25.05.2012 15:46 | Meine Presse Merkliste 0

Die EU, das Asyl und ihr Missbrauch

OLIVER GRIMM (Die Presse)

Die EU erarbeitet eine kluge Asylrichtlinie – und Österreichs Politiker flippen aus. Zu Unrecht, wie so oft.

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Politik ist, wie der Soziologe Max Weber einmal festgestellt hat, das Bohren dicker Bretter mit Augenmaß und Leidenschaft zugleich. Wenn es um die hierzulande besonders aufwühlenden Themen EU und Asyl geht, trägt so mancher Politiker ein dickes Brett vor dem Kopf. So ein Verhalten kann nur ins Auge gehen.

Beispiel gefällig? Vergangenen Freitag verabschiedete das Europäische Parlament in erster Lesung und mit einigen Änderungen einen Vorschlag der Europäischen Kommission zur Frage, nach welchen Regeln Asylwerber in der EU aufgenommen werden sollen. Wirkungen hat das keine, der Text wird noch einige Runden auf dem byzantinischen Kompetenzkarussell der EU drehen, bevor er den Innenministern der EU-Mitgliedstaaten zur Entscheidung in den Schoß fällt. In diesem Entwurf steckt einiges Vernünftiges, manches Diskussionswürdiges und das eine oder andere, das mit Sicherheit den Beschluss der Minister nicht überleben wird. Fast zwei Jahre hat die EU-Kommission an diesem Text gefeilt, sie hat sich der Fachkenntnis der Mitgliedstaaten ebenso bedient wie jener von Wissenschaftlern und Hilfsorganisationen, nicht weniger als 89 Anmerkungen flossen bei einer Anhörung ein.


Wozu also Feuer schüren, wenn man nichts im Topf hat, könnte man mit dem polnischen Aphoristiker Stanislaw Jerzy Lec fragen. Nun, weil die Mischung aus EU und Asyl genau jenes Schwarzpulver ergibt, mit dem sich die Geschosse eines leider zusehends geistlos geführten EU-Wahlkampfes besonders wirkungsvoll in die Bollwerke der gegnerischen Parteien feuern lassen.

In der Sache ist das schädlich. Denn diese „Richtlinie über Aufnahmebedingungen“ (es gibt noch eine über Asylverfahren und eine über Gründe für die Anerkennung von Asylwerbern) enthält einige kluge Neuerungen, die sowohl anständige Lebensbedingungen für Asylwerber schaffen als auch die Probleme lindern könnten, die sie bisweilen verursachen.

Da gibt es nichts zu beschönigen. Jeder kennt Meldungen wie jene vom Sommer 2008, als sich tschetschenische und afghanische Asylwerber in Traiskirchen eine Massenschlägerei lieferten. Aber darf man aus solchen schlimmen Ereignissen den Schluss ziehen, gar kein Asyl mehr zu gewähren? Nein, selbst wenn das völkerrechtlich möglich wäre (was es nicht ist), hätte ein reiches Land wie Österreich – Achtung, jetzt kommt das oft belächelte M-Wort! – die moralische Verpflichtung, Verfolgten Zuflucht zu gewähren.

Dass nur Verfolgte Asyl bekommen, ist Aufgabe der Behörden und jene Richtschnur, an der die Arbeit der Innenministerin gemessen zu werden hat. Dass man aber gleichzeitig dafür sorgt, dass Asylwerber nicht zur Untätigkeit verdammt auf dumme Ideen kommen, ist ein Gebot der politischen Vernunft. Wer nicht arbeiten darf, geht eines Tages stehlen. Oder einbrechen. Oder Rauschgift verkaufen.


Genau darum soll nach dem derzeitigen Wortlaut der EU-Richtlinie jeder Asylwerber nach sechs Monaten arbeiten dürfen. Derzeit darf man das in Österreich nach den drei Monaten, die die Behörden brauchen, um zu entscheiden, ob ein Mensch überhaupt als Asylwerber zu bezeichnen ist – und es ist zumeist eine rein theoretische Arbeitserlaubnis. Nur als Saisonnier, also in Gastronomie und Landwirtschaft, darf ein Asylwerber diesfalls arbeiten. Beim Arbeitsmarktservice heißt es, dass diese Regelung nur wenigen Asylwerbern Arbeit verschafft. Hotels und Gemüsebauern haben ihr fixes Saisonnierpersonal und brauchen keine Asylwerber, die im Fall ihrer Ablehnung das Land für immer verlassen müssen. Das Arbeitsrecht binnen sechs Monaten hätte zudem den Nutzen, die Politik dazu zu bewegen, schnellere Verfahren zu ermöglichen. Das wäre im Interesse aller.

Ein Märchen schlecht informierter Demagogen ist übrigens die Behauptung, die EU-Richtlinie bewirke, dass Asylwerber genau dieselben Sozialleistungen wie Österreicher bekämen. Genau diesen Vorschlag der Kommission („...dass der Gesamtbetrag, auf den sich die Asylbewerbern im Rahmen der Aufnahme gewährten materiellen Leistungen belaufen, dem Betrag der Sozialhilfe entspricht, der eigenen Staatsangehörigen gewährt wird...“) haben die Europaparlamentarier gestrichen.

Verfolgte Menschen wird es leider immer geben. Den Missbrauch des Asylrechts ebenso. Seit zehn Jahren versucht die EU, eine gemeinsame Asylpolitik zu schaffen. Es wäre schade, würden intellektuelle Dünnbrettbohrer dies vermasseln.

Asylrichtlinie stößt auf breite Ablehnung Seite 4


oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2009)

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61 Kommentare
 
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Gast: anonymos
13.05.2009 20:05
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Cui bono

Nachdenken und kritisch betrachten:
Wo nehmen denn die österreichischen Parteien ihr neues Stimmvieh her, wo sie doch ohnedies von 40 % "Weißwählern" nicht mehr gewählt werden?!

Gast: Mittermaier
13.05.2009 18:04
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Ich stimme Ihnen voll und ganz zu

Asylwerber sollten auf jeden Fall arbeiten dürfen, man könnte sie bei der Presse unterbringen, dann wäre der Schwachsinn den Sie im Moment noch auf Deutsch verbreiten wenigstens für Österreicher nicht mehr verständlich.
Wie reich ist Österreich denn Ihrer Meinung nach? Lesen Sie keine Zeitung? Sollten wir nicht zuerst unsere Pensionisten füttern und wärmen? Sollten wir nicht unsere Familien versorgen? Sollten wir nicht zuerst mal an uns selbst denken?
Achso... das ist egoistisch! Also geb ich meine Wohnung auf und gehe nach... ... (setzen Sie einfach ein Land ein) dann ist hier mehr Platz und ich werde dort versorgt.. Nein? Tja dann wohl pech gehabt.

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wieviel krisenherde rund um den erdball gibt es?

für wieviel millionen haben ausgerechnet wir österreicher die "moralische verpflichtung" wie sie so schön sagen?

bitte, bitte, bitte, nennen sie doch endlich eine zahl. seit jahren bettle ich um die nennung einer zahl. kommt nie was.

100 millionen? ja? warum dann nicht 150 millionen? oder nur 50? warum nicht 51?

wogegen ich persönlich sturm laufe ist, dass der familienbegriff ausgeweitet werden soll. nun ist ja allgemein bekannt, auf dem herrn redakteur hoffe ich, dass der begriff familie sich in einigen kulturen auf mehrere 1000 personen erstreckt. so in berlin, wo es einen clan von 3000 menschen gibt.

also einer herein und tausende nach?

ist es das, was sie wollen?

und sollen zuerst die flüchtlinge arbeit vor österreichern finden?

dann wünsche ich ihnen einen chirurgen, der sein diplom in wakaduku oder wie die hauptstadt heisst, gemacht hat oder einen moslem, der sich weigert, sie zu desinfizieren, weil alkohol ....

ach so, das betrifft sie nicht?

sehen sie, genau das ist der punkt. allen anderen kann man es locker zumuten, aber einem selber, da sei die heilige terezia vor.

und noch was: vielleicht sitzt dann eines tages ein flüchtling auf ihrem so sicheren stuhl. das gönne ich ihnen vom herzen.

mfg
mc

Antworten Gast: Mensch
15.05.2009 08:15
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Re: wieviel krisenherde rund um den erdball gibt es?

Gut, dass Sie sich den Luxus leisten können, nach Zahlen zu betteln!

Nein, aber im Ernst. Angenommen, in Ihrer unmittelbaren Umgebung tritt eine Katastrophe ein, z.B. ein Erdbeben. Stellen Sie dann auch umfangreiche Berechnungen an, wievielen Menschen Sie jetzt helfen müssen, weil Sie dazu "moralisch" verpflichtet wären? Oder stellen Sie sich vor, Sie liegen selbst unter den Brettern und die vielen freiwilligen HelferInnen brechen die Bergung ab, weil sie meinen, ihre moralische Verpflichtung bereits erfüllt zu haben. In dem Moment werden Sie sich selbst verfluchen, dass sie die Leute auf die Idee gebracht haben, dass man eine moralische Verpflichtung ausrechnen könnte...

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Re: Re: wieviel krisenherde rund um den erdball gibt es?

ps auch sie haben mir keine zahlen genannt, wieviel millionen wir in österreich aufnehmen können.

nur so eine kleine nachhilfe: es gibt auf der welt 5,7 milliarden menschen, wovon es ca 70 % - geschätzt - nicht gut geht.

also mutig voran: wieviele millionen?

mfg
mc

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Re: Re: wieviel krisenherde rund um den erdball gibt es?

was hat eine katastrophe mit asyl zu tun?

überigens: bei der tsunamikatastrophe hat wer gespendet?

genau, die "ungläubigen".

die rechtgläubigen haben sich davor gedrückt, denn es war der wille allahs.

dann kann man nur hoffen, wenn österreich islamisch ist, dass man sie "ungläubiger" bei einer katastrophe rettet. glauben kann ich es nicht.

mfg
mc

gaba6283
13.05.2009 11:13
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drittland

eigentlich dürfte es in österreich gar keine
asylanten geben. wir sind bekanntlich von sicheren EU-ländern umgeben. daher müssten
alle, die nicht mit dem flugzeug kommen, in
diesen ländern einen asylantrag stellen.
aber bei uns ist es halt bequemer, als in
polen oder auch in italien.
wenn im fernsehen ein bewohner des bock-hauses schon zugibt, daß er aus italien kommt
und nicht damit rechnen muß, daß diese aussage konsequenzen hat, wo bleibt dann
die drittstaatenregelung. nur mal zum nachdenken .

Gast: sid
13.05.2009 10:48
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blauäugig

es ist schon sehr blauäugig zu glauben die meisten asylwerber kommen nach europa weil sie schutz brauchen und hier arbeiten möchten. das elend und nicht die sicherheit in den eigenen ländern sondern das sozialsystem hier sind die gründe.

Gast: Auslandsösterreicher
12.05.2009 18:21
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Sehr guter Bericht;

Ich war schon immer dafür das diese Menschen sofort arbeiten sollten. Egal was sie finden! Dann sind sie sofort keine Kostenfaktor mehr sondern ein Steuerzahler.
Es sollte auch nach Sprachen getrennt werden. Wir haben derzeit ich glaube 32 Sprachen in der EU! Die Englischsprachigen zuerst UK und IRE (OK.. IRE ist bald in der selben Situation wie gewissen Staaten in Afrika. Lästermäuler behaupten mit der Korruption wär es auch nicht viel anders...) dann aufgeteilt. Selbes mit Deutsch, Französisch, Spanish, Portugese. Am Ende sollte eine fairer Mix über alle Mitgliedstaaten herrschen.

Das Verfahren sollte 1 Jahr dauern. Mit EINMALIGEN Einspruchsrecht. Und dann entscheidet der OGH. Es sollte auch eine Übersicht geführt werden wer in diesem Jahr einen Job gefunden und wer nicht. Wer in dieser Zeit keinen Job gefunden hat wird wohl nachher auch nichts an Abgaben für die Allgemeinheit beitragen (natürlich mit Sonderbestimmungen für Mütter mit Kleinkinder, Studenten etc. Das diese nicht arbeiten ist verständlich). Unsere, bis zum Exzess aufgeblasen Wohlstandsstaaten vertragen nicht mehr all zu viele "just User". Oder die aufgeblähten Verwaltungen entscheiden sich rigoros zu sparen damit wir uns mehr "User" leisten können.. (Und jetzt.. HA..HA..HAHA.. Wobei ich dies vorziehen würde).

Gast: Don Quichote
12.05.2009 17:30
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In einem Punkt gebe ich Herrn Grimm recht:

Möglicherweise verpaßt die neue Richtlinie dem Amtsschimmel einen Tritt in den fetten Hintern und die Asylverfahren werden schneller abgewickelt. Es sei denn, die Gutmenschenorganisationen finden wieder Mittel und Wege. Im übrigen hat Hr. Grimm, vermutlich ohne es zu wollen, die EU als das herausgestellt, was sie tatsächlich ist: eine entrückte, abgehobene Gesetzgebungsmaschinerie in Geiselhaft der div. Lobbies, die sich von den Bürgern meilenwert entfernt hat. Der Text ist lt. seiner Darstellung das geistige Produkt von EU-Beamten, Fachleuten, Wissenschaftlern und Hilfsorganisationen. Wir einfache Bürger, die wir die mittlerweile schon fatalen Konsequenzen der angeblichen moralischen Verpflichtung ausbaden müssen, kommen in diesem Prozeß überhaupt nicht vor. Noch Fragen?

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Re: In einem Punkt gebe ich Herrn Grimm recht:

es geht aus dem text hervor: byzaninismus.

mfg
mc

Gast: gabriel
12.05.2009 17:22
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weit haben wir¿s gebracht

"wer nicht arbeiten darf, geht eines Tages stehlen....". Das ist eine Beleidigung aller ehrlichen Menschen in ähnliche Situationen. Im nächsten Artikel lesen wir wahrscheinlich von einer moralischen Verpflichtung zum Stehlen ! Wie kann man nur so verdorben sein.

analogo
12.05.2009 16:22
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EU...Asyl/Scheinasylanten

Naja...für eine sogen. Qualitätszeitung ist dieser Artikel (od.grimm'sche Versuch) dürftig und ziemlich naiv. Egal ob redaktion. Freiheit hin od. her, hier hätte doch die Chefredaktion hilfreich eingreifen müssen/sollen. Die Realität/Probleme und die Postings der (sogen.)" emanzipierten Leser" zeigen dies auf ! Der Asylmissbrauch/falsche Zuwanderung und die beginnende Spaltung der Gesellschaft (s.Parallellges.) sind das Hauptproblem - abges.von d.Wirtschaftskrise - nicht nur Österreichs.

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Problemlage nicht erkannt: der Rechtsstaat wird "angeküberlt"


Es ist kein Problem wenn Menschen die ohnehin vom Staat versorgt werden müssen nach 6 Monaten auch arbeiten dürfen.

Das Problem ist anders gelagert: In Österreich herrscht eine Asylanten-Industrie die jeden stinknormalen Zuwanderer aus bestimmten Ländern via "Beratung" die Möglichkeit bietet, durch geschickte Lügen den Status eines Flüchtlings zu erhalten.

Sollte der Asylantenstatus nicht sofort erreicht werden dann bietet die Asylantenindustrie die Möglichkeit der fortgesetzten Anträge bis zum St. Nimmerleinstag, so dass de facto das gleiche Ziel, Leben auf Staatskosten, auch auf diesem Wege erreicht wird.

Wenn dann ausnahmsweise nach Jahren von Verzögerungsanträgen wider erwarten doch ein Abschiebungsbescheid in Rechtskraft tritt dann ist der Scheinasylant entweder kurzfristig nicht mehr auffindbar oder droht einfach mit Suizid.

Damit ist schlagartig die böse und ach so säumige Verwaltung als Täter festgemacht und der Rechtsstaat kann sich fortgesetzt ankübeln lassen.

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oje...

da ist wieder einer im besitz der allein selig machenden wahrheit.
und alles andere sind dünnbrettbohrer.

und was ist dann dieser alles-wisser?

Gast: mr cool
12.05.2009 13:58
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Exzellenter Kommentar

Wunderbare Analyse! Ausgewogen, objektiv und sinnvoll. Keine Propaganda, wie sie sonst gerade so gerne von den jeweiligen Parteien geschürt wird. :)

Gast: ProEuropäer
12.05.2009 12:43
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So ist das also

Für den Herrn Grimm von der Presse sind Gegner dieser Richtlinie also intellektuelle Dünnbrettbohrer. Er weiß es also besser als die Innenministerin und viele andere profilierte Europapolitiker. Schon erstaunlich, was man sich in einem Redaktionszimmer so zusammen reimen kann.

Gerald
12.05.2009 12:22
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Grimms Märchen

Selten so einen schwachen, naiven, ja sogar widersprüchlichen Leitartikel gelesen. Da konzediert der Autor dieser Richtlinie irgendwelche Verbesserungen, ohne welche nennen zu können. Das Einzige was er herausgreift, ist die Freigabe nach 6-Monaten für den Arbeitsmarkt, wobei er die Erklärung schuldig bleibt worin hier die Verbesserung angesichts rasant steigender Arbeitslosigkeit vor allem im Niedriglohnsegment liegen soll. Dass Asylwerber automatisch kriminell werden, weil sie arbeitslos sind, ist eine unsinnige Aussage, viel eher missbrauchen Kriminelle das Asylrecht um hier auf Diebestour gehen zu können (prominentes Bsp. die Stradivari-Georgier).

Erschreckend naiv ist die Aussage: Man solle doch zuerst einmal abwarten was nach dem "byzantinischen Kompetenzenkarussell" herauskommt, bevor man sich drüber aufregt. Wie toll es funktioniert zuzuwarten, hat man ja beim Glühbirnenverbot gesehen. Als es da einigen EU-Abgeordneten hinterher dämmerte, was für ein grober Mist diese Verordnung war, hieß es einhellig: "Da kann man jetzt nix mehr machen." Brüssel locuta, causa finita.
Gerade angesichts der frühzeitigen, massiven Aufregung sind doch unsere EU-Volkstreter diesmal aufgeschreckt. Nur angesichts der Tatsache, dass man die Entscheidung nun einfach auf einen Termin nach den EU-Wahlen verschoben hat schwant mir Übles: Daraus gelernt haben die EU-De**en wohl wie immer nichts.

Antworten Gast: mr cool
12.05.2009 14:05
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Re: Grimms Märchen

Dann heisst es eben in Zukunft besser mitarbeiten, liebe österr. EU-Abgeordnete und Verantworliche im Innenressort!!

Die Schuld stets auf Brüssel zu schieben ist noch viel de**erter als endlich mal mitzuwirken an den Entscheidungen und sich mal tatsächlich dafür zu interessieren, was da abgeht!

Ist eigentlich recht einfaczh da was zu bewegen, zumal man ja auch dt. Schützenhilfe hat.

Gast: Ösi
12.05.2009 11:43
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Staat Österreich reich oder bankrott?

Dieses "reiche Land Österreich" ist zwar angeblich nicht bankrott aber doch ziemlich hoch verschuldet oder ?

Eine EU-Asylwerberrichtlinie hätte die Aufgabe den zur europaweiten Plage gewordenen Asylmissbrauch effektiv zu stoppen, was diese Asylrichtlinie nicht tut und somit auch nicht als "klug" zu bezeichnen ist!

Antworten Gast: Grummelbart
12.05.2009 12:06
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Re: Staat Österreich reich oder bankrott?

Was haben Ös Staatsfinanzen mit der Asylfrage zu tun?

Und zur Hauptfrage: Wie dämmt man ihrer Meinung nach "Asylmissbrauch" effektiv ein? Oder ist für sie jeder Asylantrag bereits ein "Missbrauch"?

Rund um die Asylfrage gibt es mehr Probleme, als die Missbrauchsfrage - zB was mit Asylwerbern tun, die schon da sind? Wie beschleunigt man Asylverfahren, und gewährt gleichzeitig rechtliches Gehör?

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Re: Re: Staat Österreich reich oder bankrott?

nur aus deutschland, bei uns ist das ja höchstes staatsgeheimnis, gibt es zahlen: 99 % werden abgelehnt, aber geduldet.

und nun?

dann erhöht sich unsere arbeitlosenrate um die 99 %.

und nun?

zahlen sie noch immer zu wenig steuern oder überhaupt keine? dann ist es klar, dass es ihnen egal ist.

mfg
mc

Antworten Antworten Gast: Ösi
12.05.2009 15:36
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Re: Re: Staat Österreich reich oder bankrott?

Was glauben Sie denn wie Asyl (Unterbringung, Verfahren...) finanziert wird? Zur Information: Vom Staat (den Staatsbürgern)! Hat was mit den Staatsfinanzen zu tun ...

Dass es Asylmissbrauch gibt scheint Ihnen doch bekannt zu sein, aber anscheinend nicht in welchem Ausmaß.

Zur Frage " was mit Asylwerbern tun die schon da sind?" : Zurückschicken innerhalb drei Wochen sofern sie keinen Asylgrund haben ohne ihnen jahrelang rechtliches Gehör zu schenken!

Zum Nachdenken:
Wie und woher kommen denn die vielen Asylwerber? Etwa aus benachbarten Ländern in denen Krieg geführt wird? Sind es etwa die "Armen" und die "Verfolgten" die aus ihren fernen Heimatländern ausreisen können? Oder ist doch etwa Menschenhandel im Spiel getarnt durch berechnendes oder unwissendes Gutmenschengesülze wie das Ihre?

Antworten Antworten Antworten Gast: satthaber
12.05.2009 16:15
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Re: Re: Re: Staat Österreich reich oder bankrott?

asyl ist ein heiliges recht....und darum hat es nichts mit finanzen zu tun.

in welchem ausmaß ist asylmissbrauch vorhanden?

also, die aus afrika sind schon mal am arsch ( siehe somalia ). tschetschenen und mongolen haben eigentlich keine chance auf asyl, aber die verhältnisse dort sind abartig 8 aber sind halt nicht in der liste der am arsch-länder )

aber wenn wir alle ne neoliberale ego einstellung vertreten, dann bitte, kann ich auch. ich scheiß drauf ob sie sich die asylwerber leisten können oder nicht, ich kanns, zumindest will ichs.... diese einstellung bringt aber keinem was also lass ichs lieber und versuch stattdessen meine hand denen entgegenzustrecken, die sie brauchen

...sie sehen schon, ich steh drauf, wenns den menschen gut geht...

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Re: Re: Re: Re: Staat Österreich reich oder bankrott?

das glaube ich ihnen aufs wort, dass sie nicht wissen, dass a s y l gewährung nichts mit finanzen zu tun hat.

sie müssen ein linker sein, die haben auch keine ahnung. da kommt das geld auch aus dem automaten oder "vom staat".

dass wir staat sind, werden die nicht in 1000 jahren begreifen.

mfg
mc

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ösi
13.05.2009 14:04
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Re: Re: Re: Re: Staat Österreich reich oder bankrott?

ich denke sie verstehen da etwas nicht.

glauben sie denn aus nigeria, somalia, china, tschetschenien oder sonstwo können arme menschen nach europa kommen? nicht einmal aus rumänien können die ärmsten kommen.
es kommen drogendealer, prostituierte, diebe ... die einen freiwillig die anderen mehr oder weniger genötigt durch mafiöse banden und menschenhändler

und diese unmenschlichen zustände werden durch großzügige asylbestimmungen gefördert

wenn sie wirklich für arme etwas tun wollen dann schauen sie sich um wieviele österreicher hilfe brauchen und unterstützen sie hilfsprojekte die direkt in den "armen" ländern vor ort helfen

das politische gutmenschengefasel ist nicht gut und hilft keinem

 
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