21.11.2009 17:09 | Meine Presse Merkliste0

Die falsche Mittelstandsentlastung

MARTINA SALOMON (Die Presse)

Keine Studiengebühr ab dem nächsten Sommersemester: Das macht Österreich nicht sozialer, ganz im Gegenteil.

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Das wird sicher die einzige echte Mittelstandsentlastung der nächsten Zeit: Ab dem kommenden Sommersemester zahlen Eltern von Studentenkindern keine Uni-Gebühr mehr. An diesem Beschluss – vier Tage vor der Wahl – wird nicht mehr gerüttelt, wie die Koalitionsverhandlungen zeigen. Damit haben SPÖ, FPÖ und Grüne die Besserverdiener entlastet, auch wenn sie das gar nicht im Sinn hatten. Man soll es ruhig beklagen, aber Faktum ist trotzdem, dass Studenten gerade in Österreich selten aus niedrigen, schlecht verdienenden Schichten stammen (die übrigens ohnehin gebührenbefreit sind). Diese Mittelschicht hat sich bereits aus dem öffentlichen Kindergarten- und Schulsystem verabschiedet. Nun ist sie dabei, den öffentlichen Universitäten den Rücken zu kehren.

Der Parlamentsbeschluss vom 24.September wird das beschleunigen. Denn neben der Abschaffung der Studiengebühren (363 Euro pro Semester) wurden auch die Studienplatzbeschränkungen (teilweise) abgeschafft. Der Mythos vom freien Hochschulzugang lebt! Leider ist er nur ein Mythos. Damit soll nicht der Medizin-Uni-Test schöngeredet werden. Das ist reine Notwehr gegen die unsinnige EU-Regelung, wonach sich ein kleiner Staat wie Österreich nur mit Mühe gegen die Studentenflut aus einem viel größeren Nachbarland zur Wehr setzen darf. Oft messen solche Tests das Falsche. So ist im Arztberuf Kommunikationsfähigkeit wichtiger als die per Multiple-Choice abgefragten mathematischen Gesetzmäßigkeiten. Gut gestaltete Studieneingangsphasen setzen nicht simpel auf „Knock-out“, sondern geben den potenziellen Hörern auch die Möglichkeit, sich selbst zu testen. Interessiert mich dieses Fach überhaupt? Habe ich die Fähigkeiten dazu? Warum soll nicht auch umgekehrt die Uni auswählen dürfen, wen sie für geeignet erachtet, das Ausbildungsziel oder – in einem späteren Studienabschnitt – ein Doktorat zu erreichen?

Besonders grotesk an der jetzigen Situation ist ja, dass Fachhochschulen sowohl Gebühren als auch Studienbeschränkungen haben dürfen. Und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb verzeichnen sie, wie auch private Lehrgänge mit zum Teil empfindlichen Kosten, eine kräftig steigende Nachfrage. Das barrierefreie Gratisstudium wiegt nämlich mangelnde Struktur an den Universitäten, überfüllte Hörsäle und unsichtbares Lehrpersonal nicht auf. Solche Probleme werden sich mit der ebenfalls beschlossenen, total unsinnigen Erhöhung der Zahl an Medizinstudenten noch verschärfen. Auch das „Patientengut“ für die Ausbildung ist ja nicht beliebig erweiterbar.

Die Folge? Immer mehr Eltern finanzieren ihren Kindern, die ursprünglich zum Beispiel die Wirtschaftsuni besuchen wollten, lieber sauteure Ausbildungen, in denen die Bezeichnung „Business“ vorkommt sowie die Zusicherung, dass 80 Prozent der Hörer in der vorgesehenen Zeit abschließen. Welche öffentliche Uni kann das von sich behaupten? Familien sind auch bereit, 9530 Euro jährlich für die private Medizinuni in Salzburg auszugeben, und ihr Argument ist nicht von der Hand zu weisen: Wer schneller studiert und damit früher in den Beruf einsteigen kann, hat später eine höhere Lebensverdienstsumme. Das kann sich sogar dann rechnen, wenn man für die Gebühren einen Kredit aufnehmen muss. Eine Entwicklung, ähnlich wie in den USA, wo man für die Bildung der Kinder lieber in anderen Lebensbereichen zurücksteckt.

Und was geschieht mit den öffentlichen „Restkindergärten“, „Restschulen“, „Restuniversitäten“? Sie verlieren an Qualität, wenn die besser gebildeten Schichten einen Bogen um sie machen, und manche Probleme verschärfen sich: Integration zum Beispiel. Statt mehr sozialen Ausgleich zu schaffen, wird mit der Abschaffung von Gebühren und Hürden dummerweise die soziale Schere noch größer. Denn wer es sich leisten kann, flüchtet in privilegierte Institutionen oder zumindest Post-Graduate-Kurse, wo das Image (nicht immer zu Recht) höher ist, mehr Lehrpersonal zur Verfügung steht, effizienter studiert wird, Englisch Arbeitssprache ist, Auslandsaufenthalte organisiert werden.

Es darf daran gezweifelt werden, dass die Regierung den Unis die versprochenen Zuwächse plus die entfallenden Gebühren zahlen wird können. Und da sprechen wir noch gar nicht vom Bürokratieaufwand, der den Unis bevorsteht, wenn sie rückwirkend von jenen Hörern Gebühren einheben müssen, die ihre Mindeststudiendauer um mehr als ein Semester pro Studienabschnitt überziehen. Danke schön für die Mittelstandsentlastung. Aber hätte man nicht etwas Sinnvolleres finden können?

Teure Wünsche an die Koalitionsverhandler S. 5


martina.salomon@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2008)

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40 Kommentare
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badat
06.11.2008 11:41
0 0

Es stimmt nicht, daß Studierende aus ärmeren Schichten "ohnehin" gebührenbefreit sind, sondern nur für Mindeststudienzeit + Toleranzsemester.

Doch gerade diese Studierenden sind auf Nebenjobs angewiesen, um sich den Lebensunterhalt zu finanzieren und durch den Zeitaufwand für diese Nebenjobs brauchen sie meist länger, so daß sie die Gebührenbefreiung verlieren, wodurch dann noch mal 60 Euro pro Monat zusätzlich verdient werden müssen.
Abgesehen davon verstehe ich nicht ganz, was die Aussage dieses Kommentares ist. "Es gibt an den Unis eine Menge Probleme und wenn man die Gebühren wieder einführt, wird alles gut"?
Wenn man will, daß nicht zu viele Studierende zu teureren aber besser ausgestatteten Privatunis abwandern, muß man die öffentlichen Unis eben fördern. Ja, das kostet Geld, aber bringt auf Dauer viel mehr zurück. Jedenfalls verstehe ich nicht, warum Fr. Salomon sich so auf die Studiengebühren kapriziert, das ist schon der zweite Artikel, in dem sie die Probleme der Unis einzig auf dieses Thema zurechtzubiegen und kostenlose Unis als größten Sündenfall der Bildungspolitik darzustellen versucht...

Gast: Niederösterreicher
06.11.2008 01:30
0 0

@ tom93: Bitte die ideologische Brille abnehmen!

Die wirtschaftlichen Güter sind bekanntlich auch in einem sozialistisch regierten Land knapp, was bekanntlich ehedem der dt. Bundeskanzler Schröder und jetzt der Gjurgany in Ungarn (dem das Staatsbankrott drohte) lernen mußten.
Ergo sind die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sparsam und in der produktivsten Verwendung einzusetzen! Wie Fr. Salomon klar und deutlich zum Ausdruck brachte, ist es unvernünftig, Studenten mit wohlhabenden Eltern u. einem Gutteil von ausländischen Studenten das Gratisstudium nachzuschmeissen bzw. bei diesen Schichten auf die Einhebung eines ohnehin geringen Studienbeitrags zu verzichten. Denn dann könnte man sich die ominöse Universitätsmilliarde ersparen und für wirklich dringende soziale Aufgaben einsetzen! Capito?

TU Student
05.11.2008 14:14
0 0

Wozu soll ich Zahlen?

Ich frage mich, warum ich fuer eine derartig miese Qualitaet bezahle! Die U-Bahn Zeitung ist gratis und bringt auch nichts Schlechters, deshalb werde ich die Zahlungen fuer das Papier Format einstellen.

Den hier dargebotenen Mist (stammt offensichtlich 1:1 von irgendeinem Stammtisch, weit weg von jeder Universitaet und Realitaet) zu zerpfluecken, ist mir gerade aus Zeitgruenden nicht moeglich, aber eines ganz kurz:

Ich bin fuer eine christlich soziale Politik, das hat nichts mit Gleichmacherei oder Zuckerlverteilen zu tun, aber sehr viel damit, dass man fleissigen (jungen) Menschen aus aermeren Schichten eine echte Chance gibt. Diesen zwar eine Ausbildung zu ermoeglichen, ihnen aber dafuer einen riesigen Schuldenberg zum Start in das Leben umhaengen, das ist keine faire Chance. Personen, die derartige Ideen aeussern, haben darueber entweder noch nie nachgedacht, oder sind einfach nur verabscheuenswert.

Antworten Gast: ebenfalls TU
05.11.2008 14:29
0 0

Re: Wozu soll ich Zahlen?

Ich komme wohl aus der ärmeren Schicht, zumindest hat der Staat so befunden und mir Studienbeihilfe aufgrund sozialer Bedürftigkeit zugesprochen.

Mit eben dieser Studienbeihilfe bekomme ich jedes Semester auch die Studiengebühren ersetzt, womit ich sie nicht spüre.
Meine subjektive Empfindung ist, dass Studiengebühren jene treffen, die sich diese auch leisten können.

Aus meinem sozialen Umfeld bin ich es gewohnt, dass ich mein Leben ("als fleissiger junger Mensch") zum Teil selbst mit kleineren Jobs nebenbei finanzieren zu müssen.
Mit oder ohne Studiengebühren - das macht für mich wirklich keinen Unterschied.

se-michi
05.11.2008 15:02
0 0

Re: Re: Wozu soll ich Zahlen?

ganz ihrer meinung.

Die die es sich nicht leisten können, bekommen Hilfe vom Staat um es sich zu leisten. Wenn es da Probleme gibt dann sind diese zu beheben. Für eine Stipendienerhöhung bin ich gern zu haben... Aber für was jemanden entlasten, der es sich eh ohne wirkliche Probleme leisten kann, und dass dann den otto-normal-Steuerzahler ausbaden lassen...

Antworten Antworten Antworten Gast: ebenfalls TU
05.11.2008 16:15
0 0

Re: Re: Re: Wozu soll ich Zahlen?

Ich möchte nicht ausschließen, dass es Grenzfälle gibt, jedoch auch immer schon gegeben hat. Für solche Fälle gibt es noch Maßnahmen wie zB. einen "ÖH-Sozialtopf".
(Für diese Fälle ist es wirklich nicht ohne Probleme)

Studiengebühren sind sicher ein sehr kritisches Thema mit Grundsatzfragen im Hintergrund. Ich finde es schade, dass die Diskussion rein populistisch (selbst in vielen Beiträgen in diesem Forum) geführt wird, Sachlichkeit jedoch Nachrang hat (wie fast alles in Zeiten eines Wahlkampfes).

Freien Zugang auch aus dem Ausland erachte ich für notwendig, muss jedoch in irgendeiner Form von Seiten der Politik geregelt sein (am besten auf europäischer Ebene).
Befremdend finde ich auch (wie im Artikel angesprochen) die unterschiedliche Behandlung zwischen FH und Uni. Aber das ist ein anderes Thema.

Der vorliegenden Artikel beinhaltet interessante Gedankengänge, die zur Diskussion beitragen (Diskussion, nicht Bejahung!)
Umso amüsanter finde ich da manche Antworten :D

Tom93
05.11.2008 13:45
0 0

alle freunde der studiengebühren...

...die "das schlechte gewissen" ob des "einnahmelochs" der republik und ob der tatsache, daß die unis durch steuern finanziert werden, quält, können ja gerne freiwillig weiter bezahlen. dann habt ihr alle ein reines gewissen!

TU Student
05.11.2008 14:02
0 0

Sehr Richtig

Da sich offensichtlich das OEVP-Stammwaehler Klientell zu Unrecht bevorzugt fuehlt, plaediere ich fuer eine Erhoehung der Steuern fuer hoehere Einkommen.

se-michi
05.11.2008 14:58
0 0

Re: Sehr Richtig

hätten sie den artikel in der presse vom 31.10. von Hr. Schellhorn gelesen, bewirkt dass das gegenteil von dem was man erhofft

franzmann
05.11.2008 13:43
0 0

so falsch ist die entlastung gar nicht

also övp wähler muss ich bekennen: den einzigen nutzen den ich von einer partei erhalte, erhalte ich von der spö. den die övp hat sich so in das thema studiengebühren verbohrt und nicht bemerkt, dass hauptsächlich ihre wählerschicht die gebühren zu tragen hat. für stipendien natürlich viel zu "reich" sind die gebühren die ideale zusatzsteuer für haushalte mit nachkommenschaft und einkommen!

TU Student
05.11.2008 14:29
0 0

Als Ex-OEVP Waehler

Sage ich Ihnen, dass es genau so ist. Nur fuer mich ist die Situation noch schlimmer: Wenn ich einmal Kinder haben moechte, muesste ich jetzt anfangen einzuzahlen, damit ich das Studium meiner Kinder finanzieren kann, denn bis dahin zahlt man, ginge es nach OEVP, min. 5000 Euro pro Semester.

"unsinnige EU-Regelung"

Was ist das für eine hetzerische, europafeindliche Formulierung?. Es geht hier um die Grundfreiheit, dass Bürger aller Mitgliedsstaaten gleich behandelt werden müssen: dies ist uneingeschränkt zu begrüßen. Wenn man etwas unternehmen will, soll man dafür sorgen, dass Deutschland für seine Studenten Beiträge entrichtet, und nicht die Gleichbehandlung in Frage stellen.

franzmann
05.11.2008 13:40
0 0

bitte nachdenken !

europafeindlich ist die aulsegung der eu. die diskriminierung ist ja nur konstruiert. wenn der deutsche staat einem studenten nicht erlaubt zu studieren, dann liegt dort die diskrimierung. wieso soll der staat österreich staatsbürger eines anderen staates besser behandeln müssen (sprich: ihnen ein studium zahlen) als dieser selbst?
die eu wäre viel beliebter wenn sie nicht überall mit ihrem erhobenen zeigefinger aufträte. soll sie doch deutschland kritisieren! oder dafür sorgen das deutschland die studienplätze hier bezahlt. oder noch besser: sich einfach nicht einmischen!

Zustimmung. Leider ohne Wirkung

Dieser und andere vernünftigen Kommentare werden ohne Wirkung bleiben. Jene Partei die mit dem Parteiobmann Schüssel versuchte üble, ideologisch begründete, Traditionen aufzubrechen versuchte, ist nun wieder daran der Befehlsausgabe durch Raiffeisenverband und Wirtschaftsbund zu folgen. Die ÖVP scheint unterwegs in eine Koaltiion mit einer Partei die am Beginn des gescheiterten - 18 Monate währenden - Bündnisses gemeinsam mit der Opposition zwei Untersuchungsausschüsse installtierte und am Ende der Koalition gemeinsam mit der Opposition - gegen den Koalitionspartner gerichtete - Gesetze beschlossen hat. Die ÖVP wird diese Koalition eingehen obwohl sie bereits am Wahlabend des 28. Sep. von sehr vielen SPÖ - Verantwortlichen als jene Partei dargestellt wurde, mit der man nicht zusammenarbeiten kann, weil sie blockiert und intregiert. Werner Faymann ist in der SPÖ - Wien groß geworden und hat gelernt die ÖVP auf Unternehmer-und Bauernpartei zu reduzieren. Praktisch für die SPÖ.

Gast: Crusader
05.11.2008 07:20
0 0

So nicht...

Freier Hochschulzugang ist wichtig.
Wir haben sowieso schon eine viel zu niedrige Rate an Gebildeten - sollen die noch weniger werden?
Wichtig wäre aber auch statt der unsinnigen Tests eine Studieneinführungsphase wo die Spreu vom Weizen getrennt wird.
Außerdem sind die Unis ja solche Sauhaufen die Drop Out Raten ja förmlich selbst produzieren.
Ausgemistet gehört nicht nur bei den Studenten....
Und bei dem Milliardenpaket für kriminelle Bänker jammerns über die entfallenen Studiengebühren?
Chuzpe ist das wie man auf jiddisch so schön sagt....

Antworten Gast: ebenfalls TU
05.11.2008 16:29
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Re: So nicht...

Gebildet hat nichts damit zu tun, ob jemand eine akademische Ausbildung absolviert hat oder nicht. Noch weniger hat Intelligenz damit zu tun.

Wieso haben Unis so hohe Drop Out Raten? Eine Uni ist doch bitte nicht verpflichtet, jeden, der sich inskribiert ein Diplom umzuhängen. Wie viele orientierungslose Schüler gehen mal auf die Uni, weil sie nicht wissen, was sie eigentlich machen wollen? Darf es da nicht sein, dass viele einfach andere Wege entdecken?
Vielleicht ist einfach nicht jeder dazu geeignet, eine akademische Ausbildung abzuschließen.

Wie sollte so eine Studieneinführungsphase aussehen?

Wenn man sagt, Österreich hat zu wenig Akademiker, ist immer die Frage in welchem Kontext man das sieht. Vergleicht man auf europäischer Ebene, frage ich mich, in wie vielen Ländern eine zur HAK oder HTL gleichwertige Ausbildung als Hochschulausbildung eingestuft ist?

Das Thema Banken-Rettungspaket vs. Studiengebühren ist bereits hier diskutiert worden.

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Vielen Dank Frau Dr. Salomon für Ihren Mut

immer wieder darauf hinzuweisen wie wenig so manche plakative Mythen wie zB "Abschaffung der Studiengebühren ist ein sozialer Fortschritt" etwas mit der Realität: jetzt und in zB in 5 Jahren zu tun haben.

In 5 Jahren werden die staatlichen Unis noch mehr herabgewirtschaftet sein als wir es uns jetzt vorstellen.

Österreich braucht Redakteure wie Sie die den populismussüchtigen und vom Boulevard getriebenen Poltikern immer wieder den Spiegel vorhalten u nicht aufhören den Blick auf das Staatsganze u. alle Schichten der Gesellschaft zu sehen!

Wie lässt sich heute eigentlich die Philosophie (der ebenfalls v. Staat unterstützten) Fachhochschulen einerseits (mit den dortigen Studiengebühren u Zugangslimitierungen) und andererseits den staatlichen Unis wie zB die Uni Wien den einfachen Menschen noch erklären? Ein paar Tage vor d Wahl ging es nicht um eine stringente Logik bei der 3. Bildungsebene da wars wurscht weils Stimmen brachte.

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Frau Dr. Salomon hören Sie bitte nicht

auf auch weiterhin gegen den vor allem in der bunten Boulevardpresse aber auch im VSStÖ, Grünen u. "Ring Freiheitlicher Studenten" vertretenen Unsinn im Zusammenhang mit der Abschaffung der Studiengebühren (363 EUR pro Semester) anzuschreiben!

Dieses Ei das Faymann, Strache u. VdB (=Chaos-Allianz) vier Tage vor der Wahl gelegt haben - an dem wird die Republik noch lange und viel zu kiefeln haben.

Bitte erheben Sie auch weiterhin mahnend Ihre Stimme gegen den "Dichand-Fellner-Mainstream" und dies auch bei anderen ähnlichen "Populismus-Eiern".

Tom93
04.11.2008 21:14
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sie müssen weiter brav für die övp schreiben, frau salomon...

...dann wrds vielleicht wieder was mit der studentensteuer. aber da jetzt ihr liebster rechtsextremer nich mehr da ist, um der övp-satellitenpartei bzö stimmen zuzuschanzen, wirds sichs glaub ich in dem jahrhundert nicht mehr ganz ausgehen mit einer mehrheit, da könne sie sich noch so antsrengen.

insoferne verstehe ich ihre wehmut, mit der sie das teilweise dahinscheiden der studiengebühren betrauern. glauben sie mir, die jahre 2000-2007 waren politisch die schönsten ihres lebens, so gut wirds nie wieder!

ach, wie traurig...

Antworten Gast: Gast
04.11.2008 21:51
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Re: sie müssen weiter brav für die övp schreiben, frau salomon...

Da spricht ein waschechter Sozialist.
In Amerika ist das übrigens ein Schimpfwort.
Außer Frau Salomon persönlich zu attackieren, ist Ihnen anscheinend kein Gegenargument eingefallen.

Frau Salomon hat absolut recht, sie hat nur vergessen hinzuzufügen, dass das Stipendiensystem den ärmeren Studenten ohnedies die Studiengebühren (über die allgemeinen Stipendien hinaus) ersetzt hat und dass die STudiengebühren in der Bevölkerung bereits akzeptiert waren.
Die Aufhebung war rein ideologisch und parteipolitisch motiviert. Das bestätigt auch ihr schäbiger Kommentar.

Tom93
04.11.2008 22:57
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Re: Re: sie müssen weiter brav für die övp schreiben, frau salomon...

parteilich motivert bin ich: ich nehme partei FÜR DIE ABSCHAFFUNG DER SINNLOSEN UND SCHÄDLICHEN STUDIENGEBÜHREN! wenn sie mit leuten reden würden, die diesen mist ausbaden müssen den uns schüssel/haider eingebrockt haben, dann wüßten sie, daß es gerade stipendienbeziehern eine große belastung war, diese gebühren zu zahlen. denn vorfinanzieren mußte man das immer, hinterher bekam man es dann zurück, aber bei weitem die meisten studentInnen mußten das zahlen. und gerade für die weniger wohlhabenden ist es eine nicht unwesentliche belastung 370€ zu zahlen.

gerade die stipendienbezieher FREUEN sich daß diese schikane endlich eine ende hat! DIE STUDENTEN UND STUDENTINNEN HABEN DIESE BILDUNGSSTEUER NIE AKZEPTIERT!

Ophicus
05.11.2008 14:11
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Re: Re: Re: sie müssen weiter brav für die övp schreiben, frau salomon...

Großbuchstaben ersetzen keine Argumente.
Klar ist es eine zusätzliche Belastung, selbst mit Stipendium. Aber neben so unwesentlichen Problemen wie Miete, Essen und sonstigen Lebenserhaltungskosten ist die Überbrückung der Zeit zwischen Zahlung der Gebühr und Eingang des Stipendien-Geldes nicht wirklich das große Studienhindernis. Ein Ärgernis, aber kein großes.

Vor allem lächerlich im Vergleich zum Vorteil eines abgeschlossenen Studiums. Alle mir bekannten Studenten (und ich kenne einige, da ich ja auch einer bin) ärgern sich deutlich mehr über die schlechte Qualität der Unis, als über die hohen Gebühren oder die schlechte Abwicklung eines Stipendiums.

Und selbst wenn es anders wäre könnte unser Wunderwuzi von einem bald-Kanzler ja auch das Stipendiensystem reformieren anstatt die Gebühren abzuschaffen.

Antworten Antworten Antworten Gast: BM
05.11.2008 09:38
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Re: Re: Re: sie müssen weiter brav für die övp schreiben, frau salomon...

Komisch - ich studier selber (komm nicht etwa aus wohlhabendem Haus) und weder mich noch meine Kommilitonen hat die Studiengebühr gestört. Was die Figuren der ÖH von sich geben, ist, angesichts des Viertels der Inskribierten, die überhaupt zur ÖH-Wahl gehen, irrelevant. Ein weiterer, typischer tom93-Kommentar: polemisch, sinnentleert und ohne sachliche Substanz.

Tom93
05.11.2008 13:49
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Re: Re: Re: Re: sie müssen weiter brav für die övp schreiben, frau salomon...

wenn sie die studiengebühren tatsächlich so ins herz geschlossen haben, daß sie ohne sie nicht mehr leben können: bitte weiter zahlen.

ps: weder ich noch die öh können was dafür, wenn sie zu faul, zu desinteressiert oder schlicht zu dumm sind um zu den öh-wahlen zu gehen. gründen sie doch eine pro-studiengebühren-liste und treten sie an, dann könnte man ja mal sehen wieviel unterstützung sie haben. und vielleicht wären sie dann auch mal motiviert zu den wahlen zu gehen.

modestus
05.11.2008 17:47
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Re: Re: Re: Re: Re: sie müssen weiter brav für die övp schreiben, frau salomon...

für die meisten halbwegs talentierten studenten ist es nicht dass sie zu dumm sind...die ÖH ist ihnen zu dumm.

se-michi
05.11.2008 11:29
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Re: Re: Re: Re: sie müssen weiter brav für die övp schreiben, frau salomon...

Ich studiere ebenfalls, und für meine Eltern waren die 375 Euro für meine Ausbildung kein Hinderniss. Und eben bei den Familien wo es problematisch wäre, hätten die Stipendien gegriffen... auch da kenn ich genügen Beispiele dafür. Geschweigedenn sind 375 Euro im Semester im internationalen Vergleich sehr niedrig, dadruch werden die österr. Unis zu der Discont-Uni. Die Frage ist wo das jetz weggnommen wird... Irgendwer muss dafür aufkommen...
Ich habe persönlich ein schlechtes Gewissen, dass ein normal arbeitender jetz mein Studium finanziert, obwohl ich es mir leisten könnte. Es sollte lieber mehr Geld reingesteckt werden... Denn ich sitze in sogenannten Proseminaren die für 20-30 Leuten gedacht sind mit 73 andern drin. Qualität adé!

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