Die Euroländer verharren in einer lebensgefährlichen Illusion

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man ist Euromitglied und gibt wirtschaftspolitische Souveränität ab, oder man verfügt souverän über die eigene Währung.

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Alles wird gut. Die Einigung der Staats- und Regierungschefs der EU über ein neues Griechenland-Hilfspaket wird allenthalben gelobt. Die Finanzmärkte reagierten erleichtert, der Euro entwickelte sich hoffnungsvoll. Die Errichtung einer europäischen Ratingagentur, von der man sich was auch immer erwartet, scheint etwas realistischer geworden zu sein, und der österreichische Bundeskanzler wird sich weiterhin für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer einsetzen. Na dann.

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Man muss davon ausgehen, dass alles nicht sehr lange gut gewesen sein wird. Denn die Staats- und Regierungschefs haben getan, was sie im letzten Jahr immer getan haben: Zeit gekauft. Diesmal, das muss man zu ihren Gunsten anmerken, haben sie deutlich mehr Zeit gekauft als bei den vorangegangenen Sondersitzungen.

Das heißt erstens, dass die absolute Sommerruhe, die sich die Union alljährlich im August gönnt, nicht beeinträchtigt werden sollte, und zweitens, dass die Finanzierung Griechenlands für ein Jahrzehnt gesichert ist.

Die Erfahrungen, die wir aus dem täglichen Leben in die Bewertung der politischen Ökonomie einbringen, lehren uns, dass die Verschiebung eines Problems auf einen fernen Zeitpunkt seine tatsächliche Lösung nicht immer erleichtert. Gelegentlich ist sogar das Gegenteil der Fall.

In Griechenland zum Beispiel. Der Zeitgewinn, der jetzt verbucht wird, verwandelt sich in einen Totalverlust, wenn es nicht gelingt, die strukturellen Probleme Griechenlands und der Eurozone zu lösen. Griechenland muss, wenn es in der Lage sein soll, seine Verbindlichkeiten auch zu günstigeren Bedingungen in einem Jahrzehnt zu bedienen, eine radikale Umstrukturierung seiner Volkswirtschaft gelingen. Und der Europäischen Union muss es gelingen, das nachzuholen, was sie eigentlich auf dem Weg zur gemeinsamen Währung hätte etablieren müssen: eine gemeinsame Wirtschaftspolitik, die es erlaubt, die jetzt via facti geschaffene Transferunion nicht zum Fass ohne Boden werden zu lassen.

Den ersten Vorgeschmack darauf wird es, bei allem Zeitgewinn, schon in den kommenden Wochen geben. Denn die jetzt vorgestellten Berechnungen über den zeitlich gestaffelten Finanzbedarf Griechenlands beruhen auf Voraussetzungen, deren Erfüllung keineswegs als gesichert gelten kann. Bleiben zum Beispiel die griechischen Privatisierungserlöse unter den ziemlich optimistischen Annahmen, erhöht sich der Finanzierungsbedarf. Man muss kein Anti-Ratingagenturen-Verschwörungstheoretiker wie der österreichische Bundeskanzler sein, um anzunehmen, dass es dann mit der Ruhe an den Finanzmärkten eher wieder vorbei ist.

Das seit einiger Zeit kursierende Patentrezept für eine strukturelle Lösung des Europroblems hat etwas für sich: Ja, die Einführung von Eurobonds würde den Abschied der Einzelstaaten von den Finanzmärkten bedeuten und sie, wie man so schön sagt, „aus der Schusslinie der Ratingagenturen nehmen“. Allerdings auf Kosten der stabilitätsorientierten Staaten, die mit erheblich höheren Finanzierungskosten rechnen müssen. Denn es ist naiv zu glauben, dass für solche Eurobonds dieselben Zinsen fällig würden wie für eine heutige deutsche Staatsanleihe. Und es ist absurd bis kriminell, zu suggerieren, dass die Existenz einer europäischen Ratingagentur daran etwas ändern könnte.


Ein Rating ist, von wem auch immer vorgenommen, die auf fundamentalen Wirtschaftsdaten beruhende Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass der Ausgeber einer Anleihe diese am Ende ihrer Laufzeit zurückzahlen kann. Wenn der Ausgeber eine Transferunion ist, in der Deutschland ohne jede Eingriffsmöglichkeit darauf angewiesen ist, dass Griechenland durch Strukturreformen auf einen Wachstums- und Stabilitätspfad zurückkehrt, bedeutet das einfach ein erhöhtes Risiko.

Die Steuerung einer Währung braucht wirtschaftspolitische Souveränität. Das heißt: Entweder man ist Euromitglied, oder man ist wirtschaftspolitisch souverän. Die derzeitigen Euromitglieder verharren in der lebensgefährlichen Illusion, dass beides möglich ist. Man kann nur auf eine möglichst rasche Enttäuschung hoffen.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2011)

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74 Kommentare
 
12
Gast: N_espresso
24.07.2011 01:00
1

hr. fleischhacker hier IHR nachhilfe-unterricht ...

in sachen w i r t s c h a f t !

VEREINT EUCH - gegen den wirtschaftsfaschismus - und FÜR EINE STARKE DEMOKRATIE !
Hier in Frankreich herrscht gegenwärtig die größte Ruhe. Nur ein leiser, monotoner Tropfenhall. Das sind die Zinsen, die fortlaufend hinabträufeln in die Kapitalien, welche beständig anschwellen. Man hört ordentlich, wie sie wachsen, die Reichtümer der Reichen. Dazwischen das leise Schluchzen der Armut. Manchmal klirrt etwas wie ein Messer, das gewetzt wird“. (Heinrich Heine 1842)
usw.
usw.

sie haben so gut wie nichts ... begriffen,
offen gesagt !!!

http://www.theintelligence.de/index.php/politik/kommentare/2983-vereint-euch-gegen-den-wirtschafts-faschismus-fuer-eine-starke-demokratie.html

Re: hr. fleischhacker hier IHR nachhilfe-unterricht ...

Dieser Link: Eine Ansammlung von Halbwahrheiten!!

Es ist mehr als verwunderlich, dass Otmar Pregetter nicht in der Lage ist auf die Vertreter ( auch nicht im Buch) der Österreichischen Schule der Ökonomie zu verweisen, die schon vor langer Zeit und durch scharfsinnige Analyse die Unzulänglichkeiten unseres Geld- und Bankwesens aufgedeckt haben. Er ignoriert einfach 200 Jahre Ökonomie-Geschichte.

Lesen Sie lieber

"Money, Bank Credit and Economic Cycles" von Jesus Huerta de Soto
http://www.amazon.com/Money-Bank-Credit-Economic-Cycles/dp/1933550392/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1311511706&sr=8-1

oder
"Geldsozialismus: Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression" von Roland Baader
http://www.amazon.de/Geldsozialismus-wirklichen-Ursachen-globalen-Depression/dp/3935197578/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1311511340&sr=8-1

damit Sie sich auskennen !!

Antworten Antworten Gast: N_espresso
24.07.2011 17:22
0

und - ihre sachargumente ? bücher zitieren,

die sie selbst nicht mal gelesen haben, ist ja intellektuell nur armselig.
ad) roland baader :
zitat : " Leider rufen heute wieder viele Wirtschaftswissenschaftler nach Konjunkturprogrammen, obwohl deren destruktive Wirkung längst bewiesen ist..."
eigenartig :
sowohl stiglitz als auch krugman wiesen die wirlung von konjunkturpakten insbes. in den USA 2001-03 EMPIRISCH ...nach - und europa, insbes. die autoindustrie, hätte ohne konj. paket - das sich letztendlich über die mwst selbst finanzierte... - sehr, sehr alte ausgesehen (2008-10).

ausser dem haben sie das buch von pregetter/hörmann nicht gelesen, weil ja der fokus auf dem geldsystem lag ... und die österr. schule dazu nichts ausser "mainstream-wissen"...produzierte.

so what ?

p.s.
fleischhacker´s - immer wiederkehrende - versuche den eindruck zu vermitteln, er hätte die handelsschule abgeschlossen ... wird immer peinlicher. offen gesagt.
p.p.s.
schauen sie mal rein - hier gehts ums geldsystem + zinsen : diskussion mit stephan schulmeister ... http://ichmachpolitik.at/questions/1180
ppp.s.
und was ...
verstehen sie von wirtschaft ?

Re: und - ihre sachargumente ? bücher zitieren,

"ausser dem haben sie das buch von pregetter/hörmann nicht gelesen, weil ja der fokus auf dem geldsystem lag ... und die österr. schule dazu nichts ausser "mainstream-wissen"...produzierte."

Das Mindestreservesystem ist das Hauptthema in der Konjunkturzyklustheorie der Österr Schule. Lesen sie nach im Buch von de Soto, um sich davon überzeugen. De Soto zeigt mit der Konjunkturzyklustheorie wie das Mindestreserversystem die grundsätzlichen marktwirtschaftlichen Prinzipien verletzt, zu künstliche Boomphasen führt, die dann aufgrund der Resourcen-Fehlallokation in einem Crash enden ... mit Arbeitslosigkeit etc.

Sie widersprechen sich selbst, wenn sie nach Konjunkturprogrammen schreien, denn sie scheinen
kein Anhänger der Mindestreservesystems zu sein - aber nur in einem solchen System lassen sich Konjunkturpogramme günstig finanzieren. Die Geldschöpfung führt zu einer künstlichen Verringerung des Zinssatzes, was es dem Staat erleichtert, sich zu refinanzieren. Diese Konjukturprogramme führen nur zu eine künstlichen Verlängerung der Boom-Phase, was den Absturz
danach nur heftiger ausfallen lässt.

pregetter/hörmann schreiben zwar am Anfang, dass es auch andere Autoren gibt, die sich mit dem
Thema Mindestreservesystem befasst haben, aber ohne die Autoren zu nennen.
Kann das ein gutes Buch über dieses Thema sein, wenn diese Autoren nicht erwähnt werden? Das Wissen dieser beiden ist sehr mangelhaft - so wird zum Beispiel nicht erklärt, welchen Ursprung der Zins hat.....


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: N_espresso
28.07.2011 18:08
0

nochmals : sie haben weder das buch gelesen

noch zeugen ihre "argumente" von sachlichem verständnis.

hörmann/pregetter´s fokus lag auf dem GELDSYSTEM = FIAT-MONEY - und zur lösung dieses expontiellen SCHULD-GELD-SYSTEMS, trug die von ihnen erwähnte "österr. schule"
nichts bei.
auch erwähnten die autoren das mindestreservenproblem - im kapitel geldmange M3 (die ja um 94 % gegenüber dem BIP 14% seit 2000 stieg).

ihre anmerkung zum o.a. artikel von pregetter (der link sei eine ansammlung von halbwahrheiten)
natürlich - wieder - ohne auch nur 1 sachliches argument anzuführen, disqualifiziert ja nur sie selbst - offen gesagt.
falls sie seine ziffern anzweifeln, so wenden sie sich einfach an die GF der deutschen bundesbank, der EZB oder gerne auch an nowotny, von der ÖNB : viel erfolg.

trotzdem danke :
ich habe mich gut amüsiert ...

Re: und - ihre sachargumente ? bücher zitieren,

Sie werden aber schon verzeihen, dass nicht jeder die Neukeynesianischen Standpunkte von Krugman bzw. die sehr weit links stehen Ausführungen von Stiglitz unterstützt bzw. deren Argument folgt.

Gleiches gilt in einem noch viel größerem Ausmaß für den ausgewiesenen Linken Schulmeister.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: N_espresso
27.07.2011 00:28
0

ich ersuche sie ...

einfach ihre "schwarze sonnenbrille" abzunehmen - denn die fakten bestätigen (insbes. auch f. 2008-2010) die wirkung von kunjunkturprogrammen insbes. in deutschland, österreich (autozulieferer z.b.) kein ernsthaften wi-wissenschafter bezweifelt dies - insoferne er überhaupt die ziffern zu interpretieren imstande ist.

ihr verweis auf keynes oder schulmeister zeigt ja nur ihre eigene geistige blockade auf, schade irgendwie ...

Re: hr. fleischhacker hier IHR nachhilfe-unterricht ...

Dieser Link: Eine Ansammlung von Halbwahrheiten!!

Es ist mehr als verwunderlich, dass Otmar Pregetter nicht in der Lage ist auf die Vertreter ( auch nicht im Buch) der Österreichischen Schule der Ökonomie zu verweisen, die schon vor langer Zeit und durch scharfsinnige Analyse die Unzulänglichkeiten unseres Geld- und Bankwesens aufgedeckt haben. Er ignoriert einfach 200 Jahre Ökonomie-Geschichte.

Lesen Sie lieber

"Money, Bank Credit and Economic Cycles" von Jesus Huerta de Soto
http://www.amazon.com/Money-Bank-Credit-Economic-Cycles/dp/1933550392/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1311511706&sr=8-1

oder
"Geldsozialismus: Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression" von Roland Baader
http://www.amazon.de/Geldsozialismus-wirklichen-Ursachen-globalen-Depression/dp/3935197578/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1311511340&sr=8-1

damit Sie sich auskennen !!


Antworten Antworten Gast: N_espresso
24.07.2011 17:24
0

wieso posten sie ihre bücherliste...

gleich 2 x ?

oder haben sie nur 2 bücher ...gelesen ?

Guter Komentar, aber

1) Haben sie jemals versucht, die momentane wirtschaftliche Situation aus dem Blickwinkel der Griechen zu betrachten? Wie soll sich ein Volk fühlen, dass die nächsten 15 Jahre fast sklavisch nach den Pfeifen der EU und des IWF tanzen muss? Der Spielraum für wirtschaftliche und sozale Reformen ist 0. Steuersenkungen, Sozialprogramme, Wirtschafts - Förderungsprogramme, alles wird unter dem Aspekt der Wirtschaftspleite 2011 betrachtet werden.
2) Es ist überhaupt nicht sicher, dass diese Maßnahmen überhaupt zum Erfolg führen werden und zwar nicht nur aufgrund der im Artikel angeführten Punkte, sondern vor allem deswegen, weil man in der EU sehr selbstsicher annimmt, das das Volk dieses Neo - Ökosklaventum 15 Jahre und noch länger ohne Widerspruch ertragen und so funktionieren wird, wie man auf dem Reißbrett eben geplant hat. Das zweifle ich aufgrund meiner griechischen Gesprächspartner mehr als nur sehr stark an.
3) Man darf nie vergessen, dass die nächste Wahl ein vollkommen anderes griechisches Parlament mit anderen Mehrheitsverhältnissen bringen wird. Vergessen wir nich, wie relativ knapp die Abstimmungen ausgingen, die nur mit den Stimmen der Sozialdemokraten (absolute Mehrheit) gewonnen wurden.
3) Die Konservativen haben spätestens jetzt gesehen, dess nicht Griechenland einen starken Euro, sondern die EU ein Griechenland in der Eurozone braucht. Was liegt daher nahe, schon jetzt mit dem Wahlversprechen für die kommenden Parlamentswahlen zu beginnen. Die EU wirds scho richten

Antworten Gast: Niederösterreicher
24.07.2011 16:10
4

Re: Guter Kommentar, aber

Griechenland ist ein souveräner und demokratischer Staat. Es liegt am Wähler, welche Regierung gewählt wird. Warum machen Sie dann die EU-Partner für die Mißwirtschaft und Desorganisation in Griechenland verantwortlich?

Anleger, die griechische Staatspapiere (gegen hohe Risiko-Zinsen) gekauft haben, sind wie die Griechen für das finanzielle Fiasko verantwortlich! Man darf also nicht (wie bei der Linken oft gehandhabt) die Opfer, nämlich den europäischen Steuerzahler als Täter hinstellen!

Nochmals: Pleitiers sind die Griechen (wie sie die Schuldfrage intern regeln, ist ihre Angelegenheit)! Das Gläubiger-Risiko haben die Inhaber der Staatsanleihen zu tragen, dafür haben sie ja auch die entsprechend dem Risiko kalkulierten Zinsen bekommen.

Bei jeder Schuldenregulierung in Form eines Ausgleiches sollte man auch Bedacht nehmen, wieviel die einzelnen Gläubiger bis zur "Pleite" verdient haben. Dementsprechend sollten auch die Verlustquoten der einzelnen Gläubiger ausfallen. Andere für fremde Schulden einfach zahlen zu lassen, ist unmoralisch!

Ebenso ist es unmorallisch, Rating Argenturen als Überbringer einer schlechten Nachricht verantwortlich zu machen. Man hätte sich - ganz im Gegenteil - mehr an ihre Einschätzungen halten sollen!

Re: Wen braucht die EUR-Zone?

".... sondern die EU ein Griechenland in der Eurozone braucht.".

Aus meiner Sicht nicht korrekt, so lauten zwar die Aussagen, aber nicht die Tatsachen. Den was hätten die Griechen, was z.B. England, Norwegen, ... nicht hat, so das man ausgerechnet Griechenland in der EUR-Zone braucht, die anderen aber nicht?

Das ganze erinnert leider eher nur an einen "angeborenen" Reflex der Politik, nämlich sich nicht "einen aus den eigenen Reihen schießen zu lassen", und zwar unabhängig von den Gründen für "den Schuß".

Das so etwas aber in den meisten Fällen wo der "Schuß" begründet ist nur auf begrenzte Zeit gelingt, sieht man an den bisherigen Ereignissen zu solchen Vorgängen.

Re: Re: Wen braucht die EUR-Zone?

Das "Griechenland in der Eurozone" bezieht sich natürlich auf den status quo. Selbstverständlich haben sie recht, wenn sie die Mitgliedschaft Griechenlands in der Eurozone generell als vernachlässigbar darstellen, aber nun ist Griechenland einmal ein Mitglied der Eurozone und hat durchaus das Potential, diese in den Ruin zu führen, wie ja die teils unkoordiniert - chaotischen Reaktionen der anderen Eurostaaten beweisen.
Genau das weiß aber jetzt die griechische Opposition und rüstet schon mit Versprechen, die den Sparplänen diametral entgegen stehen für den nächsten Wahlkampf.
Wie wird die Reaktion der EU sein, wenn die Griechen unter dem Hinweis der Unmöglichkeit der Umsetzung der Beschlüsse weitere Kredite und noch bessere Konditionen (so zahlt Griechenland als de facto bankrottes Land genau den gleichen Zinssatz für seine Kredite wie etwa die tripple A Staaten Deutschland oder Österreich) verlangen?
Wird dann wiederum dem Verlangen der Griechen mit dem Hinweis "wir müssen den Euro retten" nachgegeben werden, weil sonst der Euro - Raum baden geht?
Die Antwort dürfte zumindest der griechischen Opposition schon bekannt sein.

Re: Re: Re: Wen braucht die EUR-Zone?

Ich gebe Ihnen auch hier prinzipiell Recht, kann mir aber trotzdem eine kleine Korrektur - gem. meine Ansicht - nicht verkneifen, und zwar:

Nicht Griechenland (oder andere) haben das Potential die EUR-Zone in den Ruin zu führen, sondern dieses Potential liegt bei den "restlichen" Führern der EUR-Zone, welche mit ihren Reaktionen in der Praxis sämtliche, prinzipiell anerkannten marktwirtschaftlichen Regeln außer Kraft setzen.

Und, last but not least, in der Praxis sind die Rettungsschirme ein weiteres Bankenrettungspaket. In dieser Version der Umsetzung jedoch nicht nur für die Banken der EUR-Zone bzw. EU, sondern weltweit für alle Banken, welche den Pleitestaaten Geld geborgt haben. Also vom Volumen (alle) und der Laufzeit (zusätzliche Kredite und Zinsen) um einiges teuerer. als ansonsten event. erforderlich gewesen wäre.

Sehr geehrter Hr. Fleischhacker: Bitte werden Sie konkreter!

Der Umbau des EURO-Raums in eine Haftungs- und damit Schuldengemeinschaft ist also mit den Beschlüssen, die von der österr. Regierung bejubelt werden, Realität!

Als jemand der sich eigentlich immer als EU-Befürworter und auch EURO-Befürworter gesehen hat, muss sagen, dass die Entwicklungen des EURO-Raums in den finanziellen Abgrund aller EURO-Staaten führen wird.

Es wurden doch bis jetzt nur die Verfplichtungen der Geberländer ausgeweitet ohne dass im Gegenzug die Pflichten der Nehmerländer, also der Stabilitätspakt, auch nur ansatzweise verschärft wurden!

Wer kann sich allerdings vorstellen, dass die Pleitestaaten und beinahe bald Pleitestaaten sich auf eine Verschärfung des Stabilitätspaktes einlassen werden, wenn dies bedeutet, dass schmerzliche Reformen in den Pleitestaaten umgesetzt werden müssten? Diese kosten doch Wählerstimmen. Da ist es schon gemütlicher sich vor den Strukturreformen zu drücken, solange die Geberländer dies finanzieren.

Das Ergebnis ist: Steigende Schuldenlasten in den Geberländern und allgemein fallende internationale Wettbewerbsfähigkeit des EURO-Raums.

Das geht solange gut bis auch die bisher relativ stabilitätsorientierten Länder nahe der Pleite sind!

Eher kürzer: Schon wenn die ersten Sparprogramm in den Geberländern kommen werden, um die zusätzlichen Schulden für die Nehmerländer zu kommen, wird es zu - berechtigten - Aufständen in den Geberländern kommen!

Re: Sehr geehrter Hr. Fleischhacker: Bitte werden Sie konkreter!

Richtig. Und deshalb muss auch Bewegung rein. Entweder nach vor (Eurobonds/gemeinsame Fiskalpolitik) oder zurück (Euroraum zumindest z.T. auflösen). "Vor/Zurück" ist hier nicht wertend gemeint.
Der aktuelle Stillstand (mehr vom Gleichen und ein anderes Ergebnis erwarten) ist grob fahrlässig.

Ich möchte allerdings noch anmerken, dass Ihr Absatz bzgl. "Verschärfung des Stabilitätspaktes" auch 1:1 auf Ö umlegbar ist. Wenn Sie sich den Verlauf unserer Verschuldung ansehen, wird klar, wohin die Reise geht.

Wo bleibt ...

... die von Feymann versprochene Volksabstimmung?
Liebe Mitposter:
Drängt darauf! Bringt das immer wieder in allen Foren! Sprecht vor allem mit der sozialistischen Basis! Die leiden auch.

Flucht!

Aber das wirds nicht spielen ...
Es gibt auch eine interessante Theorie:
Griechenland wird aus der EURO Zone austreten, weil es die furchtbaren Schmerzen der Sparpakete nicht tragen wird wollen (können).
Oder Deutschland bricht politisch zusammen, weil es die Lasten nicht mehr tragen wird können.
Beides bedeutet das Ende der EURO-Union wie wir sie kennen.
Bis dahin wird natürlich unglaublich viel Geld vernichtet (Geld im Sinne von Vermögensaufbewahrung der Bundesrepublikaner und Österreicher).
Warum:
Schreibt niemand über den Herbstgeldbedarf der Portugiesen und Iren?

Re: Flucht!

Ihre abschliessende Frage ist leicht zu beantworten: Weil nicht sein kann was nicht sein darf.
Ich bin ohnehin dafür, diesen Satz in die Europahymne aufzunehmen. Man sollte die aktuelle Hymnenmanipulationsmanie nutzen;-)

Und da das alles nicht sein darf gibt´s alternativlos das Allheilmittel: Eurobonds mit zentraler (ähhh...gemeinsamer) Steuer- und Wirtschaftspolitik. Natürlich schön häppchenweise.


Gast: Gast 34
23.07.2011 17:15
5

Vesprechen

Wenn man jetzt die Souveränität der kleinen Staaten aufheben möchte, warum hat man denn das nicht zum Zeitpunkt der Beitrittabstimmung bereits offen und ehrlich gesagt ?
Das gleiche gilt für den Beitritt zur Eurozone - wenn damals bereits die Generalhaftung aller Bürger für alle Schulden im Gespräch gewesen wäre , hätten wir Österreicher damals nicht beitreten dürfen !

Und wenn unsere Politiker Haftungsbürgschaften in Höhe von mehr als 20 Mrd Euro unterschreiben, so hätte das nie ohne Befragung des Volkes passieren dürfen.
Der Einführung von Eurobonds ( oder wie diese Dinge auch heißen mögen) dürfte ein österr. Vertreter bei diesen Sitzungen nie und nimmer zustimmen !

Ansonsten ist das Verrat an der Bevölkerung !!!

Gast: Gast 1
23.07.2011 16:58
2

Durchdacht ?

d.h.: Die Projekte Europa und Euro waren von Anfang an nicht durchdacht.

Es war bloß wichtig, dass alles in bunten Foldern mit einer Menge Werbung den dummen Leuten von der Straße verkauft wurde.

Aber durchdacht waren diese Projekte von unserer Führungselite nicht !

Hauptsache der Mock gab der Ederer einen Kuss auf die Wange !

Re: Durchdacht ?

Na ja, ein wenig durchdacht waren die damaligen Konzepte schon (Schuldenobergrenze, no bail out). Das Denken hat jedoch dort aufgehört, wo es um ernsthafte Konsequenzen aus solchen Ereignissen ging. Das lief damals wie heute unter dem Motto "weil nicht sein kann, was nicht sein darf".

Nachfolgend hat man jedoch immer wieder den "einfachsten Ausweg" gewählt, und das ohne Rücksicht auf bestehende Verträge und Kosten. Das Lügen dazu wurde offiziell legitimiert. Und jetzt wollen genau diese Leute eine kommende Transferunion aufbauen und verwalten! Denn dorthin läufts wie auf einer Einbahnstraße.

Bringen Sie diesen Entscheidungsträgern, abgesehen vom Wissen und Können, überhaupt genug Vertrauen dafür entgegen? Ich leider nicht.

Es waere sehr fatal für die kleinen EU-Mitglieder!

Wenn dei kleine Euromitglieder ihre wirtschaftspolitische Souveränität an Brüssel abgeben, werden sie früh oder spaet Sklaven der grossen sein! Es bestimmen 2, 3 oder überhaupt 4 Laender wie die Wirtschaften in der EU zu führen sind. Folglich können die kleinen Eurolaender niemals ihre Besonderheiten hervorheben. Und das bedeutet den Tod dieser Gesellschaften.

Gast: Hunter
23.07.2011 15:54
1

Lustig das Sprechverbot zum Thema Sozialismus beim Norwegen Amoklauf...

Weisung der SPÖ?
Angst um die Presseförderung?

Gast: luisa
23.07.2011 15:27
0

Griechenland gerettet - Europas Krise im Griff?

Griechenland gerettet - Europas Krise im Griff?

http://goo.gl/iEnfj

 
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