Den Status quo nicht einmeißeln

RAINER NOWAK (Die Presse)

Am Sonntag geht es vordergründig um Boulevardzeitungen und Norbert Darabos. Ihnen darf man nicht zu viel Macht geben. Man sollte längerfristiger denken.

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Da sie so schön ist, an dieser Stelle noch einmal die Entstehungsgeschichte dieser Volksbefragung: Es war der Wiener Bürgermeister Michael Häupl, der eine Woche vor seiner Gemeinderatswahl einen Schwenk der Bundespartei beschloss. Statt wie in Verfassung, SP-Parteiprogramm und Regierungsübereinkommen festgeschrieben, sollte die allgemeine Wehrpflicht zugunsten eines Berufsheeres aufgegeben werden. Die „Krone“ wollte diesen Wechsel schließlich schon lange.

Vor dem „Krone“-Telefoninterview informierte Häupl noch schnell Bundeskanzler Werner Faymann über die völlige Neupositionierung der SP-Sicherheitspolitik, höflichkeitshalber sogar auch den eigentlich zuständigen Verteidigungsminister. Für Norbert Darabos, Ex-Bundesgeschäftsführer mit starkem Geschichtsbewusstsein, war dies unangenehm. Er hatte sogar in der „Krone“ in einem kleinen tapferen Gastkommentar für den Präsenzdienst Stellung bezogen. Die Amnesie setzte bald ein. Häupl hielt dennoch nicht die absolute Mehrheit.

Aber vielleicht funktioniert der gleiche demokratiepolitische Schmäh beim zweiten Mal. Erwin Pröll bestellte die Volksbefragung zum Thema knapp vor seiner Wahl. Um seine Absolute zu retten. Die ÖVP hatte davor den gegenteiligen Schwenk im Auftrag ihrer Bundesländer vollzogen: Deren alte Forderung nach Berufsheer, offiziellem Ende der Neutralität und Beitritt zu einem Militärbündnis im EU-Korridor wurde archiviert. Kommando zurück. Nun geht es also um Katastrophenschutz, Zivildienst und Ertüchtigung der jungen Männer, die den Landeshauptleuten wichtig sind. Nach aktuellem Umfragestand am Vorabend dieser demokratiepolitischen Farce geht das Match, ob nun die Landeschefs mit ihren befreundeten Medien oder der Werner-Faymann-Boulevard einflussreicher sind, offenbar zugunsten Erwin Prölls und zulasten der Dichand-Fellner-Allianz aus. Soll sein.

Interessanterweise dominieren taktische Überlegungen die gesamte Diskussion: Wer gegen billigen Populismus, die dazugehörigen Medien und für Raiffeisen ist, wählt Wehrpflicht, auch wenn er anderer Meinung ist. Wer das Bundesheer eigentlich nicht besonders mag, wählt ein Berufsheer, Norbert Darabos wird es schon ruinieren.

Aber darum geht es am Sonntag nicht, sondern um die Wahl zwischen zwei Varianten, die ohnehin von der nächsten Bundesregierung umgesetzt werden müssen. Die das Abstimmungsergebnis auch ganz anders vollziehen kann als gemäß dem Nichtmodell der ÖVP oder Darabos-Berufsheer. Dieses existiert ohnehin nur auf dem Papier und lässt sich nie derart kostengünstig realisieren. Ein gutes Berufsheer wäre teurer und – solange die Aufgaben von Katastrophen- bis Objektschutz reichen – auch personell größer als jetzt versprochen. Denn die von Darabos stets eingerechnete Miliz gibt es de facto kaum noch. Auch die Rekrutierung guter, junger Berufssoldaten wird schwieriger, der Ersatz für Zivildienst kostenintensiver, und der Abbau alter Unteroffiziere und Ausbildner wird härter als in der billigen Berufsheerpropaganda dargestellt.

Aber muss man deswegen den alten Zwangsdienst und die unprofessionelle Zeitverschwendung tausender Junger plötzlich gut finden? Muss man sich zwecks Distanzierung wirklich von Norbert Darabos, Wiener SPÖ und Boulevard zur Unterstützung der alten Wehrpflicht genötigt sehen? Soll man die Wehrpflicht nach so viel politischen Laientums einmeißeln, wie es Darabos einst gewünscht hat?

Nein.

Daher sollte man am Sonntag für das Berufsheer stimmen und mit der Stimme bei der folgenden Nationalratswahl dafür sorgen, dass Norbert Darabos nicht Verteidigungsminister bleibt und kein „Krone“-Kanzler mehr regiert. Und dass dann die ohnehin nicht mehr bestehende Neutralität auch offiziell endlich beerdigt wird. Und Österreich seinen Platz in einem sicherheitspolitischen und militärischen Bündnis wie der Nato findet.

Im Übrigen beweist diese Volksbefragung, wie frech und unsinnig die Verlängerung der Legislaturperiode war. Dazu wurden wir leider nicht befragt. Die Antwort wäre eindeutig gewesen.

 

E-Mails an: rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2013)

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75 Kommentare

warum, zum teufel, wollen sie...

... uns unbedingt in der nato sehen? die nato führt angriffskriege gegen halbwilde überall auf der welt, kriege, die sie niemals gewinnen kann, wie man im irak oder in afghanistan sehen kann.
wir sollten es wie die schweiz machen - die bürger bewaffnen (miliz), damit es auch armeen wie der nato bei uns wie in afghanistan ginge, sollte es jemand wagen, sich hier breitzumachen.

Re: warum, zum teufel, wollen sie...

Nun ja, die Schweizer Miliz mit dem weltweit einzigartigen System der Aufbewahrung der Waffe zuhause sollte uns nicht gerade als Vorbild dienen:

Geschätzte (weil unregistrierte) 2 Millionen Sturmgewehre und Armeepistolen lagern in Schweizer Haushalten, jährlich werden 300 Morde mit Armeewaffen ausgeführt!
Gelegenheit macht Mörder.

Und die hitzigeren Österreicher würden in diesem Fall wahrscheinlich den Schweizern den Rang als Alpenrambos ablaufen.... Nein danke!

Re: Re: warum, zum teufel, wollen sie...

so ein unsinn!
wissen sie, warum die schweiz das macht?
weil sie wissen, dass sie auf die art uneinnehmbar sind! und das ist das ziel jeder verteidigungsstrategie!

Re: Re: warum, zum teufel, wollen sie...

die mordrate in österreich ist erheblich höher

Re: Re: warum, zum teufel, wollen sie...

bei uns führt das küchenmesser

Bei der nächsten Nationalratwahl im Herbst 2013

die Korruptionistenparteien SPÖVP abwählen !!!

spricht mir aus der seele

vor allem weil die diskussion um die wehrplicht ein unfall ist - genauso wie der Bundesheer-Werbespot mit der Panzer-Spritztour. Was das miteinander zu tun hat? seht selbst:
http://wp.me/p8z2Q-1g5

Bravo Herr Novak


herr nowak, ned schlecht

klasse beschrieben und umrissen, wie unsere oberpopulisten ticken, und wie sie versuchen das wahlvolk einzulullen.

Ja zur Wehrpflicht -Warum?

1. Es gibt kein Faymann-Modell, so wie es kein Spindelegger-Modell gibt. Es gibt überhaupt kein Modell, sondern nur wild durcheinander gewürfelte Vorschläge.
2. Die, die wir gewählt haben und die wir dafür bezahlen, dass sie für die Probleme der Menschen Lösungen erarbeiten, die sollen sich nicht drücken, sondern eine klare gesetzliche Regelung im Parlament beschließen. Dann erst soll man mich/uns fragen, ob wir das auch wollen.
3. Wenn die Wehrpflicht bleibt, ist sie reformierbar – wenn das Berufsheer sich als Irrtum herausstellt, dann ist das nicht korrigierbar. "Zurück an den Start!" - liebe Regierung.
Zurzeit spricht einfach aus Sicherheitsgründen mehr für die Wehrpflicht und weniger für „Weißwählen“ oder Berufsheer.

nein warum?

weil es keine legitimation gibt junge leute, ungerecht gegendert zu zwangsarbeit zu verpflichten


Ausgezeichnet argumentiert!

Bei jedem aufkommenden Thema setzt diese unerträgliche Walze seitens Boulevard und SP ein. Im konkreten Fall hat die VP auch nichts intellienteres zu bieten. Das Strickmuster ist auch immer das Gleiche. Bloß keine seriöse und sachliche Information im Vorfeld. Desto uninformierter die Leute, desto leichter sind sie für die jeweiligen Interessen lenkbar. Da kann einem nur noch schlecht werden!
Ich persönlich würde ein bestens ausgerüstetes Berufsheer, welches in erster Linie für militärische Aufgaben jeglicher Art (Assistenzeinsätze im Ausland) herangezogen wird bevorzugen. Ein baldestmöglicher Beitritt zur NATO wäre für mich absolut wünschenswert! Diese dümmlichen Argumente von US- dominierter NATO sind für die Mottenkiste der Altlinken - kann ich auch nicht mehr hören. Vor allem ist es diesen Träumern entgangen, dass die USA schon seit langem darauf drängen das die Europäer auf ihrem Kontinent mehr in die Pflicht genommen gehören!

Zurück an den Start-Ja zur Wherpflicht

Die Analyse ist richtig, die Schlussfolgerung ist falsch. Es gibt keine Konzepte, weder von der SPÖ und schon gar nicht von der ÖVP. Dabei werden Regierung und Parlament dafür bezahlt, dass sie für die Lösung einzelner Probleme ordentliche, sachgerechte und „preiswerte“ Lösungen vorlegen. Daher sollte die Devise für morgen lauten: „Zurück an den Start“ Und das geht nur wenn die Wehrpflicht bleibt. Für Ihre Abschaffung braucht man nämlich eine 2/3 Mehrheit im Parlament und wer weiß schon was bei einer derartigen Packelei von zumindest drei Parteien herauskommt, wenn überhaupt etwas herauskommt. Das Bundesheer braucht eine große Reform, das ist keine Frage. Wenn diese im Rahmen der Wehrpflicht geling, ist alles OK. Wenn nicht, gibt es immer noch zwei Möglichkeiten, nämlich das Bundesheer ganz abschaffen oder eben ein Berufsheer einführen. Wenn aber am Sonntag dem Berufsheer der Vorrang gegeben wird und das stellt sich dann, wie viele glauben als Irrtum heraus, dann gibt es keine Rückkehr. Kurt Bergmann
Ich empfehle meinen Artikel in der Presse vom 15. Jänner auf Seite 22: "Worum es bei dieser Volksverhöhnung geht!"

11

3 Gründe für die Wehrpflicht

1. Die Kosten
Man kann mir noch so viele falsche Zahlen liefern - für einen Menschen der 1 und 1 zusammenzählen kann steht fest, dass ein Berufsheer und erst recht das teuer bezahlte Sozialjahr Mehrausgaben verursacht.
2. Der Katastrophenschutz
Ich lebe in einer Gegend in deren unmittelbaren Nähe in den letzten Jahren sehr viele Katastropheneinsätze des Heeres geleistet wurden. Und ich habe sehr starke Zweifel ob das von einem Berufsheer in gleicher Weise efüllt wird.
3. Die Erziehung
Mit dem 21. Jahrhundert wurde die Erziehung junger Menschen abgeschafft. Für sehr viele junge Männer ist die Kaserne der erste Ort in ihrem Leben an dem sie erfahren, dass sie doch kein Halbgott sind - eine sehr wertvolle Erfahrung, die mit keinem Geld der Welt bezahlt werden kann!

Re: 3 Gründe für die Wehrpflicht

Das Bundesheer ist ja wohl so ziemlich der ungeeignetste Ort, um junge Menschen zu erziehen.

Denken Sie Ihr drittes Argument bitte zu Ende und Sie sind schnell wieder bei (Um-)Erziehungslagern oder ähnlichen, pädagogisch wertvollen Einrichtungen.

Diese "es hat noch keinem geschadet"-Mentalität ist erstens falsch und zweitens bräuchten wir dafür keine Panzer oder Abfangjäger...

SPÖ greift wie immer in die Trickkiste

Gerade gelesen: "Ein alter Mann geht am Bundeskanzleramt vorbei u. rutscht auf einer Eisplatte aus u. fällt auf seinen Hintern. Zufällig kommt Faymann heraus u. hilft ihm auf. Der alte Mann möchte z. Dank Faymann auf einen Kaffee einladen, Faymann sagt, ist ja nicht notwendig, es reicht wenn sie für mich am So das Kreuzerl beim Berufsheer machen. Darauf der alte Mann: Herr BK Faymann, ich bin ja nur auf meinen Hintern gefallen und nicht auf meinen Kopf."

In Stein gemeißelt, einzementiert, einbetoniert? Aber woher denn!

Wie man gesehen hat, kann sich in Österreich praktisch über Nacht etwas ändern.

Die heimtückische und überaus gefräßige STEINLAUS (Petrophaga lorioti aus der Familie der Lapivoren, siehe Pschyrembel) nagt nämlich jahrelang im Verborgenen, und eines Tages zerbröseln dann selbst gigantische Monumente wie die Wehrpflicht im Handumdrehen, und übrig bleibt nur mehr ein Schutthaufen! Und Darabos muss ihn nun entsorgen.

So kann es kommen, wenn dem Häupl eine Laus über die Leber läuft!

Re: In Stein gemeißelt, einzementiert, einbetoniert? Aber woher denn!

Dem Häupl kann höchstens die Reblaus über die Leber laufen.

Re: In Stein gemeißelt, einzementiert, einbetoniert? Aber woher denn!

tja eine fettleber, schon leicht zirrhotisch, ist halt sehr sehr empfindlich und da stört dann schon das kleinste läuschen. :-))

Re: In Stein gemeißelt, einzementiert, einbetoniert? Aber woher denn!

es ist der darabos der entsorgt wird...von laura
wie soll sie im herbst den wahlkampf führen mit einem verlierer im schlepptau

ein berufsheer wäre fein..gut ausstaffiert mit 24 eurofightern im verbund mit europa..i.e. die NATO.
die pläne waren da 2000 mit wolferl...aaaaber die neutralität ist sakrosankt..der souverän gibt sie nicht her...daher wehrpflicht, auch wenn es schmerzt
übrigens obiges kommentar von nowak ist nur mist...er kann es besser aber er will nicht nach ÖVP riechen.
also schreibt er unsinn nur um nicht in verdacht zu geraten.grrrrrrr

Re: Re: In Stein gemeißelt, einzementiert, einbetoniert? Aber woher denn!

Dann Ganze halte ich sowieso nur für ein Scheingefecht, mit dem Darabos mit Häupls Denkanstoß von den Eurofightern ablenken will.

Re: Re: Re: In Stein gemeißelt, einzementiert, einbetoniert? Aber woher denn!

das ist jetzut absurd...der häupl hat es angezettelt um der KRONE in den hintern zu kriechen..und der karrieresüchtige darabos mußßte nachvollziehen...sein wunschtraum ist der LH von burgenland zu werden

Re: Re: In Stein gemeißelt, einzementiert, einbetoniert? Aber woher denn!

und das nötige geld ist auch nicht mehr vorhanden
käme das berufsheer so wäre das nächste 2 milliarden sparpaket schnell da

Wahlempfehlung falsch

Ich kann Ihrer Meinung, Herr Nowak, jetzt für ein Berufsheer zu stimmen und bei der Nationalratswahl im Herbst die SPÖ abzuwählen nichts abgewinnen. Jetzt schaffen sie Tatsachen deren Tragweite kein Wähler abzuschätzen vermag da die Regierung bis jetzt keine Auskunft über militärische Zielsetzungen für das Bundesheer und einen Kostenvergleich bei gleichen Fähigkeiten für eine Wehrpflichtigenarmee bzw ein Berufsheer und den Zivildienst bzw das freiwillige Sozialjahr gegeben hat. Der zweite Teil Ihrer Empfehlung, nämlich die SPÖ abzuwählen kann aber auch nur ein frommer Wunsch bleiben.
Die Steuerzahler sollen auch wissen welche Kosten sie mit ihrer Wahlentscheidung herbeiführen und nicht nur mit Schlagworten "unzeitgemäß, modern, Profi usw" abgespeist werden. In den Debatten ist auch das Argument "zuerst entscheiden dann wird man schon sehen wie es bedeckt wird" aufgetaucht. Mit diesem unsinnigen Argument hat der Staat 230 Mrd € Schulden angehäuft. Es wird Zeit von dieser Meinung "Österreich ist einer der reichsten Staaten und kann sich alles leisten" abzugehen und die finanziellen Folgen jeder Entscheidung zu beurteilen.

wurscht

meine meinung zu dem ganzen thema ist wurscht, wichtig ist nur, dass der wendehals bzw. wendeheini mit seinem schwenk nicht durchkommt und der liebe wiener blaufränkische auch nicht. alles weitere wird sich dann schon weisen. (wenn wir glück haben, gibts ja auch die övo in dieser form - dieser stärke - nach dem nächsten urnengang auch nicht mehr.)

Nach den nächsten NR-Wahlen

wird sich Darabosch in Kroatisch Minihof wieder finden-der nächste Verteidigungsminister (wer immer das sein mag) wird sich aber-sollte die Wehrpflicht abgeschafft sein, vor einem VAKUUM befinden.
Wie soll man, wenn sich eine neue Regierung erst konstituieren muss, in aller Eile ein Berufsheer aus dem Boden stampfen?
Also: werde ich morgen FÜR DIE WEHRPFLICHT stimmen und der nächsten Regierung genügend Zeit für angemessene Reformen oder den tatsächlichen, BEDACHTEN UMSTIEG auf ein Profiheer einräumen.

(Übrigens:Vier Jahre Legislaturperiode sind genug !!-wir haben es jahrelang gepredigt !)

Marionetten

Es beweist einmal mehr, wie sehr Häupl / Pröll die macht haben, Österreich ganz nach ihrem persönlichen Gutdünken kaputt zu machen - wegen Bundesländerwahlen! Abschaffen der Bundesländer ist die einzige Lösung!

bitte gar kein Heer

ich mag prinzipiell gar kein Heer.weder Berufsheer noch Wehrpflicht-aber wenn es denn sein muss, ist mir jedes Dilletantenheer lieber-weil weniger gefährlich

Re: bitte gar kein Heer

kein Heer gibt's nicht!
Sie haben entweder das eigene oder ein fremdes Heer im Land ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Staaten_ohne_Milit%C3%A4r


Re: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Staaten_ohne_Milit%C3%A4r

Wenn Sie sich die Staaten ohne Militär durchschauen, finden Sie immer wieder den Zusatz: Verteidigung garantiert die USA, Australien, Italien etc. Also doch nur die Wahl zwischen einem eigenen Militär oder einem fremden.

Ich habe heute ein Interview mit Entacher gelesen.....

und frage mich, wieso der nicht zu einem Presse-Chat eingeladen wurde - oder hab ich da etwas übersehen?

Entacher will das derzeitige Mischsystem aus Berufseinheiten, Kadern, Miliz und Reserve beibehalten, weil es sich seiner Ansicht nach bewährt hat.

Er findet zwar auch - wer tut das nicht? - dass der Grundwehrdienst optimiert gehört (und schlägt dazu plausible Lösungen vor), hält aber das Berufsheermodell von Darabos für eine Mogelpackung, in finanzieller und personeller Hinsicht.

Er kann sich übrigens nicht vorstellen, dass bei einer Umstellung auf ein Berufsheer im Nationalrat eine 2/3-Mehrheit für die Aufhebung der Freiwilligkeit bei Auslandseinsätzen zustandekäme. Da ist er wohl nicht der Einzige.

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Mit anderen Worten: auch wenn sich am 20. Jänner wider Erwarten das Berufsheer durchsetzen sollte, würde es vermutlich wieder nur zu einer "österreichischen Variante" kommen: halbherzig, zögerlich, lauwarm. Und sehr kostspielig.

Aber die Aufhebung der Neutralität bliebe wohl weiterhin ein Tabuthema.


Re: Ich habe heute ein Interview mit Entacher gelesen.....

die aufhebung der neutralitätslüge!!!

ein Bübchen wie nowak

dass nichtmal den zivildienst in einer praktisch nützlichen form absolviert hat sollte zu dem thema an sich keine wesentliche meinung proklamieren dürfen.

Die einzige GUTE Zukunftslösung wäre: Berufsheer UND Zivildienstpflicht (für Männlein und Weiblein)


Mir ist das schon zu blöd...

...am Sonntag für die Wehrpflicht.
Für ein Berufsheer gibt es nämlich keine Profis die das umsetzen können oder glaubt irgendwer, dass Darabos erleuchtet wird?

Trifft den Nagel auf den Kopf

Am Sonntag geht es nicht um Darabos, die "Krone" und Parteipolitik – sondern um unser künftiges Heeresmodell, möglicherweise für viele Jahrzehnte. Und da ist das Berufsheer nunmal objektiv die bessere, zukunftsweisendere Variante. Trotzdem wird es – wegen Darabos, der "Krone" und Parteipolitik – wohl keine Mehrheit finden. Schade.

Re: Trifft den Nagel auf den Kopf

wieso ist das berufsheer ohne NATO optimal?

Re: Trifft den Nagel auf den Kopf

cogito ergo dumm gelaufen-ich fühle, also bin ich--meine Emotionen sind an Entscheidungen beteiligt--Ergebnisse werden nachträglich rationalisiert--(unbequeme Ergebnisse der Neurowissenschaften-wir entscheiden alle nach dem Bauch)

Re: Trifft den Nagel auf den Kopf

In unserer schnelllebigen Zeit hält nichts mehr "möglicherweise für Jahrzehnte", allenfalls einige Legislaturperioden, die allerdings - da kann man Nowak nur beipflichten - frecherweise still und heimlich auf 5 Jahre verlängert wurden.

Von den Wahlergebnissen im übrigen Europa und den USA ganz zu schweigen; wenn es da Überraschungen gibt, kann sich auch für Österreich schneller etwas ändern, als unsere Politiker vorausdenken können.

Re: Re: Trifft den Nagel auf den Kopf

dem pilz weitersagen :-)

13

Das musste ich jetzt ein paarmal lesen

Man soll jetzt dem Berufsheer zustimmen und ein halbes Jahr später dafür "gegen Norbert" und seinen Faymann stimmen?
Die Frage bleibt doch: Was haben die Roten/Linken mit einem Berufsheer vor? Jeden Andersdenkenden wegmobben/unterdrücken/verschweigen/.../... ?

Nein! Nein! Nein!

Herr Nowak,
auch wenn sie noch so tolle Armverrenkungen meistern - wir sind hier nicht im chinesischen Zirkus!
Allein schon deshalb, weil Darabos als der bisher unfähigste Heeresminister der 2. Republik von Faymann auch auf weiteres in Stein gemeisselt wurde, kann man nicht für ein Berufsheer sein.
Nicht JETZT! Weil Darabos garantiert, dass die Umwandlung von der allgemeinen Wehrpflicht zum Berufsheer eine völlige Pleite wird und in Chaos enden wird!
Dieser Mann hatte jetzt Jahre Zeit die "sinnlose Zwangsverpflichtung" zu reformieren und sinnvoll zu gestalten! was hat er gemacht? NICHTS!
Und alleine schon deshalb ist am Sonntag gegen ein Berufsheer zu stimmen.

Sie sagen es

Dies hatte ich bereits in einem anderen Kommentar geschrieben und stimme Ihnen vollinhaltlich zu Herr Nowak.
Wie auch immer man sich entscheidet - man sollte auf keinen Fall nach Partei wählen, sondern nur die Grundsatzentscheidung.
Beide Modelle sind unsinnig und werden so nicht halten.
Also wer für eine Beibehaltung der Wehrpflicht ist (eine Reform wird es geben müssen), soll diese wählen. Wer ein Berufsheer will (wie Sie richtig schreiben), soll dort ein Kreuzchen setzen. Das vorgeschlagene Modell kann so gar nicht kommen.

Re: Sie sagen es

Zur Wehrpflicht kann jeder stehen, wie er will und eines ist nun schon geklärt, über die Zukunft unseres Heeres wird - ohne nennenswerte Informationen - in einer Volksabstimmung entschieden. Unser Sport- und Heeresminister hat seine Pläne, nämlich die Umwandlung in ein Berufsheer, präsentiert, hat aber keine eindeutige Begründung für diesen Schritt gegeben. Eines wird uns – meiner Meinung nach – verschwiegen, warum wird in diversen EU-Ländern derzeit das Heer umgebaut? Bei uns ist jahrzehntelang in dieser Hinsicht nichts geschehen, eine Ausnahme war nur die unverständliche „Aufrüstung“ durch den Kauf der sündteuren Eurofighter. Sind wir vielleicht schon heimlich, still und leise ein Mitglied der US-dominierten NATO? Ist unsere Neutralität schon „verraten“ (beendet) worden? Seit der Unterzeichnung des Verfassungsvertrages von Lissabon, würde mich nichts mehr wundern!

Re: Re: Sie sagen es

die Expertokratie ist am Wort-- und auch diese wird von ihrem Bauch regiert

Ich bin überrascht

dass ein plausibler Kommentar seinen Weg auf die Titelseite findet und mit einer ebenso plausiblen Empfehlung endet.
Angenehm überrascht.

Re: Ich bin überrascht

überrascht? nachdem der kommentar vom chefredakteur ist, gibts überraschenderes

si tacuisses


lieber Rainer Nowak ....

Chapeau

Gut gebrüllt, Nowak!

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