21.05.2013 22:47 Merkliste 0

Die Macht der Parteien und der Geist der Gesetze

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Österreichs Parlamentarier fordern mehr Ressourcen und mehr Bedeutung. Sind sie bereit und in der Lage, sich aus der Gängelung der Parteien zu befreien?

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Diese Woche war eine Gruppe von Doktoranden und Wissenschaftlern des Göttinger Instituts für Demokratieforschung auf Wien-Besuch. Sie waren überrascht von der schlechten Stimmung, in der sie ihre Gesprächspartner aus Politik, Medien und politischen Wissenschaften antrafen. Das Ansehen von Politik und Politikern sei zwar europaweit nicht besonders hoch, Österreich bilde aber dennoch eine Ausnahme, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Stärker als das empirische Faktum eines signifikant geringeren Vertrauens, das die österreichischen Bürger im Vergleich mit anderen europäischen Nationen der politischen Klasse entgegenbringen, beunruhigte die Göttinger Demokratieforscher der latent depressive Grundton, in dem ihre österreichischen Gesprächspartner die Lage beschrieben.

Nun, warum sollten die politischen Auskenner in der schönen Wienerstadt eine andere Gemütsfärbung aufweisen als die hier wirkenden Kellner, Taxler und Fiaker? Der Österreicher ist unabhängig von Bildungsstand und sozialem Status ein Experte in der Beschreibung abendländischer Untergänge, und der politische Betrieb, der an diesem Wochenende in die Sommerpause geht, liefert dafür reichlich Material. Für jemanden, der mit dem gasförmigen Aggregatzustand der politischen Befindlichkeitsprosa in Österreich nicht vertraut ist, kann so etwas schnell einmal demokratiegefährdend wirken. Aber keine Sorge: Es gibt hier wirklich nichts, was gefährdet wäre.

Österreich ist eine stabile Demokratie, mehr stabil als Demokratie, aber immerhin. Eine parlamentarische Demokratie ist es eher nicht. Experten sprechen von „Parteiendemokratie“ und meinen das gar nicht abwertend. Muss man auch nicht. Man kann gut der Meinung sein, dass die Repräsentation der österreichischen Stimmbürger durch Entscheidungen der Parteibürokratie authentischer erfolgt als durch die Entscheidungen der Wähler.

Es macht nur einen Unterschied: In der Parteiendemokratie agieren die Parlamentarier als Fließbandarbeiter an den verlängerten Werkbänken von Parteien und Vorfeldorganisationen, im anderen sind sie Teilnehmer an einem ergebnisoffenen Wettstreit der Meinungen und Interessen. Die Sieger in diesem Wettbewerb erfüllen die nobelste Aufgabe des politischen Akteurs im demokratischen Gemeinwesen: Sie prägen den Geist der Gesetze.

Im Englischen gibt es für Parlamentarier den schönen Begriff „lawmaker“. Man kann den Reifegrad eines parlamentarischen Systems am Anteil bemessen, den das Hohe Haus und seine Bewohner am Zustandekommen der Gesetze haben. Aber schon der sprachliche Unterschied zwischen einem deutschen „Fraktionsführer“ und einem österreichischen „Klubobmann“ markiert einen eklatanten Kulturunterschied: hier die politisch-intellektuelle Leitfigur einer Weltanschauungsgemeinde, dort der Obervereinsmeier eines politischen Kleingeldsparvereins.


Das wachsende Unbehagen über die Dysfunktionalität unserer politischen Institutionenarchitektur liegt nicht zuletzt in der Diskrepanz zwischen parlamentarischer Rhetorik und realpolitischer Praxis. Ja, es wäre wünschenswert, der österreichischen Demokratie eine stärkere parlamentarische Note zu verleihen. Das geht nicht ohne eine Ausweitung der Ressourcen, die dem Hohen Haus zur Verfügung stehen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn man die Ressourcen jener beschneidet, die heute das tun, was eigentlich das Parlament tun soll – Gesetze machen nämlich: die Ministerial- und Sozialpartnerbürokratien.

Die zweite Voraussetzung für eine Renaissance des Parlamentarismus in Österreich ist eine Änderung der Personalrekrutierung. Diese wiederum wird es ohne massive Veränderungen im Wahlrecht nicht geben. Das Parlament wird sich nur dann gegenüber den allmächtigen Parteien und Verbänden als Zentrum des politischen Geschehens etablieren können, wenn nicht mehr die Parteizentralen, sondern die Wähler direkt entscheiden, wer sie vertritt.

Vielleicht können wir die Vertreter des Demokratieforschungszentrums bei ihrer nächsten Wien-Reise ja noch einmal überraschen.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2012)

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27 Kommentare
 
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Gast: Ignotus
08.07.2012 21:23
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Verallgemeinerung?!

Sg.Herr Chefredakteur,
so sehr ich ihre Analysen treffend finde, der Ausdruck "Österreicher" als partieller Bestandteil der Wiener und Umgebung für die anderen Bundesländer ist schlicht nicht gerechtfertigt! Die literarisch oft beschriebene "Untergangsstimmung" der Fäaken trifft eben nicht für Westösterreich (Vbg.-OÖe) zu!
Also, bitte in der Sprachwahl etwas exakter zu sein!
Weil: Kurier; Krone; Österreich et al setzen ohnehin schon Wien mit Österreich gleich!
Ich verwehre mich dagegen!

Aufwertung von „wilden Abgeordneten“ zur Aufweichung des Clubzwangs?

Die Disziplinierung und Gängelung von Abgeordneten durch ihre Mutterpartei ist in Österreich schon ärger als anderswo. Die Allmacht der Parteien zeigt sich ja auch bei der Behandlung von Vorzugsstimmen, wo der Wählerwille manchmal krass missachtet wird.

Und wenn sich in Österreich ein Abgeordneter erfrecht, den Clubzwang zu missachten, muss er als Abweichler mit Sanktionen rechnen und sich möglicherweise als „wilder Abgeordneter“ durchschlagen.

Deshalb müsste man charakterstarken, ideenreichen Abgeordneten die logistische Möglichkeit bieten, sich vorübergehend oder längerfristig auch als unabhängige Einzelperson im Parlament behaupten zu können.

Fraktionslose Abgeordnete sollten vielleicht auch weiterhin durch eine Art Vorzugsstimme gewählt werden können, indem sie auf dem Wahlzettel namentlich aufscheinen. Gibt es das bereits irgendwo?

Wenn solche Abgeordnete genügend Möglichkeit haben, sich am Rednerpult zu Wort zu melden und ihre Ideen auch von den Medien entsprechend zur Kenntnis genommen werden, müssten die etablierten Parteien den Clubzwang etwas lockern, um nicht ihre besten Pferde zu verlieren.

Dies würde vielleicht eine frische Brise in den abgestandenen Mief des Nationalrates bringen.


Nur als Ergänzung

http://politropolis.wordpress.com/2012/07/07/die-fixen-osterreicher-voll-auf-esm-kurs-kritiker-alles-populisten/
Lesenswert. So urteilt man im Ausland über Österreichs Parlamentarismus.

es gibt keinen "veränderung der personalrekrutierung" durch änderung des wahlrechts...



es tut mir ja sehr leid, dass ich die EINE fixe idee, auf die der herr CR sooo stolz ist zerstören muss, aber zu meinen, dass man mit einem mehrheitswahlrecht "bessere abgeordnete" aus dem hut zaubern wird, ist ein trugschluß.

beweis: einfach die länder mit mehrheitswahlrecht anschauen. weder sind die abgeordneten dort von "den parteien" unabhängiger wenn sie gewählt sind, noch sind die "parteibürokratien" dort mit weniger einfluss versehen als bei uns.

in GB ist es am klarsten, dort haben die jeweiligen parteiführungen auf verschiedenerlei art ein praktisch totales durchgriffsrecht auf die nominierung von kandiaten in allen wahlkreisen.

die vorstellung, durch ein mehrheitswahlrecht kommt man zu einem besseren parlament ist daher, wie das meiste was hier so geschrieben wird, ein rechter holler, der auf unwissenheit basiert.


parteiendemokratie versus parlamentarische demokratie?


das ist der neueste popanz, den das möchtegern-genie da aufbaut.

erstens mal gibt es nur demokratie mit parteien. es gibt nur parteiendemokratie, eine andere hat es in der moderne nie gegeben. wer so tut, als könnte man auf parteien verzichten oder müsste man nur die abgeordneten "unabhängiger" machen (wie?) hat entweder keine ahnung (siehe der obige kommentar) oder spricht wider besseres wissen (was man im falle fle getrost ausschließen kann).

zweitens ist der gegensatz zu einer "echten" parlamentarischen demokratie nicht gegeben, da auch die länder, mit den unabhängisgsten abgeordneten, den brillantesten rednern, den bestausgestattetsten volksvertretungen PARTEIENDEMOKRATIEN sind, egal ob in usa, GB oder frankreich oder deutschland.

drittens ist es auch in ländern, die über bessere redner, gescheitere abgeordnete etc. verfügen so, dass die kandidaten bzw. abgeordneten von parteien nominiert werden, und auf die unterstützung durch parteien angewiesen sind. abgeordnete die völlig unabhäbgig von parteien sind, gab es nicht, gibt es nicht und kann es in einer modernen massendemokratie auch nicht geben, nicht in ö, nicht in GB, nicht in der, nicht in der vergangenheit, nicht in der gegenwart, nicht in der zukunft, NIE UND NIRGENDS.


Re: parteiendemokratie versus parlamentarische demokratie?

Ich bin geneigt Ihnen zuzustimmen. Was aber ist die Lösung?
Denn die Personen an den Parteispitzen dieses Landes haben (ganz, ganz wenige Ausnahmen gibt es) Ramschstatus. Ganz objektiv. Und es sind die, die den Rest steuern. Und da ist es nunmal egal, ob von diesen Verbleibenden der eine oder andere noch einigermassen helle wäre.

Re: Re: parteiendemokratie versus parlamentarische demokratie?


es gibt keine "lösung" in dem sinne von: machen wir A (mehrheitswahlrecht) und wie von zauberhand sind die abgeordneten besser, gescheiter, brillanter.

die österr. abgeordneten sind wie sie sind (leider), man kann nur versuchen das parlament aufzuwerten, etwa in dem man ihm mehr mittel, personal etc. zur verfügung stellt.

wenn das ansehen des parlaments größer wird, dann werden sich auch bessere leute finden da hereinzugehen.

das ständige diffamieren als unnütze quatschbude, das ständige abwerten der abgeordneten ("parteisoldaten") oder das "reformieren" per teilweiser abschaffung (100 abgeordnete sind genug! oder doch nur zehn? oder null?) wird hingegen die situation nicht verbessern. ebensowenig das abwerten des parlamentarismus durch forcierung inflationärer plebiszite.


Re: Re: Re: parteiendemokratie versus parlamentarische demokratie?

Kennen Sie das?
Aus irgendeinem unerfindlichen Grund kommt eine Antwort nicht durch. Dann geht man´s umformulieren, wer weiss, an welchem Wort man sich hier stösst.
Aber kein Erfolg.

Kurz & Schlecht, offenbar lässt sich das hier nicht weiterdiskutieren. Schade.

Re: Re: Re: Re: parteiendemokratie versus parlamentarische demokratie?


kenn ich das problem. aber vielleicht hassen sie mich eh schon in diepresse.com, ich mach ihnen ja soviel arbeit wie alle anderen poster zusammen!

Re: Re: Re: parteiendemokratie versus parlamentarische demokratie?

Oder umgekehrt. Zumindest, wenn man den Europa-Gedanken ernst nimmt.

Was die "besseren Leute" betrifft, bin ich skeptisch.
Waren Sie schonmal bei einer Parteiveranstaltung? Dort müssen Sie mit der Lupe nach Inhalten suchen. Entsprchend gering dürfte das Interesse *inhaltlich* Interessierter sein.

Meine einzige Idee: Ich halte die USA nicht für die Top-Demokratie schlechthin. Aber zumindest die direkte Wahl pro Wahlkreis hat für mich Charme. Unbestritten: Viele Details wären da noch zu klären.

Re: Re: Re: Re: parteiendemokratie versus parlamentarische demokratie?


das us-amerikanische wahlsystem ist aus vielerlei gründen eine demokratiepolitische katastrophe.

-zum ersten aufgrund des "gerrymandering" genannten prozesses, die wahlkreise des repr. hauses, je nach mehrheitsverhältnissen in den einzelnen bundestaaten, zugunsten der mehrheitspartei zuzuschneiden. das öffnet der manipulation tüt und tor - und sowas fällt z.b. bei einem proportionalwahlrecht wie bei uns komplett weg.

-zweitens weil es zu einem rigiden zwei-parteien-system geführt hat, die demokratische auswahl also empfindlich eingeengt ist. also wieder ein vorteil für unser proportionalsystem, wo wir stand 2012 immerhin fünf parteien im nr vertreten haben.

-drittens kann man auch nicht ernstlich behaupten, die abgeordneten dort wären "unabhängiger" von ihrer partei, das trifft überhaupt nicht zu.

Re: Re: Re: parteiendemokratie versus parlamentarische demokratie?

Oder umgekehrt. Zumindest, wenn man den Europa-Gedanken ernst nimmt.

Was die "besseren Leute" betrifft, bin ich skeptisch. Es ist ja nicht so, dass es nicht genügend Leute gäbe, die z.B. zumindest des Lesens mächtig wären und den Job somit inhaltlich besser machen könnten. Und die woandars auch nicht mehr dafür bekommen.
Die im Artikel angesprochene "Parteiendemokratie" verstehe zumindest ich als Kritik an einem System, in dem Qualifikation Nichts und Einschleimen Alles zu sein scheint. Wie anders kann man sich die Zusammensetzung dieser Truppen sonst erklären? Genau das könnte inhaltlich Interessierte schon von Anfang an mächtig abschrecken.
Waren Sie schonmal bei einer Parteiveranstaltung? Dort müssen Sie mit der Lupe nach Inhalten suchen.

Meine einzige Idee: Ich halte die USA nicht für die Top-Demokratie schlechthin. Aber zumindest die direkte Wahl pro Wahlkreis hat für mich Charme. Unbestritten: Viele Details wären da noch zu klären.

Gast: So gehts
07.07.2012 10:05
3 1

Der Klubzwang ist das Übel

Solange im Parlament der Klubzwang herrscht, wird es keine Besserung geben können. Die AbgzNR werden von der Regierung in Geiselhaft genommen und als Ab-Stimmvieh gehalten!

Eine anonymisierende Abstimmungsanlage muss her, und es wird sofort anders werden. Dann wären die Parteien endlich dorthin gedrängt, wo sie hingehören.

Das freie Mandat wäre endlich frei!

Antworten Gast: Gast: Leser
07.07.2012 13:20
1 0

Re: Der Klubzwang ist das Übel

Das wäre natürlich der Idealzustand, ist allerdings aus rein praktischen Gründen nicht machbar. Kein Abgeordneter kann (rein zeitmäßig, sogar wenn er es wollte und auch sachlich verstehen würde) auch nur einen Bruchteil der vielen Gesetze (samt dazugehöriger Unterlagen) vollständig lesen. Das obliegt den parlamentarischen Unterausschüssen, wo eine begrenzte Anzahl von sachlich und fachlich mit dem jeweiligen Thema (beruflich) befassten Abgeordneten mit Experten die Gesetze ausformulieren. Alle anderen Abgeordneten müssen sich dann darauf verlassen, was ihnen der Klubobmann erzählt bzw. und auch sagt, wie sie abstimmen sollen. Oder glauben Sie, dass auch nur 10% der Abgeordneten z.B. alle 400 Seiten des EU-Lissaboner Vertrages gelesen haben? Wäre gar nicht möglich gewesen, allerdings abgestimmt haben sie schon darüber. Das ist leider die Realität, nicht nur in Österreich.

fleischhacker deutet es nur an:

das grundübel der ösi-verfassung liegt in der nur auf dem papier existierenden gewaltentrennung.
in der realität sind exekutive und legislative ein und dasselbe. die justiz ist konsequenterweise nur der wurmfortsatz.

vermutlich ist diese gewaltentrennung nirgendwo in korrekter art existierend.
um in ö zumindest ein bisschen korrekter zu sein, wäre wohl eine radikaltrennung von nr und exekutive notwendig, auch eine räumliche = betretungsverbot des parlaments für regierungsmitglieder, verbot von regierungsvorlagen, jederzeitige abwahlmöglichkeit von einzelnen ministern u.ä.m.

Antworten Gast: So gehts
07.07.2012 10:08
2 1

Re: fleischhacker deutet es nur an:

Das Grundübel ist aber der Klubzwang - der die Abg entmündigt und zu Ab-stimmvieh degradiert!

Der NR hätte die Regierung zum regieren zu zwingen und nicht umgekehrt!

Die Regierung ist ein ausführendes Organ des NR - bei uns umgekehrt!

Re: Re: fleischhacker deutet es nur an:

der clubzwang ist allerdings kein ö-phänomen.
sogar in ländern wie italien, wo im parlament anonym abgestimmt wird, gibt es diesen und die abgeordneten halten sich daran.

ich sehe daher wenig möglichkeiten, etwas abzuschaffen oder zu verbieten, woran sich die betroffenen offenbar freiwillig halten...a

Re: Re: fleischhacker deutet es nur an:

vollkommen falsche analyse
die abgeordneten sind schon apriori entmündigt..nicht durch den klubzwang, sondermn durch das listenwahlrecht. sie verdanken ihr mandat nicht dem wähler, sondern ihrer partei..daher gehört ihre loyalität der parteileitung.
das angesächsische mehrheitswahlrecht ist das einzige, das ein wirklich freies und unabhängiges mandat erlaubt. mischformen von persönlichkeitswahlrecht mit parteilisten sind reines makeup..betrug am wähler.

Re: Re: Re: fleischhacker deutet es nur an:

aber auch in usa und gb wird 'en bloc' abgestimmt. die allermeisten dort halten sich trotz ihres unabhängigen mandats an das zuvor ausgemachte vorgehen.

Re: Re: Re: Re: fleischhacker deutet es nur an:

in den usa muss sich der "einpeitscher" um mehrheiten bemühen..die fälle in denen der president trotz mehrheit seiner partei gesetze nicht durchbringt sind legion

Vollinhaltlich einverstanden - fast :)

Die Direktwahl der Abgeordneten MUSS kommen.

Doch leider ist es nur - wieder einmal - ein Sommerlochthema.

Seit ich denken kann, wird der verfassungswidrige Klubzwang beklagt, seit ich denken kann, klagt niemand dagegen, beschwert sich niemand, schert niemand aus.

Und nachdem der Eindruck frisch ist, den ich vor 3 Tagen anläßlich der NR-Sitzung zu ESM und Fiskalpakt gewonnen habe (nebenbei: die Sprecherin des ORF wurde offenbar direkt aus der DDR übernommen), wundert mich das auch nicht.

Vielleicht sind ja Journalisten durch den täglichen Umgang an das Auftreten von Politikern (egal welcher Couleur) gewöhnt und können gar nicht ermessen, welch katastrophale Performance, gemessen an anderen vergleichbar "anspruchsvolleren" Berufsfeldern, hier geliefert wird.

Die Auswahl, die die Parteien treffen, ist ganz offensichtlich unzulänglich.

Es kann doch nicht sein, dass wir das ewig akzeptieren, schon gar nicht für die Krisen, die in den nächsten Jahren noch auf uns zukommen werden.


Antworten Gast: Gast: Leser
07.07.2012 13:22
0 1

Re: Vollinhaltlich einverstanden - fast :)

Kann Ihnen bezüglich der ORF-Sprecherin nur völlig Recht geben - ich war ehrlich entsetzt.

Re: Vollinhaltlich einverstanden - fast :)

"Die Direktwahl der Abgeordneten MUSS kommen.
"

dann vertritt der abgeordnete halt nicht die interessen seiner ihn nominierenden partei sondern die interessen seiner financiers bzw (bei eigenfinanzierung) seine eigenen...

es gibt ja genügend staaten mit direktwahlen von abgeordneten. in welchem ist aus diesem grund die situation besser als bei uns?

Es heißt ja,

jedes Volk hat die Regierung und die Politiker, die es verdient.

Und genauso kann man sagen: Jedes Volk hat die Gesetze, die ihm und seiner Geisteshaltung entsprechen.

Von der Tugend, das Gemeinwohl über persönliche Interessen zu stellen, laut Montesquieu das hervorstechende Prinzip der Demokratie, ist in der österreichischen Spielart der Demokratie nicht mehr viel übrig, wenn man sich die laufenden Gerichtsverhandlungen und U-Ausschüsse vor Augen hält, in denen Politiker eine unrühmliche Rolle spielen.

Es steht zu befürchten, dass die etablierten Parteien ihre schwarzen Schafe so weit wie möglich schützen werden, nach dem gängigen Prinzip „er ist ein Schweinehund, aber er ist UNSER Schweinehund.“

Die immer wieder auftauchende Forderung frustrierter Staatsbürger nach einer Änderung des Wahlrechts ist deshalb nicht verwunderlich.

Nur würde der Antrag auf Einführung eines Persönlichkeitswahlrechts im Nationalrat vermutlich keine Mehrheit finden.

Dazu ist nämlich das Besitzstanddenken der Parteifunktionäre viel zu stark in der österreichischen Politmentalität verankert. Somit beißt sich die Katze in den Schwanz. Und alles bleibt, wie es ist.....


Re: Es heißt ja,

weder haben wir die gestümperte verfassung verdient noch den kronenkanzler

Österreich muss verschweizert werden !!


Die jetzige Pseudodemokratur, sozialpartnerschaftlich abgesegnet, ist in Wirklichkeit eine Pensionisten/Ruhegenüssler und Transferempfänger Kinder-Ausplünderungs-Mafia !!

Es geht auch anders:

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/schweiz-bund-kanton-gemeinde-finanzen-1.15344128

 
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