26.05.2013 10:13 Merkliste 0

Verteidigen wir doch das Recht, andere beleidigen zu dürfen!

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Der skandalöse Film „Innocence of Muslims“ zeigt ziemlich eindrucksvoll, was die Europäer unter Meinungsfreiheit verstehen. Viel ist es nicht.

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Irgendwie darf man heilfroh darüber sein, dass Hillary Clinton nicht Außenministerin der (noch imaginären) „Vereinigten Staaten von Europa“ ist, sondern jene der „Vereinigten Staaten von Amerika“. Nachdem nämlich in der libyschen Hafenstadt Bengasi ein aufgebrachter Mob dem Leben von US-Botschafter Christopher Stevens und drei seiner Mitarbeiter ein jähes Ende gesetzt hatte, weil ein aus den USA stammender Videoclip die Gefühle aller Muslime verletze, fragte Clinton: „Wie konnte das in einem Land geschehen, dem wir zur Befreiung verholfen hatten? In einer Stadt, die wir vor der Zerstörung bewahrt hatten?“

Die für Europa relevante Frage wäre freilich nicht, warum sich einige Libyer so undankbar gegenüber ihren Befreiern aus den USA zeigen. Interessant zu wissen wäre, wie es eigentlich möglich ist, dass nach dem Anschlag nicht reihenweise europäische Spitzenpolitiker und namhafte Intellektuelle aufgestanden sind, um das Recht auf Veröffentlichung des provokanten Anti-Islam-Streifens mit aller Vehemenz zu verteidigen.

In aufgeklärten Rechtsstaaten gibt es nämlich nicht nur den Schutz vor Diskriminierung, sondern auch so etwas wie ein geschütztes Recht, beleidigen zu dürfen. Es heißt zwar nicht so, sondern nennt sich Freiheit der Kunst oder Recht auf „Meinungsfreiheit“. In westlichen Zivilisationen kollidiert dieses Recht erst dann mit dem Respekt vor religiösen Gefühlen, wenn das die Gerichte so sehen.

Das scheint in Europa gern vergessen zu werden. Wäre der besagte Anti-Islam-Streifen also auf dem Gebiet der Europäischen Union gedreht worden, hätte sich die diplomatische Elite des Kontinents nicht lange mit Grundsatzfragen aufgehalten. Sie wäre umgehend zur Tat geschritten, um Abbitte für ihre etwas großzügige Auslegung des Rechts auf Meinungsfreiheit zu leisten.

So, wie das auch zu Beginn des Jahres 2006 der Fall war, als sich ganz Europa dafür entschuldigte, dass die dänische Zeitung „Jyllands Posten“ ihren Lesern zwölf Mohammed-Karikaturen vorgesetzt hatte. Ohne auch nur eine der Zeichnungen je zu Gesicht bekommen zu haben, setzten sich weltweit Millionen von Muslime in Bewegung, um gegen den Angriff auf ihre religiösen Gefühle zu protestieren und dänische Botschaften abzufackeln. Das politische Europa ließ – wie auch die Mehrheit der Medien – Verständnis für die spontanen Zornesausbrüche erkennen. Statt eine flächendeckende Veröffentlichung der Zeichnungen in ganz Europa einzufordern. Denn nur so hätten sich die Betrachter selbst ein Bild darüber machen können, wie geschmacklos oder harmlos die Karikaturen denn nun wirklich waren.

Auch heute werden die Gewalttäter in Europa verstanden. So kommentierte die „Süddeutsche Zeitung“ den Mord an drei US-Diplomaten am gestrigen Freitag folgendermaßen: „Es ist müßig, hier nach Tätern und Opfern zu unterscheiden. Diesmal ging die Provokation von amerikanischen Extremisten aus, islamistische Fanatiker haben sie angenommen und nicht minder radikal zurückgezahlt.“ Auf so etwas muss man erst einmal kommen. Das wäre so, als wäre man im Fall einer geglückten Ermordung von Salman Rushdie zu dem Schluss gekommen, dieser hätte sich ja wohl denken können, dass seine „Satanischen Verse“ bei seinen Glaubensbrüdern zu etwas radikaleren Reaktionen führen könnten.


Während man also in München die wahren Täter von Bengasi längst entlarvt hat, verkriecht sich das intellektuelle Europa hinter einer ästhetischen Debatte, indem die künstlerische Ausführung des Anti-Islam-Films besprochen wird. Als ob es da etwas zu besprechen gäbe. Der Film ist indiskutabel. Ästhetisch wie inhaltlich. Und die Sache wäre ja wohl nicht besser, wenn sich dahinter ein künstlerisches Meisterwerk versteckte, oder? Entscheidend ist nicht, ob der Streifen gut oder schlecht gemacht ist. Entscheidend ist, dass Europa zu Beginn des dritten Jahrtausends kaum eine Gelegenheit verstreichen lässt, das Grundrecht auf Meinungsfreiheit einer höchst fragwürdigen politischen Korrektheit zu opfern. Oder wie schon Mark Twain sagte: „Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen – vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.“

Dabei war Mark Twain noch nicht mal Europäer. Sondern Amerikaner.

 

E-Mails an: franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)

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167 Kommentare
Gast: sid
15.09.2012 15:40
4 0

Es geht hier um einen gefestigten Charakter...

1. wenn ich den nicht habe, werde ich (als Gläubiger) nie tolerant anderen gegenüber sein

2. wenn ich den nicht habe, werde ich (als Meinungsfreiheit- Verfechter) immer Andere beleidigen.

Wenn ich mir meiner Sache sicher bin, habe ich das nicht nötig, oder?
Wenn mir Jemand sagt, 2+2=5, dann ist das auch kein Grund zum Ausrasten...weil ich es besser weiss, oder?

Gast: Gast001
15.09.2012 15:25
14 0

das ist Journalismus

wie er sein sollte. - Danke

Antworten Gast: sid
15.09.2012 15:43
1 10

Re: das ist Journalismus

stimmt..objektiv und meinungsfrei!

..nicht wirklich, oder?

Journalismus ist das nicht- das ist mehr ein Blog. Eine Ansicht des Autors. Er mag ja Recht haben, aber es ist Journalismus (so wie ich ihn verstehe)

Antworten Antworten Gast: *** Mark Poller ***
15.09.2012 16:08
16 0

Re: Re: das ist Journalismus

Lieber sid,

der deutschsprachige Journalismus leidet gerade darunter, offensichtlichen Blödsinn und objektiven Unsinn als "Teil des Meinungsspektrums" unkommentiert stehen zu lassen oder jeder klugen Ansichtauch aus "Gerechtigkeitsgründen" eine Unsinnige mitzuliefern.

Besonders offensichtlich wird das bei ORF-Diskussionen, wo z. B. einem echten Wirtschaftswissenschaftler ein Stefan Schulmeister gegenüberhocken muss. Oder einem echten Atomwissenschaftler ein Herr Kromp gegenübersitzt. Oder einem echten Ökonomen ein ATTAC-Felber gegenübersitzen muss. Oder einem echten Mediziner ein Homöopathie-Scharlatan.

Damit wird objektiv unsinniges Gedankengut mit wissenschaftlich fundierten Aussagen gleichgesetzt und das medienkonsumenten-Volk systematisch verblödet.

Also mehr Mut zu objektiv richtigen AUssagen, auch wenn diese nicht die schleimige, alles überwuchernde correctness bedienen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Chefinspektor1
15.09.2012 16:36
6 0

Re: Re: Re: das ist Journalismus

Bravo Mark Poller, wie wahr, wie wahr...

Danke Herr Schellhorn !

Klare Worte, denen nichts hinzuzufügen ist.
Man kann die ekeligen Anbiederungen an die Religion der Beleidigten und des "Friedens" in vielen anderen "Qualitätszeitungen" und auch in den deutschen Nachrichtensendern (privat wie öffentlich) nicht mehr hören (über die "österreichischen TV - News" zu sprechen, ist sowieso vergeudete Zeit).
Da wird eine deutsche Kleinstpartei, deren sich oft schon im Pensionsalter befindlichen Mitglieder es wagen, ein Bild vom Propheten M....... hochzuhalten, als rechtsradikal hingestellt.
Wenn man sich jedoch deutliche Worte zur Meinungsfreiheit erwartet, die wir in weiten Teilen Europas über Jahrhunderte mühsam erarbeitet haben .... ja genau, da kommt nichts.
Nochmals, Hut ab, Herr Schellhorn.


Gast: Chefinspektor1
15.09.2012 14:04
16 0

Danke fuer diesen Artikel

Ich schliesse mich der Danksagung an und bin froh, dass es noch ein paar wenigen Journalisten erlaubt ist, die Meinungsfreiheit zu leben und die Wahrheit auszusprechen.

PS: Die Pussy Riots wurden nun vom EU Parlament fuer den Sacharow-Preis (Verdienste um Menschrenrechte) nominiert.

Wer findet den Fehler?

Antworten Gast: Kotten
15.09.2012 23:42
0 0

Re: Danke fuer diesen Artikel

Bravo Chefinspektor!
Sie sind ein fähiger Kombinierer!

15 0

Brillianter Artikel,..

..,dem nichts hinzuzufügen ist.

Gast: black magic
15.09.2012 13:44
4 9

teile und herrsche

Mir kommt es so vor, als würde gezielt mit diesem Film Zwietracht gesät.

Wenn Militärbasen angegriffen werden, Botschafter sterben usw. ergeben sich perfekte Kriegsgründe.
Oder Gründe weshalb die Zensur weiter vorangetrieben werden muss.

Sobald das Internet unter der Kontrolle ist, bleibt nur noch die staatliche Propaganda.

Danach bleibt nur noch staatliche Propaganda, welche die Massen lenkt.

7 0

Gott braucht das nicht

Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie Menschen auf die Idee kommen, Gott verteidigen zu müssen. Das ist für mich das Absurdeste überhaupt. Es ist ein grundlegender Fehler jeder Religion, dass sie Annahmen darüber festlegt, welche Verhaltensweisen Gott von den Menschen erwartet. Und dann wird daraus das Recht abgeleitet, sich gegenüber anderen Gruppen moralisch überlegen zu fühlen. Es ist ein tief verwurzeltes Bedürfnis des Menschen, besser zu sein als Andere. Und für die Befriedigung dieses Bedürfnisses ist Religion ein äußerst effektives Instrument. Ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles Gott auch nur im Geringsten kratzt.

Gast: schlÄchter
15.09.2012 12:58
16 0

sg herr redakteur schellhorn!

"Verteidigen wir doch das Recht, andere beleidigen zu dürfen!" provokant, aber es bringt es auf den punkt.
hut ab vor der - im gegensatz zu vielen ihrer kollegen- ausgesprochenen eindeutigkeit.

ganz bei ihnen. danke.

+

mfg
s

Glaubensfreiheit

Ist nicht dass ich andere mundtot machen darf. Glaubensfreiheit ist dass ich glauben darf solange ich andere dabei nicht einschränke. Wenn ich wegschauen kann bin ich nicht eingeschränkt in meinem Glauben.

Wer das nicht verstehen will hat im 21 Jhdt nichts verloren.

Gesteuerte Massenpsychose


Wer vor wenigen Tagen Youtube angeklickt hatte, kam nur auf wenige 1000 Aufrufe von "Innocence of Muslims".

Wer das heute tut, kommt bereits auf mehr als ein Dutzend Trailer zu diesem Machwerk und geschätzten mehr als 10 Millionen Aufrufen.

Cui bono?

Auf jeden Fall mal Youtube bzw. Google, für die jeder Klick Geld bedeutet.

Und die damit sogar gegen ihre eigenen Richtlinien verstoßen haben:

"Wir gestatten jedoch keine Hassreden, die eine Gruppe aufgrund von Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung, Geschlecht, Alter, Veteranenstatus oder sexueller Orientierung/Geschlechtsidentität angreifen oder erniedrigen" (Zitat).

Quelle: http://www.youtube.com/t/community_guidelines

Grossartiger Artikel, Herr Schellhorn!


Re: Grossartiger Artikel, Herr Schellhorn!

Das finde ich auch, nur die Überschrift passt nicht. Interpretiert man sie sarkastisch, dann müsste man auch den Artikel so sehen - ist er aber nicht. Nimmt man sie ernst, steht sie im Widerspruch zum Artikel. Denn wir sollten nicht für Unrecht kämpfen, sondern für Rechtstaatlichkeit und gegen Anarchismus, so wie Sie es sehr schön formuliert haben.

Gast: Guckstdu
15.09.2012 12:06
6 2

Oskar


Ein Film, der die Massen in solch grosser
Zahl bewegt, sollte unbedingt für den
Oscar nominiert werden.

3 18

Die Grenzen!

Die Meinungsfreiheit hört dort auf, wo die Glaubenfreiheit der anderen beginnt!

Wer daran glaubt, dass Gott eine irdische Frau schwaengern kann, muss auch andere Glauben respektieren! So ist es mit der Glaube!

Re: Die Grenzen!

Genau umgekehrt, die Glaubensfreiheit endet dort wo die Meinungsfreiheit beginnt bzw. wo der Glauben die Meinungsfreiheit einschränkt.

Antworten Gast: Hansi Hüpfer
15.09.2012 13:50
7 0

Verwirrter Mediziner

Und was geschieht mit den anderen, der Mehrzahl, die nicht daran glauben, "dass Gott eine irdische Frau schwaengern kann" ? Um die geht's nämlich.


Re: Verwirrter Mediziner

Richtig, diese würden niemals absichtlich die anderen beleidigen! Hier stehen zwei Exremegruppen, die vom gleichen Stoff sind!

Re: Re: Verwirrter Mediziner

Genau. Es würde nieeemals ein Atheist religiöse Menschen absichtlich beleidigen. Die Postings die hier regelmäßig erscheinen wo in etwa steht, dass jeder religiöse Mensch einen Dachschaden haben muss, kommen ja auch alle nur von Leuten die selber religiös sind. Oder sind nicht beleidigend gemeint.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hansi Hüpfer
15.09.2012 15:54
1 0

Re: Re: Verwirrter Mediziner

Wie gut du die anderen kennen musst oder bist du sogar einer von denen; die Erfahrung der meisten Menschen ist das Gegenteil!

4 0

Re: Die Grenzen!

Nein, tut sie nicht, das Recht auf Meinungsfreiheit ist nicht weniger wert als das Recht auf Religionsfreiheit und hat daher auch nicht hinter diese zurückzutreten.
Insbesondere auch dann nicht, wenn letztere als Waffe benutzt wird.

Re: Re: Die Grenzen!

Das Recht auf Meinungsfreiheit ist mMn sogar über das Recht auf Religionsfreiheit zu stellen, da Religion(nicht nur der Islam) Menschen manipuliert.

Re: Re: Re: Die Grenzen!

ganz sicher sogar
denn glauben, heißt nicht wissen ;))

Re: Die Grenzen!

Nach Ihrer Logik müssten Sie schon allein für ihren zweiten Satz vor den Strafrichter marschieren.
Würden Sie den ersten Satz nämlich ernst meinen dürften Sie überhaupt nichts mehr sagen, weil so ziemlich alles mit dem Glauben irgend eines anderen Menschen im Widerspruch stehen könnte.

Antworten Gast: Toleranzedikt von Mailand
15.09.2012 12:25
14 0

Re: Die Grenzen!

Völlig am Thema vorbei! Es geht darum, wie man mit Kritik umgeht! Divergierende Meinungen dürfen nie -NIE!- zu Todesfällen führen! Capito?

Re: Re: Die Grenzen!

@Toleranzedikt von Mailand

Ich mache jetzt das, was du gesagt hat. Ich möchte wissen, wie die Presseleser mit der Kritik umgehen.

Meine Kritik:
FPÖ ist eine faschistische Partei. Sie sollte dringend verboten werden!

Jetzt warte ich auf die Zustimmung auf meine Kritik!

Re: Die Grenzen!

nur dass die einen scheinbar hirn genug besitzen, um bei einer beleidigung nicht gleich ins hinterste mittelalter zurückzufallen und leute abzufackeln.

die anderen picken halt in ihrer radikal vernebelten steinzeitwelt fest.

Was wollen Sie in einer EU, die Leute dafür einsperrt, wenn sie etwas leugenen...eh schon wissen.

.

Re: Was wollen Sie in einer EU, die Leute dafür einsperrt, wenn sie etwas leugenen...eh schon wissen.

EU nicht mit Österreich verwechseln bitte.

Re: Re: Was wollen Sie in einer EU, die Leute dafür einsperrt, wenn sie etwas leugenen...eh schon wissen.

Ist dieses Leugnen nicht schon in anderen Länder außer D und A auch verboten?

Zusatnd

Hier wagt doch tatsächlich ein Journalist, den momentanen Zustand Europas, wenn auch nur indirekt, anzusprechen und aufzuzeigen.
Inkonsequenz beim Verteidigen der Grundsätze wie Meinungsfreiheit
Geheucheltes Verständnis auch gegen die eigenen Prinzipien
Indirektes Anerkennen des "Rechts des Stärkeren"
Selbstaufgabe unter dem Zeichen des Verständnisses für andere
Falsche Toleranz gegenüber Verbrechen
etc.
Man stelle sich nur vor, was die Süddeutsche Zeitung geschrieben hätte, hätten Mitglieder der Christengemeinschaft irgendwo eine Botschaft eines islamischen Landes abgefackelt unter welchem religiösen Vorwand auch immer.
Aber es scheint eben der Grundsatz zu gelten: "Pinkelt man gegen eine Säule der abendländischen Kultur, dann ist das Kunst (siehe Seidl), beleidigt man aber eine Säule des Islams, dann ist das ein nicht zu tolerierendes Verbrechen.

Gast: H. Heinisch
15.09.2012 11:32
20 0

Diktatur der Beleidigten

Wenn die Beleidigten bestimmen, wie weit Meinungsfreiheitgehen darf, können wir sie gleich abschaffen. Es geht, ähnlich wie während des Karikaturenstreit nicht um Qualität und Ästhetik. Das sind Scheinargumente, die von der eigenen Angst vor der Gewalt ablenken sollen. Anhand des Karikaturenstreit haben Nina Scholz und ich diesen ganzen Vorgang, der sich gerade in seiner zumindest 3. Auflage seit den Satanischen Versen befindet, in unserem gerade erschienenen Buch “Europa, Menschenrechte und Islam – ein Kulurkampf?” beschrieben – ohne zu ahnen, wie schnell das wieder Aktualität erlangen würde. Was wir gerade erleben ist ein neuerlicher Versuch islamischer Kräfte (es sind nicht nur die Islamisten) die Deutungshoheit über den Islam zu beanspruchen.

Gast: beschwerer
15.09.2012 11:24
1 15

auf dem markt für beleidigungen

ist schellhorn bekanntlich ein großanbieter, aber ein überaus schlechter einkäufer...

Gast: Reference
15.09.2012 11:14
2 0

Zu all den Diskussionen über Meinungsfreiheit hier:

WIR diskutieren wenigstens darüber! Für DIE ist das nicht einmal ein Thema!

Gast: Pedro
15.09.2012 10:33
1 0

Dr. Heinrich F.

hat er nicht gesagt: Die Teufel die ich rief werd' ich nun nicht los. Wen kümmerts, alter Kram.


Ich bin sprachlos!

Der beste Kommentar Europas in einer österreichischen Zeitung!

Man sieht, zu welchem Schmierblatt die SZ zumindest in ihrem Kommentarbereich verkommen ist.
Hat wer die Pussy-Rede von Westerwelle gestern gesehen? Unglaublich! 5 Sätze der Entschuldigung 1 Satz des Protestes.

30 1

Islam und Christentum!

Beim Islam zeigt man Verständnis für den Mob wenn der Islam beleidigt wird,wenn man über die katholische Kirche Schandfilme macht bekommt man in Venedig einen Preis (Seidl)und niemand von den Politikern und Medien regt sich auf.

Gast: gast 51
15.09.2012 10:07
18 0

Danke!

Mehr ist dazu nicht zu sagen - Danke für den Artikel!

Gast: Markus Trullus
15.09.2012 10:05
3 4

Richtig und falsch

Irgendwie richtig und doch auch wieder falsch. Ich habe Meinungsfreiheit, das heißt, ich darf denken, was ich will. „Sir, geben Sie Gedankenfreiheit!“
Aber darf ich auch veröffentlichen was ich will? Andere vor dem Kopf stoßen, gegen Gesetze wie dem Wiederbetätigungsverbot agieren? Nein, das ist Sache der Gerichte. Grenzwertig ist es dann, wenn man Menschen in ihren eigenen vier Wänden das Denken verbieten will. Und das macht der Nazismus genau so wie der Islamismus (und früher die christlichen Kirchen)- und wir heute umgekehrt. Dank Aufklärung ist das Denken frei – aber nicht das Veröffentlichen jedes Schmarrns! Das hat Null mit Meinungsfreiheit zu tun. Wen’s stört, hat das Recht, zivilrechtlich zu klagen!

Re: Richtig und falsch

Ich muss aber in einer freien Gesellschaft das Recht haben, meine Meinung auch zu äussern, ohne dass ich gleich bedroht werde oder schlimmeres passiert.Das ist eigentlich das Grundprinzip der Demokratie und einer aufgeklärten Gesellschaft.Ich kann ja auch nicht meinen Nachbarn töten, wenn dieser mich oder meine Einstellung beleidigt.

Gast: insert_random_name_here
15.09.2012 10:04
3 15

Es gibt einen Unterschied...

zwischen Meinungsfreiheit und der systematischen Verachtung von Religionen.

Gut, dass Ihr pseudointellektueller Kommentar nur auf dieser Webseite Aufmerksame findet.

Ich bin mir sicher, in den kommenden Jahren wird sich der Kampf um das Fortbestehen von Religionen sogar noch mehr verschärfen, leider.

Man kann einem Menschen nicht das nehmen was seinen Sinn des Lebens darstellt. Und wenn Religionen immer mehr verachtet werden dann geht man bald soweit sie komplett abzuschaffen.

2 0

Re: Es gibt einen Unterschied...

Frage: Ist ihnen wirklich nicht bewusst, dass im konkreten Fall "Religion" von einer (hoffenlich kleinen) Gruppe Radikaler instrumentalisiert und als Totschlagargument für die eigenen politischen Ziele missbraucht wird?

Und zwar von beiden Seiten!

Antworten Gast: pqeiuth
15.09.2012 10:45
7 1

Re: Es gibt einen Unterschied...

>> dann geht man bald soweit sie komplett abzuschaffen. <<

wenn ich mir anseh, was so alles im namen der religionen passiert, wär das ein fortschritt für die menschheit

Antworten Gast: chuckhasselhoff
15.09.2012 10:39
9 1

Re: Es gibt einen Unterschied...

Wenn in der Welt massenweise US-Flaggen verbrannt werden, ist das OK, und damit die Gefühle von hundert tausenden Amerikanern verletzt werden (und die Werte welche für die Amerikaner durch ihre Flagge symbolisiert werden haben durchaus religiösen Charakter), macht jedoch irgendein Filmmacher einen billigen Film, der es nicht mal in die Kinos schafft, und führende Politiker aus aller Welt verurteilen diesen Film, so ist es dennoch gerechtfertigt dafür Botschaften in Brand zu setzen und Menschen zu töten ?

Das Inbrandsetzen einer Botschaft ist durch einen billigen Schundfilm in keinster weise zu gerechtfertigten !

Für das 21. Jahrhundert ein leidiges Thema

Herr Schellhorn hat gut geschrieben.
Es ist schon schade genug, dass wir im 21. Jahrhundert solche Artikel brauchen. Von den vielen Verletzten und Toten ganz zu schweigen.
Gewalt, hervorgerufen durch Religion, welche auch immer, war und ist falsch sowie schlichtweg abzulehnen.
Im weitesten Bereich sind wir Christen über das Thema Gewalt hinweg.
Bei uns ist jedenfalls kein einziger Stein geflogen als ein junger Islamist den Wiener Neustädter Dom abgefackelt hat.

Bei uns entscheiden die Gerichte darüber. So soll es auch sein.

Man könnte auch Öl ins Feuer gießen und fragen was gewesen wäre, wenn ein Christ in einem moslemischen Staat eine Moschee angezündet hätte.
Aber haben wir das tatsächlich notwendig im 21. Jahrhundert?

0 8

Re: Für das 21. Jahrhundert ein leidiges Thema

gut geschrieben? me nein. das recht beleidigen zu dürfen darf sich aber strache und penz - auch oder nicht? - herausnehmen? meinungsfreiheit in ibk, freiheit der kunst in wien? ist da nicht unlängst eine frau winter verurteilt worden?
christliche gewalt: in den usa wurden ärzte ermordet und es gab sprengstoffanschläge. ah, vergessen? hier nervens "nur" massiv.
wenn sie schreiben: ein junger tr***el hat den dom abgefackelt, ok. ich glaub der hat mit islamismus nicht viel am hut.
sinnlos und mit einem derartigen mist provozieren, und was anderes war das nicht, haben wir das notwendig?

Re: Re: Für das 21. Jahrhundert ein leidiges Thema

"haben wir das notwendig?"

Haben wir WAS notwendig? Dass Leute Dinge anders sehen und das auch -selbst auf die Gefahr der Beleidigung- ausdrücken dürfen?
JA DAS HABEN WIR NOTWENDIG.
Sie haben da gewissen Dinge nicht begriffen.

Im übrigen entlarvt eine simple Aktion eines Einzelnen diesen "arabischen Frühling, diese keimende Demokratie, diese neue Toleranz" uswetc. als das was es ist: Leeres Geschwätz, BlaBlaBla.

Immer schneller geht es mit diesem religionskranken Kulturkreis bergab - und man sollte sich bloß nicht in den Weg stellen.

0 4

Re: Re: Re: Für das 21. Jahrhundert ein leidiges Thema

haben wir DAS notwendig?:
der werte herr gibt sich zuerst als israel-stämmig aus, dann ist er koptischer christ, der sich sorgen macht, andererseits wegen bankbetrugs rechtskräftig verurteilt. verursacht durch seine "simple" aktion den tod mehrer menschen, ja es waren auch protestierende unter den toten, nicht nur botschaftsangehörige.......
wenns ein amtmässig bekannter debiler ist, kann ich noch das als erklärung akzeptieren, ist er aber nicht.
soetwas ist absicht mit dem bewussten eingehens des risikos, dass andere dabei draufgehen.
bei einem terroranschlag, habens da auch verständnis mit dem bombenbauer, nur weil er den sprengsatz nicht gezündet hat?

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