23.02.2012 11:45 | Meine Presse Merkliste 0

Leitartikel: Ein echter Streit kann nicht schaden

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die Regierungsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP sind eine fahrlässige Fortsetzung des Wahlkampfs.

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Die Koalitionsgespräche, hört man, seien momentan in einer schwierigen Phase. Zwar wollen sowohl SPÖ als auch ÖVP unter dem Druck der medialen Öffentlichkeit schnell zu einem Verhandlungsergebnis kommen. Gerade dieser erhöhte Druck in beiden Parteien, der jeweiligen Klientel rasch Verhandlungserfolge zu präsentieren, hat aber die Gereiztheit sichtlich gesteigert. Und schon lamentieren „Krone“, ORF und der Rest der GroKo-Propagandamaschinerie darüber, dass die Koalition schon streite, noch bevor sie gebildet wird.

Es muss nämlich schnell gehen. Sogar Armin Wolf, der allzeit kritische ORF- Anchor, eröffnete sein Mittwochabendinterview mit Werner Faymann mit der Geschenksfrage, wie es denn der SPÖ-Chef angesichts des dräuenden Weltuntergangs verantworten könne, dass das Land nicht schon in zwei Wochen, sondern erst zu Weihnachten mit der Neuauflage von Rot-Schwarz beschenkt werde.

Mehr hat Faymann nicht gebraucht: Na eben, strahlte er, das sei ja gerade das, was er immer wollte, nur blockiere eben die ÖVP wieder einmal und wolle in dämlichen Arbeitsgruppen über alle möglichen Sachen reden. Dass der SPÖ-Chef über vieles heute nicht mehr reden will, kann man gut verstehen. Denn aller Propaganda von der „Krise, die das Budget zerstört“ zum Trotz, sollte man, bevor man sich die Pöstchen aufteilt, schon noch einmal einen kleinen Reality-Check veranstalten.

Das Budgetloch wird nämlich nicht von der Krise gerissen. Es entsteht, weil die im September abgewählte Regierung – zur Erinnerung: ihre Koordinatoren hießen Josef Pröll und Werner Faymann – die Steuereinnahmen aus der Hochkonjunktur mit Wahlkampfzuckerln verjuxt hat, statt den Spielraum für die Ausgaben während der abzusehenden Konjunktureintrübung zu vergrößern. Vor nicht einmal zwei Jahren haben SPÖ und ÖVP allen Ernstes einen „Budgetpfad“ präsentiert, der in einem Jahr mit 3,2 Prozent Wachstum fast ein Prozent Budgetdefizit vorsah, während es im Jahr 2010 ein Nulldefizit geben sollte. Jetzt tut man überrascht und glaubt, ihre damaligen Fantasiegebilde hinter dem großen Krisenvorhang verstecken zu können.

Was augenblicklich stattfindet, sind denn auch keine Regierungsverhandlungen. Es ist die fahrlässige Verlängerung des Wahlkampfs mit allen schmutzigen Tricks, die dazugehören. Werner Faymann hat sich noch im Frühsommer von seiner SPÖ als Retter der AUA feiern lassen, weil er für die Eigenständigkeit der Fluglinie plädierte. Nun setzt er sich ins ORF-Studio und fordert den zuständigen Finanzminister (der vor einem halben Jahr ebenfalls noch zu den rot-weiß-roten Heckflossenschwimmern gehörte) auf, das AUA- und das ÖIAG-Management wegen Unfähigkeit zu feuern.

Die Herren Ötsch und Michaelis haben tatsächlich versagt, aber anders, als uns Herr Faymann weismachen will: Sie hätten im Mai unter dem Hinweis zurücktreten müssen, dass diese Vorgabe des Eigentümers einfach unerfüllbar ist und nur in die Katastrophe führen kann, die dann ja auch tatsächlich eingetreten ist. Faymanns jetzige Kindesweglegung ist umso empörender, als die Sanierung der AUA in einer Stand-alone-Lösung wenn überhaupt, dann nur mit einem Kostenreduktionsprogramm im Personalbereich funktionieren hätte können, das unter kräftiger Mithilfe der Sozialpartner regelmäßig torpediert wurde.


Auch die Diskussion über die Budgetsituation der kommenden Jahre ist eine reine Wahlkampfveranstaltung. Inhaltlich ist es vollkommen sinnlos, jetzt darüber zu diskutieren, ob man die Maastrichtgrenzen überschreiten soll oder nicht. Jetzt wäre eine Diskussion, ja durchaus ein offener Streit darüber angesagt, welche zusätzlichen Staatsausgaben sinnvoll sind und welche nicht. Soll man Tunnel bauen und Almosen verteilen oder den Mittelstand durch eine Steuerreform entlasten, die durch die längst fällige Staatsreform finanziert wird?

Wie schon im Wahlkampf macht die SPÖ unter Werner Faymann mit publikumswirksamen Punkteprogrammen Druck, die die staatliche Linderung jedweder Not um so gut wie jeden Preis suggerieren. Wie schon im Wahlkampf rät die ÖVP mit staatsmännischem Pathos zur Vorsicht, ohne ein plausibles Alternativprogramm vorlegen zu können – und ohne die Kraft der glaubwürdigen Perspektive auf Nichteintritt in die Große Koalition. Darum wird unter wechselseitigen Erpressungsvorwürfen an ziemlich absurden Fronten um „Verhandlungssiege“ für die jeweilige Funktionärsschicht gerungen.

Wie das ausgeht, wurde am Beispiel AUA eindrucksvoll demonstriert. Die Bruchlandung ist nur eine Frage der Zeit.


michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2008)

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44 Kommentare
 
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Knieriem
02.11.2008 14:16
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Großmeister der Chuzpe!

Dichands Schoßhündchen macht wieder das was er am Besten kann. Er blendet, er netzwerkt und er schiebt anderen die Schuld zu. Divide et impera! Mit der ÖVP hat er es nun täglich leichter, weil diese Partei durch zuviel ungezügelte Einzelinteressen zu einem Spielball wurde. Wie viel leichter wird er es dann aber haben, wenn die von allen guten Geistern verlassene christlich-soziale Partei des Bürgertums und des Mittelstandes a.D, natürlich auch der Bauer, etc., sich in eine GroKo prügeln läßt?

Gast: Christdemokrat
02.11.2008 05:51
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Fakten

Auch wenn Faymann nicht der große Zampano ist, er weiss wie stark die Kräfte innerhalb der ÖVP sind, die eine ÖVP immer in einer Regierung haben wollen. Der Raiffeisenverband (Konrath, Scharinger ....) der über das Landwirtschaftsministerium - heute Lebensministerium - verfügen will und ein Herr Leitl der unbedingt das Wirtschaftsministerium braucht. Dafür verkaufen diese Herrschaften ihre eigene Großmutter und natürlich auch die ÖVP. Wäre es nicht so, würde man in der ÖVP nicht allzu viele Gedanken für einen Eintritt in Koalition mit einer Partei verschwenden, die am Beginn der vorzeitig beendeten Legislaturperiode ihrem Koalitionspartner zwei Untersuchungsausschüsse aufgebrummt hat und am Ende eben dieser Periode mit den Oppositionsparteien und gegen den Koalitionspartner Maßnahmen beschlossen hat, die von der ÖVP total abgelehnt werden. Wenn es Raiffeisenverband, der Herr Leitl und der NÖ-Landeshaupmann so wollen, dann muss sich die Bundes-ÖVP auf den "Schedl scheissen lassen".

modestus
01.11.2008 17:46
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gerhard fritz

der freigestellte briefträger, behauptet..die ÖIAG hätte den deal "verschissen"
tatsächtlich hat die politik..federführend herr faymann...den deal verschissen.
wer kauft schon eine airline mit 25%+1 aktie staatsinterventionsminiorität??
kein mayer und kein huber ist so deppert einen laden, der auf grund einer sperrminorität nicht sanierbar ist zu kaufen.


Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
02.11.2008 12:21
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Re: gerhard fritz

Allerdings ist dazu anzumerken, daß auch "ÖVP-Granden" wie Pühringer, Leitl, Pröll, Schützenhöfer uva. sich vehement für die Beibehaltung der staatlichen Sperrminorität am " österreichischen Flaggschiff AUA" ausgesprochen haben!

Antworten Antworten antikarl
02.11.2008 12:52
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Re: Re: gerhard fritz

ja fair sein: beide Parteien sind Schuld. Bereits Schüssel hätte energische Schritte setzen sollen. Denke er wollte seine Ruhe haben. Eine weitere Front LH NÖ und Wien konnte er sich nicht leisten.
Es ist immer so in der Politik: erst wenn es überhaupt nicht mehr geht, dann bewegt sich etwas. Leider ist das dann fast immer zu spät.
Deshalb: Betriebe die unter Konkurrenzdruck stehen, dürfen nicht staatsnah sein. Das geht nur bei Monopolbetrieben, wie Stromversorger, wo dann der Konsument die Rechnung bezahlen muss.

Antworten Antworten Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
02.11.2008 17:49
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Re: Re: Re: gerhard fritz

Vielleicht sollte zur "Rettung" der AUA jeder Österreicher zwangsverpflichtet werden, einmal jährlich mit der AUA zu fliegen?

Antworten Antworten Antworten Antworten modestus
04.11.2008 12:04
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Re: Re: Re: Re: gerhard fritz

von mistelbach nach langenlois??

dr. philpp
01.11.2008 10:44
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Wie an dieser Stelle schon des öfteren angemerkt: Faywahn ist der größte Blender, den wir jeh hatten!

Ein vor wirtschaftlichen Unwissen un d parteipolitischem Machtwahn strotzender Mensch mit Hauptaugenmerk auf seine Kariere! Und das gepaart mit den duümmsten sozialistischen Politikern die wir je hatten und einer ÖVP, welche ihre wirklichen Köpfe in Pension geschickt hat.

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Re: Wie an dieser Stelle schon des öfteren angemerkt: Faywahn ist der größte Blender, den wir jeh hatten!

Danke!

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Re: Wie an dieser Stelle schon des öfteren angemerkt: Faywahn ist der größte Blender, den wir jeh hatten!


Leider wahr.
Flacher Populismus im Streit mit politischer Orientierungslosigkeit. Machtinstinkt hier, unfähig konzeptionell zu denken da. Charaktermangel im Clinch mit angewandter Dummheit:
das sind SP + VP am koalitionären Verhandlungstisch.
Denk ich an Österreich in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.

Antworten Antworten modestus
02.11.2008 09:36
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Re: Re: Wie an dieser Stelle schon des öfteren angemerkt: Faywahn ist der größte Blender, den wir jeh hatten!

lieb vaterland mag¿st ruhig sein
des faymanns herz ist dumm und rein

Gast: Fritz Steiner
01.11.2008 08:23
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Eine Art Mafia?

Ein bulgarischer Abgeordneter sagte: "Es gibt Länder, die haben eine Mafia. In Bulgarien hat die Mafia ein Land."

Und in Österreich haben die Sozialpartner ein Parlament?

Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
02.11.2008 12:30
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Re: Eine Art Mafia?

So ist es! Das Kammerunwesen mit der Sozialpartnerschaft ist tieferer Grund und Kern der Lähmung der Demokratie in diesem Land!

Den Sozialpartner ist es völlig wurscht, welches Parlament die von ihnen ausgepackelten Gesetze beschließt und wer unter ihnen regiert!

Das ist die österreichische Realverfassung!

Antworten Antworten antikarl
02.11.2008 13:03
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Re: Re: Eine Art Mafia?

ja, das Parlament ist eine Fassade. Aber bitte, wo war der große Aufschrei als die Kammern verfassungsmäßig verankert wurden. Auch die sonst so kritischen Medien haben es stillschweigend hingenommen. Und das soll eine Elite sein? Aber sich künstlich aufregen, wenn sich irgendein bedeutungsloses Würstchen verspricht und etwas sagt, was man eventuell als extrem rechts einstufen könnte.
Das Problem ist, dass der Durchschnittsösterreicher und offensichtlich auch die sogenannte kritische Öffentlichkeit keine Ahnung hat, wie Demokratie funktionieren soll.
Deshalb bin ich froh, dass die EU die Vorgaben macht. Sie sind nicht immer die Besten aber immer noch besser als unsere "Demokraten" mit ihren Verfassungsgesetzen, die nur den Zweck haben die Rechtsstaat zu umgehen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
02.11.2008 17:52
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Re: Re: Re: Eine Art Mafia?

So ist es! Ganz meine Meinung!

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unser hofstaat, egal wie bunt,

benimmt sich wie vor einigen 100 jahren!
auf kosten der bürger erheben sie sich in ränge, man könnte auch posten sagen, deren bewältigung sie nicht fähig sind.
unter ständiger vorspielung falscher tatsachen beuten sie das volk aus, aber viele haben es bis jetzt nicht erkannt, dass es völlig nebensächlich ist welche partei am ruder ist, für das volk arbeiten diese figuren nicht, vielmehr schnüren sie pakete für ihre eigeninteressen u. man kann auch bereits eine gewisse "erbfolge" politischer posten beobachten.
wir, das zahlende volk, sind die letzten die in der hierarchie mit tantiemen bedacht werden.
wir sollten es unterlassen uns streitgespräche zu liefern welche partei besser od. schlechter ist, vielmehr müssen wir uns ins bewußtsein rufen, wir sind der souverän und gemeinsam gegen die unfähigkeit der politiker antreten.
wenn wir uns bereits in diskussionen zerfleischen, hat der hofstaat leichtes spiel, das volk ist uneinig u. d. politiker nützen die gunst der stunde.

Antworten democrates
31.10.2008 21:49
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Re: unser (peudaler) hofstaat, egal wie bunt,


Sie haben es erfasst und schreiben mir aus der Seele gnädige Frau brigitte i.

Das Peudalsystem (Politiker+Parteien+Parlamente) ist nämlich entwicklungsgeschichtich nichts anderes als ein demokratisch getarnter Ableger des Feudalsystems.

Das Peudalsysstem zählt damit ebenso wie das bekannte Feudalsystem zu den Farb- bzw. Blut-Adelssystemen. Berichte über feudales und peudales höfische Leben füllen seit Jahrhunderten die Zeitungen.

Das Peudalsystem rangiert aufgrund seiner extremen Kurzzykligkeit, deutlich abgeschlagen hinter dem Feudalsystem und den Diktatursystemen, in der Politeffizienklasse Z.

Das Peudalsystem ist damit eine politische Titanic. Wir werden damit sang- u. klanglos untergehen, wenn wir uns kein politeffizienteres System suchen.

Ich jedenfalls aktzeptiere nur mehr ein politisches Staatsbetriebsystem der Politeffizienzklasse A, welches ich die (ÖSTERREICHISCHE) DIREKTDEMOKRATIE nenne.

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Re: Re: unser (peudaler) hofstaat, egal wie bunt,

so gut , so schön, nur haben wir ein großes problem, denn das peudalsystem will den bürgerwillen nicht akzeptieren.
ergo- die katze beißt sich in den schwanz.

es läßt sich gut beobachten, kommt nur ein fünkchen wählerwille durch, der ev. in richtung dir. demokratie od. mehrheitswahlrecht deutet, treten heerscharen von politikern an um die repräsentative demokratie zu verteidigen, und sie versuchen dem volk einzureden, dies sei das einzig richtige system! warum wohl?? weil wir zu dumm sind, auch dies wird uns suggeriert, oder weil die politiker um ihre unverdienten, selbsternannten pfründe keilen.


Antworten Antworten Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
02.11.2008 12:48
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Re: Re: Re: unser (peudaler) hofstaat, egal wie bunt,

Richtig! Unsere Erkenntnis, daß diese österreichische Filzokratie, die nur mehr entfernt an eine Demokratie erinnert, von innen heraus mit Sicherheit nicht reformierbar ist, muß uns aber zum nächsten Schritt ermuntern, nämlich der Politik das Gesetz des Handelns aus der Hand zu schlagen und andere außerparlamentarische Wege zur Zukunftsgestaltung einzuschlagen!

Die neuen Informationstechnologien eröffnen uns bisher ungeahnte Möglichkeiten, den "Staatsuntertanen" die Augen zu öffnen und mit allen Interessierten gemeinsam Ideen zu einer Staats- und Verfassungsreform zu entwickeln und der Politikerkaste auf den Tisch zu knallen! Der Teil der Medien, der sich als unabhängig bezeichnet, ist aufgefordert, hierbei aktiv mitzugestalten!

Antworten Antworten Antworten Antworten democrates
04.11.2008 00:05
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Re: Re: Re: Re: unser (peudaler) hofstaat, egal wie bunt,


Die Rolle der Medien in den Direktdemokratien!

DIREKTDEMOKRATIEN wären außergewöhnlich attaktiv für Medien.

Neben den Möglichkeiten redaktioneller Einflußnahmen auf die Souveränatorinnen und Souveränatoren würden die Lobbyismus-Budgets der Unternehmen nahezu vollständig durch die Anzeigenabteilungen (aller Größenordnungen) der Medien fließen.

Ich könnte mich als Souveränator mit einer derartigen Form des Lobbyismus abfinden und würde eine nachhaltige wirtschaftliche Ertragsbasis der Medien und der sich ergebenden Möglichkeit vollständiger politischer Unabhängigkeit sehr begrüßen.

Es wäre sehr wünschenswert, wenn die Medien einen Teil der vorentscheidungsmarktplatzlichen Funktionalitäten der Direktdemokratien übernehmen würden.

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Re: Re: Re: Re: unser (peudaler) hofstaat, egal wie bunt,

das klingt gut!!!
allerdings hege ich große zweifel daran, dass es in ö unabhängige medien gibt. wie ich aus vielen gesprächen mit journalisten feststellen konnte, ist die zensur bereits vorhanden, bevor noch ein unliebsames wort geschrieben werden kann.
die wahrheit, welche den politikern oftmals ein dorn im auge ist, darf die bevölkerung nicht erfahren, deshalb fallen berichterstattungen häufig tendenziös aus.
wo kämen wir denn hin, oder besser, wo kämen unsere "peudalisten" hin, wenn dem gemeinen volk die augen geöffnet würden.
'panem et circenses' lautet das motto unserer abgehobenen politikerkaste!! es bleibt die frage, wie lange es noch dauert, bis das volk die regie selbst in die hand nimmt.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
02.11.2008 17:57
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Re: Re: Re: Re: Re: unser (peudaler) hofstaat, egal wie bunt,

... ich sagte ja, der Teil der Medien, der s i c h als unabhängig bezeichnet....

Die APA ist das sicher nicht!!!

Vergil
31.10.2008 14:06
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Parteienstreit

Eines konnte man lernen, wenn man die innenpolitischen Querelen der letzten Monate Revue passieren lässt und auch die AUA- Misere betrachtet: Faymann ist der größte politische Scharlatan, den die SPÖ jemals zu ihrem Vorsitzenden kürte. Die Summe seiner Aussagen ist ein Konglomerat von populistischen Sprechblasen, Widersprüchen und Versprechungen, die er - allerdings auch unter Mitwirkung der anderen Parteien - zum Schaden der Republik teilweise gehalten hat. Zusätzlicher Beweglichkeitsmangel im Budget ist die Folge.
Aber was ist mit der großen ÖVP - Hoffnung Pröll ???
Zu behaupten, er habe eine Linie für seine Partei und für sich als deren Vorsitzender bereits gefunden, wäre eher frivol.
Das große Haus am Ring wird demnächst einen neuen Namen tragen müssen. Nicht Parla- sondern "Lavament", denn die Parteien kommen aus dem Lavieren nicht heraus. Sie scheinen aus innerer Unfähigkeit auf eine Staatskrise zuzusteuern.

Steininger
31.10.2008 03:51
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Es ist ja wohl zu viel verlangt von der Presse zu erwarten,

Fehler auch einmal bei der ÖVP zu Orten. Faymann jetzt das AUA Debakel in die Schuhe schieben zu wollen ist grotesk. Glaubt man wirklich Ötsch und Michaelis wären im Mai freiwillig zurückgetreten? Als gelernter Österreicher weiß man doch daß niemals ein Rücktritt von einer Position freiwillig stattfindet.
Doch das ficht einen Verfasser eines Leitartikels in der Presse nicht an, wenn es gilt den Obman der Sozialdemokratie zu dögeln.
Der Hauptfehler bei der Luftlinie ist schon Jahre her, viele können sich nicht mehr daran erinnern: es war die Entfernung des Führungsduos Bammer/Rehulka, wenn ich mich recht entsinne.
Der zweite Kardinalfehler war der Kauf der Lauda Air.
Zu der Zeit als diese strategischen Fehler passiert sind war Faymann nicht zuständig. Andere Politiker waren zuständig und nicht die von der SPÖ!

Antworten Gast: Bösewicht
31.10.2008 22:38
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Re: Es ist ja wohl zu viel verlangt von der Presse zu erwarten,

Es ist in den letzten Jahren auch die Marktsituation schwieriger geworden. Da sind etliche Fluglinien ins Trudeln gekommen - auch größere als die AUA. Und was die Kostenseite betrifft, hat neben dem Management wohl auch die Gewerkschaft ein Quäntchen Anteil an der jetztigen Situation.
Warum die Lauda Air unbedingt beschafft werden musste, und zu welchen Konditionen das passiert ist, sollte durchaus noch ausführlicher dargelegt werden. Das wäre doch ein schönes Thema für die vierte Macht im Staat - vielleicht sogar für die dritte?

Antworten Nedoluha
31.10.2008 18:55
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Re: Es ist ja wohl zu viel verlangt von der Presse zu erwarten,

Die Politik hat in Unternehmen NICHTS zu suchen !

Das ist und bleibt das Hauptproblem (nicht nur bei der AUA) von staatsnahen Betrieben. Sich auf Manager, deren Gehälter etc. auszureden ist einfach nur unehrlich.

Und ja, die SPÖ versteht von der Wirtschaft am wenigsten von allen Parteien.

 
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