21.05.2013 03:42 Merkliste 0

Eine gute Idee der SPÖ – man muss sie nur anders umsetzen

NORBERT RIEF (Die Presse)

Ginge es der SPÖ mit ihrem Ruf nach Reichensteuern nicht nur um populistische Stimmenmaximierung, könnte man die Forderung durchaus diskutieren.

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Es war das große Reichen-Bashing, das die SPÖ an diesem Wochenende zelebrierte und mit dem sie hofft, im kommenden Jahr die Wahl zu gewinnen. Als Strategie sicher nicht schlecht: Der Neid war in Österreich schon immer recht ausgeprägt, und niemand, der um seinen Job zittern muss, versteht, warum andere schon wieder Millionenboni kassieren.

Also soll es Vermögen- und Erbschaftssteuern ab einer Million Euro geben, um bei „denen da oben“ ordentlich abzuschöpfen. Es gibt viele gute Argumente gegen diese Idee: angefangen damit, dass wir in Österreich ohnehin schon genügend Steuern bezahlen, über das Faktum, dass Vermögen über eine Million Euro ja nicht vom Himmel gefallen sind, sondern mit einem hart erarbeiteten und hoch versteuerten Einkommen angehäuft oder erworben wurden, bis hin zum Umstand, dass bei der kalten Progression und den steigenden Immobilienpreisen in einigen Jahre schon eine mittelgroße Familienwohnung in Wien die Grenze überschreiten wird.

Aber seien wir nicht destruktiv. Es ist immer am leichtesten, „Nein“ zu jeder Idee zu sagen, die einem nicht passt, anstatt sie zuerst einmal zu diskutieren (die Koalitionsparteien blockieren genau so seit Jahren jegliche Problemlösung, sehr zur Freude der FPÖ). Also suchen wir das Positive an der Forderung der Sozialdemokraten nach Vermögensteuern – und müssen uns dafür zuerst einmal überlegen, warum es so schwer ist, in Österreich überhaupt reich zu werden („reich“ immer definiert nach der SP-Grenze von einer Million Euro).

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG haben vergangene Woche eine sehr interessante Untersuchung über die Spitzensteuerklassen dieser Welt veröffentlicht: Österreich liegt ganz weit vorn, wenn es darum geht, besser bezahlte Menschen „abzuschöpfen“. Wer hierzulande mehr als 4285 Euro brutto im Monat verdient (14-mal ausbezahlt), gilt bereits als Spitzenverdiener und zahlt für jeden Cent mehr 50 Prozent Steuer (auf das Jahr gerechnet liegt die Grenze bei 60.000 Euro). In Deutschland greift der Spitzensteuersatz erst bei 250.800 Euro – und liegt bei niedrigeren 45 Prozent (dieser Satz wurde erst 2007 als „Reichensteuer“ eingeführt, bis dahin betrug der Höchstsatz überhaupt nur 42 Prozent). Spanien, das derzeit einen „Beitrag“ der Reichen durchaus nötig hat, hat seinen Höchstsatz von 45 auf 52 Prozent erhöht. Den bezahlt man aber erst, wenn man mehr als 300.000 Euro pro Jahr verdient. Fünfmal so viel wie in Österreich.

Ein (destruktiver) Zwischeneinwurf: Es gibt dennoch Menschen – laut SPÖ 80.000 an der Zahl –, die es in Österreich zu mehr als einer Million Euro Vermögen gebracht haben (in vielen Fällen dank gestiegener Immobilienpreise). Der Staat gibt Menschen also zuerst mit einem 50-prozentigen Steuersatz kaum die Chance, Vermögen anzuhäufen; schaffen sie es trotzdem, sollen sie mit einer neuen Steuer bestraft werden.


Zurück zum Konstruktiven. Befürworten wir also Vermögensteuern; sollen die Menschen jährlich für ihr großes Haus Steuern bezahlen, für ihre Jacht, den dicken Mercedes – für alles, was den Wert eines VW Golf übersteigt. Im Gegenzug aber muss man den Menschen überhaupt erst einmal die Möglichkeit geben, sich mehr zu leisten als einen Golf.

Eine Vermögensteuer kann man dann einführen, wenn sie aufkommensneutral ist und im Gegenzug die Einkommensteuer gesenkt wird. Sonst ist eine Vermögensteuer eine Enteignungssteuer, und wie leicht richtig Reiche der entgehen können, zeigt das Beispiel Großbritannien: Dort hat man wegen Erfolglosigkeit nach nur zwei Jahren den Spitzensteuersatz wieder von 50 auf 45 Prozent gesenkt. In den USA, die ein auf Vermögen basierendes Steuersystem haben (selbst bei Autos bezahlt man die Steuer nach dem Wert, nicht nach PS), bezahlen 47 Prozent der Erwerbstätigen überhaupt keine Einkommensteuer (in Österreich sind es 30,7 Prozent).

Oder, solidarischer gedacht: Man entlastet im Gegenzug zu Vermögensteuern die Lohnkosten und hofft so, die Zahl der Arbeitslosen zu senken.

Die Idee der SPÖ, Vermögensteuern einzuheben, ist ja gar nicht so schlecht – man muss sie nur völlig anders umsetzen.

 

E-Mails an: norbert.rief@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2012)

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54 Kommentare
 
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Wie denken Sie über eine Groß-Erbschaftssteuer ab 1 Mio. € zur Pflegefinanzierung?

Großerbschafts- & Großschenkungssteuer (inkl. Großfirmenerben) statt 100% Erbverlust bei Pflegefällen?
Wie ist Ihre Meinung dazu? Stimmen Sie darüber auf folgender Seite ab, und sehen Sie, wie andere darüber denken:
http://austria2030.wordpress.com/2013/03/30/grosserbschaftssteuer/
Stimmen Sie auch über andere wichtige Themen ab, z.B. ob eine EU-Volksabstimmung über ein Absplitten der sechs €-Länder mit der höchsten Überschuldung in einen Soft-Euro erfolgen soll:
http://austria2030.wordpress.com/2013/03/30/sued-euro/

die steuer auf einem bierdeckel ausrechnen können ...

das ausrechnen der abgabenquote ist aufgrund des österreichischen spezifikums 13./14.-gehalt sowie der absetzbarkeit der sv-beiträge nicht wirklich eine transparente sache.

ermittelt man die durchschnittliche abgabenquote (sv, est) auf basis der bruttoeinkommen, dann nimmt mit steigenden bruttoeinkommen auch der abgabenquoten-prozentsatz zu. bei 20.000 brutto p.a. werden durchschnittlich 21,3%, bei k60 38,6% und bei 1. mio. brutto 43,3% vom staat kassiert.

ganz anders verhält sich die sache, wenn man die abgabenquote gemessen an den gesamten personalkosten, also inkl. lohnnebenkosten berechnet. bei einem bruttoeinkommen von k20 p.a. liegt die abgabenquote (sv, est und LNK) im verhältnis zu den personalkosten bei 40%, bei k60 bei 53,1% und bei einem jahresbrutto von 1 mio bei 48,8%!!!

schlussfolgerungen überlasse ich jedem selbst.

die wahre melkkuh ist die mittelschicht ... was sagt die övp dazu?!?

Ich bin mir nicht sicher, ob die Idee überhaupt gut ist

Kommt darauf an, welches Problem gelöst werden soll. Jenes zu geringer Staatseinnahmen keineswegs, wie ausreichend bekannt liegen die Pro-Kopf-Einnahmen in diesem Land ohnehin im Spitzenfeld.
Bleiben noch die Ausgaben (ca. 45.000 EUR pro Haushalt und Jahr). Wird sich wohl durch Einnahmen nicht lösen lassen.

Die Idee löst also keine Probleme sondern schafft schlimmstenfalls nur ein neues: Die Leute noch mehr gegeneinander aufzuhetzen. Vielleicht ist aber das auch das Ziel.

Richtige Zahlen

Sehr geehrter Herr Rief,

grundsätzlich stimme ich der Aussage Ihres Artikels zu, nur sollten korrekte Zahlen genannt werden, denn mit 14*EUR 4.285,-- brutto kommt man nicht an die Grenze des Spitzensteuersatzes, dann da ist zuerst SV zu zahlen, erst der dann verbleibende Betrag ergibt das zu versteuernde Einkommen, ausserdem ergibt sich durch die steuerliche Begünstigung des 13. und 14. Gehalts eine geringere Steuerbelastung.

Trotzdem schliesse ich mich Ihnen an, die Grenze, ab der man in Österreich "Spitzenverdiener" ist, ist lachhaft gering, denn von reich ist man da noch um Grössenordnungen entfernt.


Re: Richtige Zahlen

sie haben völlig recht! ein peinlicher fehler im leitartikel einer österreichischen qualitätszeitung.

es besteht ein riesenunterschied zw. dem bruttoeinkommen und dem einkommen, welches letztlich der einkommensteuer unterliegt. ein zeichen mehr, dass sich das ökonomisch-steuerliche wissen in österreich auf kümmerlichstem niveau befindet.

die SV, werbungskosten, sonderausgaben usw. sind vom bruttoeinkommen erst mal abzuziehen, erst dann kommen wir zum zu versteuernden einkommen. von der steuer werden dann noch diverse absetzbeträge abgezogen.

der spitzensteuersatz greift somit erst irgendwo bei 80, 81.000 bruttoeinkommen p.a. das sind rd. 5.750 brutto im monat.

Antworten Antworten Gast: Oktober
16.10.2012 13:38
0 0

Re: Re: Richtige Zahlen

Sehr beruhigend

Gast: [amok]
16.10.2012 09:34
7 0

staatausgaben senken statt steuern erhöhen!

und wie wär's mal mit der idee, den umfang der staatsaufgaben sowie deren kosteneffiziente durchführung zu überprüfen, anstatt andauernd nur nach neuen steuern zu rufen?

Re: staatausgaben senken statt steuern erhöhen!

Das kapieren die Roten nicht.
Oder wollen es nicht kapieren.

Re: Re: staatausgaben senken statt steuern erhöhen!

Naja, sagen wir´s mal so. Reformresistent sind sowohl Schwarz als auch Rot, wenn es um ausgabenseitige Reformen der jeweiligen Reichshälften geht. Bauern, Lehrer, etc. vs. Wiener Beamte, ÖBB usw. Dennoch sollte klar sein, dass selbst eine radikale Umsetzungen aller Einsparungspotentiale nie im Leben die Kosten der Bankenkrise und darauffolgenden Wirtschaftskrise decken würde. Es muss neue Steuern geben, so realistisch sollte jeder sein, und jeder wird seinen Beitrag leisten müssen. Es scheint mir i.d.H. absurd die Spitzensteuersätze in den USA mit jenen Österreichs zu vergleichen, weil man in Österreich ja direkt oder indirekt wesentlich mehr staatliche Leistung zurückerhalt. Das beginnt schon bei den Gesundsheitskosten, setzt sich fort im Bildungssystem etc. Zudem ist der durschnittliche Amerikaner viel höher verschuldet, d.h. viel Wohlstand basiert auf Pump. Was dabei rauskommt haben wir ja gesehen. Makroökonomisch stabiler sind andere Modelle.

Wir brauchen eine massive Einkommenssteuer-Senkung und keine neue Steuer

Bisher lief es doch immer so. Die ÖVP meinte wir müssen das Budget konsolidieren also brauchen wir mehr Steuern und Einsparungen (50/50). Sobald das Budget konsolidiert war ist die SPÖ gekommen und hat die Ausgaben wieder erhöht (mit unterstützugn nicht weniger in der ÖVP).

Geblieben sind dann die neuen Steuern und das Budget war erst nicht konsolidiert. Und dann hat das Spiel wieder angefangen.

Mit der Konsequenz dass alle die die den Staat erhalten und nicht nur Geld von ihm ziehen die Blöden sind.

Und damit muss schluss sein.

Und deshalb rutner mit den Steuern auch wenn es Budgetdefizit bedeutet weil anders geht es nicht.

illusion

ist die aufkommensneutralität. abgesehen davon dass sich das ö gar nicht leisten kann. erhöht sich die est durch die kalte progression sofort wieder. und wie deren grenzen und sätze geändert werden haben wir ja gesehen - im wesentlichen von gar nicht bis hinauf !

nebuloser Kommentar

Dieser Kommentar ist mir nicht klar verständlich ausser dass der Autor Vermögenssteuern bevorzugt.
Prinzipiell sind Substanzsteuern auf Vermögen systemfremd: Das wäre so, wenn man einen Betrieb nach der Höhe des eingesetzten Kapitals besteuern würde und nicht nach den Gewinnen.

Auch die USA sind nicht direkt vergleichbar: Dort werden von den Grundsteuern zB auch die örtlichen Schulen und diverse Gemeindeleistungen finanziert - man kann sagen, dass dort die Gemeindesteuern eben nach dem Wert der Realität bemessen werden, während die Gemeindevorschreibungen in Österreich auf anderen Bemessungsgrundlagen beruhen.

Was auch nicht herauskommt ist, dass die Steuern in angelsächsischen Ländern generell niedriger sind. Würde man in Östgerreich aufkommensneutral die Vermögenssteuern erhöhen, müsste man geradezu konfiskatorische Steuersätze anwenden um eine signifikante Senkung der Einkommenssteuer zu erreichen.

Problematisch ist auch die Altervorsorge: Manche privilegierte Gruppen bekommen hohe Pensionen (im Vgl. zum ASVG) und müssen nicht Vermögen sparen, um für das Alter vorzusorgen. Also müssten Vermögenssteuern auch die Pensionsrückstellungen für Beamte und andere Gruppen miteinbeziehen.
Was mich an diesem Kommentar auch stört, ist dass mit mit keinem Wort erwähnt wird, dass der Staat in Österreich relativ ineffizient ist und Steuergeld in hohem Masse einfach verschleudert wird. Daher die übliche "Leier" dass jede Steuersenkung auch "gegenfinanziert" werden muss...

werfen sie eh immer münzen in ihr phrasenschwein, herr rief?

das muss ja schon fast platzen! (und SIE gehören im fall des 'schlachtens' dann auch zu den reichen.)

"sondern mit einem hart erarbeiteten und hoch versteuerten Einkommen angehäuft oder erworben wurden"
tatsächliche spitzenverdiener zahlen auf grund der zahlreichen 'gestaltungsmöglichkeiten' prozentuell weniger steuern und abgaben als ein kleinverdiener!

"in einigen Jahre schon eine mittelgroße Familienwohnung in Wien die Grenze überschreiten wird."
genau, wien die stadt mit den vielen wohnungen, die teurer als eine million sind. realitätsverlust?

"gilt bereits als Spitzenverdiener und zahlt für jeden Cent mehr 50 Prozent Steuer (auf das Jahr gerechnet liegt die Grenze bei 60.000 Euro)"
bei diesem betrag, ab dem der spitzensteuersatz greift, wurden sozialversicherung und andere absetzbeträge bereits abgezogen. der tatsächliche schwellenwert (auf brutto bezogen) ist daher deutlich höher als 4285 euro pro monat.
und die 50 cent steuer von jedem euro werden von beträgen ÜBER diesem grenzwert fällig. darunter steuerfrei bzw mit geringerem prozentsatz.

sollten sie mal in einem formular ihren beruf eintragen müssen, schreiben sie bitte nicht 'journalist'. bleiben sie bei der wahrheit: 'phrasenschleudernder polemiker' trifft besser zu!

Gast: heuchler
16.10.2012 08:26
0 5

heuchelei

vermögenssteuer einführen und einkommenssteuer senken ist doch genau der vorschlag.

warum sind Sie immer noch dagegen?

Was mich schockiert sind die 30,7 Prozent

österreichischer Erwerbstätiger, die keine Steuern zahlen. Ernst gemeint? Und warum zahl ich dann noch?

Re: Was mich schockiert sind die 30,7 Prozent

sie gehen einer polemik auf den leim!
denn erstens geht es hier ausschließlich um die EINKOMMENsteuer (als ob es keine andere gäbe...!).
und zweitens liegt der prozentsatz nicht bei 30,7% sondern bei 100%: NIEMAND zahlt einkommensteuer für den ersten tausender seines steuerrelevanten einkommens.

wer sich die tatsächliche steuer- und abgabenquote ansieht, erblickt eine (fast) flat-tax: für JEDEN liegt sie rund um die 40%.

Also das gibt keinen Sinn.

Wenn 30,7% keine Einkommenssteuer zahlen, dann zahlen die sicher keine 40% Steuern. 20% Mehrwertssteuer vielleicht, aber keine 40%.

Re: Also das gibt keinen Sinn.

steuern- UND abgaben!

sie vergessen auf die SV.
und auf viele gebühren.

Re: Re: Also das gibt keinen Sinn.

SV ist KEINE Steuer...

Viel zu kompliziert.

Vermögenssteuern machen nur Arbeit. Steuern und sozialversicherung auf ALLE Einkommensarten, selbständig, unselbständig, Kapitalerträge, Immobilienerträge etc. vereinheitlich.

Am einfachsten Flattax plus variablem Solidarzuschlag bei Hochverdienern und Negativsteuer bei Schlechtverdienern. Spart auch gleich die Grundsicherung.

Antworten Gast: Woodman
16.10.2012 08:28
1 1

Re: Viel zu kompliziert.

Legen Sie noch das Familiensplitting und einen Absetzbetrag pro Kind drauf und ich bin sofort dabei.


Gast: 6y2
16.10.2012 07:18
2 6

Vermögen!

Wird in den seltenen Fällen hart erarbeitet, der Großteil wird vererbt, das wird in dem Artikel gar nicht erwähnt.

Antworten Gast: y22
16.10.2012 09:13
6 1

Re: Vermögen!

Also darf man nicht einmal mehr über seine Ersparnisse verfügen, die man ohnehin schon versteuert hat...
man muss auch bezahlen, wenn man sie weitergibt..
Das Einkommen, das man erspart hat (Vermögen), wurde in der Regel schon versteuert. Darf man nur alles verprassen und nichts aufbauen?!

Antworten Gast: Grummelbart2
16.10.2012 08:59
2 0

Re: Vermögen!

Und das rechtgertigt Enteignungssteuern bzw derart hohe Steursätze, dass kaum jemand auf legalem Weg Vermögen anhäufen kann?

Die Idee der Reichensteuer

Diese Idee ist schon deshalb eine einzige Täuschung, weil jede Besteuerung der Reichen automatisch eine Besteuerung der Mittelklasse und ein Abschröpfen der Armen ist.
Das Problem dabei ist, dass die Reichen ja nicht nur Grund und Boden und Kapital haben, sondern in der Regel damit wirtschaften und somit ökonomischen Einfluss ausüben. Somit haben sie zu einem sehr hohen Prozentsatz die Möglichkeit, das Geld, das ihnen der Staat in Form einer Steuer weg nimmt, von jenen zurück zu verlangen, die in ökonomischer Abhängigkeit zu ihren Wirtschaftsunternehmen stehen.
Grundsteuer bedeutet, dass alle flächenintensiven Betriebe ihre Preise (Mieten, Transporte, landwirtschaftliche Produkte) für erbrachte Leistungen erhöhen und die Qualität (Landschaftspflege, Verpackungsmaterial, etc.) senken werden. Somit werden die Mieten und der tägliche Einkauf sowie die privaten Transportunternehmen teurer. Also wem fällt das auf den Schädel?
Erbschaftssteuer - sofern sie nicht umgangen wird - ist sowieso zu hinterfragen und bringt in der Regel außer Neidbefriedigung nur wenig. Selbst die SPÖ sieht in internen Berechnungen ein Maximum von ca. 300 Mio Euro.
Steuern auf mobiles Vermögen ist in Zeiten des freien Waren und Kapitalverkehrs sowieso ein Unsinn, wie unendlich viele Beispiele - jüngst Frankreich - zeigten und zeigen.
Bankensteuern werden über Kontogebühren wieder beim Kunden eingehoben. Wer muss diese zahlen?
Reichensteuer ist das Opium für Unwissende und ein Synonym für Massensteuern!

ohne bundesstaatsreform keine neuen steuern !


 
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