19.05.2013 07:22 Merkliste 0

USA, Europa, Datenschutz: Wer das Gold hat, macht die Regeln

OLIVER GRIMM (Die Presse)

Ein wenig Realismus täte den Europäern gut. Der von ihnen geliebte US-Präsident verdankt seine Wahlsiege der Internetwirtschaft. Diese stellt nun Rechnungen fällig.

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Als am Abend des 4.November 2008 feststand, dass die Vereinigten Staaten erstmals einen Schwarzen als Präsidenten haben würden, klingelte es bei hunderttausenden Amerikanern in der Mailbox. Barack Obama höchstpersönlich dankte John und Linda und Jim und Lucy und all seinen anderen Unterstützern per E-Mail dafür, ihm moralisch und finanziell beigestanden zu haben. Und natürlich konnte man im Siegesrausch gleich per Mausklick ein paar weitere Dollar an myBarackObama.com überweisen.

Der Mann hinter der phänomenalen digitalen Wahlkampagne, die Wähler aktivierte, neue Zielgruppen messerscharf ermittelte und neue Themen schnell unter das Volk brachte, hieß Chris Hughes und war damals gerade einmal 24 Jahre alt. Als Mitgründer von Facebook war Hughes steinreich geworden und stand für das neue, aufstrebende Amerika der Internetgeneration. Der smarte junge Technokrat Obama wurde, umringt und beraten von noch mehr smarten jungen Technokraten, zum ersten Präsidenten, der die Spielregeln des digitalen Zeitalters meisterhaft beherrschte.


Das ist mehr als vier Jahre später noch immer so. Täglich schickt das Weiße Haus ein bewegendes, lustiges oder süßes Foto des Präsidenten oder seiner Familie per Twitter in die Welt; zuletzt eines, das ihn beim Tanz mit seiner strahlenden Ehefrau Michelle zeigt. Mehr als 27 Millionen Menschen folgen Obama auf Twitter: Solche Zahlen öffentlichen Interesses erreichen außer ihm nur Filmstars. Wenn Obama etwas Wichtiges zu verkünden hat, gibt er nicht ehrwürdigen Zeitungen wie der „New York Times“ oder „USA Today“ ein Interview. Nein, er lädt zum „Google+ Hangout“ ein, wo Bürger aus allen Ecken Amerikas eine Stunde lang allerhand Fragen stellen dürfen. Natürlich ist der Präsident stets charmant und humorvoll. Und natürlich sind alle „einfachen“ Bürger gezielt ausgewählte Unterstützer.

Facebook, Google und Twitter haben Obama aber auch finanziell bei seinen beiden Einzügen ins Weiße Haus unterstützt – nicht die Konzerne selbst, sondern deren Mitarbeiter. Im jüngsten Rennen ums Weiße Haus spendeten laut der US-Wahlbehörde 116Mitarbeiter von Twitter Geld an Obama, 447 von Facebook, 3612 von Google und gar 4598 von Microsoft. Jeder achte Dollar an Wahlkampfspenden, die Barack Obama erhielt, stammte aus Kalifornien. Dort liegt das Silicon Valley, die Wiege der globalen digitalen Revolution.


Darum sollte es niemanden überraschen, dass der Präsident diesen Unternehmen etwas schuldig ist. Das gezielte und exzellent vorbereitete Lobbying sowohl amerikanischer Regierungsstellen als auch privater Konzerne gegen eine Verschärfung der europäischen Datenschutzregeln ist eine logische Folge dessen, was der in Österreich ebenfalls oft missverstandene Frank Stronach vor Jahren in einen nur auf den ersten Blick empörenden Satz gefasst hat: „Wer das Gold hat, macht die Regeln.“

Das ist in Europa nicht anders und in Österreich schon gar nicht. Wer den Erfolg eines Politikers mit Geld oder Personal unterstützt, darf nach der Wahl mit Wünschen anklopfen. Glaubt etwa wirklich jemand, dass die Industriellenvereinigung oder große Banken keine detaillierten Änderungswünsche für Gesetze im Nationalrat deponieren? Oder dass die Arbeiterkammer beim Bundeskanzler auf verschlossene Türen stößt?

Zum Problem wird das, wenn Gesetzgebung zum Wunschkonzert wird. Mit der Unterstützung eines Kandidaten erkauft man sich sein offenes Ohr für Anliegen – aber nicht das Recht, ihm Gesetze zu diktieren.

Insofern ist der empörte Aufschrei einiger EU-Abgeordneter über das Lobbying der amerikanischen Handelskammer ebenso beruhigend wie grotesk. Beruhigend, weil diese Abgeordneten beweisen, dass man sich Gesetze in Europa nicht so einfach kaufen kann. Grotesk aber, weil dieselben Abgeordneten ihrem Parlament, das sie bei anderen Gelegenheiten gern als Trutzburg demokratischer Tugendhaftigkeit darstellen, offenbar nicht zutrauen, den Lobbyisten aus Übersee mit klarem Kopf und selbstbewusst entgegenzutreten.

 

E-Mails an: oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2013)

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23 Kommentare

Der wesentliche Unterschied!

Ein Interessenvertreter mit Sitz in Österreich interveniert - ohne jetzt auf seine Berechtigung zur Intervention und auf deren Erfolg einzugehen - in Wien, in Brüssel, o.k.
Aber die U.S.A. nehmen sich heraus, in aller Welt ihre Interessen interventionistisch durchsetzen zu können. "Und bist Du nicht willig, so brauch' ich Gewalt!" Das ist nicht nur überheblich, sondern reinste Aggression.
Beispiele:
Druck Richtung EU-Beitritt der Türkei;
Euro-Einführung in Griechenland (nur eine von vielen Maßnahmen den Euro zu schwächen);
Amerikanische Ratingagenturen "bewerten" europäische Staaten;
Besetzung fast aller führenden Stellen in Europa mit Vertrauten, nämlich mit Leuten, die auf der Pay-Roll von Goldman-Sachs standen (noch stehen?);
Liste unendlich fortzusetzen.
Und dafür erhält man nicht nur den Friedensnobelpreis - Alfred Nobel rotiert vermutlich im Grab. Nein, da stellt sich ein "Auslandsredakteur" hin und beschimpft sein eigenes Land, anstatt die Frage zu stellen: "Wie würden die U.S.A. reagieren, wenn Lobbyisten aus Brüssel seine Abgeordneten des Repräsendantenhauses drangsalieren würden?"
Ich bin kein Amerika-Hasser und weiß auch um die Verdienste dieses Landes. Doch irgendwo muss es auch ein STOP geben!

Ein so langer Artikel für eine Binsenweisheit...

Österreichs Politik ist durch und durch korrupt und käuflich und wird dafür auch nicht belangt weil alle zum System gehören.
Nur in den USA ist das "irgendwie" offiziell wenn z.B. Obama Geld sammelt für seinen Wahlkampf und auch später.

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Bled für die Ami

dass es Herrn Strasser im EU-Parlament nicht mehr gibt. Aber wahrscheinlich werden sich ein paar andere finden, denen es finanziell nicht so gut geht.

Na, das ist aber ein Ding!

Jetzt können die Europaer gegen die Amerikaner mit der Menschenrechtskeule nicht vorgehen, wie sie bei allen anderen gewohnt sind!

Und wer hat im Falle der Presse das Gold...

...und macht die Regeln?

Wer weder Gold noch Einsicht hat ...

Lobbyisten sind letztlich nichts anderes als eine Blume, durch die eine Botschaft übermittelt wird. Es ist dies die Botschaft der besser Informierten und daher am Ruder Befindlichen an die minder Informierten: Seht doch endlich eure Defizite ein! Egal, ob es Netzwerkdefizite oder schlichtweg intellektuelle Mängel sind. Dann, so lautet die Botschaft, werdet ihr auch leichter begreifen, dass euch zur Mittätigkeit an der Gestaltung des Gemeinwesens die nötigen Voraussetzungen fehlen.

Die große Masse kann ja nicht einmal ein Computerprogramm beeinflussen und kauft daher artig, was sie von Microsoft vorgesetzt bekommt. Auch das ist von den goldbesitzenden Regelmachern und deren Lobbyisten so eingefädelt worden, und gibt es etwa einen nennenswerten Widerstand gegen das Computerzeitalter? Aber genau dieselben Leute, die an allen Ecken und Enden bemuttert und bevatert werden müssen, sollen dann zu einer sinnvollen Beeinflussung des ungleich komplexeren Gemeinwesens in der Lage sein? Da lachen ja nicht nur die Hühner, sondern auch die noch nicht zu Fertiggerichten verarbeiteten Pferde.

Einen Beweis für die Erreichung einer gewissen Reife könnte das Volk allenfalls dadurch erbringen, dass es von sich aus auf unberechenbare Querschüsse in Form von Wahlen verzichtet, weil es einsieht, dass der Sachverstand fehlt und daher die Forderung „Ich will trotzdem wählen!“ mit der unreflektierten Bestemmhaltung von Kindern im Trotzalter vergleichbar ist.

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Re: Wer weder Gold noch Einsicht hat ...

Wenn Sie mir jetzt noch überzeugend erklären können, inwiefern eine Beziehung zwischen dem entwerfen eines Computerprogramms (ist hier ein Betriebssystem oder ein Anwendungsprogramm gemeint?) und der "sinnvollen Beeinflussung des ungleich komplexeren Gemeinwesens", wie auch immer sinnvoll hier definiert ist, besteht, dann habe ich etwas neues gelernt.
Im Moment habe ich eher den Eindruck, dass auch Ihnen die Einsicht fehlt.

Re: Re: Wer weder Gold noch Einsicht hat ...

Danke dafür, dass Sie sich zu der Anmerkung etwas überlegt haben. Die Beziehung, nach der Sie fragen, sollte eigentlich aus dem Text hervorgehen, auch wenn dieser - wie gerhp in seiner Antwort schon festgehalten hat - auf Ironie ausgelegt ist.

Langweiliger, aber ernsthafter lässt es sich so zusammenfassen: Diejenigen, die an der Macht sind, halten sich für etwas Besseres und sprechen denjenigen, die es nicht geschafft haben, Goldbesitzer und Regelmacher zu sein, üblicherweise die Fähigkeit ab, zur Gestaltung des Gemeinwesens fähig zu sein. An dieser Fähigkeit mangle es ihnen genauso wie z. B. an der Fähigkeit zur Computerprogrammierung.

Darüber hinaus wird in der Anmerkung behauptet, dass das System des Lobbyismus auch die Funktion hat, den sozusagen Goldlosen ihre Unmündigkeit vor Augen zu führen. Die Regelmacher drücken auf diesem Umweg "durch die Blume" aus, dass sie sich (wohl auch nicht ganz grundlos, denkt man etwa an die Bereitschaft vieler Menschen, Mitläufer des politischen Systems zu sein) über diejenigen erhaben fühlen, die nicht zu ihren Netzwerken gehören.

Wie schafft das übrigens Ihr Computer, zwischen den Nullen und Einsen eines Betriebssystems und denen eines Anwendungsprogramms zu unterscheiden?

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Re: Re: Wer weder Gold noch Einsicht hat ...

Da es der Autor noch nicht getan hat...

Die feine Ironie scheint Ihnen entgangen zu sein - oder worin besteht Ihre Einsicht?

Habe vor vierzig Jahren selbst mit juristischer Ausbildung kurzfristig als Progammierer gearbeitet und u.a. eine Bildschirmauswertung für die Mandatsermittlung für die Nationalratswahl 1975, Hochrechnung von ersten Sprengelergebnissen, programmiert...

Re: Re: Re: Wer weder Gold noch Einsicht hat ...

Besten Dank für Ihren Hinweis auf die Ironie, auch für die Anekdote, die zum Lächeln Anlass gibt.

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. . . so ist Amerika, Kapitalismus und mit sozialer Marktwirtschaft unvereinbar - zum Kuckuck mit Brüssel.


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Bei Oliver Grimm ist das Prügeln Europas unvermeidlich

Was habe ich Oliver Grimm kritisiert, solange er noch in Brüssel saß, für seine seltene und immer nur negative Berichterstattung.

Dann wurde er von der Presse dort abberufen – sicher nicht wegen meiner Kritik – und nach Washington versetzt.

Und was kommt jetzt von ihm?

Zwei Drittel eines Leitartikels handeln von Problemen, die der US-Messias „Yes, we can“ Barack Obama hat, weil der Präsident wegen seiner extensiven Nutzung des Internets den Internetgrößen etwas schuldig sein wird.

Dann kommt vergleichsweise kleinlaut, daß die Amerikaner gegen die europäischen Datenschutzbemühungen sind. So, als ob sie das nicht dürften!

Dann aber im dritten Drittel seiner Auslassung wird wieder auf die Brüssel-Leute eingedroschen, was hergeht, die sich völlig sinnwidrig verhalten, weil sie den Amerikanern nicht selbstbewußt und mit klarem Kopf gegenübertreten, sprich feig und dumm. Wie Brüssel-Leute eben schon immer so sind!

Oliver Grimm himself!

Was treibt Oliver Grimm in einen so abgrundtiefen Haß auf alles Europäische? Selbst in einem Bericht über Probleme des US-Präsidenten läßt sich das Prügeln Europas nicht vermeiden:

Re: Bei Oliver Grimm ist das Prügeln Europas unvermeidlich


könnten Sie sich bitte etwas präziser ausdrücken ?
EU IST NICHT MIT EUROPA GLEICH ZU SETZEN !!

Auch wenn man uns das ständig manipulativ einzuhämmern versucht !

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Gerne erhalten Sie eine Antwort, aber erst nach Klärung des Sachverhaltes

„stefania“, gerne werde ich Ihnen erklären, warum die EU absolut repräsentativ für Europa ist.

Aber erst, wenn Sie mir erklären, wer denn die Böslinge sind, die Ihnen „ständig etwas manipulativ einzuhämmern“ versuchen und was das im Detail ist.

Ob Ihnen das glaubwürdig gelingt, werde ich nicht bewerten. Meinerseits aber werde ich auf größte Glaubwürdigkeit Wert legen.

Sie sind am Wort, ich warte!

Re: Gerne erhalten Sie eine Antwort, aber erst nach Klärung des Sachverhaltes

Europa:
die Koexistenz verschiedener Ethnien ,mit verschiedener Geisteshaltung ,verschiedenen Philosophien, Mentalitäten, Lebensweisen und Sprachen,verschiedenen Traditionen und verschiedener Geschichte, auf einem Kontinent.

EU:
der ,Gott sei Dank, scheiternde Versuch alle diese Verschiedenheiten aufzuheben und ein Amalgam, sprich ein verwaschenes, gesichts-und geschichtsloses Konglomerat aus alledem herzustellen .

Das sind die Gründe, warum es niemals gelingen wird, die "Vereinigten Staaten von Europa"nach dem Modell der USA zu verwirklichen.

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Die EU ist ein Staatenbund und meilenweit von den Vereinigten Staaten von Europa entfernt!

„stefania“ (warum kleingeschrieben?), Ich versprach, Ihre Antwort nicht hinsichtlich Glaubwürdigkeit zu bewerten und mache das auch nicht.

Trotzdem merke ich an, Sie sagen nicht, wer es denn ist, der Ihnen „etwas manipulativ einzuhämmern versucht“. Warum es besser für Sie wäre, dies zu erkennen, sage ich Ihnen am Schluß.

Es wird sie überraschen:

Ich bin ein strikter Gegner der Vereinigten Staaten von Europa!

Alles, was Sie unter Ihrem Stichwort Europa auflisten, ist völlig richtig!

Aber:

Alles, was Sie unter Ihrem Stichwort EU auflisten, ist völlig falsch!

Die EU im heutigen Zuschnitt ist alles eher als die Vereinigten Staaten von Europa! Es ist ein Staatenbund, der trotz seiner noch nicht abgeschlossenen Entwicklung funktioniert und der entgegen Ihren Hoffnungen daher auch nicht scheitern wird.

Charles de Gaulle nannte es eine Union der Vaterländer.

Entgegen allen anders lautenden Behauptungen und Verunglimpfungen der EU durch ihre Gegner herrscht in der EU Demokratie und es ist durch ihre Geschäftsordnung, vulgo Lissabon-Vertrag, auch absolut sicher gestellt.

Die sogenannte doppelte Mehrheit, die bei allen Abstimmungen innerhalb der EU gilt, soweit nicht sowieso Einstimmigkeit und damit Vetorecht herrscht, stellt klar, daß es auch so bleibt.

Die nationalen Mitglieder geben in völlig eigener, von außen unbeeinflußter, souveräner Entscheidung nur soviel Souveränität an den Staatenbund ab, als es im gemeinsamen Interesse liegt.

Fortsetzung folgt:

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Die EU ist ein Staatenbund und meilenweit von den Vereinigten Staaten von Europa entfernt!

Fortsetzung 1:

Der Lissabon-Vertrag bindet die nationalen Parlamente ausdrücklich in die Entscheidungen ein und stellt damit sicher, daß die nationalen Interessen nicht verletzt werden.

Die EU ist nicht am Ende ihrer Entwicklung. Ein wesentliches Element innereuropäischer Friedenspolitik ist die Aussöhnung Deutschland-Frankreich. Beide waren daher auch – zu Zeiten Kohls und Mitterands – die Antreiber europäischer Einigung. Seit Gerhard Schröder hat sich das nachteilig geändert. Schröder stand für deutsches Hegemoniestreben, von dem auch Merkel, die zwar als Europäerin eingeschätzt werden kann, aber doch nicht ganz lassen kann.

So z.B. hat der deutsche Finanzminister einen europäischen Finanzminister verlangt, der in die nationalen Budgets eingreifen können sollte.

Es war der deutsche Außenminister Westerwelle, der voriges Jahr seine Initiative Vereinigte Staaten von Europa setzte. Spindelegger machte fatalerweise mit, wurde aber sofort wieder still, als er merkte, das läuft so nicht.

Beides ist wieder vom Tisch!

Besonders deutlich wurde das deutsche Hegemoniestreben bei der Frage ESM. An sich war klar, die – aus eigenem Verschulden – hoch verschuldeten Südländer können nicht im Stich gelassen werden.

Der ESM, der inzwischen zu einem europäischen Währungsfonds wurde, hätte auch innerhalb der EU zustande gebracht werden können, wäre da nicht die deutsche Vormachtstellung so deutlich zutage getreten.

Fortsetzung folgt:

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Die EU ist ein Staatenbund und meilenweit von den Vereinigten Staaten von Europa entfernt!

Fortsetzung 2:

Und das nur, weil die Deutschen auch das meiste Geld hiefür bereitstellen.

Aber da muß mit einem Irrtum aufgeräumt werden. Pro Kopf stellen die Deutschen genau so viel Geld bereit als alle anderen auch, es ist nur deswegen das meiste Geld, weil die Deutschen die absolute Bevölkerungsmehrheit in der Union aufweisen. Letzteres berechtigt die Deutschen aber keineswegs – der Lissabon-Vertrag stellt das sicher – zu einer Vormachtstellung. Im Staatenbund gibt es nur gleichwertige und gleichberechtigte Mitglieder.

Die Briten und die Tschechen haben das per Veto verhindert.

Damit sind zwei Vorteile entstanden. Der europäische Währungsfond wurde Wirklichkeit, die deutsche Vormachtstellung wurde verhindert.

An diesen Vorgängen zeigt sich ganz deutlich, es gibt nichts in der Union, das nicht im gegebenen Staatenbund, sondern nur in den Vereinigten Staaten von Europa erledigt werden könnte. Die Vereinigten Staaten von Europa sind überflüssig.

Und – ich wiederhole mich – der Lissabon-Vertrag stellt sicher, daß es so bleibt.

Zum Schluß noch ein Wort zur Frage, Sie sollten jene Kreise beim Namen nennen, die Ihnen etwas einzuhämmern versuchen.

Täten Sie das, würden Sie erkennen, jene Gruppierungen, welche die Vereinigten Staaten von Europa wollen, sind politisch zu schwach, als daß sie das auch durchsetzen könnten.

Was mich nicht hindert, und Sie nicht hindern sollte, gegen die Vereinigten Staaten von Europa aufzutreten.

"Wer das Gold hat, macht die Regeln" - ?? - Also, ...

...wenn das nicht das (politische) Ende von Onkel Fränks Bemühungen bedeutet, versteh' ich wirklich nicht mehr, weshalb wir uns - bis jetzt berechtigt - derart über Korruption-, Lobby- und andere "-isten" aufregen, dass sogar U-Ausschüsse zwecks diverser Untersuchungen abgehalten werden. Und, weil "montanawolf" so rührselig meint, "Das Recht hat vom Volk auszugehen": So, wie es jetzt zu laufen scheint, IST ES DEM VOLK LÄNGST AUSGEGANGEN!!

Stronach wird der beste Lobbyist des Parlaments zur Förderung seiner EIGENEN Interessen sein.


Das Recht hat vom Volk auszugehen!


Und nicht von den Lobbyisten der Konzerne!

Auf dieses Prinzip muss UNBEDINGT geachtet werden.

Diese US-Abgesandten (=Lobbyisten) von den US-Konzernen müssen mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden.

Wenn Frank Stronach wirklich gesagt hat: "Wer das Gold hat, macht die Regeln." - dann ist dieser Mann für die Demokratie nicht geeignet und daher unwählbar!

"Wer das Gold hat, macht die Regeln." - das hat es in den absoluten Monarchien wie z.B. beim Ludwig XIV. und ähnlichen Gestalten gegeben.

Ich halte es für Wahnsinn wenn solche absurden Losungen wie "Wer das Gold hat, macht die Regeln." jetzt im Jahr 2013 anscheinend wieder modern werden - das ist doch absurd! War die ganze Demokratiegeschichte umsonst?

Die Regeln werden durch einen Willensbildungsprozess vom Staatsvolk gemacht. Eine Willensäußerung des Staatsvolks sind Wahlen. Und die Gewählten müssen Vertreter des Staatsvolks sein - und dürfen sich NICHT nicht von Lobbyisten kaufen lassen (wie es bei Strasser anscheinend der Fall war).

Die Regeln und Gesetze müssen der ALLGEMEINHEIT dienen und nicht den egoistisch-materialischen Interessen von Konzernen. Wehret den Anfängen!

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Re: Das Recht hat vom Volk auszugehen!

Sie sollten mal das Buch "Prolokratie" von Christian Ortner lesen!
Natürlich geht das Recht vom Vok aus, aber Sie sollten nicht auf die Zusammensetzung, die Qualifikation und die Gruppenmehrheiten innerhalt des Wahlvolkes vergessen!

Herr Grimm, vor den Vorhang: Exzellenter Artikel!


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