Eine Regierung, die zu ihren Bürgern passt

OLIVER PINK (Die Presse)

Der Österreicher ist konservativ: Er will Ruhe. Nur ja keine Veränderungen! Wie der Kanzler.

Man kann es den Bürgern nicht verdenken: die Konkurrenz am Arbeitsplatz, der Leistungsdruck, ein Ausbildungssystem, das (zumindest an der Uni) großen Einsatz erfordert, aber keinen Job garantiert, die Sorge um den finanziell gesicherten Lebensabend. Und dann kann man nicht einmal mehr entspannt auf Urlaub fahren, um sich von Stress und Mühsal des Alltags zu erholen. Da ein Tsunami, dort politisch bedingte Massenunruhen.

Und daher wünscht sich der Österreicher vor allem eines – auch und gerade von der Politik: Ruhe und Sicherheit. Denn mit seinem Lebensstandard ist er eigentlich zufrieden, mit der gesundheitlichen Versorgung ebenso wie mit dem Funktionieren des Schul- und Ausbildungswesens, der Tätigkeit der Polizei und der Gerichte und seinen beruflichen Chancen. Und das soll am besten alles so bleiben. Verständlich. Nur wie das gehen soll, das interessiert ihn nur am Rande. Hauptsache, es geschieht ruhig und unauffällig. „Nur kane Well'n“, wie der Wiener zu sagen pflegt.

Und daher ist dem Bürger auch der Parteienstreit so zuwider. Es stimmt schon, zwei Drittel der politischen Diskussionen sind von den Parteisekretariaten und eitlen Ministern künstlich hochgezogen. Da ist viel Propaganda, Selbstdarstellung und Beschäftigungstherapie mit dabei. Auch die Medien wollen mit virtuellen Debatten, die ganz gerne aus Deutschland importiert werden und mit oft maßlos übertriebenen Schlagzeilen am politischen Geschäft partizipieren. Doch Demokratie bedeutet eben auch kalkulierten Streit der Parteien (auch innerhalb der Parteien – die USA zeigen das gerade einmal mehr mit ihren Präsidentschafts-Vorwahlen eindrucksvoll vor). Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Im Idealfall sollte es ein zivilisiert ausgetragener Wettstreit der Ideen sein.


Die rot-schwarze Große Koalition ist davon allerdings weit entfernt. Ihr fehlen nicht nur die Ideen, ihr fehlt auch so etwas wie eine „große Erzählung“, was diese Regierung denn nun darstellen, was sie können, was sie umsetzen soll. Was Historiker dereinst über diese Große Koalition zu sagen haben werden? Nicht viel, außer dass ein gewisser Alfred Gusenbauer Kanzler gewesen ist.

Wie den Herausforderungen, die die moderne, globalisierte Welt an uns stellt, begegnet werden sollen, das sagt uns diese Regierung nicht. Nimmt man die aktuelle Imas-Studie (siehe Seite 1) zur Hand, dann kommt man zum Schluss: Es fragt sie auch niemand danach. Der Österreicher habe eben Züge einer gewissen Behäbigkeit, filtert der Imas-Meinungsforscher Andreas Kirschhofer aus seinen Daten heraus. Der Wunsch nach Ruhe und Bewahren sei höher als jener nach Veränderung und Anpassung an den internationalen Wettbewerb.

Damit passt diese Regierung wunderbar zu ihren Bürgern. Sie wurde zwar nicht als solche direkt von diesen gewählt, aber sie repräsentiert den Charakter der Republik Österreich perfekt. Sie ist tatsächlich so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner des Landes: Grundsätzlich herrscht die Gemütlichkeit, Veränderungen werden nur dann vorgenommen, wenn es wirklich nicht mehr anders geht – als Reparatur, nicht als aktives Herangehen an Probleme.

Man kann Wolfgang Schüssel viel vorwerfen – die Wahl des Koalitionspartners, seine abgehobene Art der Machtausübung, seine Starre in gesellschaftspolitischen Fragen, seine Schnoddrigkeit, sein Taktieren. Eines kann man dem früheren Kanzler sicher nicht nachsagen: Dass er sich dieser trägen, veränderungsresistenten Mentalität in Österreich angepasst hätte. Allein seine Pensionsreform war ein mutiger, für manche schmerzhafter, letztlich aber notwendiger Schritt. Schüssel war somit ein Kanzler, der nicht wirklich zu seinem Volk gepasst hat. In diesem Sinne ist Alfred Gusenbauer ein echter „Volkskanzler“.

Vielleicht bietet ja das internationalste Spektakel in Österreich seit dem Wiener Kongress, die Fußball-EM 2008, die Chance, ein wenig frischen Wind ins Land zu bringen. Aber auch hier hört man sie schon wieder, die Bewahrer der ortsüblichen Gemütlichkeit, die Raunzer und die Misanthropen: Ein Chaos werde das werden, den schönen Rathauspark werden sie uns zupinkeln, den Ring verschandeln, das Burgtheater beschmieren und einen Lärm werden sie machen, diese grölenden Horden, diese Fußball-Proleten aus ganz Europa. So liest man das heute auch in Qualitätsblättern.

Anstatt eine Chance zu ergreifen, wird sie lieber schlecht geredet. So ist das bei uns.

Umfrage: Zufriedenheit der Bürger sinkt Seite 1


oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.01.2008)


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22 Kommentare
 
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Von Gast: Scriptor rerum am 07.01.2008 um 15:02

Sehr guter Artikel!

Der Artikel hat völlig recht. Leider ist die österreichische Bevölkerumg im Großen und Ganzen stockkonserativ, reaktionär und nicht willig einzugestehen, dass man sich verändern muss, die Globalisierung herrscht und nur Staaten langfristig überleben können, wenn sie den internationalen Wettbewerb aufnehmen.

Ein Hauptproblem in unserer Politik ist jedoch das Fehlen einer liberalen Großpartei wie in Deutschland. Protestwählen ist bei uns eine Qual. Menschen mit Herz und Charakter können doch nicht etwa eine Partei wählen, die übelsten Rassismus betreibt. Auch bei den Grünen gibt es einfach auch immer wieder Kontrapunkte, die man nicht so gut findet.

Würds bei uns eine FDP geben, das politische System wäre etwas besser.

Antworten Von Gast: Filser am 08.01.2008 um 08:50

Re: Sehr guter Artikel!

... nix ist in Deutschland besser. Und die FDP ist bloß, was die CDU übrig lässt ...

Von Wittichis am 07.01.2008 um 12:58

Ob sie zu ihrern Bürgern paßt ist eine klassische Sonntagsfrage,

mit variablem Ausgang. Für die jeweils Regierenden ist das Erinnerungsvermögen des Wählers eine Konstante; es ist praktisch über einem Monatshorizont nicht vorhanden. Jede Regierungsform stellt an seinen Souverän prinzipiell große Anforderungen und das gilt auch für den demokratischen Souverän. Eigentlich müßte jeder Wahlbürger ein Tagebuch mit sich führern, in das er penibel täglich die (Un)Taten der Regierenden einträgt und seine nächste Wahlentscheidung dann auf diese gesammelten Aufzeichhnungen stützen. Auch die Grundrechnungsarten sollte er beherrschen und wissen wie viel Nullen eine Milliarde hat; auch das eine Billion in den USA etwas anderes ist als im Rest der Welt. Das so etwas pure Phantastereien sind, wissen auch die Politiker und sie greifen zu einem alt bewährten (Wahl)Beeinflussungsmittel, der Eventkultur - in früheren geschichtlichen Epochen "Brot und Spiele" genannt. Somit sind sie so wie sie sind und wir wählen sie und raunzen dürfen wir auch. Wunschlos? W.

Von Gast: Montagmorgen am 07.01.2008 um 10:34

Die Überschrift könne auch lauten:

Nachdem die Politik zu dämlich ist, anständig zu arbeiten, geht ein Drittel der Bevölkerung nicht mehr wählen!

Oder die Überschrift könnte auch lauten:
Nachdem die Regierung außer dumm und unfähig nur mehr blockiert, ist die Unzufriedenheit der Bevölkerung riesig.

Auch folgende Überschrift wäre korrekt:
Nachdem die Parteien Angst vor der Demokratie haben, wird auf Bundesebene nur mehr alle fünf Jahre gewählt, zum EU-Vertrag wird erst gar nicht volksbefragt.

Ein Hammer wäre natürlich dieser Titel:
Bei der letzten NR-Wahl ist die SPÖ trotz Skandale (BAWAG) als Sieger herausgegangen, es hat sich aber nix verbessert...

Persönlicher Geheimtipp: Nachdem unsere werden Parteien so bei den Gesetzen pfuschen, muß so oft wie noch niemals vorher revidiert werden. Noch dazu sind die Kammern in Verfassungsrang, nur was haben die dort zu suchen?

Welche Überschrift wollen wir denn nun?

Antworten Von Gast: Christian am 07.01.2008 um 17:27

Re: Die Überschrift könne auch lauten: nachdem die Wähler nicht mehr Schüssel arbeitenlassen wollten

darf jetzt Gusenbauer zeigen, daß er es nicht kann. Die ÖVP wäre doch blöd, wenn sie sich wie unter Schüssel wieder fest ins Zeug legen würden, sodaß alle Meriten dem kommoden Gusenbauer zugeschrieben werden!
So schaut`s aus.

Daher gilt: das nächste Mal Schüssel wählen, damit in Österreich etwas weiter geht!

Antworten Antworten Von Gast: Montagmorgen am 10.01.2008 um 07:30

So einfach ist das nicht!!!

Wenn die ÖVP der SPÖ keinen Kanzlerbonsu zukommen lassen will, darf sie nicht koalieren. Da muß die Partei sich eben anders plazieren, zb in der Opposition.

Falls sie sich doch in Regierungsverantwortung begibt, hat sie genau diese Verantwortung zu tragen!

Für Rotzbubenstreiche habe ich nichts übrig, denn es ist MEIN Steuergeld, daß da verpulvert wird!!!!

...Ihres übrigens auch...

Antworten Antworten Antworten Von Gast: Christian am 11.01.2008 um 01:14

Re: Ganz recht. Man darf es nicht so machen wie weiland Klaus

alles hinschmeißen und sich auch noch von der "Krone" und UHBP von vornherein als schlechter Verlierer den Schwarzen Peter zuspielen lassen.
Und Sie meinen, wenn man die Rot/Grünen so einfach herumwursteln hätte lassen, wäre unser Steuerschilling geschont worden?

Von TheAlien am 07.01.2008 um 10:19

Kein Horror-Film der letzte Jahre war so erschreckend, wie diese Meldung.

Die Österreicher sind damit zufrieden, dass es ihnen "nicht schlecht" geht und kaum einer strebt danach, dass es ihm besser ginge.
Unbändiger Wille zur Stagnation anstatt des Wunsches, sich weiter zu entwicklen scheint mir die ultimative Bankrotterklärung in einem immer härteren internationalen Wettbewerb zu sein.
Und da Innovation ein wesentliche Erfolgskriterium ist, müssen wohl internationale Unternehmen bald einen großen Bogen um A machen.

Mit dieser Einstellung ist eines garantiert: es wird nicht so bleiben, wie's ist, denn es wird schlechter werden, wenn man nicht aktiv etwas dagegen tut und sich ständig verändert und weiter entwickelt.

Die absolute Beleidigung ist Fakt: die Österreicher haben tatsächlich die Regierung, die sie verdienen.

Von forstmann am 07.01.2008 um 09:33

Nicht zu vergessen

./. der Bundespräsident - die Fleisch gewordene Mentalität des Durchschnittsösterreichers.

Von Gast: Max_Austria in Kanada am 07.01.2008 um 03:41

Warum nicht einmal eine Minderheitsregierung?

Warum haben die Oesterreicher so grosse Angst vor einer Minderheitsregierung? Die besten Vortschritte in Kanada waren all unter einer Minderheitsregierung.
Unsere Fahnen, das Mapleleaf. wurde diskutiert fuer ueber 50 Jahre, nix ist zustande gekommen. dann kam eine Minderheitsregierung: BINGO, Kanada hat endlich eine eigne Fahne.
Krankenversicjering, auch waehrend einer Minderheitsregierung, da koennen sich unsere Nachbarn was abschauen...und so weiter und so vort.
So Landsleut, verucht das naechste mal eine MINDERHEiTSREGIERUNG
E. de Beaupre, ein geborener Waidhofner/Y. N.Oe.

Antworten Von Gast: Christian am 07.01.2008 um 10:45

Re: Warum nicht einmal eine Minderheitsregierung? Bei uns gibt`s leider die Totalopposition

Sechs Jahre Schüssel-Regierung haben es gezeigt: Wenn man nicht die Opposition in Form einer Koalition ins Boot holt, daß wird jeder Ansatz einer Reform regelrecht sabottiert. Also große Koalition. Statt mutig mit Verfassungsmehrheit Reformen anzugehen, sind die Regierungsparteien total zerstritten.

Ich würde daher wieder Schüssel wählen! Und auch der so verteufelte Haider hat viel zu den zaghaften Reformschritten beigetragen!

So schaut`s bei uns aus!

Antworten Von Gast: Gevater Hein am 07.01.2008 um 09:17

Und vor allem die richtigen

Migranten. Also in meiner Kanda-Zeit habe ich genau eine Schleiereule gesehen, in Wien hingegen permanent!

Von Prof.Dr.Konrad Ratz am 06.01.2008 um 21:43

Hinter uns die Sintflut!

Zufrieden, weil sich nichts verändert? Koalitionsregierungen, immer der kleinste gemeinsame Nenner der Parteien, pflegen sich selbst zu blockieren, so können sie nichts verändern. Aber unterirdisch verändert sich die Gesellschaftsstruktur von selbst: die demographische Zeitbombe tickt: die Probleme der Kranken und -Altersversorgung, der Einwanderung, des künftigen Arbeitskräftemangels sind soziale Gefahren, die der Durchschnittsösterreicher gerne verdrängt, denn: Hinter uns die Sintflut! Was dem Land fehlt ist ein Zukunftsprojekt, das über vier Jahre hinausreicht.

Von Dr.Gernot Stöckl am 06.01.2008 um 21:37

Eigentlich ist es eine Gemeinheit, den Österreichern ins Gesicht zu sagen, daß das die Regierung ist, die zu ihnen paßt!

Nur leider ist es traurige Wahrheit, daß diese Politiker gewählt worden sind!

Antworten Von Gast: O tempora, o zores! am 07.01.2008 um 09:52

Re: Eigentlich ist es eine Gemeinheit, den Österreichern ins Gesicht zu sagen, daß das die Regierung ist, die zu ihnen paßt!

Genau! Immer diese Ösi-Raunzer! Erst mit 67% großspurig eine Extra-Portion EU bestellen und dann die Suppe nicht auslöffeln wollen! Dann wen, wenn nicht ihn, wählen und dann die bestellten Teuro-Fighter nicht zahlen wollen! Dann den Gusel wählen und die Teuro-Fighter immer noch nicht zahlen wollen, obwohl es ein paar Millionderln für die Rapid-Paddei gegeben hat. Dann den Abenteuer-Urlaub im Tschad buchen, und dann doch lieber auf's Donauinsel-Fest gehen wollen. Ja, was wollen die Leut denn? Sind das lauter verkappte Rosenverkäufer?

Antworten Von Gast: Helmut am 07.01.2008 um 06:24

Re: Eigentlich ist es eine Gemeinheit, den Österreichern ins Gesicht zu sagen, daß das die Regierung ist, die zu ihnen paßt!

Aber wen sollte man denn wählen?
Haiders Partei, der Fussball-Schiedsrichter und Höchstrichter beschimpft, wenn ihm 'was nicht passt? Der mit Ortstafeln spielt und uns im Ausland lächerlich macht? Der in Bierzelten mit "Besoffenen" abgelichtet wird. Dessen Adlaten sich nach Wahlen Wirtshausraufereien leisten?
Oder die Nazi-Buberln, die noch vor Jahren in Bundesheeruniformen sog. Wehrsportübungen abgehalten und den ehem. DDR Bürgern Brot über die Grenze geworfen haben (sollen)?
Die Grünen, wo eine Wr. Stadtobfrau sich öffentlich äussert, lieber einen Hund äusserln führen zu wollen, als ein Kind in die Welt zu setzen?
Über die KP will ich gleich gar nichts sagen -
also welche Alternative hab' ich denn?
helmut

Antworten Antworten Von Gast: Wahl der Qual am 07.01.2008 um 09:28

Re: Re: Eigentlich ist es eine Gemeinheit, den Österreichern ins Gesicht zu sagen, daß das die Regierung ist, die zu ihnen paßt!

Kopf hoch! Ein gütiges Schicksal hat uns doch unsere bewährte SPÖVP beschert, mit dem Estag-Muatterl, der BischöfIn, der Nina Blum, der Ederer-Tausender-Gitti, der Wurstsemmel-Fuhrmann, dem BAWAG-Marcel, dem Schweinderl-Edi von der EADS-Rapid, dem Telephon-Vrantz, dem Lucona-Charly, dem Wampo und dem Kernöl-Amon MBA! Von Katzi-Schatzi, dem Penthouse-Verzi und dem Umschlag-Pepi erst gar nicht zu reden!! Ach, man kommt ins Schwärmen. Angesichts dieser guten Hirten des Vaterlandes können wir hoffnungsvoll in die Zukunft schauen! Wenn der Gusel jetzt noch wie versprochen in der Radlerhose nach Mariazell pilgert, dort den Boden küßt und "Heimat!" ruft, ist er auch für ÖVP-Wähler wählbar, und eine kleine, feine Absolute wäre in Reichweite! Da muß das Bärentaler-Vatterl noch viel lernen! Und das ist gut so! Pax vobiscum!

Antworten Von Gast: bassman am 06.01.2008 um 23:55

Re: Eigentlich ist es eine Gemeinheit, den Österreichern ins Gesicht zu sagen, daß das die Regierung ist, die zu ihnen paßt!

ich kann darin beim besten willen keine gemeinheit erblicken, denn ich bin kärntner und bin als solcher und obendrein als "nicht bzö-wähler" stigmatisiert.
politik funktioniert doch eigentlich überall gleich und die unfähigkeit unserer an den trögen sitzenden volksvertreter wird ja wirklich nur noch von ihrer präpotenz und profilierungssucht übertroffen.
solange es in unserem land bei wahlen stimmen für politiker vom schlage eines hr. haider, hr. molterer, hr. pilz und fr. schaunig gibt, kriegt dieses volk einfach nur was es verdient. solange die österreicher so denken, wie sie denken, wird sich an diesem debakel nichts ändern, genausowenig wie in kärnten - im jahr 2009.

Antworten Antworten Von Dr.Gernot Stöckl am 12.01.2008 um 15:59

Re: Re: Eigentlich ist es eine Gemeinheit, den Österreichern ins Gesicht zu sagen, daß das die Regierung ist, die zu ihnen paßt!

Sie sagen es! Ich wollte ja auch nur höflicher ausdrücken, daß eben miese Wähler nur miese Politiker bekommen. Das ist das Grundprinzip der repräsentativen Demokratie!

Von Gast: Christian am 06.01.2008 um 21:01

"Köpferl im Sand"

Die österr. Probleme werden zur Zeit durch die gute Konkunktur bloß zugedeckt und werden bei der nächsten Konjunkturdelle sicher wieder viel schärfer ins Bewußtsein der Österreicher treten. Denn es sind weder die Pensionen langsfristig gesichert, noch haben wir den wirtschaftlichen Wettbewerb mit unseren Nachbarn endgültig gewonnen, die uns wegen unseres Vorsprungs beim Wohlstand ohnehin zunehmend neidig sind (s. Ungarn, Slowakeit etc.). Wenn nicht zuletzt durch ein massives Budgetdefizit (das von Brüssel unerbittlich bekrittelt wird) die Probleme wieder ins Bewußsein der Österreicher dringen, wird vielleicht die Stunde eines Schüssels wieder gekommen sein, der den Österreichern ja gezeigt hat, wie man erfolgreich Reform- bzw. Wirtschaftspolitik in Österreich betreibt. Und Alfred Gusenbauer wird immer mehr zum zweiten Sinowatz!

Von Gast: Gäste am 06.01.2008 um 20:04

Volk

Und was wird Herr Pink schreiben, wenn die EM vorbei ist und die Parks zugepinkelt, das Rathaus und das Burgtheater beschmiert und der Lärm unerträglich gewesen sein wird?
Schüssel hat eine Pensionsreform voll zu Lasten der ASVG Versicherten durchgezogen. Die Beamten hat er als für ihn große relevante Wählergruppe bewusst ungeschoren gelassen. Das sollte nicht der Vergessenheit anheimfallen!
Und die Gemütlichkeit existiert nur in den Hirnen der Journalisten und Meinungsforscher. Es ärgert mich schon lange dass diese die Interpreten ihrer eigenen Zahlen geworden sind, ohne das jemand dagegen auftritt. Sein wann ist ein Meinungsforscher außer Kaffeesudleser auch noch Politikexperte?

Antworten Von Gast: Alexandria am 07.01.2008 um 14:54

Re: Volk

So ist es! Da schimpfen die Oberen (Besserverdienenden) auf die Unteren (früher auch Sklaven genannten).
Was aber kann ein Durchschnittsösterreicher schon unmittelbar jenseits der Wahlen beeinflussen? Soll er sein Protestpotential ein Leben lang auf den Straßen ausleben, dort verbringen? Obendrein ist kaum zweifelhaft, dass er ohnehin in den wenigstens Fällen den Sachverstande besitzt, um sich überhaupt einmischen zu dürfen.
Der Ball bleibt bei den Politikern. Es hat keinen Sinn, ihn denjenigen zuzuschupfen, die zu schwache Arme haben, um ihn auffangen und festhalten zu können. Wer ums Überleben kämpfen muss, hat keine Zeit und Lust, sich am öffentlichen Geschwafel, der Profilierungsgeilheit und den Machtspielchern mancher Erhrgeizilige zu beteiligen.
Österreich wird auch diese "Klientel" ganz gut überleben.


 
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