11.02.2012 11:12 | Meine Presse Merkliste0

Das Ministerium für innere Vertuschungen

RAINER NOWAK (Die Presse)

Gegen VP-Innenminister werden Vorwürfe erhoben, die glaubwürdiger klingen als der Kronzeuge vielleicht ist.

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Bei Anwendung des beliebten Arguments für Günther Platters Sicherheitspolizeigesetz, wonach sich keiner vor ein wenig Handy-Überwachung fürchten müsse, der nichts zu verbergen habe, wäre die Sache klar. Die ÖVP beziehungsweise Günther Platter hat viel zu verbergen. Die Partei stellte sich im Innenausschuss als einzige Fraktion gegen die Vorladung von Herwig Haidinger, Ex-Leiter des Bundeskriminalamts, wurde von einer Regenbogenkoalition jedoch überstimmt.

Haidinger, der von seinem Amtsgeheimnis entbunden wurde, packte aus, wie es Peter Pilz in seinem bemühten Thriller-Jargon formulieren würde: Zwei VP-Innenminister (Liese Prokop und Günther Platter) sollen demnach von ihm verlangt haben, sein Amt zu missbrauchen. Er hätte vor dem vergangenen Nationalratswahlkampf belastendes Material gegen die SPÖ aus den Bawag-Ermittlungen liefern sollen. Hätte die Ermittlungen sogar in bestimmte Richtungen leiten sollen. Im vergangenen Jahr habe der Kabinettchef Platters von Haidinger verlangt, die Akten für den Banken-Untersuchungsausschuss zuerst an den VP-Klub und erst dann an den Ausschuss zu senden. Dies sei telefonisch verlangt worden, als Haidinger gerade in München gewesen sei. Wieder in Wien habe der Kabinettschef erneut die Akten für die ÖVP gefordert – ohne Erfolge. Worauf der Kabinettchef laut geworden sei. (Ob dieser Versuch, ein paar Stunden früher an Akten zu kommen, tatsächlich Amtsmissbrauch wäre, können Juristen übrigens nicht zu 100 Prozent sagen.)

Und der wohl unglaublichste Vorwurf: Haidinger sei daran gehindert worden, den Fall Natascha Kampusch „evaluieren“ zu lassen. Denn in diesem Fall soll, wie Haidinger von Ausschussmitgliedern zitiert wird, in der Polizei mehr als nur gepfuscht worden sein. Wäre die Polizei 1998 (!) konkreten Hinweisen auf den Entführer Wolfgang Priklopil nachgegangen, hätte Natascha Kampusch vielleicht befreit werden können. Sehr konkrete Hinweise auf Priklopil, der sich demnach zu Kindern sexuell hingezogen gefühlt habe und der einen Kastenwagen besessen hatte, wie ihn die Polizei gesucht hatte, wurden verschlampt. Im Ministerium soll die mittlerweile verstorbene Liese Prokop dafür gesorgt haben, dass dieser Skandal nicht publik wird. Wenn das stimmt, passierte dies weniger aus parteipolitischen Gründen, denn aus dem typischen schlecht verstandenen Korpsgeist. Prokop hat demnach die Polizei schützen wollen – indirekt auch ihren Vorvorgänger Karl Schlögl von der SPÖ.

Dass sich die Vorwürfe des früher loyalen VP-Spitzenbeamten gegen eine Tote richten, macht die Wahrheitsfindung nicht unbedingt leichter (und könnte im niederösterreichischen Landtagswahlkampf für unschöne Bemerkungen sorgen, wenn etwa die ÖVP die „geschmacklosen“ Angriffe auf ihre De-facto-Landesheilige verurteilt.) Haidingers Vertuschungsalarm hat auch schrille Töne: Er hat wegen seiner Absetzung und der jahrelangen internen Grabenkämpfen mit neuen jungen Managertypen innerhalb der Polizei wohl ein Frustrationspotential entwickelt, das solche Angriffe sicher erleichtert.

Erst im Juli 2007 richtete er ein Mail an das Büro für Interne Angelegenheiten, wonach er, Haidinger, von der Ressortleitung angewiesen worden sei, über Geldflüsse von der Bawag oder vom ÖGB an die SPÖ „sofort zu berichten und Unterlagen dazu zu übermitteln“. Da war jedoch bereits ein Jahr vergangen. Warum er die Ermittlungen nicht abwartete, sondern sofort nach der Entmachtung an die Medien ging und Peter Pilz den Mund wässrig machte, passt nicht ganz zum Bild des abwägenden Staatsdieners, sondern klingt ein bisschen nach Rache. (Sollte hingegen das Büro für Interne Angelegenheiten auf der politischen Interventionsliste stehen, kann man das Land überhaupt getrost zusperren.)


Entweder Haidinger hat eine derart blühende Fantasie, dass er als Streikbrecher gegen Hollywoods Drehbuchautoren-Ausstand Zukunft hätte oder er leidet an Verfolgungswahn und hätte schon viel früher ausgewechselt werden müssen. Oder er hat Recht und die ÖVP ein ernstes Problem. (Und vor allem die Polizei, deren Skandalserie auch die Ressort-Spitze eingeholt hat.) Ein Minister, der aus innenpolitischen Gründen Ermittlungen beeinflusst, ist untragbar. Und eine Partei, die in Sachen Bawag Druck ausübte, um Material gegen die SPÖ in die Hand zu bekommen, nicht gerade die ideale Regierungspartei.

Das wirklich Schlimme an der ganzen Angelegenheit: Jeder der erhobenen Vorwürfe klingt sehr realistisch. Nach ganz normalem polizeilichen Alltag.

Politik im Polizeisumpf Seite 1


rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2008)

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36 Kommentare
 
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Gast: Christian
07.02.2008 16:11
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Das Imperium schlägt zurück.

Offensichtlich gibt es im Zusammenhang mit den Vorwürfen an den ORF wegen der unverschämten Gebührenerhöhung und der Verstrickung von linken Tip-Funktionären in den SAUNA-Skandal Revanchebedarf!
Wie schön, daß jetzt der ORF berichten kann, ein Polizist hätte 100%ige Hinweise mit "Täterprofil" (junger Mann lebt mit Mutter allein und verhält sich "absonderlich", schirmt sein Haus sogar mit Überwachungskameras !!!! ab) geliefert, denen nicht nachgegangen worden sei!
Um den ¿pol. Ermittlern gerecht zu werden, sollte man jetzt bekanntgeben, welche "Täterprofile" erst die übrigen 2000 Hinweise beinhaltet haben. Bei der SAUNA-Affaire war das halt eine einfache Sache! Und nachher ist man halt immer gescheiter! Besonders der ORF!

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"Der Priklopil wor's!"

ich weiss nicht, wie dumm kann alles noch werden. Da werden alle Häuptlinge der Wr. Polizei wegen deren Indiskretionen geschast, da wird eben dieser Polizei der Vorwurf gemacht, in Sachen Kampusch NICHT wie Großinquisitoren allen weissen Kastenwagenbesitzern, die durch Privatverdächtigungen anrüchig gemacht wurden, ein Autodafe gemacht zu haben.
Also geht es noch blöder?

Gast: Otto
06.02.2008 15:47
0 0

Dass da ein Ex-Innenminister nunmehr russische "Investoren"

betreut, die er "während seiner Politikzeit" kennen gelernt hat - passt da noch besser ins schiefe Bild, oder?

erko07
06.02.2008 12:42
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"Panne"?

Ermittlungsmanipulationen sind nicht die Ausnahme, sie sind die Regel. Im Großen wie im Kleinen.
Bis hin zur Existenzzerstörung des solcherart "Rechts"-Behandelten.
siehe u.a.:
www.fehlurteil.at
(mittels Originalakten eindeutig dokumentiert - jedoch seit über 4 Jahren allseits vertuscht und unterdrückt)

Gast: Don Quichote
06.02.2008 12:26
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Als einfachem Bürger ...

... der Republik läßt mich der aktuelle Sturm im Wasserglas ziemlich kalt. Man kennt das ja zur Genüge und die Akteure auch. Langweilig. Aufregen tut mich aber das Versagen der Polizei im Fall N. Kampusch. Wieviel Inkompetenz, Dummheit, Faulheit, Gleichgültigkeit gehört dazu, einem solchen Hinweis nicht nachzugehen? Was machen diese Kerle eigentlich außer Stunden absitzen, Strafzettelschreiben, Laserpistole spielen? Täglich ereignen sich dutzende Einbrüche, fürchten Bürger um ihr Eigentum. Wer einen solchen meldet, macht sich unbeliebt. Verursacht ja (Schreib-)Arbeit. An Verfolgung oder Aufklärung denkt gar niemand mehr. Hier liegt Handlungsbedarf, meine Herrschaften. Eure Wadelbeißereien sind für die Republik genau so notwendig wie ein Kropf.

Vergil
06.02.2008 11:31
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Haidinger

Das ist eine Aufregung ! Noch dazu zwei Wahlen vor den Haustüren der Parteien. Die Möglichkeit zur Schlammschlacht pur. Nur - was bedeuten die Aussagen Haingers und der Zeitpunkt an dem sie getätigt wurden?
Wenn es stimmt, dass der "Fall Kampusch" ohne eine behauptete Weisung Prokops früher hätte aufgeklärt werden können, war das eine Sauerei und ein zuständiges Gericht wird sich wahrscheinlich damit befassen. (Amtshaftung und Entschädigung). Wenn es darum geht, dass mögliche Verstrickungen der SPÖ im BAWAG-Skandal der ÖVP zugeleitet werden sollten - wobei Funktionäre der SPÖ ja tatsächlich verstrickt waren - kann man das vielleicht als Machtmissbrauch bezeichnen, wenn ich aber daran denke, was ROT - GRÜN im Eurofighterausschuss probiert haben, kann ich nur lachen. Was den Zeitpunkt und den Grund der "Aufdeckung" angeht, kann ich nur sagen: Mit Pilz und Haidinger treffen verwandte Charaktere aufeinander.

Antworten andibue
06.02.2008 16:56
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Bitte nicht verwechseln

Es ist unrichtig, dass Prokop durch ihre (angebliche) Weisung die Ermittlungen im Fall Kampusch unterbunden hat. Wohl aber soll sie die Untersuchnung über - Jahre zurückliegende - Ermittlungsfehler unterbunden haben. Auf die Lösung des Falles selbst hätte das keinen Einfluss gehabt, Natascha Kampusch war zu diesem Zeitpunkt schon frei.

Antworten Aill
06.02.2008 12:22
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wer jetzt noch

övp wählt, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen!

Antworten Antworten Ophicus
06.02.2008 13:25
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Re: wer jetzt noch

Würde mich jetzt aber schon interessieren welche integre und skandalfreie Partei sie denn zu wählen gedenken?

Antworten Antworten Antworten Gast: JugelFisch
07.02.2008 09:30
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Jede ...

... Andere

17und4
06.02.2008 11:20
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was unterscheidet uns von einer Bananenrepublik?

"typischen schlecht verstandenen Korpsgeist"
das ist das eigentliche Problem der Polizei, denn dieser Korpsgeist geht von nur durch andere Corpsmitglieder gestützen Zeugenaussage vor Gericht oder UVS gegen durchaus glaubwürdige und abgesicherte Zeugenaussagen von nicht Corpsmitgliedern, vernichten von Strafanzeigen (ist schon mehrmals Gerichtsanhängig geworden mit einschlägigem Urteil) usw.

damit zur Eingangsfrage: dass bei uns keine Bananen wachsen!

Antworten panda82
06.02.2008 19:36
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Re: Die Frage ist falsch. Österreich ist eine Bananenrepublik?

Selbst das waere eine Beleidigung für die Banane.

Österreich ist eine Puzzlerepublik...

Steininger
06.02.2008 09:05
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Wenn Haidinger wirklich so unglaubwürdig wär

warum haben dann die Schwarzen im Innenausschuss die Behandlung der Causa verhindern wollen? Das muß man schon fragen dürfen. Wenn ein Beamter die gesetzlich vorgeschriebenen 5 Jahre auf diesem Posten ist und dann nicht mehr bestellt wird ist er natürlich erstmal sauer. Insbesondere wenn man ihm als Trostpflaster einen Posten in Washington anbietet. (Als sicherheitsattache) Das klingt zu sehr nach Frotzelei eines Unbeugsamen....

Antworten Ophicus
06.02.2008 09:53
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Re: Wenn Haidinger wirklich so unglaubwürdig wär

Wenn der Holocaust wirklich stattgefunden hat, wieso werden dann die Leugner gerichtlich verfolgt?

Ist natürlich nur eine rethorische Frage.

Fakt ist - jeder Vorwurf wird in der Politik als Munition verwendet. An offener und ehrlicher Aufklärung hat kein Politiker Interesse - sei er nun schuldig oder unschuldig - einfach weil er weiß, dass es auf eine Schlammschlacht hinausläuft aus der man auch als Sieger nicht unbefleckt hervorgehen kann.

Womit ich keineswegs die ÖVP-Minister verteidigen will. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß da einige krumme Dinger gelaufen sind. Aber aus dem Widerstand gegen einen U-Ausschuss kann man das nicht ableiten.

Antworten Antworten Steininger
06.02.2008 10:25
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Re: Re: Wenn Haidinger wirklich so unglaubwürdig wär

Ich habe nicht vom Untersuchungsausschuss geschrieben.
Die ÖVP wollte die Behandlung dieser Frage im INNENAUSSCHUSS verhindern. Denn dort ist ein Beamter von seiner Amtsverschwiegenheit entbunden. Das muß man sich vorstellen. Wenn die Schwarzen im Innenausschuss dagegen waren dann kann man ja davon ausgehen daß sie wussten was Haidinger zum Besten geben würde.
Hier gehts nicht um Schlammschlachten sondern schlicht und einfach um Amtsmißbrauch.
Sohin ist die glasklare Klarheit die Finanzminister Molterer fordert eher aus Milchglas.
Daß die Politiker das ausnützen werden um politisches Kleingeld zu wechseln ist klar.
Andererseits wirft das neuerlich ein Schlaglicht auf das Innenressort in dem es offenbar drunter und drüber geht. Jeder gegen jeden.

Antworten Antworten Antworten Ophicus
06.02.2008 11:31
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Re: Re: Re: Wenn Haidinger wirklich so unglaubwürdig wär

Mein Fehler, ändert aber an der Konsequenz nichts.
Dass die ÖVP die jetzt entbrannte Schlammschlacht verhindern wollte wäre nach wie vor auch bei völliger Unschuld erklärbar.

Antworten Antworten Antworten Antworten Steininger
06.02.2008 11:47
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Re: Re: Re: Re: Wenn Haidinger wirklich so unglaubwürdig wär

Ach ja, seufz. Diese Unerfreulichkeiten helfen wohl niemandem. Wie dem auch sei, wir sind auf jeden Fall informiert und werden uns weiter informieren.
So oder so - Zwangsbeglückung....

Antworten Gast: Blitzky
06.02.2008 09:28
0 0

Re: Wenn Haidinger wirklich so unglaubwürdig wär

Fachlich muss Herr Haidinger jedenfalls ein Topmann gewesen sein. Habe bisher nur das Beste über ihn gelesen. Fachliche Gründe kann es für seinen de Facto Hinauswurf daher nicht geben. Daher liegt es auf der Hand, dass seine Argumentation die Richtige ist. Warum sonst sollte man einen Topman, der sein ganzes Amt erst von Grund auf aufbauen musste, vor die Tür setzen. Warum?

Gast: tiroler1864
06.02.2008 07:07
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blauäugigkeit

"Sollte hingegen das Büro für Interne Angelegenheiten auf der politischen Interventionsliste stehen, kann man das Land überhaupt getrost zusperren."

dranbleiben! - da ist ein junger mann als presseprecher von prokop engagiert, wird für övp-wahlkämpfe freigestellt, nach ende dessen wieder im BMI geparkt um nur wenige wochen später landesgeschäftsführer der ÖVP tirol zu werden.
nach nur wenigen wochen im neuen amt tut sich ein vermeintlicher skandal um einen reichlich vulgären tonbandmitschnitt des tiroler landeshauptmannes auf (stichwort DAV) und der neue landesgeschäftsführer läßt dieses tonband vom BIA prüfen - und niemanden scheint diese "zuständigkeit" eigenartig vorzukommen?

das BIA IST ein schwarzer selbstbediensungsladen - was auch die verbindungen maßgeblicher player - CV - aufzeigen.

aber das wird sicher alles viel besser, wenn die ÖVP BGF Mojzis ihr selbstartikuliertes Karriereziel Innenministerin erreicht haben wird ;-)

Antworten 17und4
06.02.2008 11:27
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Re: blauäugigkeit

nur glaube ich in diesem speziellen Fall nicht, dass eine Untersuchung des Tonbandes von anderer Stelle ein anderes Ergebnis gebracht hätte.
Aber das ist Richtig: die Optik ist auch in diesem Fall recht schief.
Man denke gerade im oben zitierten Fall daran, dass die Sache eine Person aufgebracht hat, die ein erhebliches Interesse an eine Anschwärzung des Tiroler Landeshauptmannes wegen einer ganz anderen Sache hat.
Der tiroler1864, welches Bezugsdatum er damit auch immer meint, ist in Sache CV ebenfalls blauäugig und Schätzt hier von seienr erheblich getrübten Sicht einiges falsch ein!

Antworten Gast: Freie Presse
06.02.2008 09:09
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Re: blauäugigkeit

Dem Autor des Artikels ist recht wenig aufgefallen.

Gast: Christian
06.02.2008 02:04
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Hier scheint Herrn Novak ein bißchen die Phantasie durchgegangen zu sein:

"Er hätte vor dem vergangenen Nationalratswahlkampf belastendes Material gegen die SPÖ aus den Bawag-Ermittlungen liefern sollen. Hätte die Ermittlungen sogar in bestimmte Richtungen leiten sollen. Im vergangenen Jahr habe der Kabinettchef Platters von Haidinger verlangt, die Akten für den Banken-Untersuchungsausschuss zuerst an den VP-Klub und erst dann an den Ausschuss zu senden"
1.) Der BAWAG-Skandal und die Verwicklung prominenter SPÖ (ÖGB)-Politiker ist Faktum. Daß die deshalb vielleicht zu zögerlichen Ermittlungen koordiniert werden müssen, ist auch klar. Schließlich ist der Resortleiter für die vollständigen Ermittlungen verantwortllich.
2.) Polizei ist nicht gleich Gericht. Im Stadium der Voruntersuchungen wurden die Ermittlungsaufträge vom U-Richter erteilt. Der SV wird letztendlich von unabhängigen Strafgerichten beurteilt.
3.) Ob ÖVP-UA-Mitglieder früher oder später Einsicht bekamen (was ihr gutes Recht ist), ist nebensächlich.
Die Emails an Pilz waren kein Mißbrauch?

Gast: Graf Gudenus
05.02.2008 21:47
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Korpsgeist,

zu verstehen: Corporations-, bzw. Zunftgeist. Natürlich hindert das nicht daran gleichzeitig bei einem mehr oder weniger national... Korps zu sein.

Antworten 17und4
06.02.2008 11:30
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Re: Korpsgeist,

aber aber Graf: hier ist nicht die Adelsmatrikel sondern der Polizeicorps gemeint, die decken sich ja gegenseitig, wie schon in einigen Gerichtsurteilen, die das Dunkel ein bisschen aufhellen konnten, erkennbar wurde.

Gast: Dr. Gerhard Pils
05.02.2008 21:41
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Hut ab vor diesem Mann!


Er wird in den kommenden Wochen noch genug Untergriffigkeiten zu hören bekommen. Aber er hatte immerhin das Glück, dass er sich als Spitzenbeamter seine Erfahrungen wenigstens vor einem parlamentarischen Ausschuss vom Leib reden durfte. „Normale Beamte“ dürfen außer „kuschen“ gar nichts. Ein entsprechendes und mich selbst betreffendes Gutachten der Frau Volksanwältin Mag. Stoisits hängt inzwischen eingerahmt über meinem Schreibtisch!

gerhardpils@gmx.net

Antworten 17und4
06.02.2008 11:32
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Re: Hut ab vor diesem Mann!

war das Gutachten der Frau Stoisits auch mit Hilfe eines Chorpsgeistes entstanden?
der Verdacht liegt zumindest sehr, sehr nahe:

das relativiert: Herr Dr. Gerhard Pilz!

 
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