25.05.2012 15:29 | Meine Presse Merkliste 0

Bloß Fortschrittchen im Schulwesen

MARTINA SALOMON (Die Presse)

Eine Gesamtschule ist nur unter radikal geänderten Bedingungen denkbar, sonst ist Scheitern programmiert.

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Neues Jahr, eine (fast) neue Regierung, neue Chancen. Auch wenn jetzt alle starr vor Angst auf die Wirtschaft schauen, schadet ein Blick auf die Schulen in Österreich nicht. Wir werden in Zukunft nämlich weniger mit Werkbänken als mit Köpfen reüssieren. Wenn Österreich Innovationsstandort sein will, braucht es dafür ein starkes Bildungssystem.

In der Ursachenanalyse, woran dieses krankt, sind wir gar nicht so schlecht. Seit dem Pisa-Schock 2003 wird darüber diskutiert – und diskutiert und diskutiert... Was haben sich darüber nicht schon Expertenkommissionen den Kopf zerbrochen! Bisherige Fortschrittchen? Unterrichtsministerin Claudia Schmied installierte mit großen Schwierigkeiten den Schulversuch „Neue Mittelschule“, um den sich alle Hauptschulen (aber kaum Gymnasien) reißen, weil das für sie ein „Upgrading“ im Ansehen, mehr Ressourcen und mehr Personal bedeutet. Die Bildungsstandards werden gerade eingeführt – aber so halbherzig und so anonym, dass sich daraus weder schulintern noch extern Schlüsse ziehen lassen. Die Pädagogischen Akademien wurden in Hochschulen umgewandelt, statt die Lehrerausbildung einheitlich (und im Modulsystem) an den Unis zu konzentrieren. Und es gibt eine neue Bildungsforschungseinrichtung.

Das alles löst noch nicht das Hauptproblem: Österreich hat im internationalen Vergleich ein veritables Defizit in Sachen Chancengleichheit. In einem Zuwandererland, wie wir es sind, ist das besonders schmerzhaft, weil mangelnde Integration – und das sind in erster Linie Bildungsdefizite – hohe Sozialkosten nach sich zieht. Das bedeutet Arbeitslosigkeit, Sicherheitsprobleme, vielleicht irgendwann Jugendkrawalle wie in Athen oder Paris.

Muss also nur die Gesamtschule eingeführt werden, und alles wird gut? Alles wird schlechter, unken die Anhänger eines differenzierten Schulsystems, weil sie mit der jetzt herrschenden sozialen Selektion durchaus zufrieden sind. Oberschichtfamilien schleppen selbst das unbegabteste Kind irgendwie zur Matura. Der „Rest“ soll schauen, wo er bleibt.

Umgekehrt glauben die Anhänger einer Gesamtschule, man müsse das Modell nur einführen, und die Schwachen würden besser, die Starken nicht schlechter, die Welt sozialer, und jeder kriege die Matura nachgeschmissen. Natürlich ist das gefährlicher Unsinn. Denn schon jetzt flüchtet der städtische Mittelstand vor schlechten Gesamtschulen, in diesem Fall den AHS, in teure Privatschulen, von denen man ein höheres Niveau erwartet. Dort bleibt man unter sich, und die Nachmittagsbetreuung funktioniert im Gegensatz zum öffentlichen Schulwesen auch noch.

Wer mit denselben Lehrern mit denselben Verträgen, in denselben Schulgebäuden zu denselben Bedingungen ohne Überlegungen über ernsthafte Leistungsziele eine Gesamtschule einführt, wird das Schulwesen ruinieren und auch die untere Mittelschicht zur Flucht in die Privatschule bewegen. Brutal gesprochen wollen nämlich auch die eingebürgerten Serben ihre Kinder nicht mit den „Türkenbuben“ in dieselbe Schule gehen lassen.

Aber natürlich können wir jene Migrantenfamilien, die mit Integrationsproblemen kämpfen, nicht einfach ignorieren. Sie sind da, sie werden nicht mehr in die alte Heimat ihrer Eltern und Großeltern gehen, und sie werden hier gebraucht. Das müssen wir ihnen erstens vermitteln und zweitens auch überlegen, wie Schüler mit Defiziten – wozu selbstverständlich auch Österreicher aus benachteiligten Familien zählen – in Zukunft besser gefördert werden könnten.

Das kann nur in (auch baulich darauf eingerichteten) ganztägigen (Gesamt-)Schulen gelingen, in denen zum Beispiel die Tage vor den diversen Ferien nicht mit DVD-Schauen totgeschlagen werden, sondern mit schulinterner Nachhilfe für Schwächere. Für diesen Job braucht's starke Lehrerpersönlichkeiten (mit höherer Anwesenheit am Arbeitsplatz, aber auch besserem Image in der Gesellschaft), mehr Sozialarbeit an Schulen in Problemvierteln und ein höheres Augenmerk auf die Ergebnisse des Schulwesens. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass in vielen (städtischen) Volks- und Hauptschulen die Bildungsziele längst nicht mehr erreicht werden, die Noten kaum ernst zu nehmen sind und Firmen daher auch wenig Lust auf Lehrlinge haben, von denen man nicht annehmen kann, dass sie des Lesens und des Schreibens mächtig sind. Das nächste Konjunkturpaket muss ein Schulpaket sein.

Analphabetismus Seite 1
Interview Johanna Rachinger Seite 2


martina.salomon@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.12.2008)

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27 Kommentare
 
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Gast: GeierSturzflug
28.12.2008 12:41
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Die ganze Diskussion geht mir wohin....

Mein Lebenslauf: Hauptschule, HTL, Studium. Eltern bildungsfern, aber sehr belesen. Unter Kreisky schulmäßig hoch gekommen. Soziale Selektion: aber klar doch, Standesdünkel ohne Ende, alles selbst erlebt. Aber die andere butterweiche Laufmasche funktioniert ebenso nicht. Selektion selbstverständlich, aber mit einer professionellen Härte. Was ich aber in 13 Schuljahren erlebt habe, waren nur (bis auf 2 Ausnahmen!!) knieweiche Karikaturen. Lange vor Pisa, lange vor der heutigen Malaise.

Gast: nadson
27.12.2008 19:46
0 0

"Soziale Selektion"

Gebetsmühlenartig wird den Gegnern der Gesamtschule vorgeworfen, sie hielten am Gymnasium nur aus Gründen der sozialen Selektion fest. Das ist eine keineswegs durch Erfahrung oder irgendeine Untersuchung zu erhärtende infame Unterstellung, geboren aus einem Argumentationsnotstand, der zu solch verqueren Anschuldigungen Zuflucht nimmt. Schade, dass dieser Unsinn auch im ansonsten recht ausgewogenen Leitartikel von Frau Salomon Platz findet.

Antworten Paige
28.12.2008 16:26
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Re:

passt

Gast: Spectator
27.12.2008 18:50
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Zeit totschlagen...

Man muss mit DVD-schauen die Zeit nicht unbedingt totschlagen.Es gibt gute DVD¿s mit teilweise populärwissenschaftlichem Inhalt, die man halt den Schülern in Zeiten zeigt, in denen sie für "normalen Lehrstoff" nicht mehr sehr aufnahmefähig sind. Dabei merken sie sich vielleicht mehr vom dargebotenem Stoff als sonst . Als Beispiel seien hier die excellenten Verfilmungen von Böll ¿s oder Grass¿s Romanen zu erwähnen, aber auch in den Naturwissenschaften gibt es wunderbar gemachte DVDs mit eher populärwissenschaftlichem Inhalt. Der Vorschlag,in dieser
Zeit schulintern Nachhilfe für Schwächere zu geben, hört sich gut an, nur bezweifle ich, ob das die Schwächeren zu schätzen wüßten und nicht als Zwangsverpflichtung zum Pauken, dem sie oftmals im regulären Unterricht aus dem Weg gehen, betrachten würden- mit entsprechendem Nulleffekt!

Martinus
27.12.2008 18:42
0 0

Wer folgt dem Unterricht?

Bevor man an der Organisation und den Inhalten der Schule herumdoktert, sollte man einmal die Disziplin so heben, dass wirklich all, die in einer Klasse sitzen, dem Unterricht auch tatsächlich folgen MÜSSEN und diejenigen vor die Tür gesetzt werden können, die das erschweren oder unmöglich machen.

Roppe
27.12.2008 18:31
0 0

problem

ich denke, dass problem liegt daran begraben, dass unsere schulen in erster linie schulen für die lehrer sind und nicht für die kinder; die politik muss endlich begreifen, dass es auf die interessen unserer kinder ankommt und nicht auf die der lehrergewerkschaft!
daher wäre es nur logisch die fortbildungskurse der lehrer auf die ferien zu verlagern; die sommerferien der lehrer zu kürzen und in dieser zeit schwache und ausländerkinder zu fördern! außerdem sollte man ein standardisiertes bildungssystem einführen, mit einem vorher erstellten tests, die dann von unabhängigen an den schulen durchgeführt werden, um die lehrer kontrollieren zu können!
und die direktoren sollten sich die lehrer aussuchen können, d.h. es sollten nur die fähigsten lehrer eingesetzt werden!
.... und und und
es gebe viel zu tun! aber mit einfach nur mehr lehrer anstellen und der einführung der gesamtschule braucht man sich keine verbesserungen erwarten!

Antworten roger
28.12.2008 16:02
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Re: Sommerferien kürzen

@Roppe: 1.) Zu glauben, dass Lehrer, die in den Sommerferien zum kostenlosen Nachhilfe-Unterricht zwangsverpflichtet würden, auch besonders motiviert wären, geht an der Realität meilenweit vorbei.
2.) Was sind denn die Interessen unserer Kinder? Voller Begeisterung sitzen sie jeden Tag im Unterricht und lernen, dass die Schwarten krachen. Und die Lehrergewerkschaft versucht dies pausenlos zu boykottieren :-)
3.) Sie werden sehen, dass es in weniger als 10 Jahren einen massiven Lehrermangel gibt. Diesen Job, wo jeder Trottel glaubt, pausenlos mitreden zu können, wird sich nämlich niemand mehr antun wollen!

Antworten Gast: Lehrer Lempel
27.12.2008 22:41
0 0

Re: problem

...daher wäre es nur logisch die fortbildungskurse der lehrer auf die ferien zu verlagern;.....>>>>>>>>>>
ob die Ferien wohl damit einverstanden wären?

Offenbar hätten schon frühere Schülergenerationen
Probleme beim PISA - Test gehabt.

Liebe Grüße!

Antworten Antworten Roppe
28.12.2008 10:33
0 0

Re: Re: problem

Korrekterweise müsste es "in die Ferien" heißen. Allerdings bitte ich Sie, wenn Sie es sich schon anmaßen andere zu berichtigen, dann wenigstens selbst ein korrektes Deutsch zu verwenden!

" hätten ... gehabt " ---> das ist grammatikalisch betrachtet eine der schwachsinnigsten Verbkombinationen, die überhaupt denkbar sind! wenn solche Leute wie Sie unterrichten, braucht man sich um die schlechten Ergebnissen nicht zu wundern; aus diesem Grund führte ich in meinen obigen Ausführungen an, die Direktoren sollten die Lehrer aussuchen und nach qualitativen Kriterien einstellen!


Antworten Antworten Antworten Gast: Lehrer Lempel
30.12.2008 23:29
0 0

Re: Re: Re: problem

Was Sie als eine der "schwach... Verbkombinationen" bezeichnen, wird II. Konjunktiv genannt. Über dessen Funktion können Sie im "Grammatik - Duden" nachlesen.
Ich empfehle Ihnen die Anschaffung eines solchen auch aus dem Grund, damit Sie,neben anderen Fehlern,lernen,
zwischen Ein- und Mehrzahl zu unterscheiden!
(...eine der schwachsinnigsten Verbkombinationen,
die überhaupt denkbar sind!) >>>>>>
ps.: Zit.:..."es gebe viel zu tun" ===ebenso falsch!!!

Es muss richtigerweise "..gäbe.." heißen. Da haben wir ja schon wieder das Problem mit dem II. Konjunktiv!

Liebe Grüße Lehrer Lempel

Antworten Antworten Antworten Antworten Roppe
31.12.2008 12:01
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Re: Re: Re: Re: problem

zu Ihrer Information; das sind bezieht sich auf Verbkombinationen, welches im Plural verwendet ist, aus diesem Grund ist sind im Gliedsatz auch richtig!

2.) der Konjunktiv 2 drückt irreale Bedingungen oder Wünsche aus; d. h. Sie sollten sich zuvor informieren in welchem Zusammenhang Sie diese Verbform überhaupt verwenden können, bevor Sie sie anwenden!
an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang macht der Konjunktiv 2 des Perfekts absolut keinen Sinn, das wäre in etwa so als sägte ich "Ich werde gestern zur Schule gehen"
Mit dem falschen Zusammenhang wird die eigentliche Bedeutung der Verben dann zur Unkenntlichkeit verstellt und aus diesem Grund ist die Verbkombination an dieser Stelle falsch.

Mit freundlichen Grüßen

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Lehrer Lempel
31.12.2008 18:12
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: problem

Sie haben Ihre eigene Grammatik!

Antworten Gast: Nachdenklicher Lehrer
27.12.2008 21:54
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Re: problem

Wie erklären und lösen Sie mit Ihrer messerscharfen Analyse, dass trotz oder gerade wegen der anscheinend paradiesischen Zustände dieses Berufs praktisch keine Männer mehr diesen Job ergreifen. In den naturwissenschaftlichen und technischen Fächer (aber auch Sprachen u.a. in letzter Zeit) herrscht schon lange akuter LehrerInnen-Mangel. In der Zwischenzeit wird dies systembedrohend - manche Gegenstände wie PH, CH, DG, INF werden in wenigen Jahren einfach nicht mehr unterrichtbar sein, weil es keine diesbezüglich ausgebildeten LehrerInnen gibt.
Führungsposten im Schulbereich sind in vielen Fällen kaum mehr zu besetzen, weil keine (schon gar keine geeigneten) BewerberInnen da sind.
Ich bin sicher, die von Ihnen angeführten Maßnahmen verbessern diese Zustände enorm!

Antworten Antworten Gast: GeierSturzflug
28.12.2008 14:09
0 0

So wie ich es sehe

sind die Lehrerinnen Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.

Antworten Antworten Antworten Gast: ein Lehrer
31.12.2008 18:23
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Re: So wie ich es sehe

Sie haben vollkommen recht, die Lehrerinnen sind das Problem.

Antworten Antworten Roppe
28.12.2008 11:48
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Re: Re: problem

Fast schon stereotypisch verkörpern Sie mit ihrer Argumentation diesen Berufsstand. Von wegen Lehrermangel; bis vor kurzem war noch andauernd von zahlreichen ausgebildeten Lehrern die Rede, die jedoch keinen Job erhalten. Außerdem bietet sich auch die Möglichkeit Absolventen von Diplomstudien anzustellen; Deren Fachswissen übersteigt jenes der Lehrer oft beträchtlich.
Aber das was Sie sagen ist ganz typisch für die Lehrervereinigung; wird nur eine kleine Veränderung, etwa die Verkürzung der Sommerferien von 8 auf 6 Wochen in Erwägung gezogen (es bleiben immernoch 1 Woche Semesterferien, 2 Wochen Weihnachtsferien, 1 1/2 Wochen Osterferien + schulautonome Tage) dann werden sofort Weltuntergangsszenarien erstellt und es wird argumentiert wie unattraktiv dieser Beruf doch sei. Zu Ihrer Information: Normale Arbeitnehmer haben nur 5 Wochen Urlaub/Jahr.

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Re: Re: Re: problem

Sie vergessen bei Ihrer Argumentation eines:
Bis vor kurzem.... Ja genau. Mometan gibt es viele alte Lehrer die auf ihre Pension warten. Die Begeisterung die manche für ihren Job haben sei dahin gestellt.
Geht diese Generation erst in Pension werden wir drastisch einen akuten Lehrermangel bekommen.
Sie haben durchaus Recht dass viele unfähige Lehrer mit unter Schuld an unserem schlechten Bildungssystem haben. Was ist aber mit der Politik? Stundenkürzungen a la Gehrer. Sport wird verbannt aus dem Unterricht. Keine Bewegung mehr für die Jugendlichen. Gesundheitssystem??Dann sind da noch die Schüler, die von Jahr zu Jahr immer desinteressierter werden und keinen Plan von Polititik und Gesellschaft haben und zwangsweise die Meinung eines HC adaptieren. Aber von wem sollen sie es lernen? Es sind da auch noch die Eltern die einfach keine Zeit mehr für Ihre "Kids" haben und die Erziehung brav auf die Lehrer abschieben.
Eín interessanter Teufelskreis in dem jeder jeden beschuldigt

Antworten Antworten Antworten Antworten Paige
28.12.2008 17:01
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Re: Re: Re: Re: problem

Die Schulen konnten sich aussuchen, wo sie die Stunden kürzen - sie taten es im Sportunterricht, weil Sportlehrer am wenigsten verdienen und gaben dafür Gehrer die Schuld...
Sie hingegen hatte recht: Es ist weiß Gott nicht nötig, dass die Kinder derart lange in der Schule hocken müssen. Normal begabte Kinder könnten vielmehr den Stoff der Pflichtschulzeit in 2-3 Jahren bewältigen, wenn das Schulsystem was taugte.

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"Österreichische Lösungen"

Meine größte Sorge bei den derzeit laufenden Experimenten mit dem Schulsystem ist, dass in jedem Fall eine sogenannte "österreichische Lösung" gewählt werden könnte, d.h. der Weg des vermeintlich geringsten Widerstandes und der niedrigsten Kosten, bei dem die Nachteile aller vorgeschlagenen Modelle vereint werden.

Also z.B. eine Gesamtschule ohne interne Ausdifferenzierung und gezielte Förderung von Begabungen und Beseitigung von Schwächen, mit zu vielen Schülern pro Klasse und ohne ausreichende Geldmittel. Bei einigen Politikern scheint tatsächlich die Idee vorzuherrschen, dass, wenn nur alle Kinder unter demselben Dach lernen, alle Probleme beseitigt sind. Daher kann man dann auch gleich die Hälfte der Lehrerposten einsparen, weil doch alles so super läuft.

Wie das immer wieder zitierte finnische System zeigt, taugt eine Gesamtschule aber nur dann etwas, wenn man von Seiten des Staates bereit ist, viel Energie, Hirnschmalz und Geld ins Schulsystem zu stecken.

Antworten Paige
27.12.2008 13:11
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Re:

Am Geld kanns nicht liegen, da stecken die Österreicher mehr rein als die Finnen. Bzgl. Ausgaben pro Schüler/Student sind wir nämlich Weltspitze (zu finden ist das in der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" - Zitat folgt unten).
Aber wissen Sie, dass es in Finnland gar keine sozialistischen Gesamtschulen gibt? Wegen der dünnen Besiedelung werden dort die Kinder verschiedener Leistungsgruppen in einem Klassenzimmer unterrichtet (sie haben oft einfach zu wenige Schüler für eine Klasse), sie üben PISA-Beispiele, haben wenig bis gar keine Türken und das finnische Lehramtsstudium ist im Ggs. zu unserem schwerer als das wissenschaftliche Pendant. Finnische Lehrer sind ergodessen gesellschaftlich hoch angesehen. Fr. Schmied hat indes verkündet, mehr Geld haben und keinesfalls Leistungsgruppen einführen zu wollen.

Wie wenig Geld haben im Vergleich zu heute Volksschulen in den 60-er-Jahren gekostet und dennoch konnten die Schüler damals alle besser lesen, schreiben und rechnen...

Antworten Antworten Paige
27.12.2008 13:11
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Re: Re:

Und hier das Zitat aus der Studie:
Misst man von der Volksschule bis zur Universität, liegen die Ausgaben pro Kopf in Österreich bei 9.803 US-Dollar (kaufkraftbereinigt), im OECD-Schnitt sind es 7.061 US-Dollar. Von den gesamten Bildungsausgaben wurden 2004 in Österreich 92,8 Prozent (1995: 93,4) von der öffentlichen Hand finanziert, was Österreich zu einem der OECD-Länder mit dem höchsten Anteil öffentlicher Finanzierung im Bildungsbereich macht.

phuter
27.12.2008 09:01
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De Facto...

Müssen wir uns einmal eingestehen, dass es immer schon eine bildungsferne Unterschicht gab. Früher gab es aber im Gegensatz zu heute auch Arbeit für diese. Wir sollten endlich mit der unseligen Illusion aufräumen, dass die "Dummen" der restlichen Welt unsere Industriegüter produzieren, während hierzulande nur noch schöngeistige Erfinder leben, die Patente schreiben. Das ändert zwar nichts an unserer Bildungsmisere, sehr wohl aber an den Zuständen unserer Gesellschaft - die in meinen Augen die primäre Ursache jener Missstände sind.

Gast: Walter Gerhold
26.12.2008 21:57
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Schulreform

Die Presse on line hat vor einiger Zeit Fragen aus der
PISA Studie veroeffentlicht. Wenn man diese durchsieht so stellt sich heraus dass es sich bei der PISA Studie mehr um einen Intelligenztest als um einen Wissenstest handelt. Das schlechte Abschneiden Oesterreichischer Schueler waere somit ein Zeichern geringerer Intelligenz
z.B. gegenueber Finland.
Man darf sich daher nicht wundern dass alle Bemuehungen bisher wenig Erfolg hatten und es ist auch zweifelhaft ob eine wesentliche Verbesserung moeglich ist.

Lepanto
26.12.2008 20:59
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LOL, Frau Salomon ....


... ich entnehme Ihren Zeilen, wie schwierig es ist, den Spagat zwischen dräuender Einsicht und politischer Korrektheit zu machen. Sie dauern mich!

Doch wie immer zu spät! Mit Ihren (huch, wie) "brutalen" Einsichten wären Sie vor zwanzig Jahren zwar "r e c h t s e x t r e m ", aber doch am Stand der Zeit gewesen. Das Rad der Zeit hat sich freilich weitergedreht. Viel Spass noch mit den Früchten Eures Weltbildes!

Antworten Paige
27.12.2008 00:24
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Die Probleme entstanden durch die Gleichmacherei...

Bravo, Lepanto - sowas Ähnliches dachte ich mir auch. Die längst vorhergesehenen Probleme sind nun allzu klar ersichtlich. Dennoch geht man nicht von der Selbsttäuschung ab. Ich frage mich, weshalb es ausgerechnet nach mehr als 30 Jahren roter Regierungen so ist, dass es gar keine Chancengleichheit mehr gibt - die Wohlhabenden bringen ihre unbegabten Kinder irgendwie zur Matura? Früher hatte jeder die gleiche Chance, die Aufnahmebedingungen, die für alle gleich waren, zu erfüllen - heute gibt es keine Aufnahmebedingungen mehr, nur noch das Gespräch der Eltern mit den Volksschullehrern. Und würden weniger Begabte nicht wenigstens ein leichteres Pensum erlernen und DAS beherrschen? Natürlich. Mit dem Pensum der Begabteren sind sie jedenfalls heillos überfordert und lernen trotz unzähliger Nachhilfestunden gar nichts.
Warum erhält die Wirtschaft so dumme Lehrlinge? Nun, weil alle halbwegs guten Schüler in die Mittelschule gesteckt werden..

Aber: Lt. PC gibts ja keine Begabungen.

Antworten Antworten Paige
27.12.2008 00:49
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Und noch was zur "Integration"

Das hat man auch schon vor vielen Jahren gesagt und ist "r e c h t e x t r e m" geheißen worden: Jedes Kind sollte bei Eintritt in die Volksschule halbwegs Deutsch verstehen. Aus. So einfach wär das.
Aber nein, man kann ja nicht verlangen, dass jene einen Gratiskurs besuchen, stattdessen wird in Wr. Kindergärten der Nikolo verboten, um die Moslemkinder nicht zu verkraulen. Ist das zu fassen?
Jetzt will man die Schulpflicht um ein Jahr verlängern - es soll ein verpflichtendes Kindergartenjahr für alle geben. Wozu? Damit wird das Problem nur vorverlagert. Wenn sie es in der Volksschule nicht lernen, lernen sie es dort auch nicht, aber wahrscheinlich sollen die anderen Türkisch lernen, damit sie sich verständigen können. Und dann brauchen wir unbedingt türkisch-sprachigen Unterricht bzw. zumind. einen türkischen Zweitlehrer für Dolmetschdienste.

Alle sonstigen Migranten haben es immer noch geschafft, die Landessprache zu erlernen. Das gibts ja gar nicht...

 
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