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Europas größtes Pulverfass: die Ukraine

BURKHARD BISCHOF (Die Presse)

Ist Europas größter Flächenstaat das nächste Opfer des wiedererwachten imperialen Appetits Moskaus?

Kiew ist neuerdings beliebtes Reiseziel westlicher Politiker. In der ukrainischen Hauptstadt geben sie sich fast schon die Türklinke in die Hand. Der britische Außenminister David Miliband war gestern da, im Vorfeld hatte er die Bildung einer neuen Koalition gegen die „russische Aggression“ angeregt. US-Vizepräsident Richard Cheney, der sich noch nie besondere Zurückhaltung gegenüber Russland auferlegt hat, kommt demnächst. Scharfe verbale Ohrfeigen für die russische Führung sind garantiert.

Nur: Verbal die russische Führung für ihre maßlose Strafexpedition gegen Georgien abzuwatschen, die letztlich wohl in einem „Landraub“ enden wird (die Südosseten haben ja schon angekündigt, dass sie nach ihrer „Unabhängigkeit“ um Aufnahme in die Russische Föderation bitten werden), ist derzeit offensichtlich alles, was der Westen zu tun imstande ist. Noch hat man jedenfalls nicht den Eindruck, dass alle in der EU verstanden hätten, was da in diesem August am Kaukasus geschehen ist.

Viele in der EU nehmen schulterzuckend zur Kenntnis, dass Moskau gerade dabei ist, die europäische Landkarte neu zu zeichnen. Es will ganz offensichtlich wie einst die Sowjetunion einen Ring von Vasallenstaaten um sich haben, die nach seiner Pfeife tanzen. Und da kommt die Ukraine ins Spiel, Europas größter Flächenstaat, 48 Millionen Einwohner, zerrissen in einen westlich-orientierten und einen russlandfreundlichen Landesteil, regiert von einer heillos zerstrittenen politischen Elite. Europas größtes Pulverfass.

Wenn hier die schlummernden Konflikte tatsächlich offen ausbrechen sollten, dann ist die heurige Georgien-Krise dagegen ein Sandkasten-Spiel. In Mittelosteuropa weiß man das schon lange, die Regierungen etwa in Warschau und Budapest versuchen schon seit Jahren, den Westeuropäern klarzumachen, wie wichtig und potenziell gefährlich die Entwicklungen in und um die Ukraine für den ganzen Kontinent sind.

Es ist kein Geheimnis, dass sich ein großer Teil der russischen Elite nach 1991 niemals mit dem „Verlust“ der Ukraine abgefunden hat. Leute wie der Moskauer Bürgermeister Jurij Luschkow artikulieren das immer wieder ganz offen. Für solche russischen Nationalisten sind und bleiben Kiew, Odessa und Sewastopol letztlich russische Städte. Punkt. Viele westliche Analytiker vermuten, dass die „Niederlage“ Russlands in der „Orangen Revolution“ im Spätherbst 2004 in der Ukraine das Schlüsselerlebnis für den damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin war. Von diesem Moment an war es vorbei mit jeglicher Konzilianz gegenüber dem Westen. Da fiel endgültig die Entscheidung, den westlichen Einfluss in der Nachbarschaft wo auch immer zu konterkarieren und zurückzudrängen.

Dass diese „Niederlage“ durch russische „Polit-Technologen“ selbst mitverschuldet wurde, dass die „Orange Revolution“ sich nicht gegen Russland, sondern gegen eine von Moskau gestützte, zutiefst korrupte und unfähige ukrainische Führung richtete, dass westliche Nichtregierungsorganisationen diesen Aufstand zwar unterstützten, aber nicht initiiert hatten – das wollte man in Moskau nie zur Kenntnis nehmen. Russische Geheimdienstler können offenbar gar nicht anders, als in Kategorien von Intrigen und Verschwörungen zu denken.

Mit einer Million stellen die Russen auf der Krim die Mehrheit der Bevölkerung. Viele haben schon, wie in Südossetien und Abchasien, russische Pässe. In Sewastopol ankert die russische Schwarzmeerflotte – nach gültigem Vertrag noch bis 2017. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko denkt laut über eine Erhöhung der Pacht nach und will der Flotte Beschränkungen auferlegen, damit sie nicht mehr von ukrainischen Gewässern aus losfahren und Schiffe anderer, kleiner Nationen zusammenschießen kann.

Die russische Reaktion ist Wutgeheul. Denn eigentlich – siehe oben – betrachtet man die Krim ja als russisch. Und in Georgien hat Moskau gerade anschaulich gezeigt, was es von territorialer Integrität anderer Staaten hält. In russischen Medien wird schon seit geraumer Zeit gegen den prowestlichen Juschtschenko agitiert. Zum Glück nur ist der Ukrainer kein Amokläufer wie der Georgier Saakaschwili, der kopflos in eine russische Falle läuft.

Aber Besonnenheit allein wird Juschtschenko gegen den wiedererwachten imperialen Appetit Russlands nicht helfen. Und westliche Solidaritätsbesuche allein werden das auch nicht. Wenn die EU schon keine gemeinsame Haltung zu Russland finden wird, dann bringt sie vielleicht wenigstens eine gemeinsame Strategie zur Unterstützung der Ukraine zusammen.

Thema des Tages Seite 1 und 2


burkhard.bischof@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2008)


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25 Kommentare
 
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Von Gast: jasna am 28.08.2008 um 14:13

ist europa in gefahr

ihr spinnt allesamt! - wer hat uns in diese unsichere lage
der welt hineinmanövriert? warumm intrigieren sie ewig weiter, anstatt ratio zu benutzen?
schade, dass man nichts aus der erfahrung lernt!

Antworten Von freeman am 28.08.2008 um 15:49

Ratio hieße

mit Diktatoren und Imperialisten die Sprache zu sprechen, die sie auch verstehen.

Es fängt immer mit kleinen Ländern an, und später fragt man sich, wieso man nicht schon früher etwas dagegen getan hat.

Von chilly am 27.08.2008 um 22:43

die gewollte panikmache find ich zum kotzen

wenn ukraine ein neutrales land bleibt und sich auch so verhällt wird russland bestimmt nichts dagegen unternehmen.

anscheinend passt es dem westen nicht das die ukraine neutral ist. deshalb solche presseberichte/kommentare in den westlichen medien, (die us-raketen stützpunkte müssen ja schliesslich noch näher an die gasfelder)

armutszeugniss für den westen der dem einstigen warschauer pakt immer mehr und mehr ähnelt in seinen handlungen.

Antworten Von Gast: Österreicher am 28.08.2008 um 14:26

Re: die gewollte panikmache? Österreich ergreift am Besten das Hasen-Panier mit der Aufschrift "Neutralität"

Manche Herrschaften in dieser Runde sind wirklich ahnungslos, wie schnell sich ein Konflikt auch in der Mitte Europas herbeizaubern läßt. Nur ein Beispiel: Rußland beruft sich als Signatarmacht des Österr. STaatsvertrages plötzlich auf die Verletzung eines obsoleten Vertragspunkte. Etwa Minderheitenschutz in Slowenien. Die Slowenen fühlen in ihren großslowenischen Träumen bestärkt. Das ergibt hohe Sympathiewerte für den großen slawischen Bruder im Osten. Österreicher haben den Russen dafür die Rutsche schon gelegt!!
Oder nachträgliche Verbesserung der Ausrüstung des Eurofighters durch Raketen, Nachsichtgeräte etc. Vielleicht in Hinblick auf den Staatsvertrag nach der "Vertragsverbesserung durch Darabos" gar nicht mehr möglich, wenn die Russen jetzt Einspruch erheben etc.

Antworten Von Gast: Klaus Fischlmaier am 28.08.2008 um 12:01

Re: die gewollte panikmache find ich zum kotzen

1939 waren folgende Staaten neutral:
Belgien, Niederlande, Dänemark, Norwegen.

dämmert`s?

Antworten Von Gast: EinNeutraler am 28.08.2008 um 08:45

Re: die gewollte panikmache find ich zum kotzen

Ein Frage: was soll neutral bleiben für die Ukraine heissen? Was soll neutral bleiben insbesondere dann heissen, wenn es praktisch täglich Äusserungen von russischen Politikern gibt, die der Ukraine das Recht auf Eigenstaatlichkeit absprechen.

Antworten Von Gast: BM am 28.08.2008 um 08:30

Re: die gewollte panikmache find ich zum kotzen

Wußte gar nicht, daß W. Putin neuerdings unter dem Pseudonym "chilly" Leserbriefe schreibt.

Antworten Von freeman am 28.08.2008 um 07:49

Was geht es irgendjemanden anderen an,

wenn sich die Ukraine entschließt, nicht mehr "neutral" sein zu wollen?

Wass würden wir sagen, wennn zB die Slowakei Österreich vorschreiben wollte, wie und ob es seine "Neutralität" zu praktizieren habe?
Ich bin sicher, der Aufschrei wäre - quer durch alle Lager - riesengroß.

Es gibt kein wie auch immer geartetes Recht Russlands, seine Nachbarstaaten als "Sicherheitsgürtel" zu betrachten.

Antworten Von Gast: Christian am 28.08.2008 um 01:29

Re: Sie haben Recht. Ganz Éuropa wird neutral, um den russischen Bären nicht zu reizen.

Und das kostet den Europäern nichts.

Das Ganze kommt mir so vor wie bei kleinen Kindern. Man zieht die Bettdecke über den Kopf und dann kann nichts mehr passieren!

Von einer Solidarität der Weltgemeinschaft, der europäischen Staaten und der EU-Partner haben Sie nie etwas gehört! Die gibt es nur bei der Gewerkschaft: "Alle für einen, einer für alle! Gemeinsam sind wir stark!".

Von Optimist am 27.08.2008 um 20:12

Vielen Dank für diesen vorausschauenden Artikel!

Die zügige EU-Osterweiterung um 10+2 Staaten wird mitunter wohl auch von der Vorahnung vorangetrieben worden sein, dass der russische Imperialismus wieder erstarken und eben jene Länder, die nun zur EU zählen, wieder in die kommunistische Herde zurücktreiben könnte.
Das Verhalten Russlands sollte aber endlich klar machen, wie wichtig der Reformvertrag von Lissabon für die Stärkung der EU in ihrer Außenpolitik gewesen wäre. Denn in Situationen wie der jetzigen, wo eine Krise ins Haus steht, haben die EU-Spitzenpolitiker viel zu wenige Kompetenzen in der Hand, um als vereintes Europa Russland etwas entgegensetzen zu können, was dazu führt, dass Russland gewinnen wird - weil es die starke Führung hat, die Europa fehlt.
Und eines steht wohl außer Zweifel: als Einzelkämpfer werden die europäischen Staaten erst recht keine Chance haben!

Antworten Von Eberndorfer am 28.08.2008 um 10:51

Re: Vielen Dank für diesen vorausschauenden Artikel!

Der Reformvertrag von Lissabon haengt die schwammige EU noch enger an die imperialistische USA, die Kriege benoetigt um zu existieren, wozu sie die NATO missbraucht.


Antworten Von Gast: Klarsicht am 27.08.2008 um 21:00

@Reformvertrag von Lissabon

Na sicher. Die beste "Waffe" gegen eine realitäts- und volksferne selbstgerechte Autokratie a la Putin ist eine realitäts- und volksferne selbstgerechte Autokratie a la "Lissabon". Geben wir lobbyhörigen Inkompetenzlern sowie abgehalfterten Ex-National-Politikern der 3. und 4. Garnitur noch mehr Kompetenzen in die Hand, denn es gibt noch viel zuwenig sinnlose EU-Vorschriften, die einige wenige reicher und viele ärmer machen! (Während durchaus sinnvolle bis heute nicht existieren). Und seit der Mittlemeeragenda wissen wir: erst mit hunderten Millionen bestausgebildetster, reflexionsfähiger, sozialkompetenter, säkularer Nordafrikaner werden wir eine Wirtschaftsmacht sein die selbst China mit dieser Handvoll Arbeitsbienen noch das Fürchten lehrt " Es lebe der "Durchblick" ! Es lebe das "Imperium Romanum Secundum". Zum Fürchten !

Antworten Antworten Von Optimist am 28.08.2008 um 10:04

Re: @Reformvertrag von Lissabon

1. Wie können Sie einfach behaupten, dass alle EU-Politiker "lobbyhörige Inkompetenzler" sind? Sicher, einige schwarze Schafe wird es immer geben, aber die gibt es in jeder anderen Regierung dieser Welt auch. Achja, "in der Schweiz ist alles viel besser ..."

2. Natürlich, diese bösen Inkompetenzler in Brüssel arbeiten freilich den lieben langen Tag nur daran, Reiche reicher zu machen, und dort wo es geht, den Ärmsten noch etwas wegzunehmen. Blöd nur, dass die EU nämlich weltweit größter Geber von Hilfszahlungen an die dritte Welt ist und damit viele Staaten erhält, die ohne die EU-Hilfe gar nicht mehr arbeiten könnten und deren Bevölkerung in noch größerem Chaos versinken würde, als sie ohnehin schon sind. Das macht wohl einen Strich durch Ihre Anschuldigungs-Rechnung?

3. Nennen Sie mir EINE EINZIGE EU-Vorschrift, die mit dem Ziel und mit der Folge eingeführt wurde, dass "einige weniger reicher und viele ärmer" gemacht werden.

Antworten Antworten Antworten Von freeman am 28.08.2008 um 12:21

Ich bin zwar kein EU-Hasser,

aber das provoziert Widerspruch:

ad 2) Wenn diese Staaten vom wirtschaftlichen Wohlergehen des eigenen Volkes und nicht vom EU-Haushalt abhängig wären, müssten sich die Herrschenden dort auch darum kümmen, das alltägliche "Chaos" einzudämmen.

ad3) Praktisch das gesamte EU-Förderungswesen von Agrar bis Forschungsrahmenprogramme.

Antworten Antworten Antworten Antworten Von Optimist am 02.09.2008 um 17:38

Re: Ich bin zwar kein EU-Hasser,

Ein wenig spät, aber doch meine Antwort:

Sie haben das Förderwesen der EU missverstanden. Es geht dabei überhaupt nicht um (un-)soziale Umverteilungspolitik. Es geht hier darum, die weltpolitische Stellung vor allem der europäischen Landwirtschaft und der ihr angeschlossenen Industrie zu verbessern. Nehmen Sie folgendes Beispiel. Wie soll ein europäischer Geflügelbauer sein Fleisch/seine Eier an den Mann bringen, wenn ein chinesischer Geflügelbauer mit einem winzigen Bruchteil der Kosten des Europäers produzieren kann - weil er fast keine Arbeits-, Umwelt-, Tierschutzauflagen etc. hat? Dieses Beispiel können Sie beliebig auf alle von der EU geförderten Branchen und darüber hinaus übertragen. Die Binnen- und Exportwirtschaft wird hier stark unterstützt mit der Folge, dass sich die asiatische und sonstige internationale Konkurrenz auf dem europäischen Arbeitsmarkt nicht so stark bemerkbar macht, wie sie es ohnehin schon tut. Das sichert Wohlstand und macht niemanden in Europa ärmer!

Antworten Antworten Antworten Von atcreate am 28.08.2008 um 11:19

Re: Re: @Reformvertrag von Lissabon

Frau oder Herr Optimist,

Wie Ihr Pseudo schon aussagt, Sie sind wirklich sehr optimistisch was den Reformvertrag angeht.

Haben Sie es schon einmal in der Hand gehabt ?

Wir, hier in Frankreich, haben eine Kopie davon bekommen und ich kann Ihnen mit sicherheit sagen daß nachdem Sie es gelesen haben weniger optimistisch sind.
LEIDER ! Da es vorwiegend nicht um politische sondern um wirtschaftliche Angelegenheiten geht und das kann Europa nicht stärker und unabhängiger sondern höriger auf die Vereinigten Staaten machen.
Abgesehen davon daß die Volksabstimmung Frankreichs von 2005 einfach weggewischt wurde. Oder Vorschläge wie z.B. > Man müßte das Volk solange wählen lassen bis es einfach das JA-Wort gibt. Kann man das Demokratie nennen oder mehr eine "volksferne selbstgerechte Autokratie " wie es der Gast Klarsicht so schön schrieb ?
Ich würde es noch härter nennen > Oligarchie.
Im Allgemeinen, die Medien quatschen her was die Regierungen hören wollen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Von Optimist am 02.09.2008 um 17:47

Re: Re: Re: @Reformvertrag von Lissabon

Es ist keine Frage, dass die Volksabstimmung in Frankreich in gewisser Weise "einfach weggewischt" wurde. Aber umgekehrt stellt sich die Frage: Sollte die französische Bevölkerung die weitere Entwicklung der Europäischen Union einfach wegwischen, bloß weil sie im Moment eben mit der wirtschaftlichen, sozialen oder sonstigen Situation unzufrieden ist? Immerhin hat Europa es in beachtlichem Ausmaß dem französischen Volk zu verdanken, dass Europa heute so eng zusammensteht!

Übrigens: Ich habe den Reformvertrag von Lissabon zwar nicht in Händen gehalten, aber auf dem Bildschirm meines Computers durchgeblättert. UND: ich BIN optimistisch. Der Reformvertrag ist notwenig. Natürlich gibt es unterschiedliche Ansichten darüber. Aber wenn eine Abstimmung erfolgen soll, dann bitte EU-weit. Es kann nicht sein, dass die Bevölkerung eines Landes alles zunichte macht. So wird automatisch den Menschen in anderen Ländern die Chance vertan, auch abzustimmen --> das ist erst recht keine Demokratie!

Antworten Antworten Von Gast: BM am 28.08.2008 um 09:52

Re: @Reformvertrag von Lissabon

Aha. Der Ghostwriter vom Dichand heißt also "Klarsicht".

Antworten Antworten Von yoshi am 27.08.2008 um 22:15

Re: @Reformvertrag von Lissabon

Ist die Klarsicht getrübt vom rotblauem Star? Oder waren Sie schon immer EU-hasser?

Antworten Antworten Von Gast: Christian am 27.08.2008 um 22:07

Re: Wo denken Sie bloß hin: mit dem derzeitigen unreformierten Sauhaufen EU

wird Europa bei einem Machtpolitiker wie Putin nichts reißen. Diejenigen, die die Reformen behindert haben, haben auch die jetzige Situation mitverschuldet!

So wahr Ihnen Dichand helfe!

Von Gast: Christian am 27.08.2008 um 19:15

Die Russen halten den eng verwandten ukrainischen Bruder sicherlich für undankbar.

Hat doch Stalin durch seine Westverschiebung der ukrainischen Grenze auf ostpolnisches Gebiet, wofür die Polen wieder mit etwa einem Drittel des früheren Reichsgebietes auf Kosten Deutschlands entschädigt wurde, während es für die besiegten Deutschen natürlich keine "Kompensation" im W geben konnte, für eine beträchliche Erweiterung des ukrainischen Staatsgebietes gesorgt. Man hatte also "mit dem Blut aller Reußen" den Ukrainern im W Gebiete dazugebwonnen. Und jetzt diese Undankbarkeit..
Wie erwähnt hat Rußland in den letzten 3 Jh. unermeßlich weite Gebiete anderen Völkern abgenommen. Auf Grund der dünnen Besiedlung und des rasanten Geburtenwachstums in vielen asiatischen und afrikanischen Ländern ist ständig die Sorge groß, daß Rußland etwas von seiner Beute samt den darauf befindlichen Bodenschätzen hergeben muß. Und da wissen sich die Russen bekanntlich zu wehren!!

Antworten Von geheimrat am 27.08.2008 um 20:06

Re: Die Russen halten den eng verwandten ukrainischen Bruder sicherlich für undankbar.

Aber nein, Sie verstehen das nicht. Die EU ist das grösste Friedensprojekt das es je gegeben hat. Solange es die EU gibt wird es auch keinen Krieg geben.
Fragens doch die Plassnik die wird Ihnen das erklären und wenn die Russen nicht hören wollen dann zeigt sie dem Putin wo der Bartl den Most holt.

Antworten Antworten Von Ophicus am 28.08.2008 um 12:42

Re: Re: Die Russen halten den eng verwandten ukrainischen Bruder sicherlich für undankbar.

Wie oft in der Geschichte gab es eine so lange Friedensperiode zwischen Frankreich und Deutschland?
Die West- und Mitteleuropäischen Mächte haben sich jahrhundertelang in wechselnden Koalitionen bekriegt - jetzt tun sie das nicht mehr.
Man kann darüber streiten, ob das ein Verdienst der EU ist oder nicht. Eine Leistung ist es aber jedenfalls.
Dass die EU Frieden außerhalb ihrer Grenzen garantieren könnte behauptet aber nicht einmal die österreichische Außenministerin.

Antworten Antworten Von Gast: Christian am 27.08.2008 um 22:04

Von zwei Wahlwerbungen der SPÖ kenn ich zwar große Worte,

von großen Taten war weder im Inland noch im Ausland etwas zu sehen.

Dem letzten SP-Kandidaten für das Außenministerium war leider ein Abgeordnetensitz im NR zu wenig ...

Antworten Antworten Antworten Von Eberndorfer am 28.08.2008 um 10:40

Re: Von zwei Wahlwerbungen der SPÖ kenn ich zwar große Worte,

Putin will weiter nichts als den status quo um Russland herum erhalten, wie die USA ihn Gorbatschew versprochen hatte, naemlich keine Ausweitung der NATO nach Osten. Dafuer stimmte Gorbatschew 1989 der Wiedervereinigung Deutschlands zu.

Die USA und sein Satellit, die EU, brachen dieses Versprechen schon mehrere Male, letztlich in Polen, und sind im Begriffe es mit Georgien und der Ukraine wieder zu brechen. Logisch, dass Putin sich das im Interesse der Sicherheit seines Landes nicht gefallen laesst.

Sollte die Ukraine sich der NATO anschliessen, was nur nach einem ukrainischem Referendum geschehen darf, hat man zu erwarten, dass es seinen oestlichen, russischen Teil und die russische Krimhalbinsel verliert.

Mit Georgien ist Putin, nach dem was mit Kosovo passiert ist, im Recht!

 
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