte von Herrn Fleischhacker. Auch seinem Fazit, wenngleich wohl eine Utopie, muss man sich anschließen.
Es muss nur ergänzt werden, dass die Nomenklatur der politischen Korrektheit noch viel weiteren Unsinn produziert hat. Und auch, dass opinion leaders sowie ein guter Teil der Medien ihren Teil zum irrigen Verständnis über Chancengleichheit beitragen.
Nicht zuletzt ist auch festzuhalten, dass die verfehlte Zuwanderungs- und Asylpolitik (insb. der teilweise Missbrauch mit dem Familiennachzug) der letzten Jahre eine nicht unerhebliche Rolle an der Nivellierung nach unten spielt.
Das mit der Dünkelhaftigkeit ist freilich auch richtig und bes. bei uns in Ö. ausgeprägt vorhanden. Im übrigen gerade bei denen oft anzutreffen, die auf ihrem Arbeitsgebiet sagen wir mal nicht gerade die kompetentesten sind.

Bildungsfreiheit & Selbstverantwortung

Hätte Maria Theresia nicht die Schulpflicht eingeführt, würden viele Menschen selbst heute noch ihre Kinder NICHT in die Schule schicken.

So viel zur Selbstverantwortung.

Speziell die "bildungsfernen" Schichten benötigen MASSIVEN staatlichen Druck um nicht völlig unterzugehen.

Oder wollen wir langfristig 20% Analphabeten ?

um sich an etwas wirklich neues wie den schulscheck zu wagen,

müsste die mehrheit der österreicher mit hirn ausgestattet sein!

ich halte fleischhacker für destruktiv in dieser frage.
wo nicht mal kompromisse bei wohlbekannten gegensätzen möglich sind, möchte er etwas völlig neues = vertagung der lösung auf den st. nimmerleinstag!

seien sie doch mal konstruktiv hr. f!
erzählen sie ihren lesern, wie andere länder dieses problem lösen. und weit bessere ergebnisse bekommen als wir ösis.
doch, upps, das ist ja fast überall die gemeinsame schule der kinder bis 14....
nein, ein gutes beispiel nachmachen, das ist ja nicht liberal genug.

Antworten Gast: lehrerplempel
02.07.2011 18:16
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Re: um sich an etwas wirklich neues wie den schulscheck zu wagen,

Wenn Sie nicht so ein Schnorrer-Gratis-Leser wären, wüssten Sie, dass das die erste These auf Seite 1 der Presse ist. Aber da müsste man ja was zahlen.

rückzahlung

wer sein studium abbricht hat öffentliche mittel verschwendet und soll zur kasse gebeten werden
und zwar mit zinseszinsen.
auf die uni gehen und dann den hut draufschmeissen ist diebstahl und betrug

Gast: Desinfoterminator
02.07.2011 16:37
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Linkes Schulsystem ist wie eine Einheitsgrößenhose die keinem wirklich passt

Tatsächlich gab es in der Sowjetunion einst eine Einheitshose. Ich hielt das für einen Scherz, bis ich mal ein Foto in einem Buch sah. Der Eine hat sie aufgestrickt, beim Anderen ist sie zu kurz und man sieht die Socken, mal spannt sie am Bauch, mal wird sie mit einer Schnur zusammengeschnürt, damit sie der Träger nicht verliert.

Richtig passen tut sie keinem.

Genau diese Art von sowjetischer Mode möchten Linke als Schultyp aufziehen, dabei vergessen sie, dass Menschen nun mal verschieden sind.

Maßkleidung für Kinder, also jedem seine Privatlehrer, kann sich Österreich unmöglich leisten, aber deshalb Kindern sowjetische Einheitsgrößenhosen aufzuzwingen, in der Vorstellung die Kinder werden sich den Hosen schon anpassen und nicht umgekehrt, ist falsch und führte ganz Osteuropa in die Staatspleite.

Meiner Meinung nach ist der erwähnte Schulscheck der Schlüssel zu effizienterem Einsatz der Mittel für Bildung. Österreich gibt jetzt schon sehr viel für Schulen aus, da Lehrer in Österreich extrem viel gemessen z. B. an Briten verdienen. Doch bei Pisatests schneiden die österreichischen Kinder immer schlechter ab. Es liegt also nicht am Geldmangel, sondern am falsche Einsatz der Gelder, der nur effizienter werden kann, wenn man Schulschecks einführt, mit denen Eltern Schulen bezahlen können.

Ob Schulen auf herkömmliche Lehrer oder z. B. billigen Unterricht via Internet setzen oder Kinder zu Praxismodulen in der Privatwirtschaft verpflichten muss frei wählbar bleiben.


Ihr Nickname passt zu Ihrem Nick!


"...da Lehrer in Österreich extrem viel gemessen z. B. an Briten verdienen..."
Einstiegsgehalt einer englischen Lehrerin im "Primary education-Bereich": 30 172 Euro
Einstiegsgehalt einer österreichischen Lehrerin im "Primary education-Bereich": 28 172 Euro
Es ist immer wieder erfrischen, wie hier Postings abgesetzt werden, die völlig frei von Faktenwissen sind!

Gast: Burgenländer
02.07.2011 15:41
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Chancengerechtigkeit und Ausschöpfung des Potentials

Es wird in Österreich - so glaube ich jedenfalls - niemand daran gehindert, sofern er sich wirklich kundig macht, seiner "Genialität" zu möglichst schnellem Wachstum zu verhelfen. Wenn Eltern wachsem sind, können sie dies auch tun. Für die große Mehrheit gilt jedoch: Ein sehr teures Bildungssystem sollte ein möglichst hohes Maß an Chancengerechtigkeit und Ausschöpfung des Potetentials gewährleisten. Dabei ist den Eltern zu vermitteln wie sehr bereits die ersten sechs Lebensjahre sehr wichtige Spuren im Gehirn gezogen werden, dabei kommen dem Beziehung zwischen Mutter und Kind im ersten Lebensjahr eine große Bedeutung zu. Der Unterschied zwischen Chancengleichheit und Chancegerechtigkeit bei dieser Gelegenheit nicht zu erwähnen ist schon ein wenig fahrlässig. Eine einheitliche Schule bis 14 Jahre lässt sich sehr differenziert gestalten, was allerdings eine bedeutende Veränderung nicht nur der Schulkultur voraussetzen würde. Beginnen müsste dies damit dass nicht Parteisekretäre ständig den Begriff Leistung unprofessionell missbrauchen. Dabei entsteht bei Insidern ein hohes Maß an Wut ("heiliger Zorn") da diese wissen wie sehr eben diese Parteifunktionäre den Leistungsbegriff bei der Bestellung von Positionen auf der mittleren Schulebene vernachlässigt haben. Es braucht doch nur den Blick darauf wie sehr in den Bundesländern die Landesschulräte als Hort der Parteienmacht über das Schulwesen gehütet wird. Auch die amtierende Ministerin hat bald resigniert und macht nun punktuell.

Gast: Ulrich_L
02.07.2011 15:34
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Ski-Nationalteam

Es gibt einen Bereich unserer Gesellschaft in dem der Leistungsgedanke praktiziert wird, und das äußerst erfreuliche Ergebnis daraus von allen mit Freude akzepiert wird:
Unser SKI-Nationalteam.

Niemand käme auf die Idee dass
->mindestens ein Behinderter im Abfahrtsteam mitfahren muss
->blaade Trainigsverweigerer die selbe Chance auf auf einen Platz im Olympiateam haben sollten wie Spitzenathleten die sich 365 Tage im Jahr am Ergometer quälen
->Läufer die schon dreimal hintereinander nur 75ster geworden sind, trotzdem im Team mitfahren sollten, denn es könnte ja nur ein kurzfristiger Durchhänger gewesen sein.
-> das Nationalteam als Elite des Skisports 7 Millionen Mitglieder haben sollte, denn jeder sollte dieselbe Chance auf eine Goldene haben.

Bei Skiteam versteht jeder, dass das so nicht gehen kann.
Aber im " wirklichen " Leben versuchen wir aus jedem einen Hermann Maier zu machen, obwohl die wenigsten dazu geeignet sind und obwohl dadurch die wenigen echten Hermann Maier's daran gehindert werden sich zu entfalten, weil sie sich an das Mittelmaß anpassen müssen.


Antworten Gast: Karl Schlosser
02.07.2011 18:55
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Re: Super-Vorbild - Ski-Nationalteam

Schon die DDR hat beim Sport nicht auf ideologische Gleichmacherei sondern auf individuelle Talentförderung gesetzt - weil man politisch herzeigbare Leistungen haben wollte. Unsere Herren Edlinger und Kazian sehen das bei "ihren Vereinen" Rapid und Austria offenbar auch so. Also warum strengen wir uns nicht an mit den vorhandenen Lehrern und Gebäuden mit mehr Druck SOFORT bessere Ergebnisse zu erreichen ? Begabte Laien für die derzeit fehlende (Nachhilfe) Lernhilfe am Nachmittag gibt es auch SOFORT mehr als genug. Also sofort anfangen - es kann ja nur besser werden. Und dann laufend nachbessern.

Gast: HJB
02.07.2011 14:33
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Förderung und Differenzierung beginnt im Hort

. . . Kinder von 4 bis 6 erlernen eine Fremdsprache in einem entsprechenden Environment automatisch und akzentfrei.
Englisch ist das Um und Auf in der Welt von heue. Nur 'native' Kindergärtnerinnen machten die Jungen wirklich zweisprachig.
Studenten aus England für ein Jahr /oder in die Kindergärten!

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Re: Förderung und Differenzierung beginnt im Hort

Also ich glaube nicht, dass Englisch-Unterricht entscheidend für späteren Erfolg ist. Es geht um viel mehr, und das haben sowohl der Leitartikel als auch das dreiseitige "Presse"-Special sehr schön aufgezeigt.

Re: Re: Förderung und Differenzierung beginnt im Hort

es gibt NICHTS, das das gehirn ähnlich effektiv trainiert, wie das erlernen einer sprache!

Antworten Antworten Gast: HJB
02.07.2011 16:46
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Re: man verspielt die wertvollste Zeit der Jugend

. . . Sprache und Sprachen sind bedeutendste Fundamente für Verständnis und Kommunikation.
Englisch ist, was die Welt versteht. So sollte die Regierung später nicht ein Vermögen mit Englischunterricht verpulvern, was kaum was bringt, sondern das Fundament zur Beherrschung und Perfektion jedem Kind zur besten Zeit im Kindergarten ermöglichen.

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Re: Re: man verspielt die wertvollste Zeit der Jugend

Ich wollte nicht sagen, dass Sprachen lernen nicht wichtig ist (ich mache übrigens ein Sprachstudium :D und spreche auch fließend Englisch), nur müsste das dann auch dementsprechend auch weiter praktiziert werden, sonst wird es wieder vergessen. Und dann wäre der ganze Unterricht umsonst gewesen. Und Englischunterricht schon im Kindergarten ist keine Garantie für Bildungshunger in späteren Jahren.

Ziel der linken Verblödungspolitik:

Der SEM - der Sozialistische EinheitsMensch.

Antworten Gast: Hochwuerden
02.07.2011 14:20
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Re: Ziel der linken Verblödungspolitik:

Wie wir von den Genossen wissen, sind ja auch alle Frauen gleich schön......

"Sie ist ähnlich hartnäckig wie die Dünkelhaftigkeit von Menschen, die sich zwar „bürgerlich“ nennen, die aber nichts anderes tun und wollen, als die Entfaltungsfreiheit des Einzelnen, die den Kern jeden bürgerlichen Programms ausmachen müsste, auf ihresgleichen zu beschränken"

Der tut gut. "Ja, nur die Kinder, die wir Bürgerlichen auserwählen, dürfen 'differenziert' gebildet werden, damit wir ihnen einmal unsere Spitzenbeamtenposten vererben können"... Den Eindruck bekommt man.

Gast: wolassensiedenken
02.07.2011 12:58
2 0

cui bono?

Trotz der vielzitierten Mittelmäßigkeit in der Politik: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die entscheidenden Damen und Herren nicht im klaren darüber sind, mit ihrer Bildungspolitik die Schüler scharenweise den Privatschulen zuzutreiben. Was ist daraus abzuleiten?

 
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