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Niemals vergessen

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Immerhin, eine Ideologiedebatte: Österreich zwischen Gesinnungskitsch und konservativer Selbstfindung.

Obwohl am vergangenen Sonntag alle von einem gewaltigen Umbruch gesprochen haben, wird das Land vermutlich noch vor Jahresende dort angelangt sein, wo es mit einigen unrühmlichen Ausnahmen (Anflüge von Leistungs- und Wettbewerbssucht, die man nur mit pubertärer Unausgeglichenheit erklären kann) schon seit sechs Jahrzehnten steht: Im strukturellen Schoß des Ständestaates, dessen austrofaschistische Kälte gemildert wird durch das wärmende Bewusstsein, dass ja diesmal alle dabei sind und keiner etwas zu fürchten hat. Große Koalition, Sozialpartnerschaft unter besonderer Berücksichtigung der Eisenbahnergewerkschaft, Raiffeisen, die Dichands, die Faymanns, die Prölls, Heinz Fischer natürlich: Wir sind eine große Familie, und wenn wir streiten, geht das keinen etwas an.

Bis es aber so weit ist, dürfen wir uns überraschenderweise an so etwas wie einer Ideologiedebatte erfreuen: Die teilerwachten Hüter der Moral haben ein paar hübsche Beispiele aus dem Fundus des antifaschistischen Gesinnungskitschs ausgepackt. Das „profil“-Cover zum Beispiel, das die treue Leserschaft mit der Schlagzeile „Sieg...!“ und der damit verbundenen Nachricht überraschte und erschütterte, dass der Herausgeber Strache und Haider für Grenznazis hält, die den Widerstand der Widerständigen verdient haben. Hoffen wir nun also, dass sie unter Anrufung des heiligen Konrad und unter Aufbietung aller argumentativen, vor allem aber moralischen Kräfte hinter die Koralm und nach Simmering zurückgeworfen werden.

Mir persönlich wäre ja ein poetisches „Niemals vergessen“ lieber gewesen, aber das war den „profil“-Kämpfern irgendwie zu lulu.


Derweil tobt auf dem anderen Stern, in der ÖVP, der Kampf der Wagen und Gesänge, der auf der Wiener Landesenge der Schwarzen Stämme gram vereint: Haben sie verloren, weil das „System Schüssel“ das Land mit neoliberaler Kälte und konservativer Härte an den Rand des sozialen und gesellschaftlichen Abgrunds geführt hat? Oder haben sie verloren, weil Molterer eben nicht mehr so neoliberal und konservativ wie Wolfgang Schüssel ist und der Wähler, der's bekanntlich gern streng hat, das zickzackhüpfende Weichei Molterer abgestraft hat? Erstere meinen, dass mit dem jungen Pröll, der ja weder kalt noch hart, sondern warm und weich ist, alles gut wird. Zweitere meinen, dass jetzt die ewige Hacklerregelung und die verpflichtende Homoehe kommen und damit erstens der Untergang des Abendlandes droht und zweitens der Absturz der ÖVP unter die Vier-Prozent-Hürde.

Nun, vermutlich ist beides irgendwie richtig, zumindest, was die Gründe der schwarzen Niederlage betrifft. Unter Molterer hat die ÖVP beim Sozialstaatskitsch-Contest der SPÖ genauso halbherzig mitgemacht wie beim lustigen Xenophobie-Schnapsen auf dem Stammtisch von Strache und Haider. Und sie hat mit der genialen Festlegung „Homoehe ja, aber nicht auf dem Standesamt“ dokumentiert, dass sie auch gesellschaftspolitisch nicht wirklich zurechnungsfähig ist.

Die Idee, dass eine konservativ-liberale Volkspartei einfach nur stur nach der Formel „Neoliberalismus mal Fünfzigerjahrekonservativismus ist gleich absolute Mehrheit“ zu führen wäre, ist aber eben auch ein bisserl gar schlicht.


Volksparteien, egal ob links oder rechts der Mitte, können nur erfolgreich sein, wenn sie über starke Persönlichkeiten verfügen, welche die programmatischen Widersprüche, die Volksparteien notwendigerweise produzieren, sowohl intellektuell als auch emotional integrieren können (Tony Blair wird dafür noch lange das beste Beispiel bleiben). Und wenn sie die Integrationsleistung nicht selbst dadurch torpedieren, dass sie die falschen Koalitionen schließen, die ihnen auch noch die letzten Abgrenzungsspielräume zumachen. Josef Pröll wird es schon schwer genug haben, für sich und seine Partei eine verteidigbare strategische Position zu erarbeiten. Wenn er sich aus persönlichen Komfortüberlegungen und im Wissen um die Futtertrogmentalität seiner Funktionäre auf eine Große Koalition einlässt, braucht er es erst gar nicht zu versuchen.

Bis dahin jedenfalls sollten wir den Hauch von inhaltlicher Debatte, der da spürbar ist, genießen. Und uns zumindest bis zum Jahreswechsel keine übertriebenen Sorgen machen wegen der aufziehenden Wirtschaftskrise: So wie Österreich derzeit politisch aufgestellt ist, bewältigen wir sie ohnehin dann am besten, wenn wir keine Regierung haben. Gottlob sind wir ja noch in der EU.


michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.10.2008)


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33 Kommentare
 
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Von Gast: Reimar Wolff am 05.10.2008 um 17:35

Die Kraniche des Bifidus


Zum Kampf der Braten und Gesänge
der auf Brigittenauer Lände
Die fremden Stämme roh vereint
zog Bifidus, der Bio-Freund

Xenophobicus, der Gott der Austriaken
sah an solch Gelage einen Haken
Drum trat in wienerischen Hain
er mit stolz erfüllter Stimme ein

"Ihr gottverdammten Tschuschen!
Wollt ihr nicht nach dem Schwitzen duschen?
Aus heiligem Gemeindebau
ziehet aus mit Kind und Frau!"

Doch Bifidus, der Dichtersproß
Sah genfrei klar vom hohen Roß
Daß bei solchen Missethönen
die allerliebsten Herzen stöhnen

Trum tat er einen heilgen Schwur
im Einklang mit der Hirnnatur
der gut-grün-liberalen
die viele Stimmen bringt, bei allen Wahlen
"Laßt uns in Hinkunft nicht mehr siegen
und nicht AUA, sondern Kranich fliegen!"

"Nie wieder siegend, niemals heilend
doch an Niederlagen uns ergeilend
Niemals vergessen, alles merken
das wird unsren Stursinn stärken."

Das Original war freilich noch besser:
http://gedichte.ws0.org/friedrich_schiller/gedichte12.html

Von Gast: Dein Wäherwille am 04.10.2008 um 19:34

gegen eine erneute GROKO

www.waehlerwille.at

Von Gast: Christian am 04.10.2008 um 14:16

Die ÖVP sollte die SPÖ einmal richtig im eigenen Saft schmoren lassen!

Die kommende Konjunktur-Delle wird es zeigen, ob die SPÖ auch ohne unpopuläre Sparmaßnahmen auskommt.
Die ÖVP könnte dann immer noch einer hilflosen SPÖ-Minderheitsregierung beispringen!

In der Opposition könnte die ÖVP endlich einmal in Ruhe dem Wählerpublikum zeigen, wofür Schüssel gestanden ist: So wie man beim Bau eines PKWs nicht alleine auf den Komfort schauen kann sonder auch den Treibstoffverbrauch ganz wesentlich berücksichtigen muß, soll der Staat effizient und sparsam arbeiten. Darum hat sich Schüssel bemüht. Denn den Armen hilft man nicht dadurch, daß man bereits in der Verwaltung das ganze Geld verpulvert.

Ähnlich in der Wirtschaft: das Steuersystem ist so zu organisieren, daß der Staat bei geringer Belastung maximale Einnahmen erziehen kann, um den teuren Sozialstaat aufrecht erhalten zu können. Diese Ziele hat Schüssel/Grasser durch ihre Steuerreform 2004 erreicht: Überwindung der Depression, neue Arbeitplatze durch Anlocken von tausenden ausländischen Betriebe

Antworten Von Gast: hawkeye am 05.10.2008 um 02:14

Re: Die ÖVP sollte die SPÖ einmal richtig im eigenen Saft schmoren lassen!

Da Sie das anscheinend ernst meinen: Stellen wir uns vor, es gibt wirklich eine größere Wirtschaftskrise. Menschen verlieren ihre Arbeit, ihre Wohnung, u.s.w., und während das passiert, sitzt die ÖVP im Schmollwinkerl, weil sie sich nämlich zu gut dafür ist, mit der roten Brut zu regieren ... Sind Sie sicher, daß das der Weg zur absoluten Mehrheit ist?

Ökonomisch gesprochen: Die Politik von Wolfgang Schüssel hat nur Sinn, wenn es im wesentlichen und im großen immer so weitergeht. Nun hat aber das Mutterland des Fiskalkonservatismus gerade angefangen, Geld auszugeben, als gäbe es kein Morgen; das heißt, es geht auf keinen Fall so weiter. Manche haben das früher gesehen, manche werden es leugnen bis zum letzten, wie der legendäre irakische Propagandaminister, aber das ist nun einmal die Lage. Der Versuch, die Weltgeschichte mit Liebesentzug zu bestrafen, _wird_scheitern_.

Antworten Antworten Von Gast: Christian am 05.10.2008 um 16:38

Re: Re: Sie haben das Wesen der Finanzkrise nicht wirklich verstanden:

Die Krise ging von den Hypobanken in den USA aus, die eine Menge "fauler" Kredite vergaben, ds. Kredite die nicht mehr zurückgezahlt werden können. Wenn Sie als Privatmann einen Großteil Ihres Vermögens in Form von uneinbringlichen Krediten ausgeben, werden Sie auch vermutlich zahlungsunfähig werden. Daher haben die US-Hypos in nicht näher zu prüfender Weise ihre (ohnehin uneinbringlichen) Forderungen gegen Bares an andere Banken abgetreten, wobei ungefähr die Hälfte in Europa "gelandet ist". Die "Sanierung" besteht darin, daß der Staat diese Forderungen "aufkauft"! Dazu braucht man aber, wie man den Medien entnehmen kann, unheimlich viel Geld. Das hat aber ein Staat mit hohen Verwaltungkosten und großen Sozial-Lsten nicht! Also ist es von Vorteil, wenn eine Regierung Schüssel/Grasser sich um mehr Effizienz und Sparsamkeit bemüht, damit mehr Geld für die Arbeitslosen u. a. solche Notmaßnahmen bleibt. Und wann die Konjunktur anzukurbeln ist, soll bitte der Fachmann entscheiden!

Antworten Antworten Von Cicero am 05.10.2008 um 15:42

Geht’s nicht auch ohne ÖVP?

Sie haben völlig recht, die Politik Schüssels macht deswegen Sinn, weil sie vorausschauend dafür sorgen kann, daß es weitergeht. Daß, kurz gesagt, für unsere Enkel auch noch Kuchen übrigbleibt und nicht jetzt und heute alles verpraßt wird.
Wenn die falsche sozialistische Politik in einer Wirtschaftskrise den Problemen nichts entgegensetzen kann, dann muß die ÖVP her, wie Sie meinen.
Nein, das muß sie gar nicht, es muß vielmehr jenen Opfern der Wirtschaftskrise gezeigt werden, wer durch eine falsche Politik erst zum Verlust ihres Arbeitsplatzes geführt hat. Und das sind eben die Roten, die nicht wirtschaften können.
Erst wenn jeder am eigenen Problem erkennt, wer ihn in die Bredouille geführt hat, wird er aufhören, sich seine Wählerstimme durch staatliches Füllhorn auf Pump abkaufen zu lassen.
Letzteres betreibt Faymann. Also soll er einmal zeigen, wie sozialistische Politik funktioniert. Und das ganz alleine oder auch gemeinsam mit anderen Populisten.

Antworten Antworten Antworten Von Gast: Lampe am 05.10.2008 um 18:18

Re: Geht’s nicht auch ohne ÖVP?

Gut und treffend bemerkt. Danke

Von Cicero am 04.10.2008 um 09:01

Faymanns Unterwerfung hin oder her

Herr oder Frau Steininger, Sie sind offensichtlich einer der Ersten, der merkt, daß Faymann der wirkliche Wahlverlierer ist.
Warum? Er kann ohne ÖVP gar nichts! Er ist völlig hilflos! Und er weiß das! Und Sie wissen das auch!
Wenn Sie also auf die ÖVP angewiesen sind, dann sollten Sie wenigstens jetzt aufhören, die ÖVP madig zu machen.
Stürzt die Welt ein, wenn die ÖVP erst einmal in Ruhe ausmacht, ob Sie Faymann beim Leben auf Kosten unserer Enkel – das ist seine politische „Vision“ – unterstützen oder doch besser hindern soll? Stürzt die Welt ein, wenn zwischenzeitlich, die bisherigen Kapazunder in der Regierung – Bartenstein etwa – die gegenwärtigen Probleme professionell lösen wollen?
Nur damit Sie wissen, wovon die Rede ist. Die Kronenzeitung wird weder die gegenwärtigen noch die zukünftigen Probleme lösen können, Faymanns Unterwerfung hin oder her.

Antworten Von Gast: ekonomista fragt wieso sind wir alle IN DENIAL am 04.10.2008 um 13:13

Die SPÖ Kastriert Sich Doch Selbst!!!

Solange sich die Faymann SPÖ, wie letztens gesehen, nach rechts abgrenzt kann und wird es bedauerlicherweise keine alternative zur GroKo geben. Selber schuld wenn man sich die politische manövrierfähigket selbst untergräbt und begrenzt. Dadurch hat die pröllvp die besseren karten und setzt auf diese, und wird den preis für die GroKo in die Höhe treiben, wie wir es grade beobachten können. sich die hände binden und dann zu schwimmen versuchen, das geht nicht. spö wird sich wieder bis zur selbstaufgabe über den TISCH ZIEHEN LASSEN MÜSSEN, und da wird man wohl merken müßen das der größte feind der spö nich willi und wolfi sind, sondern lediglich sie selbst. der verlierer ist unsere demokratie, falls diese überhaupt noch so genannt werden kann. solange spövp von uns gewählt werden, wird sich in diesem land nichts ändern. Fleischahackers bernhardeske kommentare sollten wirken, ansonsten könnten wir uns langsam eingestehen das jene die regieren in besser sind als die die wir verdienen.

Antworten Von TU Student am 04.10.2008 um 11:39

Zu frueh gefreut?

Wenn Sie da mal nicht gewaltig irren. Selbstverstaendlich kann die SP auch ohne VP, gerade jetzt, wo man sich doch sehr mit Wahlversprechen zurueckgehalten hat (2006 war das anders). Die Liebesumarmungen des Fay schaden dem Peppi eher in der eigenen Partei. Das macht er ja, damit die Basis rebelliert.

Es ist sehr gut moeglich, dass Faymann schon sehr intensiv mit der FPOE verhandelt, das kann sowohl eine Koalition als auch die Unterstuetzung einer Minderheitsr. betreffen.

Minderheit SPOE haette fuer vernuenftige Ziele mit Gruen/Organe eine Mehrheit (ginge aber niemals in einer Koalition), fuer "strengere" Ziele mit der FPOE.

Die VP im Schmollwinkerl braucht da niemand, sie wuerde sich sogar selbst schaden.

Das weiss die VP Spitze, deshalb will sie die Illusion aufrecht erhalten, ohne VP ginge es nicht und will in die Regierung. Entscheiden wird es die VP-Basis, die berechtigte Angst hat, dass man beim weiterwursteln noch mehr verliert.

Antworten Antworten Von modestus am 04.10.2008 um 19:28

Re: Zu frueh gefreut?

wenn der faygmann ohne uns kann, dann soll er

Antworten Von Gast: Schön wenn man links und rechts leben kann am 04.10.2008 um 09:43

Oder die SPÖ geht in Opposition ...

... und hat nach der nächsten Wahl über 40% . Für die ÖVP ist es so oder so vorbei . Ein Pröll Jr wird der SPÖ noch viel Freude bereiten . Auch er ist chancenlos gegen Faymann (Die Konservative hatte ihre Zeit und ihre Berechtigung aber der Mensch hat sich evolutionär weiterentwickelt . In spätestens 5 Jahren wird die Welt komplett anders aussehen)

Antworten Antworten Von Gast: BM am 05.10.2008 um 11:42

Re: Oder die SPÖ geht in Opposition ...

"Die Konservative hatte ihre Zeit und ihre Berechtigung aber der Mensch hat sich evolutionär weiterentwickelt . In spätestens 5 Jahren wird die Welt komplett anders aussehen [...]". Bemerkenswert kurze Zeiträume für evolutionäre Entwicklungen. Bisher hat das immer ein paar tausend bis Millionen Jahre gedauert. Oh, verstehe, sollte ein humoristischer Beitrag sein. Na dann ....

Von Gast: Neoliberal am 04.10.2008 um 08:28

Das wird nix mehr

mein Gott wie oft habe ich diese Sprechblasen schon gehört vom Trockendock bis zum Neufinden. Immer die gleiche Schei.e. Die Funktionäre dieser Sekte bleiben, die Sprüche ändern sich. Der junge Pröll wird es jetzt halt dem alten Pröll nachmachen und mit Bauernbundhärte die Truppe disziplinieren wollen. Die Probleme bleiben, die Lösungskompetenz ist zwar in Restdosen vorhanden, die SPÖ wird aber vernünftiges verhindern. Und so werden die Clini-Clowns von Wahl zu Wahl weniger werden. Bis dann das Neue gewagt werden kann. Was im übrigen schon längst überfällig ist. Und auch wenn Sickl+Co wieder zu Ehren kommen: es kann ja wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein, dass sich zwei Gruppen die Macht für immer sichern, nur weil sie alle anderen Alternativen rechtzeitig umnieten.

Von Steininger am 04.10.2008 um 01:59

Und es geht weiter.

Die ÖVP versucht sich gerade zu "finden". Das klingt ziemlich exaltiert ist aber altbekannt.
Dieser Findungsprozess geht nämlich mit einer gewissen Behäbigkeit voran. "Jetzt schau ma amal" geht ganz "step by step" wie heute zu hören war.
Jetzt stell ma mal den Parlamentsklub auf, dann mach ma Parteitag, so im Jänner oder Februar. Bis dahin werden wir ausloten ob wir in Opposition gehen oder nicht...
Alles O-Ton des neuen Vorsitzenden.
Die Probleme des Landes? Die gehen doch die ÖVP nix an. "Jetzt is mal der Bundespräsident am Zug" meint der Obmann des Pensionistenbundes, Herr Khol.
Die ÖVP wird sich nicht finden wenn sie nicht da sucht wo sie sich befindet: im Schmollwinkel!
Doch halt, ewig grüßt das Murmeltier. Das hatten wir doch schon mal. War das nicht auch Strategie 2006?
Eingefrorene Posthorntöne möchte man meinen.
Ganz putzig war der Kommentar von Bartenstein: Probleme von wegen Finanzkrise könnte auch die bisherige Regierung lösen.
Nicht Sache der ÖVP so scheints!

Antworten Von R. Piccolruaz am 04.10.2008 um 11:59

Cool down für die ÖVP: Die KRONEN-Falle droht

Zeit zum Nachdenken:

1)FAYMANN ist charakterlos, sagen selbst Genossen. Wie er seine Partei“Freunde“ in Kernfragen zu seinem persönlichen Vorteil skrupellos übertölpelt hat, macht er jederzeit wider - mit der ÖVP. Hat er schon. Zuerst versprach erst kein Überstimmen, dann tat er’s mit den „Faschisten“ Er wird Loyalität zusagen, vorher, klar. Wenn`s drauf ankommt? Dem sein Schicksal anvertrauen?

2)Die KRONE. Sie wird jetzt eine gr. Koalition unterstützen. Ist sie im Amt, nur mehr Faymann allein. Die ÖVP sitzt dann in der Falle. Spurt sie nicht nicht, - „Bremser“. Erfolge, wer kassiert die wohl?

3)Für den MITTELSTAND gibts – mangels Geld - Almosen. Schulden machen? Die Verantwortung bleibt der ÖVP.( Pkt 1.)

4)EU. Verliert die ÖVP nochmals (so gut wie sicher - Pkt 2.) haben EU-Gegner die Verfassungsmehrheit.

5) Und: Grosse Koalition nützt nur einem kl. Grüpplein, Raiffeisen, Grossbauern, Jobjägern. (Merke. W.K. ist nicht „Wirtschaft“) - die ÖVP ist ihnen bloß Vehikel.

Antworten Antworten Von R. Piccolruaz am 04.10.2008 um 18:02

Dichand wird der ÖVP für die Zukunft hoch und heilig "Fairness" versprechen"....

....wenn sie seinen Ziehsohn zum Kanzler macht und Rache, wenn sie´s nicht tut. Hinter vorgehaltener Hand, vertraulich, in Hintergrundgesprächen. Vorher.

Jene aus der ÖVP-Top-Funktionärsschicht, die bibbernd auf der Jagd nach den grosskoalitionären Top-Jobs sind, werden´s nach unter weitergeben. Hinter vorgehaltener Hand, vertraulich, in Hintergrundgesprächen. Die Kopf´s und die Amon´s, die mit fliegenden Fahnen die Seiten gewechselt haben und jetzt den jungen Pröll wie ein goldenes Kalb umtanzen.

Ob sich die Basis nochmal mit einem Märchen übertölpeln lässt, wie letztes Mal (Grosse Koalition "neu", übrigens im ORF prommoted by J. Pröll) ist natürlich nicht auszuschliessen. Dann sitzen sie eben beide auf dem Schoss von Dichand. Faymann auf dem linken und Pröll auf dem rechten Schenkel.


Von Gast: Christian am 04.10.2008 um 01:35

Die Ansage von Herrn Fleischhacker ist schon ein bißchen stark:

"Die Idee, dass eine konservativ-liberale Volkspartei einfach nur stur nach der Formel „Neoliberalismus mal Fünfzigerjahrekonservativismus ist gleich absolute Mehrheit“ zu führen wäre, ist aber eben auch ein bisserl gar schlicht." Offenbar ist er - im Gegensatz zu seinem Vorgänger als Chefredakteur jetzt auch um "Aggiornomento" bemüht. Dabei ist ihm wohl nicht aufgefallen, daß er sich mit Siebenmeilen-Stiefeln von den christlichen Grundwerten entfernt!

Wollen wir wirklich eine Gesellschaft, wo die Ehe zwischen Mann und Frau, aus der allein Kinder entspringen können, durch die Homo-Ehe abgewertet wird, so homosexuelle Seilschaften in Gesellschaft und Verwaltung zum Normalfall werden, wo jeder, der dort Karriere machen will, sich durch "Popschi-Waschen" etc. menschlich entwürdigen lassen muß? Wo traditionelle Werte wie Familie, Vaterland, Anstand etc. in den Schmutz gezogen werden, bis nur mehr Gauner und Halunken im Staat das Sagen haben?


Antworten Von Gast: Ex-ÖVP-Wähler am 04.10.2008 um 13:18

Ergänzungen dazu:

@Ungustiöses
Auch jetzt schon bestimmt in großen Verwaltungen (privat wie öffentlich) z w e i Faktoren die Karriere: Loyalität und Freunderlwirtschaft (=Seilschaft). Dann kommt halt ein weitere dazu.
@christlichen Grundwerten
Die ÖVP wird - für mich berechtigterweise - schon längst nicht mehr als "christlich" betrachtet, verteidigt auch deren Werte oft nur mehr schwach (allerdings stärker als manch andere) s.http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/419263
@traditionelle Werte
Wurde zugunsten des Turbokapitalismus und dessen Anbetung längst entsorgt.
Die ÖVP unter Schüssel war großteils eine ÖVP der Anbetung des goldenen Kalbs und der Zentralstaats-Form der EU, daher der "Erfolg". Ob sich das ändert wird sich weisen. Der Mensch ist weit mehr als sein Geld oder Macht, zu weit anderem berufen. Wie oft hat sich die ÖVP (medial) damit beschäftigt ? Es sind auch nicht Haß, Mißgunst, Neid, Ausbeutung, Unterdrückung "christliche" Werte - da geht es um ganz anderes.

Antworten Antworten Von Gast: Christian am 04.10.2008 um 14:59

Re: Ergänzungen dazu: Der angebl. Ex-ÖVP-Wähler hat nichts kapiert!

Zwischen der SPÖ, die die Abtreibung eingeführt hat (exzessiv bis zum Herzstich), und der ÖVP eines Schüssel bestehen G.s.D. immer noch Welten. Der Vorwurf eines "Raubtierkapitalismus" ist ein verleumderisches und abwertendes Schlagwort.
Fakt ist, daß das rel. kleine Österreich in der Verwaltung von Bund, Ländern u. Gemd sowie der Sozialbürokratie höchst reformbedürftig war, weil sich die GroKo (u. hier wieder die SPÖ) als strukturkonservativ erwiesen (s.a. Scheitern der Koalitionsverhdl. 2000). Schließlich ist nicht einzusehen, daß der Großteil der ohnehin knappen Mittel von einer teuren und umständl. Verwaltung "aufgefressen" wird! Schüssels Reformen wurden 6 Jahre lang massiv opponiert, 2 J lang verschlampt u. sind jetzt wegen des hereinbrechenden W.Abschwungs bis auf weiteres gar nicht möglich!
Übrigens war es Schüssel, durch dessen Steuerreform 2004 etwa 1/3 der Lohnempfänger steuerfrei wurde. Auf die Gleichstellung von Arbeitern und Angest. bitte auch nicht vergessen!

Von Gast: hawkeye am 03.10.2008 um 23:07

Hawkeye empfiehlt:

Seifenkistl-Rennen.

Von Gast: Jack am 03.10.2008 um 22:02

Zu Molterers Abgang

Molterers Abgang kann man mit Kassandras Ende vergleichen! Auch sie warnte vor Geschenken, die es "in sich haben", auch ihr schenkte keiner Beachtung, sie wurde sogar für ihre warnende Stimme abgestraft!
Heute kommt noch der "Fluch der großen Zahl" dazu!
Ab einem gewissen Betrag kann sich der Normalbürger nichts mehr darunter vorstellen! Es ist halt " viel", aber an "viel"hat man sich gewöhnt, und wenn´s der "Krone" nicht zu viel ist, dann wird es schon nicht so arg sein !

Antworten Von Gast: hawkeye am 03.10.2008 um 23:06

Re: Zu Molterers Abgang

Im Unterschied zu altklugen "Presse"-Schreibern und ÖVP-Funktionären kennt Hans Dichand allerdings Wirtschaftskrisen und deren Folgen aus eigener Anschauung.

Antworten Antworten Von Gast: Jack am 04.10.2008 um 21:37

Re: Re: Zu Molterers Abgang

Es ist schon eine verquere Logik, zu meinen, man müßte eine Zeit miterlebt haben, um die Vorgänge in dieser Zeit zu verstehen!Meine Eltern, die die schlimmen dreißiger Jahre miterlebt haben, nannten mir als Ursachen für die damaligen Verhältnisse zwei Gründe:die leere Staatskasse
und der große Hass zwischen den Sozialisten und den Konservativen!Beiden Voraussetzungen für das damalige Unglück nähern wir uns heute asymtotisch an !!

Antworten Antworten Antworten Von Gast: hawkeye am 05.10.2008 um 01:37

Re: Re: Re: Zu Molterers Abgang

Schaden tut´s nicht.

 
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