22.05.2013 02:32 Merkliste 0

Der (Vize-)Kanzler, der sich nicht traut

VON RAINER NOWAK (DiePresse.com)

Die Hoffnung von SPÖ und ÖVP, die Veröffentlichung von Skandalen und das Sichtbarmachen politischer Verantwortung dafür verhindern zu können, ist lächerlich.

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Acht Verhandlungstage. Mehr nicht. Mehr bewirkte der Protest gegen ein Abwürgen des Untersuchungsausschusses zur Untersuchung von gut einem halben Dutzend schwerer Korruptionsfälle nicht. Der Aufstand war zwar spontan und kurz heftig, aber leider nicht übertrieben wirkungsvoll. Eine sehr ungewohnte Koalition aus Qualitätszeitungen, Opposition, namhaften Künstlern und Autoren wollte den Durchgriff nicht hinnehmen und formulierte verbalen Widerstand auf Papier und im Netz. Werner Faymann, seine Partei und ihr Koalitionspartner reagierten, wie man es von Zeitgenossen erwarten kann, die glauben, man könne ein Land mit zwei, drei befreundeten Medien regieren: vorerst perplex und genervt. Dann ignorant und arrogant. Der U-Ausschuss müsse verschwinden, das sei nur ein Tribunal und Schauprozess. Vor allem aber werde sich der amtierende SPÖ-Chef nicht ein Jahr vor der Nationalratswahl von kleinen Mandataren verhören lassen. Auch das konnte das Aufbegehren in Zeitungen, via Twitter und vor dem Parlament nicht erzwingen.

Aber vielleicht macht das überhaupt nichts. Denn Werner Faymann ist und bleibt der Kanzler und SPÖ-Spitzenkandidat, der vor Peter Pilz, Stefan Petzner und Freunden schon vorab in die Knie gegangen ist. Zeigten sich Franz Vranitzky als Kanzler und Wilhelm Molterer als Vize vor dem Ausschuss, verweigerte Faymann, sich den Vorwürfen wegen der unsauberen und höchst fragwürdigen Inseratenaffäre von staatlich finanzierten Unternehmen zu stellen. Auch Deutschlands Joschka Fischer nahm den mühseligen Gang zu dem politischen Untersuchungsorgan auf sich. Nur Werner Faymann traut sich nicht.

Interessanterweise unterstützt ihn dabei ausgerechnet der ÖVP-Klub. Dass dieser der SPÖ ängstlich folgt, war klar. Dabei ist die Abneigung gegenüber den Sozialdemokraten in der parlamentarischen Truppe von Karlheinz Kopf etwa im Vergleich zur koalitionären Stimmung in manchen ÖVP-geführten Ministerien oder Ländern besonders ausgeprägt. Zudem spürt man im Klub ausgeprägte Revanche- beziehungsweise Rachegefühle: Nachdem harmlos geltende ÖAAB-Funktionäre vor dem Sommer plötzlich als indirekte Empfänger von Telekom-Zahlungen enthüllt wurden, wollen viele in der Partei den SPÖ-Chef für seine intensive „Krone“-Unterstützung schwitzen sehen. Und in jedem zweiten Interview attackieren ÖVP-Sekretäre und Klubmänner, als gäbe es keine Koalition.

Warum entdeckte die ÖVP also plötzlich die Koalitionsräson? Aus Vernunft? Nein, ganz sicher nicht. Die ÖVP fürchtet wie der Kanzler selbst neue Enthüllungen. Daher stellte die Partei bei der U-Ausschuss-Kastration nur eine zentrale Bedingung: Die von der Staatsanwaltschaft freigegebenen, noch nicht behandelten Akten zu den bereits im Ausschuss erörterten Telekom-Zahlungen dürften keinesfalls im Ausschuss behandelt werden. Das war der einzige Erfolg der ÖVP in den vergangenen Tagen. Offiziell heißt es natürlich, man wolle zurück zur Sachpolitik. Natürlich, die klingt vor allem dann verlockend, wenn sie wieder von Skandalen – wie etwa dem jüngsten um die mehr als fragwürdige Vergabe von Rettungslizenzen im sehr weltlichen Land Tirol – ablenkt.

Doch dabei unterlaufen den Medienstrategen in SPÖ und ÖVP schwere Denkfehler. Die ÖVP-peinlichen Akten werden schon bald irgendwo auftauchen, irgendwo gibt es immer ein schönes Leck. Das gilt auch für Werner Faymann und seine Berater, die wie kleine Kinder vorgehen: Aber nur weil sie die Augen schließen, verschwindet das Problem noch nicht. Auch acht Verhandlungstage dürften reichen, um die Inseratenvergabe nachhaltig zu thematisieren. Und die Tatsache, dass sich der Kanzler nicht in den Ausschuss traut, wird ihn bis zur kommenden Wahl begleiten, ob er will oder nicht.

Nein, es war keine schwarze Stunde für die Demokratie oder das Ende des österreichischen Parlamentarismus, als SPÖ und ÖVP versuchten, den Ausschuss abzudrehen, wie manche Kommentatoren fürchteten. Es war nur ein Offenbarungseid des Dilettantismus. Und der Beweis, dass Werner Faymann und Michael Spindelegger wirklich glauben, sie kommen damit durch.

E-Mails an: rainer.nowak@diepresse.com

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59 Kommentare
 
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Gast: RA
22.09.2012 11:09
13 0

Spindelegger macht sich mitschuldig

Rainer Novak zeigt hier klar auf, dass es bei dieser Vertuschungsaktion vor allem darauf ankommt, was die ÖVP unter Spindelegger nicht tut:

Spindelegger stimmt (über den Parteisoldaten Amon) nicht für die Untersuchung der Faymnn-Inseratenaffäre.

Spindelegger stimmt nicht für die Untersuchung der ÖVP-Buwog-Schmiergeldaffäre.

Spindelegger stimmt nicht für die Untersuchung der ÖVP-Telekomgesetzeskaufaffäre.

Spindelegger stimmt nicht für die Untersuchung der ÖVP-Blaulichtschmiergeldaffäre.

Gast: seymour
22.09.2012 10:38
17 0

toller artikel danke


Parteiausschluss Faymanns

Ein Parteiausschluss Faymanns könnte der SPÖ noch helfen.

Re: Parteiausschluss Faymanns


Dann würden noch immer viele Fragen offen bleiben. Nur einige Beispiele:

Wer wird die nächste Handpuppe ydes wahren Schuldigen im Hintergrund (Michael Häupl)?

Ist die SP bereit, auf ihr mit Absicht gänzlich undurchsichtig gehaltenes System der diversesten Vorfeld-Organisationen zu verzichten?

Werden RichterInnen und Beamte der Staatsanwaltschaft endlich dazu verpflichtet, ihre Partei-Zugehörigkeiten öffentlich zu machen?

Erfolgt seitens der SP ein Antrag bei der EU und bei der heimischen Justiz, die Einrichtung "wiener wohnen" dahin gehend zu überprüfen, ob nicht illegale Kartellbildungen mit ausgelagerten Betrieben existieren?

Ganz ähnlich - nur auf einer etwas anderen Basis - sollte auch die VP mit ihrem Kammersystem agieren. Aber das ist ein Kapitel für sich.


Die ÖVP fürchtet wie der Kanzler selbst neue Enthüllungen.

welche neuen enthüllungen soll denn der kanzler fürchten?
speziell in seinem fall liegt doch eh alles auf dem tisch.
ausserdem hat er erst vor wenigen tagen eine parlamentarische anfrage (mit 41 fragen) zu diesem thema beantwortet. hat er bei einer frage gelogen?
hat er nach der vorlage von zb khg oder graf pulli die antwort verweigert?
was sonst wollen ihn die ausschussmitglieder befragen und warum haben sie das nicht im rahmen dieser parlamentarischen anfrage getan?

der fall fayman ist mMn von den fakten her klar. was aussteht ist weniger aufklärung sondern politische bewertung. das allerdings ist nicht aufgabe eines aussschusses sondern einzig und allein aufgabe des wählers!

3 1

Re: Die ÖVP fürchtet wie der Kanzler selbst neue Enthüllungen.

sie haben in Bezug auf rechtliche Konsequenzen überhaupt keine Ahnung, sonst würden sie Parlament und Untersuchungsausschuss nicht vergleichbar nennen. wegen Leuten wie Ihnen sind Typen wie Faymann noch immer an der Macht.

Re: Die ÖVP fürchtet wie der Kanzler selbst neue Enthüllungen.

Werte Leser, zu Ihrer Erheiterung eine weitere Nebelgranate vom Löwelstraßencontainerfake !

Antworten Gast: Vogel Strauss
22.09.2012 10:51
11 0

Re: Die ÖVP fürchtet wie der Kanzler selbst neue Enthüllungen.

Aha - Sie sind also zufrieden damit, dass die Sache nicht von der Justiz aufgeklärt wird .... ein echter Roter also!

Antworten Antworten Gast: gustav ganz
22.09.2012 12:06
1 3

Re: Re: Die ÖVP fürchtet wie der Kanzler selbst neue Enthüllungen.

die justiz beschäftigt sich ohnehin mit den inseraten und hat letzte woche verlautbart, dass eine einstellung bevorsteht.
juristisch ist an der inseratenaffäre nix dran! politisch ist sie natürlich nicht ok.

Gast: Ausguck
22.09.2012 08:21
6 0

Toller Artikel - Danke!


15 0

toller

Artikel, beschreibt haargenau das Sittenbild der österr. Regierung ... nur das Problem ist: kein Ausweg in Sicht und diese Hilflosigkeit macht zornig!!! Wenn man dann noch in Fratzen, wie in diese von Pendl schauen muss, ist der Tiefpunkt meines ganz persönlichen politischen Meinungsbildes erreicht.

Gast: Lumpenpack
22.09.2012 06:26
10 0

Diesen Artikel musste ich zweimal lesen,ein Sehr Gut,einen Römischen Einser

Diesen U-Ausschuss kann man ab jetzt in die Haare schmieren. Für etwas war er doch noch gut,das er uns wieder einmal vor Augen geführt hat wie dreckig und hinterfotzig diese 4er Bande Politik macht.

Eine kleine Frage hätte ich noch,wer hätte mehr Grund zum Rücktritt, eine Moser oder ein Amon?

Gast: 5yp
22.09.2012 06:18
11 0

In dem obigen sehr guten Artikel

von Herrn Nowak konstatiert dieser abschliessend, dass Faymann und Spindelegger meinen, damit durchzukommen und dass diese Attitüde der Ausdruck ihres Dilettantismus sei.

in Wirklichkeit meinen sie nicht, damit durchgekommen zu sein, nein, sie sind es.
Leider.
Und Dilettanten sind in Wahrheit die Wähler, die diesen beiden Parteien immer wieder ihre Stimmen geben. Wer genau weiss, dass ihm nie etwas passieren wird, egal, was er auch tut, der
wird seine Haltung nie verändern.

Wofür auch?

Die Bemühungen der Medien in allen Ehren (den Boulevard natürlich ausgenommen), aber wählen tut der Wähler, nicht die Presse.....
Leider.


Antworten Gast: Gast: Leser
22.09.2012 14:18
1 0

Re: In dem obigen sehr guten Artikel

Sie haben leider völlig recht; siehe auch meinen Beitrag weiter oben.

Angst und Furcht

Angst ist dem Menschen im Laufe der Evolution etwas sinnvolles und durchaus nützliches geworden - sonst wären wir, jeder für jeden ein leichtes Opfer!
Aber die Furcht gilt es zu überwinden!
Zu Tode gefürchtet ist auch schon gestorben, ist ein richtigre Spruch.
Ein Koalitionspartner, der sich vor dem anderen fürchtet, sollte nicht mehr mitmachen - oder seine Furcht überwinden und ohne Furcht und Tadel handeln!

Prima Artikel...


19 0

genau auf den punkt gebracht,

danke rainer!

26 0

dass Werner Faymann und Michael Spindelegger wirklich glauben, sie kommen damit durch ....

beweist doch nur, was wir eh schon lange wissen:

diese beiden typen gehören weg!

denn sie sind feig, blass, ideenlos, visionslos, tatenlos, dumm, falsch und beide selbst korrupt.

Re: dass Werner Faymann und Michael Spindelegger wirklich glauben, sie kommen damit durch ....

und dazu stellt sich noch die Frage: was war Ihre Leistung die letzten 4 Jahre, ach ja, Bundeshymne gegendert, na das reicht ja wohl, oder der Verrat Österreichs durch den EMS?

Gast: bankenstattdemokratie
21.09.2012 22:32
12 1

die bilderberger geldeliten und die krone werdens schon wieder richten. aber das souverän volk hat vorerst wiedermal ausgedient- nur mehr die banker und finanzkonzerne bestimmen die politischen handlungen und entscheidungen.

mit faymann, hundstorfer, cap..; ist die SPÖ nun ganz unten angelangt- arbeitnehmerinteressen, steuergerechtigkeit, faire asvgpensionen nach 40 jahren arbeit; usw.. zählen nichts mehr. die paddeikarriere und die persönlichen vorteile sind das einzige was in dieser paddei noch zählt. die bilderberger geheimbundeliten werden nicht umsonst besucht- und bei diesen geheimen eliten werden die politischen vorgaben abgeholt.

4 haben anscheinend Angst, 2 ganz besonders

Na da scheint ja einiges Interessantes verborgen bleiben zu müssen.

Das ist der Offenbarungseid.

Aufklärung, ja sicher, aber bitte nicht bei mir....
Sparen, ja unbedingt, aber bitte beim andern,
Reformen, ja selbstverständlich, aber bitte beim Nachbarn......

.... und viele fallen drauf rein, und werden brav, weil es Uroma und Uropa auch schon getan haben, wieder brav bei SPÖVP das Kreuzerl machen, weil die haben ja versprochen, alles aufzuklären......

Ich hoffe sehr, wie die anderen Meinungen, dass es sich um einen Phyrussieg handelt und die Bevölkerung aufwacht und agiert und sich das nicht mehr bieten lässt.

Die Politiker müssen mal kapieren, dass sie vom Volk bezahlt werden und dem Volk "dienen" müssen - und nicht auf den Egotrip unterwegs sein und nur nach eigenem Vorteil schielen.....

"Nur Werner Faymann traut sich nicht."

Meine Meinung dazu deckt sich mit den meisten Meinungen, die ich zu diesem Thema bisher gehört habe, und ist eine recht simple: Wer nichts zu verbergen hat, der muss sich auch nicht verstecken.

Faymann, der in einer an Abgehobenheit nicht zu überbietenden Show es nach wie vor hervorragend meistert, sich vor dem U-Ausschuss zu drücken, HAT demnach offensichtlich etwas zu verbergen! Ich hoffe, dass die Opposition und Faymanns Gewissen dazu beitragen, dass er sich seiner Verantwortung stellt. Wobei ich meine Hoffnung eher in den zuerst genannten und weniger in den zuletzt genannten Punkt lege.

Eine Sternstunde des Parlamentarismus ist es sicherlich nicht, was am Mittwoch im Nationalrat passiert ist

Das schlägt dem Fass den Boden aus. Die SPÖ-Parteibonzen glauben offenbar wirklich, sie könnten mit allen Österreichern u. Österreicherinnen so umspringen, wie sie das mit der Parteispitze der ÖVP tun. Die haben sich von der SPÖ entmündigen lassen, weil sie heilfroh sind, ihre fetten Pfründen behalten zu können. Dafür lohnt es sich schon, Fußabstreifer für die SPÖ-Granden zu sein und allem zuzustimmen, was diese von ihnen verlangen. Ein solches Verhalten erspart ihnen überdies eigenes Denken.
Für den Klubobmann Cap wiederum kann kein Argument zu dumm sein, um als Begründung herhalten zu müssen, warum es verlorene Mühe sei, den SPÖ-Parteiobmann vor den Korruptions-U-Ausschuss zu laden.
Jetzt drückt die SPÖ gar ihrer Mitläuferin, der ÖVP, das vorzeitige Ende des U-Ausschusses aufs Auge, obwohl dieser erst die Hälfte seines Auftrages abgearbeitet hat. So schaut sie also aus, die restlose Aufklärung aller Ungereimtheiten in Politik und öffentlicher Verwaltung, die uns SPÖ u. ÖVP versprochen haben.
Nun verlangt die SPÖ dasselbe wie selbstverständlich von den Oppositionsparteien und zeigt sich überrascht, dass diese aufbegehren und es mit Recht einen Putsch nennen, was am Mittwoch geschah. Um das Butterbrot der Verlängerung des U-Ausschusses um ein paar Tage, mussten sie sich dem Diktat der SPÖ und ÖVP unterwerfen, sonst hätten die ohne Rücksicht auf den ausdrücklichen, gegenteiligen Willen der Wähler/innen den U-Ausschuss von einem Tag auf den anderen sofort abgedreht.

Gast: Pips
21.09.2012 21:30
4 0

Gut

analisiert! Jedoch, die Vorgehensweise der beiden Parteien ( wobei es jeweils natürlich Politiker sind die den Ton angeben und keine "Parteien") entspricht offenbar dem Zeitgeist. Man hat den Eindruck es gibt weder Recht noch Moral noch Anstand. Nicht nur in der Politik, sondern in der Gesellschaft. Ehrlich-, und Redlichkeit wird höchstens belächelt. Der schnelle Erfolg, das schnelle Geld ist alles. Das entstand in Folge der 68er die provokant ALLE Regeln missachtet haben und ihren Kindern das weitergegeben haben. Daher, es wird noch schlimmer kommen. Wer weder Regeln noch Anstand erlernt hat, kann auch keine befolgen.

Antworten Gast: Trollblume
22.09.2012 02:18
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Re: Gut

Keine Angst, es gibt genügend Leute, die so etwas wie 'Moral und Anstand' aus eigenem Antrieb entwickeln + das ist viel nachhaltiger als wenn man es eingetrichtert bekommt!

Re: Gut

Das Verhalten korrupter Politiker einerseits auf die 68er-Bewegung zurückzuführen und es andererseits auf die gesamte Bevölkerung auszudehnen, halte ich für etwas weithergeholt.

Ich glaube auch nicht, dass die gesamte Politik korrupt ist. Es gibt mit Sicherheit in JEDER Partei genügend kluge Köpfe, die mit zwielichtigen Inseratenvergaben, Geldwäsche und Staatsbürgerschafts-Wischiwaschi nichts zu tun haben und sich für ihre korrupten Kollegen schämen.

Das Bild von der österreichischen Politik ist stark durch die "Gesichter" der jeweiligen Parteien geprägt. Und da reicht es eben, wenn "nur" einige von ihnen wegen möglicherweise krimineller Machenschaften in den Medien präsent sind. Obwohl es einzelne Personen betrifft, wird das von der Öffentlichkeit meistens als die Partei als Ganzes wahrgenommen.

Re: Re: Gut

vollkommen richtig, es ist der Geist der Anstandsverwahrlosung, der Morallosigkeit, die Egalität und Relativierung sowie ungehemmter Egoismus und Selbstverwirklichung zu Lasten Dritter gem. Frankfurterschule, der Bibel der68er Gesellschaftszerstörer.

Gast: UKW
21.09.2012 21:14
11 0

"Zwei, drei befreundete Medien"

Ist das nicht leicht untertrieben?

"Die ÖVP-peinlichen Akten werden schon bald irgendwo auftauchen, irgendwo gibt es immer ein schönes Leck"

Das ist sicher. Ich frage mich nur ob die Beamten hier ein Rotationsprinzip für einen erlauchten Kreis von Medien eingeführt haben, oder ob die Auflagensteigerungsmaßnahme nach einem Belohnungsprinzip für wohlwollende Parteiberichterstattung vergeben wird?

Gast: so viele kluge menschen hier
21.09.2012 21:05
4 0

Die Stunde der Whistleblower

Die Angelegenheit könnte für die Regierungskoalition ein desaströser Pyrrhussieg werden.

- Die eigene Glaubwürdigkeit wurde versenkt. Die peinlichen Versuche des Schönredens machen alles nur noch schlimmer.

- Anständige eigene WählerInnen wurden vertrieben.

- Viele Menschen wurden offenbar motiviert, grün zu wählen.

- Es wurde wohl auch vielen BeamtInnen und sonstigen Informierten zu bunt.

Es könnte die Zeit der Whistleblower werden, die der Öffentlichkeit zugänglich machen, was SPÖ und ÖVP mit aller Gewalt geheim halten wollen.

Und DAS hat dann höchstwahrscheinlich eine noch weitaus verheerendere Wirkung : wenn auf diesem Weg zusätzlich offensichtlich würde, dass Korruption nicht bloß ein Vergangenheitsdelikt wäre - sondern dass auch die JETZIGE Regierung und die zugehörigen Abgeordneten
Korruption aktiv unterstützen, indem sie die Aufklärung verhindern.

Re: Die Stunde der Whistleblower

Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Aber weshalb sollten viele Menschen dadurch motiviert worden sein, Grün zu wählen?

Es ist doch Fakt, dass die Grünen die ERSTEN sind, die sich an den Futtertrog setzen, wenn sie dazu die Gelegenheit bekämen, und dabei gerne auch mal jegliche Prinzipien fallen lassen. Sieht man ja an Wien... Hauptsache "dabei"!

Es braucht Kräfte, die bereits jetzt von Rot und Schwarz auf politischer Ebene gefürchtet sind: FPÖ und die noch zu gründende Stronach-Partei.

Wenn das System von rotschwarzer Freunderlwirtschaft durchbrochen werden soll, braucht es eine Koalition rechter Parteien. Davon bin ich mittlerweile fest überzeugt!

Re: Re: Die Stunde der Whistleblower

Welches Prinzip haben die Grünen denn in Wien wirklich fallen lassen? Gratis-Parkplätze für alle oder wie?

Die Grünen sind in Wien gegen die rote Machtdampfwalze schlichtweg aus Unfähigkeit überfordert. Ist aber auch nicht viel besser als prinzipienlos.

Antworten Antworten Gast: Gast: Leser
22.09.2012 14:22
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Re: Re: Die Stunde der Whistleblower

Was die Grünen betrifft, haben Sie völlig recht.

Es braucht Kräfte, die bereits jetzt von Rot und Schwarz auf politischer Ebene gefürchtet sind: FPÖ ...

Un die FPÖ ist in der Regierung dann ganz anders als bisher, nichts für ungut aber das ist schon sehr leichtgläubig. Wir in der Steiermark haben hier einen FPÖ Landesrat der kann auch nix außer Geld ausgeben und mehr Budget fordern. Von der FPK in Kärnten fang ich gar nicht an, die ist genauso daneben wie rot/schwarz wenn nicht noch schlimmer.

Grün ist natürlich auch net die Alternative aber irgendwie wählt jeder den ich kenne eh nur mehr das geringste Übel und net eine Partei die wirklich sinnvolles Programm hat weil sowas gibt's leider im Moment bei uns nicht.

Antworten Antworten Gast: so viele kluge menschen hier
22.09.2012 02:12
1 0

Es ist doch Fakt, dass die Grünen die ERSTEN sind, die sich an den Futtertrog setzen.

Das ist bedauerlich, wenn auch in dieser Situation billigste Rhetorik-Schmähs verwendet werden.

Die Grünen sind zB. in Salzburg fast ewig in der Stadtregierung, bereits etliche Jahre in OÖ in der Landesregierung - und nirgends in Korruption verstrickt.

Sehr durchsichtig ...

(Wenn in Ihrem Bekanntenkreis solcher Nonsense "allgemein bekannt ist", würde ich an Ihrer Stelle schleunigst den Bekanntenkreis wechseln ... )

 
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