22.05.2013 08:19 Merkliste 0

Die Bildungspolitik wurde links liegen gelassen

RAINER NOWAK (Die Presse)

Claudia Schmied hat(te) es nicht leicht. Ihr Ziel, eine einzige einheitliche Schulform für alle Zehn- bis 14-Jährigen, wird sie nicht durchsetzen. Auch echte Reformen nicht.

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Das Bild, das Claudia Schmied zur Veranschaulichung der österreichischen Bildungspolitik am liebsten strapaziert, ist stets jenes mit dem Bohren dicker Bretter. Das Problem: Die zuständige Ministerin hatte nie das Gerät dazu. Ohne tiefe Verankerung in der Partei, ohne volle Unterstützung des Parteichefs und ohne 100-prozentigen Killerinstinkt für nächtliche Verhandlungen mit Gewerkschafter Fritz Neugebauer konnte sie nicht erreichen, was sie sich vorgenommen hatte. Nämlich endlich den alten Traum der Linken zu verwirklichen: eine Schule für alle, fast klassenlos. Zwar ist ihre Argumentationslinie, dass die wichtigste und folgenreichste Entscheidung, nämlich welcher Ausbildungsweg eingeschlagen wird, nicht bei Zehnjährigen, sondern besser bei 14-Jährigen getroffen werden sollte, schon richtig.

Allein, die Qualität dieses gemeinsamen Unterrichts wäre dann das allerwichtigste Kriterium für Erfolg oder Nichterfolg des gesamten Schulsystems. Wenn also kaum AHS-Lehrer dazu bereit sind, in eine dieser Neuen Mittelschulen zu wechseln, obwohl sie dort viel Geld und Aufmerksamkeit erwartet, hilft auch das schönste skandinavische Beispiel nichts: Die Lehrer fürchten, dass es sich nur um Hauptschulen mit neuem Namen handelt, und bleiben an den Gymnasien. Dies wie Schmied mit dem Standesdünkel, den es in der Lehrerschaft wie in jeder Berufsgruppe gibt, abzutun wird das Vertrauen in die neuen Bildungseinrichtungen wohl nicht stärken. Und: Wenn in Österreichs Privatschulen die Anmeldelisten länger und länger werden, muss die Mutmaßung erlaubt sein, dass immer mehr Eltern ihre Kinder nicht zur Verbesserung des Pisatests in die öffentliche Schule ums Eck schicken, sondern einen eigenen, wenn auch kostspieligen Weg gehen wollen.

Soll heißen: Die voranschreitende Differenzierung des Schulsystems lässt sich auch im Bildungsressort nicht verhindern, auch nicht, wenn man das Gymnasium in seiner jetzigen Form finanziell austrocknet. Die alte Hauptschule abzuschaffen, stattdessen die Neue Mittelschule mit etwas ambitionierteren Zielen und mehr Geld auszustatten, war hingegen ein Gebot der Stunde. Wenn sie dem Gymnasium Konkurrenz machte, wäre das nur gut. Die hat noch keinem geschadet.

Und das Hauptproblem jeder echten Bildungsreform blieb auch unter Schmied unangetastet, wurde im Gegenteil noch größer, weil mächtiger: Die Gewerkschaft bestimmt in Österreich nicht nur, welcher Lehrer wie weiterkommt, sondern, was politisch möglich ist. Das ist in etwa so, als würden nicht Chefredakteure, Redakteure und Verlagsmanager vorgeben, wie eine Zeitung aussieht, sondern der Betriebsrat. Oder als ob Automobil-Konzerne ihre neuen Modelle nicht von Entwicklern und nach Marktstudien bauen und auf den Markt bringen lassen würden, sondern von der Gewerkschaft entwerfen ließen. Genau in allen Fällen würde dies zum Aus der jeweiligen Marke führen.

Aber was für unsere Kinder am besten ist, bestimmen Fritz Neugebauer und seine Nachfolger. Daher muss vor jeder echten Reform eine Überwindung dieses Widerstandes stehen, Streiks und alle anderen Rituale inklusive. Ein solcher Kraftakt wäre sinnvoller als im Wochenrhythmus PR-Veranstaltungen in Pressekonferenz-Format abzuhalten und mit Hannes Androsch und anderen Wohltätern den Wert der modernen Bildung zu besingen. Hört sich nett an, ist aber völlig belanglos.


Natürlich bräuchte man für mögliche echte, nicht ideologisch motivierte Reformen, wie etwa die Einführung von Bildungsschecks, die man in anderen Ländern bekommt und der Schule der Wahl abliefert, und/oder echte Autonomie von Schulen, die volle politische Unterstützung. Werner Faymann ließ seine Ministerin mehrmals im Regen stehen, ob gegen die Gewerkschaft oder den Koalitionspartner. Das könnte sich unter einem möglichen Nachfolger Josef Ostermayer durch die persönliche Nähe zum Kanzler ändern.

Leider, die Bildungspolitik war und ist in der Regierung Faymann nie so wichtig (gewesen), wie es auf den Wahlplakaten zu lesen und in den Sonntagsreden zu hören war. Das ist das vermutlich schlimmste Versäumnis dieser Legislaturperiode. Und dieses Kanzlers.

 

E-Mails an: rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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44 Kommentare
 
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Gast: keterum kenseo
15.07.2012 18:28
0 0

Nur schenbar OT:

Der Zusammenhang mit der Schmidschen Bildungspolitik lässt sich leicht herstellen:

http://www.pi-news.net/2012/07/osterreich-deutschkenntnisse-diskriminierend/

Wer "bräuchte" schreibt,

dem graut auch nicht vor größeren Fehlern.
Übrigens: "Reform" heißt, die ursprüngliche (richtige, alte, eigentliche) Form wieder herzustellen...

Gast: asterixdergallier
12.07.2012 22:27
1 1

Guter Vergleich

"Das ist in etwa so, als würden nicht Chefredakteure, Redakteure und Verlagsmanager vorgeben, wie eine Zeitung aussieht, sondern der Betriebsrat. Oder als ob Automobil-Konzerne ihre neuen Modelle nicht von Entwicklern und nach Marktstudien bauen und auf den Markt bringen lassen würden, sondern von der Gewerkschaft entwerfen ließen."
oder als ob OpernsängerInnen bestimmen, wie sie Ihre Stimme einsetzen wollen und nicht Opernregisseure
oder als ob Vortragende mitbestimmen würden, welche technischen Möglichkeiten sie am Veranstaltungsort vorfinden und nicht der Veranstalter

Gast: Bildungsnichtexperte
12.07.2012 22:21
2 0

Starker Tobak

"Allein, die Qualität dieses gemeinsamen Unterrichts wäre dann das allerwichtigste Kriterium für Erfolg oder Nichterfolg des gesamten Schulsystems. Wenn also kaum AHS-Lehrer dazu bereit sind, in eine dieser Neuen Mittelschulen zu wechseln..."
ist schon starker Tobak gegen alle PflichtschullehrerInnen Österreichs.

Gast: astray
12.07.2012 21:05
4 0

schmied

auch herr nowak hat anscheinend die strng marxistische grundhaltung dieser linksextremen ministerin nicht durchschaut.
dieser gehts nur um sozialistischen einheitsbrei,nicht um die bildungschancen für ärmerere.denn die haben ihre chancen bei entsprechender begabung im gymnasium-ab dem 10.lebensjahr!

Gast: NMS Lehrerin
12.07.2012 16:32
6 0

Die NMS wurde nur im "Probedurchgang" mit Geld überschüttet!

...."stattdessen die Neue Mittelschule mit etwas ambitionierteren Zielen und mehr Geld auszustatten, war hingegen ein Gebot der Stunde."...

Der eigentliche Skandal/Betrug ist, dass ab den diesjährigen 1. Klassen nur mehr je 2 Std D,E,M im Teamteaching unterrichtet werden. Die restlichen Stunden darf einer alleine mit der ziemlich heterogenen Klasse "wursteln".(="ambitonierte Ziele?"-"mehr Geld"?)
denn offensichtlich wurde jetztim BM bekannt, dass die versprochene Art (je 2 Lehrer/innen in allen D,E,M Stunden) zu teuer ist.

(Der Einwand, dass schulautonome Stundeneinsparungen anderswo das ausgleichen können, darf nicht berücksichtigt werden, da Einsparungen logischerweise eben anderswo Nachteile bringen)

Null Bildungspolitik? (b)



Wie rasch wird an konkret wirksamen methodischen Verbesserungen gearbeitet? An der Hebung der personellen Ressourcen? An der Modernisierung der Lernausstattungen und an den räumlichen Gegebenheiten, wo insbesondere in Bundesschulen Lehrkräfte oft in Käfighaltung leben und arbeiten müssen?

Wer will und wird über die nicht wenigen kleinen Fortschritte in den letzten Jahrzehnten hinaus, von denen einige noch umzusetzen sind, eine zukunftstauglich umfassende Bildungs- und Ausbildungspolitik in Angriff nehmen und durchhalten?

Null Bildungspolitik? (a)

Die Bildungspolitik wird links liegen gelassen. Für die Bildung tragender persönlicher Qualitäten mit eingebundenen Ausbildungen konkret nutzbezogener Qualifikationen haben Frau BM Schmied u. Co. leider nichts am Hut. Ihnen geht es um die völlige Verzwecklichung des Lernens in abprüfbaren Kompetenzen. Außen vor bleiben Bestärkungen des Bewährten und zukunftsweisende Erneuerungen, was an Inhalten erworben werden soll – an Wissen (Gedächtnisinhalten), Erkenntnissen (Denkinhalten), Wert- und Willensgehalten sowie an Inhalten der Fertigkeiten.

Die krasse Herabsetzung der Anforderungen zur Zentralmatura in Deutsch spricht Bände.

Hinzu kommt (links liegend, aber mehr noch unterhalb) zweierlei: a) die Einschränkung der Bemühungen auf eine Fortsetzung der Gesamtschule bis 14 (Was ist mit dem 9.allgemeinen Schulpflichtjahr?) und b) die einlinige verschulende Wertung zur Matura und zu Hochschulstudiem (egal welchen Inhalts).

Die Vielfalt weiterführender Lernmöglichkeiten einschließlich der Dualen Berufsbildung der Lehrlinge etc. und die unterschiedlichen persönlichen Stärken drohen unterzugehen. Die Lebenszuschnitte als Fachkräfte, als Unternehmer etc. fallen der Abwertung anheim. Ob jene Menschen, die trotz aller Anstrengungen im Konkurrenzkampf „nach oben“ nicht mitkommen, lediglich Versorgungsfälle werden, liegt allzu nahe.

0 0

Ihnen geht es um die völlige Verzwecklichung des Lernens in abprüfbaren Kompetenzen.

Dieser Satz verdient es wiederholt zu werden!!!!

9 1

Die Bildungspolitik wurde links liegen gelassen

Links, völlig richtig. Man hat sie Frau Schmied, ihren "Bildungswissenschaftern" und dem Bifie überlassen. Wo war die ÖVP?

Mit medialer Unterstützung wurde das Bild vom faulen und reformunwilligen Lehrer geprägt, PISA-Ergebnisse einseitig aufgebauscht und passende "Studien" präsentiert, in deren Schatten man das Bildungssystem grundlegend "reformieren" konnte.

Die NMS wurde mit Geldern überschüttet, die AHS und BHS im Gegenzug ausgehungert, mit kompetenzorientierten Geschwafel wurden die Lehrpläne verwässert (sodass sich sogar die Juristen weigerten, eine neue Leistungsbeurteilungsverordnung aufzusetzen), mit der "modularen Oberstufe" (Aufsteigen mit etlichen nicht absolvierten Modulen) und der Zentralmatura (drastische Senkung des Niveaus) wurde sichergestellt, dass die Absolventen der NMS auch maturieren können.

Diese "Reformen" werden das Bildungssystem auf Jahrzehnte aushöhlen und Maturanten am Fließband, aber auf niedrigem Ausbildungsniveau, wie von den Linken gewünscht, produzieren.

Gast: NMS Lehrerin
12.07.2012 10:43
5 0

Viele Probleme

...."Die Lehrer fürchten, dass es sich nur um Hauptschulen mit neuem Namen handelt, und bleiben an den Gymnasien."...

Ganz so einfach ist das nicht. (Denn die HS bzw NMS ist nur im Wiener Raum ein Graus und daher von vornherein abschreckend).
Ein weiterer möglicher Grund : zwei Arbeitsplätze.
Von "unsreren" BHS Lehrer/innen hat niemand die volle Lehrverpflichtung an unserer Schule, sie pendeln zwischen NMS und BHS 25 km hin und her, sind an beiden Schulen zu vielerlei "Nebenarbeiten" eingeteilt (Projekte, ev.Konferenzen) Wer will das schon freiwillig, wenn er die Möglichkeit hat, an EINEM Arbeitsplatz zu sein.


4 0

Im Sport ...

... wissen wir, dass wir schon früh die Besten fördern müssen. Und auch, dass harter Einsatz und Leistungswille erforderlich sind.
Nur die besseren Denker stecken wir in die Einheitsschule!
Dabei: Wer verdient mehr, ein Fussballer oder ein Ingenieur?

Für Interessierte:
http://www.schuelerbegehren.at/index.php/component/content/article/86-gastkommentar-jf

Antworten Gast: XX2
12.07.2012 14:16
1 2

Die schlechteren

fördern wir also gar nicht mehr? Seltsame Schullogik.

4 0

Re: Die schlechteren

DOCH!
Derzeit werden NUR die schlechteren gefördert und die besseren behindert!
Und die Einheitsschule nivelliert brutal nach unten!
Das Niveau muss sich doch am Großteil der Klassenschüler orientieren. Damit werden die schneller Lernenden unterfordert - und teils so verzogen, dass sie große Probleme bekommen, diese anerzogene Unterforderung zu überwinden.
Es geht um etwas ganz Elementares: Wenn wir auch in Hinkunft Spitzeningenieure, -Wissenschafter, -Ärzte wollen, dann müsen wir sie rechtzeitig fördern.
Ausbildung sollte ideologiefrei betrachtet werden!

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Re: Re: Die schlechteren

Blödsinn! Im Moment werden weder die besonders guten noch die besonders schlechten Schüler gefördert, sondern der ganzen Klasse Einheitsbrei serviert. Wer nicht mitkommt, muss hoffen, dass die Eltern Nachhilfe bezahlen (können) - und dass besonders begabte Schüler nicht ausreichend gefördert werden, darin sind wir uns ja einig.

Und was das ideologiefreie Betrachten von Ausbildung angeht - da sollten Sie zuallererst einmal vor Ihrer eigenen Türe kehren.

0 2

Re: Im Sport ...

Sinnlose Argumentation: Auch im Sport fangen die Besten im Nachbarschafts-Fußballverein an - abgesehen davon, dass im Rapid/Austria/usw.- Nachwuchs eben die Besten spielen, im Gymnasium aber vor allem Akademiker-Kinder und nicht die "Besten" eines Jahrgangs sitzen (was auch immer das im Alter von 10 Jahren heißt).

Die Energie, die in den Streit um die Frage: "Gesamtschule: ja oder nein?" investiert wird, sollte lieber in sinvolle Reformen (Lehrerausbildung, Schulautonomie etc.) gesteckt werden, bis individuelle Förderung durch gutes Lehrpersonal der Regelfall ist. Dann können wir uns diese ganze Diskussion sparen.

Und beim Einkommen gewinnt wohl der Ingenieur - denn 99,7% aller Fußballer spielen ohne Bezahlung in Amateurclubs. Und wenn wir nur die 0,3% Top-Verdiener betrachten, dann haben Steve Jobs oder James Dyson immer noch die Nase vorn.

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Re: Re: Im Sport ...

Sinnerfassendes Lesen ist offensichtlich nicht Ihre Stärke!
Ihre Beispiele der Topverdiener sind keine Ingenieure, dafür gibt es bei ihnen extreme Eliteschulen.
Ich forderte auch nicht eine differenzierte Schule bis 10 Jahre.
Fußball kennt wie Skifahren, Schwimmen, extrem sportfördernde Schulen. Dazu gibt es Skouts, ... die nach Talenten suchen, die dann radikal anders ausgebildet werden.
In meinen Schulklassen waren nur 2-3 Akademikerkinder. Aber es stimmt: Fast alle Eltern schauten darauf, dass wir gut lernten. Auch heute gibt es viele AHS-Klassen, in denen die Akademikerkinder krass in der Minderzahl sind.

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Re: Re: Re: Im Sport ...

Die "extremen Eliteschulen" gibt es erstens auch im aktuellen Schulsystem und entsprechen zweitens in Ihrem Vergleich wohl eher den "extrem sportfördernden Schulen" als das Gymnasium - es wandert ja auch nicht ein Drittel eines Jahrgangs auf solche Schulen, oder?

Der Punkt ist doch: wenn guter Unterricht geboten wird, in dem die Schüler individuell gefördert werden, ist es vollkommen egal ob sie in einer Gesamtschule oder in einem differenzierten Schulsystem ausgebildet werden. Und solange das nicht so ist, wird der Großteil der SchülerInnen hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Die gesamte Bildungsdebatte konzentriert sich also leider auf eine im Prinzip irrelevante Frage.

Und wieso Steve Jobs und James Dyson keine Ingenieure sind, leuchtet mir nicht wirklich ein. (Gut... mittlerweile leiten/leiteten sie die Unternehmen, die sie als Ingenieure aufgebaut haben - das muss in obigem Vergleich aber durchgehen).

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: asterixdergallier
12.07.2012 22:40
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Re: Re: Re: Re: Im Sport ...

"Der Punkt ist doch: wenn guter Unterricht geboten wird, in dem die Schüler individuell gefördert werden, ist es vollkommen egal ob sie in einer Gesamtschule oder in einem differenzierten Schulsystem ausgebildet werden."
Ich frage mich immer wieder, warum in Musikschulen hauptsächlich Einzelunterricht erteilt wird, wenn es doch "gute PädagogInnen" schaffen müssten heterogen zusammengesetzte Gruppen von 20 bis 25 SchülerInnen "individuell zu fördern"?
Wo liegt der große Unterschied zwischen der forcierten Ausbildung der Feinmotorik (Musik) und anderen Gehirnleistungen?

1 0

Der Unterschied:

Sie wünschen sich etwas und das ist für Sie die Wahrheit, und ich halte mich an Fakten.

Beide waren nie Ingenieure, auch wenn Sie sich das noch so sehr wünschen.

Dafür waren beide in Akademiker-Familien: Gates Vater war wohlhabender Anwalt, und Jobs
wurde von Akademikern adoptiert (auf ausdrücklichen Wunsch seiner leiblichen Eltern!).

Gates brillierte in der Schule und studierte in Havard - also einer extrem gleichmacherischen Universität (oder ist sie doch sogar eine extreme Eliteschule?).
Jobs studierte nicht fertig und betrog seinen ersten Partner gleich um den Großteil ihrer ersten Gage.

Tut mir leid!

0 1

Re: Der Unterschied:

Von Bill Gates war hier nie die Rede (auch wenn der als Programmierer ebenfalls als Ingenieur - oder zumindest Techniker durchgehen sollte).
Über Jobs (übrigens NICHT von Akademikern adoptiert - soviel zu Ihren Fakten) kann man meinetwegen Streiten - aber
Dyson ist definitiv ein Ingenieur - wobei wir uns mittlerweile meilenweit von der eigentlichen Diskussion entfernt haben.

1 0

Steve jobs, Bill Gates

sind aus einem Land, das extrem konkurrenz- und leistungsorientiert ist und Spitzenleistungen fördert.


Gast: MH
12.07.2012 09:45
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Bildungsweg 8-12 Jahre Volksschule sinnvoll?

Die Volksschule (=Gesamtschule) um weitere 4 Jahre zu verlängern heißt das Bildungsniveau zu senken.

Eine Einheitsausbildung solange wie möglich ist verlorene Bildungszeit für viele die eine Begabung aufweisen und ein marktwirtschaftlicher Schaden für alle. Für viele Berufe ist es nötig so früh wie möglich mit dem entsprechenden umfangreichen Lernpensum zu beginnen.

Man kann sehr wohl die Begabung von Zehnjährigen beurteilen und den Ausbildungsweg wissen viele nicht einmal nach der Matura und außerden ändert man heutzutage vielfach auch noch während des Studiums oder muss das auch während der Erwerbsarbeitszeit.


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Re: Bildungsweg 8-12 Jahre Volksschule sinnvoll?

Die Gesamtschule einzuführen heißt, das Bildungsniveau zu erhöhen, WENN der Unterricht dort entsprechend gut ist. Guter Unterricht in einer Gesamtschule schlägt schlechten Unterricht in einem Gymnasium nämlich um Längen...

Und für welche Berufe muss man als 10-JährigeR zu lernen beginnen, weil das Lernpensum sonst unbewältigbar ist? In diesem Alter sollte ein Kind noch im Garten Fußball spielen, Baumhäuser bauen o.ä. und seiner kindlichen Neugier freien Lauf lassen (übrigens auch eine - ziemlich effektive Art zu lernen - wenn vielleicht nicht unbedingt für Latein-Vokabeln geeignet) - aber doch bitte nicht rund um die Uhr zu Hause sitzen und stumpf vor sich hin pauken.

Antworten Antworten Gast: Gast 37
12.07.2012 15:19
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Re: Re: Bildungsweg 8-12 Jahre Volksschule sinnvoll?

"Die Gesamtschule einzuführen heißt, das Bildungsniveau zu erhöhen, WENN der Unterricht dort entsprechend gut ist. Guter Unterricht in einer Gesamtschule schlägt schlechten Unterricht in einem Gymnasium nämlich um Längen..." Dieses Geschwafel höre ich seit Jahren! Den Beweis bleibt allerdings jeder schuldig! Warum soll die Leistung besser werden nur weil gute und schlechte Schüler in einer Klasse sitzen? Nachdem man in der Hauptschule die Klassenzüge abgeschafft hatte (Vereinheitlichung I), wurde sie schlechter, als man die Leistungsgruppen aufhob (Vereinheitlichung II) wurde sie schlechter und jetzt soll sie dank der Vereinheitlichung III besser werden? Wie krank muss man gedanklich sein um so etwas ernsthaft zu behaupten. Gibt es irgendeinen nachvollziehbaren BEWEIS für diese These? Bitte jetzt nicht wieder die Aussagen der sogenannten "Experten" zitieren, deren Kinder hauptsächlich in privaten Gymnasien anzutreffen sind. Es gibt nämlich ebenfalls Experten, die das genaue Gegenteil behaupten, die aber leider von Politik und Medien bewusst nie zitiert werden! Aber es ist halt viel einfacher die Gesamtschule zu fordern als sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wo es wirklich krankt (unmotivierte Lehrer, Abschaffung jeglichen Leistungsdenkens, Entfernung aller Leistungsanreize, dafür Intensivierung der Verwaltung, endlose Schulversuche, vollgestopfte veraltete Lehrpläne, schlecht ausgestattete Schulen, Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahlen usw.)

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Re: Re: Re: Bildungsweg 8-12 Jahre Volksschule sinnvoll?

Sie vermischen zwei verschieden Aspekte:
1.) die Gesamtschule einzuführen, soll dem in Österreich stark ausgeprägten "Vererben von Bildung" entgegenwirken - was ja durchaus wünchenswert ist.
2.) umonitivierte, schlecht ausgebildete Lehrer, ineffiziente Verwaltung, veraltete Lehrpläne etc. sind in meinen Augen die gravierenden Probleme in unserem Schulsystem - diese betreffen aber Gymnasium und Hauptschule gleichermaßen.

Leider beschränkt sich die Bildungsdebatte in Österreich auf Polemiken für oder gegen die Gesamtschule - dabei ist das der unwesentlichste Punkt bei einer echten Schulreform.
Eine Gesamtschule ist in meinen Augen durchaus eine gute Idee - eben weil sie besagter "Bildungsvererbung" entgegenwirken kann - aber erst, wenn alle andere Probleme beseitigt sind und Österreich gut ausgebildete, motivierte Lehrer hat, die an gut ausgestatteten Schulen arbeiten usw.

 
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