25.05.2012 13:53 | Meine Presse Merkliste 0

Wachsen lassen, nicht verwalten

VON MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Es gibt auch für Gesamtschulgegner einen guten Grund, das Bildungsvolksbegehren zu unterschreiben: Es hilft, Kinder und Lehrer vor Politik und Lehrergewerkschaft zu schützen.

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Jedes System, das so viele Einzelne betrifft und so weit in das Private greift wie das Schulsystem, hat drei ganz große Probleme. Erstens: Man muss ein System entwickeln, das zugleich für alle und für jeden Einzelnen funktioniert. Zweitens: Man könnte deshalb immer fast alles ganz anders machen und dafür gute Gründe finden. Drittens: Man hat es als Repräsentant des Systems mit Millionen von Experten zu tun. Wir waren schließlich alle selbst einmal Teil des Systems. Das macht Debatten über große Systeme so mühsam. Und es führt dazu, dass sich der Fokus der Debatte auf ungesunde Weise verschiebt: weg von der Frage, was dieses System eigentlich leisten soll, hin zu der Frage, wer seine ideologischen und ständischen Bedürfnisse besser befriedigen kann.

Darum schleudern Politik und Lehrergewerkschaft seit Jahren ihre Scheinargumente aneinander vorbei und einigen sich, wenn sie sich einigen, naturgemäß maximal auf Scheinlösungen. Die Neue Mittelschule, die Bildungsministerin Claudia Schmied als Ersatzdroge für ihr unstillbares Verlangen nach der Gesamtschule verabreicht bekommen hat, ist eine solche Scheinlösung. Geschaffen wurden Hauptschulen, die besser funktionieren, weil sie mit mehr Geld besser ausgestattet sind. Strukturell ist damit gar nichts gelöst.

Die Grundfrage nach dem inneren Auftrag eines Bildungssystems wird in Österreich aus Tradition auf die Frage Gesamtschule oder differenziertes Schulsystem verkürzt. Die Gesamtschulvertreter behaupten, dass ein System, das bis zum Ende der Schulpflicht ohne Differenzierung auskommt, das Begabungspotenzial in jeder Generation voll ausschöpfen kann. Die Verfechter der Differenzierung nach Schultypen schon im Alter von zehn Jahren behaupten, dass gerade durch ein System, das bis zum Ende der Schulpflicht ohne Differenzierung auskommt, die Entfaltung der unterschiedlichen Begabungspotenziale verhindert wird, weil es zu einer Nivellierung nach unten kommt.

 

Aufrechterhaltung von Mythen

Es ist empirisch nachgewiesen, dass beides nicht stimmt. Die Politik ignoriert diesen empirischen Befund, weil SPÖ und ÖVP es für bequemer und erfolgversprechender halten, ihrer jeweiligen Klientel die Aufrechterhaltung von längst widerlegten Mythen zu ermöglichen. Die SPÖ positioniert die Gesamtschule als unabdingbare Grundlage für Gerechtigkeit und Gleichheit, die ÖVP hält das Gymnasium als Garanten von Leistung hoch. Was in der Schule wirklich passiert, interessiert beide ungefähr so wenig wie die Lehrergewerkschaft: Die interessiert sich in erster Linie für Besoldungsfragen. Wichtig ist dann nicht, welches Kind in welcher Schulform die besten Entfaltungsmöglichkeiten hat, sondern, welcher Lehrer in welcher Schulform wie viel verdient.

Bei aller Kritik, die man an Volksbegehren im Allgemeinen und am derzeit zur Unterschrift aufliegenden Bildungsvolksbegehren im Besonderen üben kann, gibt es doch für jeden, dem an einer Verbesserung des österreichischen Bildungssystems liegt, einen entscheidenden Grund, es mit seiner Unterschrift zu unterstützen: Jede Unterschrift kann als Dokumentation des Willens interpretiert werden, Kinder und Lehrer vor der Politik und der Lehrergewerkschaft zu schützen. Jede Unterschrift drückt den Willen aus, Lehrern und Schülern die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu geben, dass die Schule leisten kann, was sie leisten soll: jungen Menschen unter Rücksichtnahme auf ihre Begabungen die Möglichkeit zu geben zu wachsen und sich zu entfalten.

Die teils mit erschreckender Verbiesterung vorgetragene Forderung, es müsse endlich wieder Leistung in Form von überprüfbarem Wissen ins Zentrum der schulischen und universitären Ausbildung rücken, geht vollkommen ins Leere. Jeder, der Verantwortung für Organisationen und ihre Ergebnisse trägt, weiß das: Gute Ergebnisse in Form einer überprüfbaren Erreichung von Zielen – ob das nun ein in Geld gemessenes Betriebsergebnis oder in richtigen Antworten gemessenes Wissen ist – folgen nicht einer simplen Wenn-dann-Logik. Sie sind die natürliche Folge davon, dass den beteiligten Menschen Entfaltung und Selbstausdruck ermöglicht werden. Wer junge Menschen in ihrem Wachstum begleitet, wird auch messbare Leistungen bekommen. Wer meint, dass er ihre Leistungen verwalten kann, wird scheitern und sich ewig fragen, warum.

Unter dieser Perspektive verwandelt sich die Kritik an der Allgemeinheit der Forderungen des Bildungsvolksbegehrens, die gelegentlich in dem Vorwurf gipfelt, es sei eine „esoterische“ Angelegenheit, in Zustimmung. Wir sind einfach noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem es darum geht, dem eigentlichen Zweck der Sache eine organisatorische Gestalt zu geben, die am besten geeignet ist, diesen Zweck zu erfüllen. Das ist für Menschen, die für diese organisatorische Gestalt verantwortlich sind, nicht immer leicht anzuerkennen. Aber man könnte inzwischen wissen, dass jeder Versuch, eine Marschrichtung zu erzwingen, bevor man sich auf das Ziel geeinigt hat, nur ein Ergebnis hervorbringen kann: Man geht im Kreis.

Das Bildungsvolksbegehren beinhaltet nur eine konkrete Forderung: zurück an den Start. Diese Forderung verdient Unterstützung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2011)

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118 Kommentare
 
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Gast: nestbeschmutzer
22.11.2011 10:22
0 0

Faktum

Nein Hr Fleischhacker, sie irren; der Ösi in seiner polit- feudalistischen Untertansmentalität findet alles voll OK, was die "Gottobersten" da oben entscheiden- also auch im Bildungsbereich... Also jede Aufregung voll umsonst, "wir können eh nix ändern", somit mach ma mit: Ghorsamster Diener.....
Das weiß Gott Neugebauer natürlich ganz genau!

Michael
14.11.2011 21:15
0 0

Was soll ich für bessere Kuchen begehren

wenn ich meine, dass meine Kinder besser nichts Süsses essen sollten?

Förster
10.11.2011 18:45
0 0

der wesentliche Punkt

Nur 2 Anmerkungen:
Zu: Aufrechterhaltung von Mythen
Es ist KEIN Mythos, dass die Gesamtschule schlechtere Bildungsergebnisse liefert. Siehe Deutschland.
Letzter Absatz: das ist einfach nicht wahr!


Kritias
06.11.2011 17:06
2 0

Es wird zu viel gelogen bei diesem Volksbegehren

Ich kann Richard Böhm nur zustimmen und dann noch ein paar Lügen aufzeigen:
1. Es geht darum die Lehrergewerkschaft in die Schranken zu weisen - nein es geht darum, die Gesamtschule für alle von 6 - 15 einzuführen
2. 50% des Schulbudgets gehen in die Verwaltung - wow sind das Schulbaubudget und alle Sachmittel auch Verwaltung oder gibt es so viele Verwaltungsbedienstete wie Lehrer?
3. Dieses Volksbegehren wird die richtigen Rahmenbedingungen schaffen - Androsch hat die richtigen Rahmenbedingungen in den 70iger Jahren verprasst. Woher soll das Geld für diese Forderungen kommen?

Gast: Richard Böhm
06.11.2011 16:18
5 1

der wesentliche Punkt

Ein guter Grund, das Volksbegehren keinesfalls zu unterschreiben: Egal, wie viele oder wie wenige es unterschreiben, 11 - durchaus diskussionswürdige - Vorschläge werden unter den Tisch gekehrt werden, nur Forderung Nr. 7 wird übrigbleiben: "die Bevölkerung" fordert die Gesamtschule. Ich sehe schon die "Österreich"-Schlagzeile vor mir: "Bildungsvolksbegehren: Klares Ja zur Gesamtschule". So wird daraus Politik gemacht. Wetten, daß ...? Der Schmäh, daß jeder der für "bessere Bildung" (no na) ist, unterschreiben soll, ist eigentlich ein Betrug: mitgefangen, mitgehangen.

Antworten Gast: Frau Sonnenschein
06.11.2011 18:08
0 1

Re: der wesentliche Punkt?

Warum sollte das BV nur auf Punkt 7 reduziert werden? Weil er in diversen Blogs und Foren so umstritten ist? Warum reduzieren Sie das BV nur auf diesen Punkt, Herr Böhm?
Herr Fleischacker schreibt: Jede Unterschrift drückt den Willen aus, Lehrern und Schülern die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu geben, dass die Schule leisten kann, was sie leisten soll: jungen Menschen unter Rücksichtnahme auf ihre Begabungen die Möglichkeit zu geben zu wachsen und sich zu entfalten."
Es geht im BV um die Bereiche
Kindergarten
Volksschule/Ganztagsschule
Pflichtschule
Höher Bildende Schulen
LehrerInnenAusbildung
und Universitäten.

Antworten Antworten Gast: Richard Böhm
07.11.2011 16:54
2 0

Re: der wesentliche Punkt?

So weit ist die politische Realität aber schon durchschaubar, dass es dabei in erster Linie um einen Vorwand für das kompromißlosen Durchdrückens des Fetischs Gesamtschule geht - der Rest sind durchaus berechtigte Forderungen und schöne Worte, die werden aber schon bald Makulatur sein; genau das habe ich gesagt und bin überzeugt davon. Warten wir doch einfach ein bißchen ab, Frau Sonnenschein. Wäre schön und würde mich freuen, wenn's nicht so ist.

ghost
06.11.2011 11:10
3 0

Leistung und Selbstentfaltung

"Die teils mit erschreckender Verbiesterung vorgetragene Forderung, es müsse endlich wieder Leistung in Form von überprüfbarem Wissen ins Zentrum der schulischen und universitären Ausbildung rücken, geht vollkommen ins Leere."

In einem bürgerlichen Blatt hätte ich mir einen solchen Satz nicht erwartet. Er zeigt auch einen stark theoretischen Zugang und das
Fehlen eines praktischen Bezuges auf.

Meine Erfahrung mit Kindern ist: Wenn man nur auf ihre Entfaltung und ihren Selbstausdruck
wartet, kann das lange dauern.
Eine gewissen Leistungsdruck braucht es - allein schon deshalb, weil manche Kinder nie
auf die Idee kommen würden, Bücher zu lesen und darüber etwas Schriftliches abzugeben.

"Ich kauf mir sicher kein Buch." "Können wir nicht etwas anderes lesen als Romane oder Theaterstücke? Das wird niemand machen."
(Zitate von Schülern)

In den Unternehmen der Privatwirtschaft ist es bekanntlich auch so, dass es hauptsächlich um Entfaltung und Selbstausdruck der Mitarbeiter geht, nicht um die konkrete Leistung, und dass man ohne Leistungsdruck führen kann.
Insofern ist dann die Schule eine direkte Vorbereitung fürs Berufsleben und den internationalen Wettbewerb.


Gast: linzer100
06.11.2011 10:37
1 1

blasiert

Ein weiterer Grund, das Bildungsvolksbegehren nicht zu unterschreiben: Sich das Triumphgeheul der blasierten, uninformierten und voreingenommenen Meinungsmacher aus dem "verbiesteten" (sic: Fleischhacker)Journalismus nicht anhören zu müssen.
A.Starl

grazer100
06.11.2011 05:55
2 0

Jede Unterschrift kann als Dokumentation des Willens interpretiert werden, Kinder und Lehrer vor der Politik und der Lehrergewerkschaft zu schützen

Vielleicht, aber dazu braucht man sehr, sehr viel guten Willen.
Ich denke, dass einen guten Teil der Menschen das Thema Bildung geschweige denn dieses Begehren näher interessiert.

Von denen, welchen das Bildungsniveau wirklich ein Anliegen ist, wird die Mehrzahl (zu der ich mich zähle) nicht unterschreiben.
Nicht nur deshalb, weil dieses Begehren politisch instrumentalisiert wird, von Proponenten im übrigen die nach der Devise "Links reden, rechts handeln" agieren.

Man braucht kein Experte zu sein, um zu erkennen, dass seit geraumer Zeit eine deutliche Abwärtsspirale i.d. schulischen Ausbildung (bis hin zu den Unis) zu verzeichnen ist. An meiner Arbeitsstelle wurden bei einem schriftlichen Test, der von ca 200 Bewerbern (darunter mehr als die Hälfte Akademiker) geleistet werden musste, eklatante Rechtschreibfehler und Schwächen in der Ausdrucksweise geortet.

In solch einer Situation sollte man natürlich nach jedem Strohhalm greifen und daher auch versuchen zu glauben, dass eine Gesamtschule Verbesserungen bringen könnte.
Nur: ich bin kein rektionärer Mensch und Neuerungen aufgeschlossen aber mir gelingt das ganz einfach nicht.
Ich befürchte vielmehr, dass all das, was BM Schmid bislang umgesetzt hat und worauf sie weiter zusteuern will, den Abwärtstrend verstärken wird. Und die Gedanken, die etwa der Bund sozialdemokratischer Akademiker (Abschaffung der Noten usw). dazu beisteuert, passen genau dazu......

Michael
06.11.2011 02:40
2 3

Von Begabung braucht niemand zu sprechen

solange nur auf Zuhören und Schreiben spezialisierte Auswendiglerner gefördert werden.

Es gibt irrsinnig viele "hochbegabte" Menschen (die diesen Titel hassen), welche mit dem starren Schulsystem des Vortragens, Mitschreibens und Wiederkauens nicht zurechtkommen.

Gast: ava
05.11.2011 18:59
0 0

wenn ich ein buch über bildung schreibe

dann pack ich noch mehr begriffe hinein, was schule alles sein soll.
ist für den beitrag darunter gedacht.

3 0

kinder vor politik und gewerkschaft schützen

das glauben sie wohl selbst nicht, herr fleischhacker, dass das bildungsvolksbegehren wahrhaft überparteilich ist und ein großer zuspruch nicht von grün und rot instrumentalisiert werden würde! natürlich ist ein volksbegehren, das die grünen politikerInnen "entern" und dem ein, wenngleich rechtskräftig verurteilter, ehemaliger vizekanzler vorsteht, politisch. NO NA
und inwiefern soll man kinder vor gewerkschaftern schützen? sind die tendenzielle missbrauchstäter? hindern die kinder am lernen? ist das eintreten für die lohninteressen von angestellten irgendwie unmoralisch? sollen die in einer branche anrbeitenden nicht mehr zu ihrer arbeitsplatzsituation stellung nehmen dürfen? wenn sie, herr fleischhacker, die zukunft der lehrer in analogie zu den österreichischen beschäftigten von herrn androsch sehen, kündigbar, wenn wo anders die not billigere angebote hervorbringt, sollten sie dies auch sagen! hätten sie das gerne, lehrer so a la volontär bei der presse, und immer schön aufpassen, damit man vielleicht irgendwann nicht mehr prekär beschäftigt ist? dann bitte sagen, dann wissen ihre unterrichtenden leser auch besser, wofür sie und ihr blatt stehen!

direktor1
05.11.2011 17:29
1 2

Wachsen lassen und entwickeln

■ ■ Schulformen der Zukunft
Für die Umsetzung moderner Bildungspolitik bedarf es ganztägiger Schulformen, die in zeitlicher, räumlicher und personeller Hinsicht so ausgestattet sind, dass sie gesellschaftliche Entwicklungen wenigstens teilweise kompensieren können. Wer realistisch denkt wird wahrscheinlich auch zugeben, dass Privatgymnasien trotz der Einführung der Gesamtschule weiterhin ein attraktives Angebot für Eltern mit begabteren Kindern bleiben werden, da nicht jede örtliche Gesamtschule den Vorstellungen dieser Eltern entsprechen wird.
Unbestritten ist nur die Notwendigkeit einer gemeinsamen Lehrerausbildung, das Entscheidende aber ist die Unterrichtsqualität in der Klasse, die Möglichkeit, auf unterschiedliche Begabungen besser eingehen zu können. PISA zeigt deutlich, dass schichtspezifische Begabungsunterschiede am besten noch vor dem Schuleintritt ausgeglichen werden können, der Grundschulbereich prägt die gesamte Schullaufbahn entscheidend. Kindergärtner und Grundschullehrer sollen daher die bestmögliche Ausbildung erhalten. Die unabhängige Evaluierung der nationalen Schulsysteme nach ihrer Fähigkeit, die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen sowie logisches Denken und naturwissenschaftliche Grundkenntnisse zu vermitteln, ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber der Zeit vor PISA.
Eine zeitgemäße Schule hat nicht nur die traditionellen Grundfertigkeiten und das nötige Allgemeinwissen zu vermitteln, sondern ebenso soziale Kompetenzen, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Konfliktmanagement, was allerdings nicht unterrichtet werden kann, sondern gelebt werden muss.
Auszug aus Kurt Riedl Bildung. Macht. Schule. Novum Verlag Das Buch zur aktuellen Bildungsdiskussion in Österreich


Antworten Dr.Schwejk
05.11.2011 20:00
0 0

dass Privatgymnasien trotz der Einführung der Gesamtschule weiterhin ein attraktives Angebot für Eltern mit begabteren(!) Kindern bleiben werden

LOL

MM
05.11.2011 17:26
8 0

Interpretation

Sehr geehrter Hr. Chefredakteur!

Selbst wenn alle Ihre Argumente richtig wären und die Argumentationskette logisch und nachvollziehbar wäre, wird bei einer großen Zustimmung zum Bildungsvolksbegehren genau Eines passieren:
Es wird von den üblichen Verdächtigen als überwältigendes Votum für die Gesamtschule interpretiert werden - und damit genau das passieren, was Sie so anprangern.

Und wenn ich mir ansehe, wer unter den Unterstützern des Volksbegehrns zu finden ist, bin ich mir endgültig sicher:
Nie und nimmer unterschreibe ich so eine Mogelpackung!

Antworten roger
05.11.2011 17:56
1 0

Re: Interpretation

Das ist das Statement des Tages, gratuliere. Höchstens schade, dass mir das selber nicht eingefallen ist.

0 0

Die Online-Leser

der Presse sind eine Minderheit, eine Quantité négligeable. In der Print-Ausgabe muss man den Text OHNE all die kritischen Kommentare der Online-Lesser schlucken. Das ist einkalkuliert. Der letzte Artikel des CR war EU-kritisch => Ei der Daus, der traut sich was, das ist unser Mann und heute möchte er, dass wir das SPÖ-Begehren zur Einführung der Gesamtschule unterschreiben. Guter Mann, dem kann man vertrauen - kenn mich zwar nicht aus, aber ich unterschreibs auch, wenns der F. sagt............ und die Presse ist ja bekanntlich nicht links..

Antworten Gast: Ehemalige Privatschülerin
05.11.2011 16:11
0 0

Re: Die Online-Leser

Macht nichts Flotte Lotte. Auch wenn die quantitée négligeable draufgeht, es wird zum Nachteil der Schlauen sein. Mein Besen ist zwar kaputt, aber sie alle weden ihn noch fressen.

Gast: lehrerlein
05.11.2011 14:23
10 2

unlogische & unglaubwürdige Position von Fleischhacker!

"Was in der Schule wirklich passiert, interessiert beide ungefähr so wenig wie die Lehrergewerkschaft: Die interessiert sich in erster Linie für Besoldungsfragen."
... ziemlich unlogische Argumentation von Fleischhacker. Ich bin selbst Lehrer und "überzeugtes" Nicht-Gewerkschaftsmitglied. Dennoch frage ich mich, warum eine Gewerkschaft als Arbeitnehmervertretung sich NICHT in erster Linie für Besoldungsfragen interessieren sollte. Genau dafür ist die Gewerkschaft ja da, dass sie die Interessen der Arbeitnehmer vertritt.

Überhaupt erscheint mir die Argumentationslinie von F. diesmal ziemlich krause und schwer nachvollziehbar. Überzeugend (und selbst überzeugt) tritt der Herr Chefredakteur hier nicht unbedingt auf. Mir erscheint es auch so, als ob er hier eine (vom Eigentümer oder auch der IV?) vorgegebene Blattlinie zu vertreten hat, die nicht wirklich seine eigene Meinung darstellt.
Bin schwer enttäuscht von F. bzw. der Presse!!

Antworten Gast: Fatalist
06.11.2011 08:54
0 0

Re: unlogische & unglaubwürdige Position von Fleischhacker!

Was sind denn Sie für eine Heuchlerin?
"Ich bin überzeugtes Nicht-Gewerkschaftsmitglied."
Von den Privilegien die die Gewerkschaft ausverhandelt profitieren auch Sie als "überzeugtes" Nicht-Gewerkschaftsmitglied!

Antworten vantom
05.11.2011 22:09
0 0

Re: unlogische & unglaubwürdige Position von Fleischhacker!

"Das Bildungsvolksbegehren beinhaltet nur eine konkrete Forderung: zurück an den Start. Diese Forderung verdient Unterstützung."

Dem kann man nur voll und ganz zustimmen! Mit einem System in der aktuellen Form, wo Volksschulen am Land um 11:30 den Unterricht beenden, kann man nicht zufrieden sein. Hier herrscht dringend Aufholbedarf. Die Fakten liegen auf dem Tisch und kaum einer traut sich die heiße Kartoffel anfassen. Berufstätige Eltern, die Scheidungsraten, die Kosten für die private Nachhilfe, Kosten für die Tagesbetreuung usw. sind nur einige wenige Punkte der wirklichen Probleme einer 0815 Familie. Von der Ferienbetreuung spreche ich hier noch gar nicht.

Von der Kirche werden Anpassungen an die Realität gefordert und im Bildungssystem gibt es nach wie vor starre Gegebenheiten. Ein bewusst provokanter Vergleich aber im Endeffekt soll er das auch sein.

Re: unlogische & unglaubwürdige Position von Fleischhacker!

Eine Frage, stellvertretend für mehrere Poster ans Lehrerlein gerichtet: Bringen Sie auch Ihren Kindern und Schülern bei, dass jemand, dessen Meinung man nicht überzeugend findet, als bezahlter Agent von irgendjemandem zu identifizieren ist? Das würde erklären, dass die Debatte seit etlichen Schüler- und Lehrergenerationen so läuft, wie sie läuft.

Antworten Antworten Gast: the raptor
05.11.2011 19:06
0 0

Re: Re: unlogische & unglaubwürdige Position von Fleischhacker!

The lady does protest too much.

Ihr Blatt wäre ohne Presseförderung und Inserate des Staates bzw. staatsnaher Betriebe ökonomisch nicht lebensfähig. Natürlich singen Sie des Lied, des Brot Sie essen.


Antworten Antworten Gast: lehrerlein
05.11.2011 16:33
0 5

Re: Re: unlogische & unglaubwürdige Position von Fleischhacker!

die ausdrucksweise 'lehrerlein' zeigt ihre
geringschätzung eindrucksvoll. ist ja keine neue taktik etwas herunterzumachen was man nicht mag-
sie schreiberlein.

Re: Re: Re: unlogische & unglaubwürdige Position von Fleischhacker!

Ähem, ich hab mir nicht den anonymen Posternamen Lehrerlein ausgedacht, das waren schon Sie selbst...

 
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