25.05.2012 15:39 | Meine Presse Merkliste 0

Islam: Die Republik schaut nicht mehr weg

ERICH KOCINA (Die Presse)

Das Unterrichtsverbot für einen Islamlehrer ist ein Paradigmenwechsel – der für alle Konfessionen gilt.

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Ja, darf sie denn das? Darf eine Ministerin einfach mit der bisherigen Rechtsauffassung, dass der Staat sich in den Religionsunterricht nicht einzumischen habe, plötzlich brechen? Ja, natürlich darf sie. Wenn ihre Argumente gut genug sind (und sie natürlich den Rahmen der Gesetze nicht verlässt). Als Unterrichtsministerin ist sie schließlich dafür verantwortlich, was in Österreichs Schulen gelehrt wird. Und ein islamischer Religionslehrer, der Antisemitismus predigt, hat dort schlicht und einfach nichts verloren. Antisemitismus? Ja, das Verteilen von Flugblättern mit Listen angeblich jüdischer Unternehmen, verbunden mit der Aufforderung, bei diesen Firmen nicht einzukaufen, kann nur als Ausfluss eines Antisemitismus qualifiziert werden. Gaza-Konflikt hin, Religionsfreiheit her.

Dass Feuer am Dach war, lässt sich ja schon daran erkennen, dass der betreffende Lehrer auch nach Bekanntwerden der Vorfälle noch immer unterrichtete, gestern erst zwei Unterrichtsstunden abhalten hätte sollen – ehe die Nachricht vom Entzug der Unterrichtserlaubnis den Schuldirektor erreichte.

Wie das passieren kann? Ganz einfach, indem sich die Islamische Glaubensgemeinschaft wie üblich defensiv verhält, den Lehrer ein bisschen tadelt und sich sonst auf den Rechtsstaat beruft – dass nämlich erst einmal die Schuld des betreffenden Lehrers in einem Disziplinarverfahren festgestellt werden muss. Unschuldsvermutung, ja natürlich. Aber so, wie es im Rechtsstaat bei „Gefahr im Verzug“ Maßnahmen gibt, die bis zur Klärung der Schuldfrage dafür sorgen, dass es zu keinem erneuten Vorfall kommt, gibt es auch in der Schule entsprechende Möglichkeiten.

Ein simples vorläufiges Unterrichtsverbot, ausgesprochen von der Islamischen Glaubensgemeinschaft, wäre da schon etwas wert gewesen. Und der Stadtschulrat? Der verwies sichtlich verzweifelt auf die Rechtsauffassung, die das Recht auf Einstellung und Absetzung eines Religionslehrers bei den Religionsgemeinschaften sieht. Und dass man nicht mehr tun könne, als den Lehrer abzumahnen.

Angesichts dieser scheinbaren Machtlosigkeit, derartiger Umtriebe an Schulen Herr zu werden, war es für das Unterrichtsministerium also geradezu eine Verpflichtung einzuschreiten – und dabei den Tabubruch in Kauf zu nehmen, dass der Staat in Bereiche eingreift, von denen er bisher die Finger gelassen hatte. Ein Bruch mit einer Praxis, der allerdings voll und ganz auf dem Boden der Verfassung stattfindet – und sich auch explizit auf sie beruft. Immerhin, so die Argumentation aus dem Ministerium, widerspricht die Aufforderung, nicht bei Juden zu kaufen, den in der Bundesverfassung enthaltenen Wertvorstellungen, die für alle österreichischen Schulen festgeschrieben sind. Und das Religionsschulgesetz sieht bei „Gefahr im Verzug“ sehr wohl ein Unterrichtsverbot vor. Voilà, so einfach kann das gehen. Im Übrigen ist diese Rechtsauffassung auch ein guter Wink in Richtung all jener, die bei jedem Anlass reflexartig und öffentlichkeitswirksam nach neuen, strengeren Gesetzen schreien. Oft reicht es schon, die bestehenden Regelungen konsequent umzusetzen.

Was bedeutet dieser Paradigmenwechsel im Umgang des Staates mit dem Religionsunterricht? Nun, die Folgen könnten weitreichend sein. Denn ein (juristisch unterfüttertes) Machtwort aus dem Ministerium ist deutlich mehr wert als eine zahnlose Ermahnung vom Stadtschulrat, die in den jeweiligen Religionsgemeinden maximal empfehlenden Charakter hat. Stadtschulrat und Islamische Glaubensgemeinschaft gehen von einem Einzelfall aus. Doch mit einem Blick auf die jüngste Studie über Islamlehrer, der zufolge jeder Fünfte die Demokratie als mit dem Islam unvereinbar sieht, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass das Ministerium das eine oder andere weitere Mal wird einschreiten müssen.

Allerdings: Eine reine „Lex Islamlehrer“ ist das nicht. Weitergedacht darf der Staat in Hinkunft nicht weghören, wenn Vertreter anderer – auch christlicher – Glaubensgemeinschaften im Unterricht Standpunkte vertreten, die mit den Grundwerten der österreichischen Gesellschaft nicht übereinstimmen oder ihr diametral entgegenstehen. Dazu gehört eben nicht nur das Bekenntnis zu Demokratie, Verfassung und Rechtsstaatlichkeit, sondern auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Oder das Verbot von Diskriminierung aufgrund gleichgeschlechtlicher Neigungen. Genau dabei könnte sich so mancher katholische Pädagoge schwertun.

Islamischer Religionslehrer suspendiert Seite 1


erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2009)

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52 Kommentare
 
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LIEBES WIEN

Schau¿mal meine lieben Türken an
Sie haben Dir Döner Kebab gebracht
Aber sie essen selbst Wiener Schnitzel

Liebes Wien
Schau¿mal meine lieben Türken an
Sie haben Dir den Türkischen Kaffee gebracht
Aber sie trinken selbst den Türkischen Tee

Liebes Wien
Schau¿mal meine lieben Türken an
Sie schauen Diene hübschen Mädchen an
Aber sie verbergen ihre eigenen

Liebes Wien
Schau¿mal meine lieben Türken an
Sie waren zweimal vor Deinen Toren
Aber heute sind sie mittendrin !

*
(Musik: attilas1@ notenbank - gmx.at)

" B A L L "

Religionball
Politikball
Kriesenball
Opernball

Das Volk
Opferball

Spielt Ihr mit dem Volk
Wie Fußball !!!

*PS: Wach¿auf Hr. Staatsanwalt wach¿auf !
Sind Sie mit Ihrer Arbeit zufrieden ?
Ihre Arbeit ist mit Ihnen nicht zufrieden!
Ich auch !!!!!

" W E R F E K E I N E N S T E I N "

Ich werfe keinen Stein in den Himmel
Der Vogel stirbt
Ich werfe keinen Stein in das Meer
Der Fisch stirbt
Der Vogel ist hungrig
Der Fisch stirbt

" L I E B E S W I E N "

Schau¿mal meine lieben Türken an
Sie haben Dir Döner Kebab gebracht
Aber sie essen selbst Wiener Schnitzel

Liebes Wien
Schau¿mal meine lieben Türken an
Sie haben Dir den Türkischen Kaffee gebracht
Aber sie trinken selbst den Türkischen Tee

Liebes Wien
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Schau¿mal meine lieben Türken an
Sie waren zweimal vor Deinen Toren
Aber heute sind sie mittendrin !

*
(Musik: attilas1@ notenbank - gmx.at)

" F L A S C H E "(An den falschen Fünfzigern, die dem Islam schaden !)

Eine Flasche Raki
Hab¿ich ins Meer gegossen
Es wurde rauschig
Und sprang in die Flasche !!!!!!!!!!

(*PS: Gewittrige Gedichte - Gökgürül Tülü -
attilas 1@newyork.com - Viyana / Lüleburgaz
Attilas Yalcin Tülü
Komponist,Dichter,Freier Journalist, FV.Fachman,Krisenberater)

" F L A S C H E " ( An den falschen Fünfzigern, die dem


" ! " : " ? " (An den allen Politikern der Welt)

Meine Schlaflose Gedanken nackt
Die Politiker nicht
Ihr trägt Pyjamer
Und schläft tief
Und fest
Schon seit immerdar........................................
................................................................................!

(ps.Gewittrige Gedichte - Gökgürül Tülü)

GRATIS TAYYIP (An Dicher Orhan Veli Kanik )

Gratis Kohlen
Gratis Mehl
Gratis Kichererbsen
.................
...........
......
Stehe auf Veli
Stehe auf
Vergiß,daß Du gestorben bist..........................!!!


" SULTAN TAYYIP¿S SCHACHSPIEL "

Sie haben Bauern
Springer
Läufer
Türme
Dame
.....Aber..
Sie sind ein Marionette
Schach maaaaaattttttttttttttt ..............................
..................................................
...................................
................
.....
..
.
...........................................................................
.................................................................................

" TRAURIGKET "(An Osmanischen Sultan Tayyip Erdogan und seinen Lehrer Fethullah Gülen)

Weder eure Kuppeln
Noch eure Tallare
Oder eure Himmelsrichtung

Weder ihr
Noch eure Schatten
Was mich traurig macht
Eure "Schwarze Gedanken"

PS:
Gewittrige Gedichte - Gökgürül Tülü
attilas1@newyork.com

Gast: Der Warner
15.02.2009 00:15
0 0

Kein Wunder

Was erwarten wir uns von unseren islamischen Relgionsleheren, wenn der oberste Fachinspektor Anas Schakfeh ist (ist immerhin Konsultent für die saudische Botschaft und Saudi-Arabien ist nicht gerade eine laizistische Demokratie). Das wäre so wie wenn das Opus Dei die Auswahl und Kontolle der katholischen Religionsleher überhätte.

Gast: Dr. Uwe Reinhardt
13.02.2009 23:13
0 0

Antiisraelisch oder Antisemitisch?

Ich stimme Ihrem Kommentar ohne Einschränkungen zu, wenn die Forderung dieses Islamlehrers sich tatsächlich gegen "jüdische" Geschäfte richtete.
Anders aber: wenn etwa zu einem Boykott von Waren aus Israel aufgerufen wird, das derzeit einen völkerrechtswidrigen Krieg im Gaza-Streifen führt.
So wie ein Boykott-Aufruf gegen US-amerikanische Waren zu Zeiten des Vietnam-Kriegs möglich und auch sinnvoll gewesen wäre, muss dies auch erlaubt sein, wenn es Kritik am Handeln des Staates Israel bedeutet.
Mir ist schon klar (Jahrgang 1940), dass eine solche Unterscheidung sowohl in Österreich als auch in Deutschland
aufgrund des von Deutschland entfesselten Holocaust schwierig ist; sie ist dennoch nötig.

Fragender
13.02.2009 23:12
0 0

Soll die Republik auch nicht wegschauen, wenn ein Religionslehrer „unterrichte“, dass Katastrophen durch „geistige Umweltverschmutzung“ bedingt sind?



.

Fragender
13.02.2009 23:11
0 0

Soll die Republik auch nicht wegschauen, wenn ein Religionslehrer „unterrichte“, dass Homosexualität Sünde ist?



.

Fragender
13.02.2009 20:36
0 0

Soll die Republik auch nicht wegschauen, wenn ein Religionslehrer „unterrichtet“, dass Harry Potter satanistisch ist?



.

Gast: Kurt22
13.02.2009 13:11
0 0

Zu dumm

Hätte der Mann doch einfach nur Österreich beleidigt, die Demokratie in Frage gestellt, ein Kruzifix verbrannt, die Regierung beschimpft oder ähnliches gemacht, die Linken hätten sich schützend vor ihn gestellt, aber das? Das war gerade in Österreich ein Akt, der an Dummheit nicht zu überbieten ist. Vielleicht werden wir den Islam über diese Schiene los, die Hoffnung darf man nicht aufgeben.

Antworten Gast: rosenthal
13.02.2009 16:01
0 0

Re: Zu dumm

Ja ,vielleicht gelingts mit dem ISLAM über diese Schiene, aber wie werden wir die Katholische Kirche los?
Welche Schine schagen Sie da vor? Einfach den Wagner zum Kardinal machen?

Antworten Antworten Gast: Kurt22
14.02.2009 10:45
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Re: Re: Zu dumm

Gegenfrage: Wieviele Katholiken haben sich in den letzten Jahren unter Mitnahme möglichst viele Unschuldiger in die Luft gesprengt, wieviele Ehrenmorde oder Zwangsehen 12 bis 14-jähriger Mädchen hat es gegeben. Die Dummheiten und Vergehen der Katholiken von Groer über Krenn bis Wagner sind da doch eher zu ertragen, und die Kath. Kirche akzeptiert sowohl den Staat als auch Andersgläubige, war zwar nicht immer so, aber dafür gab es ja die Aufklärung.

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Wie werden wir die Katholische Kirche los?

Falsche Adresse.
Die katholische Kirche toetet keine Iraker, Afghanen und Palaestinenser.

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Wie werden wir die Katholische Kirche los?

Hoffentlich nie. Was dann? Eine rein rationale 'Kirche' waere noch viel schlimmer.

Denn 'rationalisieren' kann man auch Raub, Totschlag und Mord - 'religiosieren' nicht. Siehe Israel, USA!

DerÄtzer
13.02.2009 12:47
0 0

Wer sich selber gegnüber ehrlich ist, weiß, die Groko und Grünen haben uns belogen!

Eine sich zuspitzende Situation verharmlost und die Gefahr der Islamisierung zugelassen.

Jetzt ist die Frage zu klären, müssen die betroffen Teile der BürgerIn, Anrainer, Mitschüler, beflegelte Straßenpassanten die Last auf sich nehmen, oder wirkt die nunmehrige Einsicht auch als Hilfestellung gegen Islame?

Banden stellen sich gegen die Polizei und sind der Meinung, was wollen die, wir sind mehr!

Selbst im deutschen Fernsehen gesehen - pardon - deutsch darf man nicht sagen.

Ungläubige als minderwertig betrachten das gab es schon einmal und wurde verboten.

Es wäre hoch an der Zeit diese Ideologie juristisch zu verfolgen und nicht als Religion abtun - es ist mit Sharia nakter Faschismus.

Scion
13.02.2009 11:25
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Was bringts?

Was passiert mit den Schüler die dieses Gedankengut jetzt weiter tragen? Soweit ich weiß unterrichtete dieser Lehrer ja 3 Jahre lang also gibt es genug Schüler die seiner Ansichten sind. Außerdem wird ja dieser Lehrer kein Einzelfall sein somit was wird getan?

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Was passiert mit den Schüler die dieses Gedankengut jetzt weiter tragen?

Sie werden darueber nachdenken und fuer sich selbst feststellen, was am "Gedankengut" dieses islamischen Lehrers positiv bzw. gerechtfertigt ist und was nicht.

Dieser Lehrer hat darueber zum Nachdenken angeregt, wie Mosleme sich auf friedlichem Wege gegen den ... ihres Glaubens und ihrer Kultur verteidigen koennten.

Der Lehrer sollte verwarnt, nicht aber entlassen werden.

Gast: Zweifler
13.02.2009 10:19
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Keine Angst...

... braucht Herr Kocina vor "katholischen Pädagog(Inn)en" zu haben.

Die sind nämlich meistens in der KHJ sozialisiert und in ihren Einstellungen eher "links" von dem, was bis auf weiteres die "herrschende Lehre" in der katholischen Kirche ist.

Antworten Gast: FrauInnen
13.02.2009 12:09
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Re: Keine Angst...

Die Linken mit ihrer allgegenwärtigen Meinungsdiktatur sind aber fürchterlich.

Gast: FrauInnen
13.02.2009 09:50
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Diskriminierend

Aber, aber, ... warum so diskriminierend nur von "katholischen Pädagogen " sprechen und nicht erstens von PädagogInnen und zweitens wieso nur von katholischen?

 
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