21.11.2009 16:14 | Meine Presse Merkliste0

Haiders Vermächtnis: Die Große Koalition

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Der Ruf nach einer Versöhnung der Freiheitlichen über Haiders Grab könnte im CDU/CSU-Modell münden.

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Wenn man Jörg Haiders selektiven Umgang mit Vergangenheit und Gedächtnis ins Zentrum der Einschätzung seines politischen Wirkens stellt, dann wird man den Reaktionen auf seinen plötzlichen Tod eine grausame Logik unterstellen müssen. Einerseits mussten mehrere Onlinedienste, darunter auch diepresse.com und derstandard.at, ihre Kommentarforen zur Haider-Berichterstattung wegen der großen Anzahl pietätloser Postings schließen. Andererseits verschickten Haiders Anhänger in Kärnten Ketten-SMS folgenden Inhalts (um die zahlreichen Fehler bereinigt):

„Die Sonne ist in Kärnten vom Himmel gefallen!! Wir gedenken der größten Persönlichkeit Kärntens! JÖRG HAIDER stand hinter uns Kärntnernwie eine Festung und seine Pläne, ein reines und sauberes KÄRNTEN zu schaffen, setzen wir fort! Ruhe in Frieden JÖRG!! Wir werden DICH nie vergessen!! An alle Kärntner Patrioten schicken.“

Man möchte nicht allzu genau wissen, was sich diese „Kärntner Patrioten“ unter einem „reinen und sauberen“ Kärnten vorstellen, dessen Schaffung ihrer Erinnerung nach das große politische Projekt des verstorbenen Landeshauptmannes gewesen ist. Eine letzte Bestätigung für alle, die im politischen Wirken Haiders die große Gefahr sahen, nicht nur das Vokabular der Nationalsozialisten, sondern auch ihren rassistischen Blick auf die Welt wieder salonfähig zu machen?

Eher wohl ist der Chor der Nachrufe und Stellungnahmen eine finale Bestätigung für die ambivalente Wirkung dieser politischen Hochbegabung. Man konnte ihn nicht ignorieren, weder in seiner Neigung, Emotionen um jeden Preis zu schüren, auch die übelsten, noch sein sicheres Gespür für die strukturellen Schwächen des Systems, das einen Angreifer wie ihn neutralisieren wollte. Auch um jeden Preis, auch mit den übelsten Mitteln.


Das große politische Projekt des Jörg Haider war zunächst nicht die Schaffung eines „reinen und sauberen Kärntens“, sondern der Angriff auf die institutionelle Architektur der Zweiten Republik. Kärnten wurde erst später zum Labor seiner politischen Experimentierfreude. Mit weiten Teilen seiner Kritik an den „Altparteien“ und ihren Strukturen hatte er vollkommen recht, aber die Art seiner Kritik und der Ausblick auf das, was Haider sich unter einer „3. Republik“ vorgestellt hätte, haben die überholten österreichischen Strukturen erst recht einzementiert.

Wer bis dahin ebenfalls kritisiert hatte, dass der größere Teil der politischen Entscheidungen des Landes nicht im Parlament fiel, sondern in den Hinterzimmern demokratisch kaum bis gar nicht legitimierter Organisationen wie der Sozialpartner, wurde angesichts der latent autoritären Vorstellungen Haiders und seines provokanten Sympathisierens mit den ideologischen Ausläufern der nationalsozialistischen Vorstellungswelt zum erbitterten Verteidiger des Status quo. Dass sie den für sie so beängstigenden Erfolg des begnadeten Populisten damit erst ermöglichten, haben viele seiner Gegner bis heute nicht begriffen.

Anders ist nicht erklärbar, dass der Erfolg von FPÖ und BZÖ bei den Nationalratswahlen 2008 genauso analysiert wird, wie man die Erfolge Haiders in den 90er- Jahren analysiert hat. Genauso falsch nämlich: Haiders Erfolge von damals ließen sich genauso wenig mit der angeblichen Neigung vor allem der jüngeren Bevölkerungsgruppen zum Gedankengut der extremen Rechten erklären, wie sie das heute tun.


Für ein ein erfolgreiches Weiterbestehen des BZÖ, das sowohl programmatisch als auch personell ohne Haider ein politisches Nullum ist, gibt es außerhalb Kärntens nur eine einzige denkbare Chance: Die Fortsetzung von Haiders Kampf gegen „das System“ im Gedächtnis seines Gründers, die durch den jetzt stärker werdenden Druck in Richtung Große Koalition durchaus Aussicht auf Erfolg hat. Die Anführerrolle wird dabei allerdings eher Haiders Gegenspieler nach dem freiheitlichen Schisma, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, zufallen.

Mit der Entscheidung, Haiders Freund und Pressesprecher Stefan Petzner zu seinem Nachfolger zu machen, deutet sich denn auch an, dass sich das BZÖ darauf konzentrieren will, in Kärnten, wo Haider bei den nächsten Wahlen auf eine absolute Mehrheit zugesteuert hätte, dank Haiders Strahlkraft über seinen Tod hinaus an der Macht zu bleiben. Der Ruf, das Dritte Lager über Haiders Grab wiederzuvereinigen, könnte also durchaus in der schon oft diskutierten „CDU/CSU“-Lösung münden.


michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2008)

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56 Kommentare
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Gast: franz
14.10.2008 02:36
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FPÖ/BZÖ Wähler haben keine Neigung zur extremen Rechten?

Ich fürchte da liegen Sie falsch, Herr Fleischhacker. Beispielsweise haben Untersuchungen gezeigt, daß Antisemitismus und Haider-Wählen statistisch sehr stark korreliert. Ich glaub das Bild vom harmlosen Prostestwähler geht leider stark an der österreichischen Realität vorbei. Das dürfte wohl eher naivem Wunschdenken a la "bürgerliche Mehrheit" entspringen. Auf der anderen Seite ist das Gerede von "den Sorgen" der Menschen im Gemeindebau (seitens der SPÖ) ist ebenso eine verzweifelte Realitätsverweigerung. Was Haider gelungen ist, ist das gezielte Ansprechen und Herauslösen dieses vermutlich schon immer vorhandenen Wählerpotentials aus den Großparteien. Dieses "Potential" hat in der 2. Republik bei Wendepunkten immer eine Rolle gespielt. Sowohl bei Kreisky, bei Waldheim, bei Haider und auch beim Schüsselschen Sanktionen-Schulterschluss Getue.

Antworten Gast: Crusader
14.10.2008 07:58
0 0

Re: FPÖ/BZÖ Wähler haben keine Neigung zur extremen Rechten?

Ja, ja kenn`ma schon! 30+ Prozent der Österreicher sind Nazis...
Aber wissens wie wurscht des`den Österreichern scho`is`?
Und wenn Haiders Gegner klug wären, wären sie jetzt über sein Ableben tief bedrückt.
Als Lebender war er nur ein rechter Politiker von dem die Wähler irgendwann mal genug gehabt hätten, als Toter ist er nun eine Ikone des dritten Lagers!
Aber Antfaschist und Hirn...- schlimmeres hätten den den Gutmenschen gar nicht passieren können!
Posthum sind seine vertretenen Positionen nämlich sakrosankt...
..aber wenn es die Antifaschisten glücklich macht - das BZÖ wird nicht überleben aber seine Stimmen werden zu einem großen Anteil im dritten Lager bleiben.

Antworten Antworten Gast: franz
15.10.2008 01:11
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Re: Re: FPÖ/BZÖ Wähler haben keine Neigung zur extremen Rechten?

Also hab nicht behauptet, dass die Zuordnung "Nazis" im Sinn von Burschenschaftlern, Skinheads oder drittes Lager die Wählerschaft der Haider-FPÖ passend beschreiben würde (obwohl die natürlich zu verlässlichen FPÖ Wählern gehören). Was ich sagen wollte: Dass hier sehr wohl ein Gesamtpaket geschnürt und auch gewählt wurde, d.h. dass die Proporz-Kritik wohl kaum alleiniges Wahl-Motiv war. Und dass es zu Rechtsextremismus unterschiedliche Entfernungen gibt, dass steht wohl auch außer Frage.

Antworten Antworten Gast: Manioc
14.10.2008 12:25
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Re: Re: FPÖ/BZÖ Wähler haben keine Neigung zur extremen Rechten?

siehe mein Beitrag 'Tote kann man nicht mehr zurechtrücken'

Gast: Erwin
13.10.2008 15:11
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Trotz all der zum Teil berechtigten Kritik an Haiders

verbalen Ausfälligkeiten und "Ausflügen" in die NS-Zeit sollte doch darauf hingewiesen werden, dass es Haiders Gegnern immer auch darum ging, einen äußerst erfolgreichen politischen Gegner mittels Faschismuskeule auszuschalten.
Wie schon bei der Waldheim-Kampagne, den EU-Sanktionen und auch bei der Interpretation des Wahlerfolges von FPÖ/BZÖ bei den letzten NR-Wahlen bedenken diese Herrschaften nicht, dass sie damit nicht nur im Ausland den Ruf des politischen Gegners ruinierten, sondern auch Österreichs Ansehen in der Welt schadeten.

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Re: Trotz all der zum Teil berechtigten Kritik an Haiders

diese ideologisierten geistesgrößen war das ansehen österreichs in der welt egal. der spruch: die paddei ist alles - sagt alles und sollte wortwörtlich genommen werden.

der anstand, die handschlagqualität, das anständige, alles wird gerne und sofort auf dem altar der macht geopfert. und dann wundert man sich, warum politik und politiker kein ansehen geniessen.

da wird hoch und heilig versprochen, keine mieterhöhung und energieerhöhung vor jahresende. und wie schaut das hoch und heilig aus? eben.

mfg
mc

Antworten Gast: Manioc
13.10.2008 16:22
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Re: Trotz all der zum Teil berechtigten Kritik an Haiders

Zitat:
'dass es Haiders Gegnern immer auch darum ging ...'

Ersuche, das 'auch' gegen ein 'nur' zu tauschen.

Die meisten seiner sogenannten Gegner wären gar nicht in der Lage einen echte Nazi zu erkennen.
Und dem Rest wär's wurscht. Um die geht's ja bekanntlich.

Re: Trotz all der zum Teil berechtigten Kritik an Haiders

Und die Alternative wäre Ihrer Meinung nach alle Faschismusanwandlungen totzuschweigen?

Und Waldheim war selber Schuld, er konnte der primitiven Falle, die ihm die Roten stellten, einfach nicht entgehen.

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Re: Re: Trotz all der zum Teil berechtigten Kritik an Haiders

weil waldheim ein durch und durch anständiger mensch war. nur der unanständige denkt so wie die unanständigen handeln.

mfg
mc

Re: Re: Re: Trotz all der zum Teil berechtigten Kritik an Haiders

Die Anständigkeit hat er sich durch seine vagen Ausreden aber nicht anmerken lassen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Theo
13.10.2008 19:42
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Re: Re: Re: Re: Trotz all der zum Teil berechtigten Kritik an Haiders

Werter Schnabeltierfresser,
vielleicht sind Sie ja tatsächlich ein aufrechter "Antifaschist", den Initiatoren der von Erwin angesprochenen Kampagnen wollten aber hauptsächlich den politischen Gegner fertig machen, koste es, was es wolle.
Für die Verteidigung Ihrer Besitzstände ist den "Roten" und "Linken", die sich als "Antifaschisten" tarnen, nichts zu primitiv.
Soviel zur politische Moral.

Gast: MH
13.10.2008 14:55
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Pietätlose Postings

Über seinen Tod hinaus wird Jörg Haider -meist in primitivster Weise- angefeindet. Sind das etwa die angeblich intellektuellen Gutmenschen die in so manchen Partei- und Redaktionsstuben (inklusive ORF) ihre Heimat haben und denen nichts heilig ist außer ihre eigene Scheinheiligkeit? Gott behüte uns vor diesen aggressiven Asozialen. Sie wurden ohnehin abgewählt.

Und denen ja die "zahlreichen Fehler" mittels Rechtschreibprogramm oder Lektor ausgebessert werden und nur der niedrige soziale Intelligenzquotient wird sichtbar...

Oder wen stört es so wenn Menschen um einen hochbegabten Politiker (der er mit Leib und Seele war trotz aller -vor allem medialer- Anfeindungen) trauern, der auch seine Fehler und Schwächen hatte aber der sich für seine Heimat und deren Menschen so aktiv wie kein anderer einsetzte?

J.H. ist ein großer Verlust nicht nur für seine Familie sondern auch für ganz Österreich. Der Friede sei mit ihm.

Tom93
13.10.2008 17:08
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Re: Pietätlose Postings

also, ich nehem fü mich in anspruch daß ich ihn in anspruchsvollerweise kritisert habe. soll ich ihn jetzt supertoll finden, weil er tot ist?

Antworten Antworten Gast: Wutausbruch
13.10.2008 21:21
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Re: Re: Pietätlose Postings

Parteiheinis sind eben völlig salbstkritiklos! Die Paddei ist alles!

Gast: Manioc
13.10.2008 13:30
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latent autoritär

@Fleischhacker

Prinzipiell kann ich diesem Artikel zustimmen.
Es ist nur die Wortwahl, die, wie immer, den kleinen Unterschied macht.

J.H. als latent autoritär zu bezeichnen, ist, so glaube ich, eine Beschönigung. Von Latenz war hier nichts zu bemerken.

Aber wenn ich das schon ausspreche, dann muß ich auch sagen, in welchem Umfeld diese NICHT latente Autorität entstand.
Österreich ist weltweit fast ein Synonym für autoritätes Gehabe in der Politik. Die Leute sind immer ganz von den Socken, daß wir keinen Kaiser mehr haben (der ORF hat das klar erkannt und so eine der besseren Unterhaltungssendungen geboren).

Autoritäten sind das, was dieses Land regiert!
Sätze wie 'lernen's Geschichte, Herr Reporter!' oder 'das wird in den Gremien entschieden (Grins)' prägen heute noch das Weltbild vieler 50 bis 60-jähriger.
Und der Satz, eingeleitet von 'Ich bin der Meinung ...', no da hätte auch '§ xx" davorstehen können.

DAS ist autoritär!

Gast: hamot-besuch
13.10.2008 12:02
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druck erzeugt gegendruck

brilliant analysiert. haider hat das von ihm kritisierte proporz-system durch die form seiner kritik einzementiert und seine linken gegner wiederum haben durch die ignorante ausgrenzungspolitik und arrogante selbstherrlichkeit die rechtspopulisten stark gemacht.

wo sind also die vernünftigen, die unsere langfristigen problemfelder (bildung, umwelt, energie, pensionen, gesundheitswesen, kosten der verwaltung) konstruktiv, ohne ideologische scheuklappen bearbeiten wollen? wo sind die selbstreflektierten, lösungsorientierten, einsichtigen und weltoffenen???

ich seh sie nicht! links wie rechts nur tumbe, ewig-gestrige dogmen-poscherei.

und ich bin im übrigen der meinung, dass die feudale landes-verwaltungs-kaste und deren provinzen abgeschafft gehören!

Antworten Gast: Kosmopolit
13.10.2008 13:25
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Re: druck erzeugt gegendruck

Das einzige, was mich an Ihrem posting stört, ist, daß es nicht von mir ist. Unterstreiche alles mehrmals. Danke für diese Worte. Sie sprechen mir aus tiefster Seele. Insbesondere auch mit Ihrem Hinweis auf diese unerträglichen ¿Landesfürsten¿ und ihren widerwärtigen, steuergeldverschleudernden Hofstaat und ihre Speichelleckergefolgschaft. Es gibt indessen und offensichtlich (viele) kluge und vernünftige Menschen in diesem Land - warum haben sie nichts mitzureden? Wollen sie nicht? Läßt man sie nicht? Warum kommen (fast) nur verlogene Egomanen, Alkoholiker, Dummschwätzer, verblendete Ideologen, unauthentische Salbaderer, usw. an die Macht? Was ist da los?

Gast: Bösewicht
13.10.2008 09:46
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Selektiver Umgang mit der Vergangenheit...

Bei allem Respekt, Herr Dr. Fleischhacker, Ihre Darstellung verstehe ich nicht.
*Es gibt tatsächlich einen selektiven Umgang mit der Vergangenheit: Die Denkmalenthüllung im Donaupark war ein peinliches Beispiel dafür.
* Es gibt tatsächlich einen neu aufkeimenden Antisemitismus im Land. Der "Gastkommentar" von Herrn Edlinger - hier in der Presse - war ein peinliches Beispiel dafür.
* In der Löwelstraße hängt der Spruch "Niemals vergessen", der an die sozialdemokratische Aufbereitung der Ereignisse von 1934 erinnern soll. Wie beabsichtigt, ist aus diesem Aufruf "Ewiger Hass" gegen den politischen Gegner gewachsen. Dass jetzt so viele dem Dr. Haider ins Grab spucken wollen ist keine Eigenschaft von Dr. Haider, sondern ein Charaktermerkmal seiner Gegner.
* Ja, es kann schon sein, dass auch Menschen ohne akademische Ausbildung um Herrn Dr. Haider trauern. Was genau sagt uns das? Womöglich, dass sich Dr. Haider auch um die "Kleinen" gekümmert hat?

amornwan
13.10.2008 13:23
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Re: Selektiver Umgang mit der Vergangenheit...

Danke für Ihren Kommentar. Die Hasser des GROssen Bärentalers schrecken nicht zurück wo der Tote noch nicht einmal begraben ist.allen voran der Nadelstreifsozialist ( mit böhmischen Namen). PFUI TEUFEL!

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ein bisschen zu optimistisch

rechte Parteien sind PArteien des Führerprinzipes. Da fehlen die Kompatibilitäten zu anderen Rechtsparteien.
Es wird sich zeigen, ob das BZÖ genug Substanz besitzt, sich ohne Haider zu profilieren. Ob ihr das gelingen wird?

Paige
13.10.2008 08:26
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Re: ein bisschen zu optimistisch

Es gibt in Österreich eine einzige - zumind. in Ansätzen - rechte Partei: die ÖVP...

Antworten Antworten Gast: Manioc
13.10.2008 12:38
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Re: Re: ein bisschen zu optimistisch

Rechts ist immer dort, wo regiert wird.

Beispiele gefällig?
Vranitzky, Schröder, Klima

Schmidt, Brandt und Kreisky haben es nur besser versteckt (weil mehr da oben drinne)

Paige
13.10.2008 13:41
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Einverstanden

Ganz prinzipiell finde ich die Einschätzung, das 3. Lager sei rechts, falsch. Die sind doch auch primär Sozialisten. Rechtsextrem wäre logischer Weise der Manchesterkapitalismus.

Manchesterliberalismus Teil 2

Richard Cobden und seine Bewegung forderten auch die flächendeckende Einrichtung eines staatlichen steuerfinanzierten Schulwesens und die Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Als die Manchesterliberalen diese Forderung erhoben, wurde der größte Teil der Kinder bereits in privaten Schulen, die sich meistens in kirchlicher Trägerschaft befanden, unterrichtet. Die große Mehrheit der Elternschaft wünschte sich keineswegs eine Änderung dieser Situation. Da die Manchesterliberalen keine finanzielle Gleichstellung von privaten und staatlichen Schulen vorsahen, konnte ihre Schulpolitik nur zu einem Monopol des Staates im Bildungswesen führen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Manioc
14.10.2008 13:02
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Re: Manchesterliberalismus Teil 2

Daß Worte in der Geschichte ihre Bedeutung ändern ist ja wohl nichts neues, oder?

Klug ist es trotzdem, wenn man sich der jeweiligen zeitgenössischen Bedeutung bedient.
Sonst, stelle man sich vor jemand sagt:
'Gestern auf der Party, hab ich ganz unvorbereitet meine Frau erkannt!'
Der Satz wäre nach heutigen Moralvorstellungen vor 2000 Jahren nicht durch die Zensur gekommen!

Definition des Manchesterliberalismus

Der sogenannte Manchesterliberalismus von Bright und Cobden war genau das Gegenteil dessen, wofür der Begriff - als Resultat einer Diffamierungskampagne - heute steht. Diese Bewegung forderte die Einführung von Einkommens-, Vermögens- und Erbschaftssteuern, um den Anteil der direkten Steuern am gesamten Steueraufkommen zu erhöhen. Zur damaligen Zeit stellten die Zölle einen erheblichen Teil der Steuereinnahmen dar. Als 1846 die Getreidezölle abgeschafft wurden, entschloß sich die britische Regierung, die dadurch entstandenen Einnahmeausfälle durch die erstmalige Erhebung einer Einkommensteuer auszugleichen. Die Manchesterliberalen unterstützten dieses Vorhaben und können dadurch das "Verdienst" für sich in Anspruch nehmen, an der Ausweitung staatlicher Macht maßgeblich beteiligt gewesen zu sein.


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